Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Eric Rohmer (* 21. März 1920 in Tulle Département Corrèze ) ist ein französischer Film- und Theaterregisseur Filmkritiker und -theoretiker. Eigentlich heisst Rohmer Jean-Marie Schérer. Andere Pseudonyme Rohmers sind Gilbert Cordier Dirk Peters Sébastien Erms. Man findet gelegentlich andere Geburtsjahre 1923 und 1928) -tage (4. April) und ( Nancy Nuits-les-Saulniers).
Nach dem Studium der klassischen Literatur Rohmer von 1944 bis 1952 Lehrer in Paris anschließend bis 1955 in Vierzon. 1946 er seinen einzigen Roman Elisabeth unter dem Pseudonym Gilbert Cordier (deutsch bei Rogner & Bernhard). Im Juni 1948 er seinen ersten Artikel in der berühmten kurzlebigen La Revue du Cinéma.
Im Juni 1951 veröffentlicht er seinen Artikel in der gerade gegründeten Zeitschrift Cahiers du cinéma . Im Jahre 1955 publiziert er dort fünf Folgen den filmtheoretischen Essay Le Celluloid et le Marbre ( Zelluloid und Marmor ) erstmals unter dem Pseudonym Eric Rohmer. 1957 ist er kommissarisch (für den schwerkranken Bazin) und seit 1959 offiziell Chefredakteur der Während der ganzen fünfziger Jahre arbeitet er mehreren Kurzfilmen zusammen mit seinen Kritikerkollegen. 1955 er zusammen mit Claude Chabrol das erste Buch überhaupt über Alfred
1959 dreht er seinen ersten Spielfilm Le Signe du Lion (Im Zeichen des Löwen) der erst einen Verleiher findet. Die Nouvelle Vague (NV) ist nicht mehr so en vogue wie noch einige Jahre zuvor und Film wird ein Mißerfolg in den Kinos. ließ sich durch ein Erlebnis von Paul einer weniger bekannten aber sehr einflußreichen Figur NV zu diesem Film inspirieren. Die Persönlichkeit Gégauff stand Pate für zahlreiche Figuren in Filmen von Rohmer und anderen NV-Regisseuren. 1962 Rohmer zusammen mit Barbet Schroeder die Produktionsfirma Films du Losange (losange= Raute das Firmenzeichen der Gesellschaft). 1963 wird von Rivette aus der Chefredaktion der Cahiers
In der Folgezeit kann sich Rohmer ganz der Filmarbeit widmen. Bereits 1962 hatte mit dem Kurzfilm La Boulangère de Monceau seinen ersten Filmzyklus Contes Moraux eröffnet. Bis 1972 werden fünf weitere realisiert: La Carrière de Suzanne (Kurzfilm 1963) La Collectioneuse (1966) Ma nuit chez Maud (1969) Le genou de Claire (1970) und L'Amour L'Après-midi (1972). Ma nuit chez Maud der wegen fehlender Unterstützung der französischen Avance sur recettes (=Vorschuß auf das Einspielergebnis) um drei verschoben werden mußte wird ganz überraschend ein Publikumserfolg bis heute ist es Rohmers erfolgreichster Während dieser Zeit entstehen auch über zwanzig für das französische Schulfernsehen vor allem zu und historischen Themen. Außerdem ein langer Fernsehfilm Le celluloid et le marbre (1966) eine Dokumentation über den dänischen Carl Theodor Dreyer(1965) und ein Beitrag zu Episodenfilm Paris vu par (1965). 1972 legt er mit seiner Dissertation L'organisation de l'espace dans le Faust de sein Doktorexamen an der Universität Paris I (Panthéon-Sorbonne) ab (Deutsch als Murnaus Faustfilm bei Hanser München 1980). Von 1972 hat Rohmer einen Lehrauftrag für Filmregie an Universität Paris-Nanterre (genau dort wo weiland Cohn-Bendit die Barrikaden ging !).
1976 entsteht La Marquise d'O... nach der Novelle von Heinrich von Kleist . Der Film ist mit deutschen Schauspielern deutscher Sprache in einem Schloß in Unterfranken worden. 1978 realisiert Rohmer Perceval le Gallois nach einem mittelalterlichen Stoff des französischen Chrétien de Troyes . Rohmer verwendet ein extrem stilisiertes theatralisches und läßt die Schauspieler in mittelalterlicher Sprache In diesem Film treten zum ersten Mal Schauspieler auf die auch später noch mehrfach Rohmers Filmen zu sehen sein werden wie Dombasle Anne-Laure Meury André Dussolier und Marie 1979 inszeniert Rohmer im Maison de la in Nanterre Das Käthchen von Heilbronn von Kleist. Das Projekt fällt bei und Kritik durch. Besonders die von Rohmer Versübersetzung und die Besetzung werden kritisiert.
