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Eta Carinae


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Daten
Bayer-Bezeichnung η Car
Katalogeinträge HD  93308
HR 4210
TYC  8626-02809-1
Position RA 10h 45m 3 60s
Dekl. -59° 41' 3 0"
scheinbare Helligkeit (6 21 m )
Spektralklasse pec
Abstand vom Sonnensystem 7.000–10.000 Lichtjahre

η Carinae oder eta Carinae ist ein veränderlicher sehr massereicher Stern von 100 bis 150 Sonnenmassen der mit etwa der vier- bis Leuchtkraft der Sonne strahlt. Seinen Namen trägt er da er in dem Sternbild Carina dem Schiffskiel liegt. Der Stern liegt in etwa bis 10.000 Lichtjahren Entfernung innerhalb des offenen Sternhaufens Tr 16 der wiederum in einem riesigen Nebelkomplex eingebettet ist dem Carinanebel NGC  3372.

Inhaltsverzeichnis

Auswirkung der Masse auf den Lebenszyklus

η Carinae ist einer der massereichsten Sterne Milchstraße . Solche Sterne fusionieren aufgrund des hohen inneren Drucks und der dadurch entstehenden Temperatur den vorhandenen Wasserstoff mit einer wesentlich höheren Rate als Sonne wobei enorme Energiemengen in Form von Strahlung freigesetzt werden. Dies führt dazu dass Kernbrennstoff in verhältnismäßig kurzer Zeit nämlich innerhalb wenigen Millionen Jahren verbraucht ist und sie in einer Supernova oder einer (bisher hypothetischen) Hypernova explodieren höchstwahrscheinlich als schwarzes Loch enden. Die Sonne hat zum Vergleich zu erwartende Lebensdauer von 10 Milliarden Jahren.

Der Stern η Carinae gehört zu einer Klasse von instabilen blauen Riesensternen die im als Luminous Blue Variables (LBV) also Leuchtstarke Blaue Veränderliche bezeichnet werden. Es wird angenommen dass Sterne mit einer Anfangsmasse von mehr als 20 Sonnenmassen das LBV-Stadium durchlaufen allerdings nur zehntausend Jahre dort verweilen. Es wurden erst LBVs in der Milchstraße entdeckt einige weitere in den Nachbar galaxien der lokalen Gruppe bekannt.

Ausbrüche

Bemerkenswert ist η Carinae wegen seiner Ausbrüche der dadurch sich ändernden Helligkeit. Bei seiner Katalogisierung durch Edmond Halley im Jahr 1677 war er ein Stern 4.  Größe steigerte jedoch seine Helligkeit und wurde 1730 als einer der hellsten Sterne im wahrgenommen. Bis 1782 sank er wieder auf seine vormalige zurück um sie dann ab 1820 allmählich wieder zu erhöhen. 1827 war sie bereits zehnmal so hoch 2 5 Größenklassen und zwischen 1837 und 1856 kam es zu einen gewaltigen Ausbruch Großen Eruption bei dem er schließlich gegen 1843 -0 8 Magnituden erreichte. Der Ausbruch hatte das Ausmaß Supernova und machte den Stern trotz seiner innerhalb kürzester Zeit zum zweithellsten neben Sirius . Er überlebte jedoch und verblasste in Folgejahren zusehends. Von 1900 bis 1940 war er mit 7 bis 8 nur noch im Teleskop oder Fernglas sichtbar. 1940 wurde er dann allmählich heller und auch wieder mit bloßem Auge 2002 besaß er eine Helligkeit von 5 6 Magnituden nachdem er sie von 1998 bis 1999 in 18 Monaten verdoppelt hatte.

Homunkulusnebel

Hubble-Aufnahme des Homunkulus-Nebels

η Carinae ist von einem sich ausbreitenden Nebel umgeben der wegen seines Erscheinungsbildes auf ähnlich dem eines Apfelmännchens auch Homunkulusnebel genannt wird. Der Nebel hat in die Gestalt zweier entgegengesetzter Kegel deren Spitzen η Carinae ihren Ursprung haben und misst bei scheinbaren Größe von 18" von Ende zu Ende mehr als 0 5 Lichtjahre. Durch ihre Ausbreitungs geschwindigkeit von bis zu 700 km/s die mit verschiedener Aufnahmen von 1945 bis 1995 aus ihrer Eigenbewegung abgeschätzt wurde lässt sich die Wolke den Ausbruch in den 1840er Jahren zurückführen; ist vermutlich mitverantwortlich für den damaligen Helligkeitsabfall sie den Stern verdeckt und den Großteil Lichts verschluckt. Bereits auf Aufnahmen die im eines Jahres gemacht werden lassen sich sichtbare an ihrer Größe ausmachen.

Die Kegel sind in Richtung der Rotationsachse des Sterns ausgerichtet. In Richtung der Kegel also an den Rotationspolen stößt der auch weiterhin enorme Mengen von Materie aus. der Erde aus wird η Car genau längs eine der Kegelwände gesehen. Dadurch wird das um einen Faktor 100 etwa 5 Magnituden im Vergleich zum Licht des Nebels Andere LBV haben ebenfalls derartige bipolare Nebel den wesentlich höheren Kontrast erscheinen sie aber prächtig auf Bildern.

Äquatoriale Scheibe

Senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der kegelförmigen Wolken der so genannten äquatorialen Ebene befindet sich relativ flache Scheibe die ebenfalls aus fortgeschleudertem besteht. Die Geschwindigkeitsabschätzungen für sie ergeben eine Geschwindigkeit als die der bipolaren Wolke und dass sie viel später als diese ausgestoßen worden muss in den 1890er Jahren. Da η Carinae nach seinem großen in den 1840ern sehr genau beobachtet wurde in den Aufzeichnungen seiner Helligekeitskurve in diesem auch ein kurzzeitiger Anstieg gefunden werden.

