Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 24. Juli 2014 

Ernst Haeckel


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Ernst Haeckel

Ernst Heinrich Philipp August Haeckel (* 16. Februar 1834 in Potsdam ; † 9. August 1919 in Jena ) war ein deutscher Zoologe und Philosoph der die Arbeiten von Charles Darwin in Deutschland bekannt gemacht und hinsichtlich Abstammungslehre des Menschen ausgebaut hat. Haeckel war Arzt und Professor für vergleichende Anatomie. Er war auch der ersten die Psychologie als Zweig der Physiologie sahen. Er prägte einige heute geläufige der Biologie wie Stamm oder Ökologie und bezeichnete die Politik als angewandte Biologie. Diese und andere wurden später durch die Nazi -Ideologie vereinnahmt und als Begründung für Rassismus und "Sozial- Darwinismus " missbraucht. Ein ebensolcher Missbrauch seiner Schriften sich bei einer Reihe anthroposophischer Autoren.

Obwohl heute eher populärwissenschaftliche bzw. polemische oder Reiseberichte aus seinen Gemeinverständlichen Werken (eine nach seinem Tod erschienene Sammlung populären Schriften die auch die Welträhtsel oder Briefe aus Insulinde beinhaltet) gelesen werden bieten wissenschaftliche Werke heute durchaus Inspiration. Hervorzuheben sind die Generelle Morphologie von 1866 das weltweit Lehrbuch der Biologie auf Grundlage der Evolutionstheorie ist sowie die Anthropogenie von 1874 in Haeckel mit Methoden der vergleichenden Anatomie den des Menschen im Tierreich untersucht und seine rekonstruiert.

Haeckel sah die Biologie in vielem der Kunst verwandt. Seine künstlerische Begabung wurde durch Symmetrien in der Natur stark angesprochen unter an Einzellern wie Radiolarien. Besondere Berühmtheit erlangten seine von Planktonorganismen die die mikroskopische Welt in eindrucksvoller darstellten. Seine "Kunstformen der Natur" die er 1899 - 1904 in mehreren Heften veröffentlichte gehörten - Brehms Tierleben - in den Haushalt eines jeden Seine Darstellungen beeinflussten die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts . So beruhen die Glaslüster im Ozeanischen Monaco von Constant Roux ebenso auf Vorlagen wie das monumentale Tor des französischen Architekten Binet auf der Pariser Weltausstellung 1900 . Binets von Haeckel inspirierte Tafelwerk "Esquisses wurde zu einer Grundlage der Art nouveau Jugendstil ).

Auch Haeckels Wohnhaus (heute das Ernst Museum) und das von ihm gestiftete Phyletische beides in Jena führen Kunst und Wissenschaft in dem z.B. Ornamente der Fassade und Tafelwerke zu den Medusen zitieren.

Haeckel war unglaublich arbeitsam. So beschrieb allein von einer Challenger -Expedition über 3.000 Arten. Insbesondere nach dem seiner ersten Frau arbeitete er vielfach mehr 18 Stunden am Tag. Haeckels Beobachtungen der zwischen Ontogenese und Phylogenese waren Grundlage für die Postulierung eines Zusammenhanges zwischen ontogenetischen und evolutiven Prozessen; seine läßt sich im Satz " Ontogenese rekapituliert Phylogenese " zusammenfassen. Da Haeckels Versuche diese Theorie beweisen ungenau waren und Haeckel selbst die Erkenntnis in Gegensatz zur Religion stellte wurden unter anderem zu einem Angriffspunkt der Kreationisten um die Evolutionstheorie zu widerlegen er wurde aber auch dem Biologen Stephen Jay Gould kritisiert. Philosophisch verfocht er einen Monismus unter dem er eine Einheit von Gott und Welt verstand. So schrieb er in "Die

Die Verschmelzung der anscheinenden Gegensätze und damit Fortschritt zur Lösung des fundamentalen Welträthsels wird aber durch das stetig zunehmende Wachsthum der mit jedem Jahre näher gelegt.
So dürfen wir uns denn der Hoffnung hingeben daß das anbrechende zwanzigste Jahrhundert mehr jene Gegensätze ausgleichen und durch Ausbildung reinen Monismus die ersehnte Einheit der Weltanschauung weiten Kreisen verbreiten wird.

Dabei war Haeckel kein strenger Atheist . Zwar lehnte er jeden Schöpfungsakt strikt ab (daher die Schärfe seiner mit den Kreationisten ) er kam jedoch aus einem christlichen und sah die Natur - bis hin anorganischen Kristallen - als beseelt an. Sein Materialismus war der einer durch geistigten Materie er sah Gott als identisch mit dem allgemeinen Naturgesetz . In diesem Zusammenhang sprach er u.a. "Zellgedächtnis" (Mneme) und "Kristallseelen".

Haeckel war eine auffallende Persönlichkeit und Popularität in der Öffentlichkeit war größer als wissenschaftlichen Kreisen. Obwohl Haeckels Ideen für die der Evolutionstheorie wichtig waren und er ein kompetenter war haben sich viele seiner theoretischen Überlegungen unpräzise teilweise auch falsch herausgestellt. Er postulierte und beschrieb ursprüngliche Mikroorganismen die aller Wahrscheinlichkeit nach nie existiert

Sein Biogenetisches Grundgesetz von 1866 wird heute als veraltet angesehen. Seine zur philosophischen Bewertung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse dürfte mit verantwortlich sein dass seine Abbildungen biologischer Objekte mehr und anderes zeigten als tatsächlich bei Betrachtung vorhanden ist. Obwohl er die induktive Darwins lobend herausstellte war er doch mehr der deduktiven Gedankenkonstruktion Lamarcks fasziniert. So nimmt es nicht Wunder er naturwissenschaftliche Erkenntnisse aus vielen Bereichen sehr als Beleg seines Monismus darstellte und eine kritische nach allen orientierte Betrachtung unterließ.

Weblinks

Schriften von und über Ernst Haeckel Internet:

Ernst Haeckel und Museen in Jena auch architektonisch!)



Bücher zum Thema Ernst Haeckel

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Ernst_Haeckel.html">Ernst Haeckel </a>