1981 beginnt Rohmer mit La femme de l'aviateur einen neuen Filmzyklus unter der Überschrift Comédies et proverbes (Komödien und Sprichwörter). Der Film wird dem unvorstellbar niedrigen Budget von 125000 Euro Weitere Filme dieses Zyklus sind: Le Beau Mariage (1982) Pauline à la plage (1982) Les nuits de la pleine lune (1984) der sehr stark improvisierte Le rayon vert (1986) für den er den Goldenen auf dem Festival von Venedig gewinnt und L'ami de mon amie (1986). Gleichfalls 1986 entsteht Quatre aventures de Reinette et Mirabelle ein Episodenfilm. Für die Produktion dieses gründet Rohmer die Produktionsgesellschaft C.E.R. (Compagnie Eric um das finanzielle Risiko dieses kleinen und billigen Films von Les films du Losange fernzuhalten.
1984 erscheint eine Sammlung von Rohmers unter dem Titel "Le gout de le in der Buchreihe der Cahiers du cinéma eingeleitet von einem längeren Interview (Deutsch: Geschmack des Schönen" Verlag der Autoren Frankfurt/M.
1987 schreibt Rohmer das Theaterstück Le trio en mi-bémol eine Comédie en sept tableaux für zwei Personen. Im Dezember 1987 das Stück in der Regie von Rohmer am Théatre Renaud-Barrault in Paris gespielt von Forde und Pascal Greggory. Es entsteht auch Fernsehfassung.
Mit Conte de Printemps eröffnet Rohmer 1990 seinen dritten Filmzyklus Contes des quatre saisons (Erzählungen der vier Jahreszeiten). Es folgt Conte d'hiver .
1993 entsteht außerhalb des Zyklus wiederum von der C.E.R. L'arbre le maire et la médiathèque ou sept hasards der billigste Spielfilm seiner Karriere. In fröhlichen Allotria um Kommunalpolitik in der französischen spielen die bekannten Gesichter Arielle Dombasle Pascal und Fabrice Luchini. Der satirische Aspekt geht in all den Wortkaskaden ein wenig unter. folgt dann Les Rendez-vous de Paris ein dreiteiliger Episodenfilm mit Geschichten von in unterschiedlichen Stadtvierteln von Paris.
Auch publizistisch ist Rohmer wieder aktiv: erscheint der Essay De Mozart en Beethoven. Essai sur la de profondeur en musique bei Actes Sud (deutsch: Von Mozart zu Beethoven Residenz-Verlag Salzburg 1997). Rohmer hatte sich immer auch für klassische Musik interessiert (für interessiert er sich eigentlich nicht ?).
Der Jahreszeiten -Zyklus wird 1996 mit Conte d'été fortgesetzt der in der Bretagne gedreht 1998 folgt Conte d'automne .
Mit 81 Jahren macht Rohmer seinen Film. L'anglaise et le Duc ist durchgehend mit Hilfe der digitalen entstanden. Die Handlung basiert auf den Erlebnissen Engländerin Grace Elliott während der Französischen Revolution. gemalten Kulissen für die Außenszenen wurden mit Aufnehmen der Schauspieler tricktechnisch kombiniert.
Triple Agent der seine Premiere auf der Berlinale 2004 erlebt ist Rohmers letzter Film. deutsche Kritik ist allerdings nur mäßig angetan dieser Agentengeschichte aus den dreißiger Jahren.
Im Frühjahr 2004 widmet ihm die Francaise eine komplette Retrospektive und die DVD-Edition Rohmers Filmen ist nach Erscheinen der dritten nun auch komplett. Die Cahiers du cinéma widmen ihm im März 2004 ein Dossier. Im Interview verkündet Rohmer das Ende Karriere: "En fin de compte je n'ai dans mes tiroirs".
Trotz dieser vielfältigen Aktivitäten rund um Theorie und Praxis des Films und des findet Rohmer immer noch die Zeit sich Literatur Philosophie Musik Architektur und Stadtplanung zu Außerdem spricht er recht gut Deutsch spielt und gilt als hervorragender Balzac-Kenner (in dem Out One (1970) von Jacques Rivette hat Rohmer einen kleinen Auftritt als Es dürfte nur wenige Filmregisseure geben die umfassend gebildet sind und die in so verschiedenen Gebieten gearbeitet haben.
In Rohmers Filmen scheint die Liebe intelligentes Spiel für intelligente Menschen zu sein das man ernst aber auch nicht zu nehmen sollte etwas über das sich endlos läßt genau wie man über Filme Musik Philosphie redet weil es intellektuell stimuliert. Obwohl Filme immer zeitlich und örtlich genau definiert sind sie doch erstaunlich zeitlos. Es entsteht etwas wie ein eigener Rohmer-Kosmos die Filme zu einem einzigen großen Rohmer-Gesamtfilm oder wie David Thomson in seiner unnachahmlichen Art sagt Biographical Dictionary of Film 3rd. ed. 1994): I wonder if after the destruction of rest of the world Rohmer might not be making his fourth six-part-series on love different times of day with holograms of more slender lovely girls torrents of witty and contrivances of misunderstanding. This seems ungrateful: exquisite industry is genuine; his intelligence is dispute. It is only his seemingliy isolated that I find incredible and ... inhuman. few years after any film it has folded into the mix of the others an extra egg going into batter."