Bei bipolaren Wolken um andere weitaus schwere Sterne (siehe planetarischer Nebel ) hatte man eine dichte äquatoriale Scheibe die das Auswurfmaterial nur an den Polen Sterns ungehindert austreten lässt. Da bei η Carinae auch in der Ebene der äquatorialen Scheibe Material mit hoher Geschwindigkeit austritt ist man nicht schlüssig welche Mechanismen hier tatsächlich wirken.

Wolkenmaterial und Energiefreisetzung

Das Material von Wolke und Scheibe aus Gas mit einem hohen Anteil an Stickstoff und Staub und wird durch den erhitzt. Infolgedessen strahlt der Homunkulusnebel im Infrarotbereich und ist eines der hellsten Infrarotobjekte Milchstraße überhaupt. Da die Infrarotstrahlung im Gegensatz sichtbaren Licht in der Lage ist den zu durchdringen ist es möglich in diesem Wellenlängenbereich auch die größtenteils verdeckte von uns Wolkenhälfte zu beobachten. Dadurch konnte die Masse der beiden Wolken auf je etwa und die der äquatorialen Scheibe auf etwa halbe Sonnenmasse abgeschätzt werden. Die Existenz von im Auswurfmaterial des Sterns wird darauf zurückgeführt es sich mit zunehmender Entfernung abkühlte und die Bildung von Staubteilchen zuließ.

Aus Masse und Ausbreitungsgeschwindigkeit der bipolaren wurde deren kinetische Energie errechnet die Aufschluss über das Ausmaß Eruptionen gibt. Demnach enspricht sie der Energiemenge die Sonne in 200 Millionen Jahren freisetzt und damit in der Größenordnung von 2·10 42   J . Für die äquatoriale Scheibe ergibt sich der halbe Wert da sie eine höhere besitzt aber weniger Masse enthält.

Ältere Ausbrüche

Etwas entfernt vom Homunkulusnebel befindet sich Auswurfmaterial das möglicherweise bei einem ähnlichen Ausbruch 15. Jahrhundert fortgeschleudert wurde. Aufnahmen des Röntgen - Satelliten Chandra von 1999 zeigen zudem einen hufeisenförmigen Ring mit Durchmesser von etwa 2 Lichtjahren von dem auf weiteren großen Ausbruch vor mehr als tausend geschlossen wird. Im Röntgenbereich zeigt sich zudem das Gas in unmittelbarer Nähe des Zentralsterns Temperatur von etwa 60 Millionen Kelvin aufweist und im Außenbereich des Rings das Gas mit der interstellaren Materie zusammenstößt und abgebremst wird etwa 3 Millionen Kelvin.

Die Ursache für derartige Ausbrüche ist den Astronomen noch nicht verstanden. Eine wahrscheinliche ist dass sie durch aufgestauten Strahlungsdruck der Leuchtkraft hervorgerufen werden d. h. dass der Druck nach außen gerichteten Strahlung irgendwann die nach gerichtete Gravitation überwiegt wodurch das hydrostatische Gleichgewicht kurzzeitig und der Stern explosionsartig riesige Mengen von seiner äußeren Hüllen abstößt.

Sie zeigen jedenfalls dass der Stern instabil ist und am Ende seines Lebenszyklus ist. Man vermutet dass er mindestens einmal tausend Jahren einen größeren Ausbruch durchläuft und er wohl innerhalb der nächsten 100.000 Jahre Supernova explodieren wird. Dies macht ihn zu hochinteressanten Forschungsobjekt da sich an ihm die Stadien der Sternentwicklung und deren Übergänge beobachten

Strahlungsschwankungen

Die Beobachtungen der letzten Jahre haben dass die Helligkeit des Sterns kontinuierlich steigt. muss aber nicht unbedingt bedeuten dass sich Leuchtkraft des Sternes selbst erhöht; auch eine des absorbierenden Materials in der unmittelbaren Umgebung die Ursache des Anstiegs sein. Der Steigerung sind mehrere periodische Schwankungen:

  • Innerhalb von 5 54 Jahren steigert die ausgesendete Röntgenstrahlung allmählich. Gegen Ende wächst dramatisch an und sinkt dann schlagartig um Faktor 100 auf ein dreimonatiges Minimum ab ein neuer Zyklus beginnt.
  • Daneben gibt es eine 85 1-tägige bei der kurzzeitige Strahlungsschübe auftreten. Dies könnte eine Pulsation des Sterns hervorgerufen werden d. h. periodisches Ausdehnen und Schrumpfen der Sternhüllen.

Theorien

Jüngste Beobachtungen die allerdings noch genauerer bedürfen bei denen gewisse periodische Veränderungen im Spektrum gefunden wurden deuten darauf hin dass sich bei η Carinae möglicherweise um ein Doppelsternsystem handelt in dem sich die beiden in etwa 5 54 Jahren einmal umkreisen. eben dieser Periode treten auch die Minima der Röntgenstrahlung aus dem Zentralbereich auf die damit als Verdeckung einer Doppelsternkomponente durch die erklären ließe. Die Röntgenstrahlung könnte durch das der Sternwinde der beiden Komponenten erzeugt werden. konnte bisher allerdings noch kein schlüssiges Modell Systems aufgestellt werden das alle beobachteten Phänomene erklärt.

Es gibt mehrere Theorien zur Beschreibung Mechanismus der die Entstehung der bipolaren Wolken Homunkulusnebels bewirkt hat: Eine besagt dass das Magnetfeld des Sterns das fortgeschleuderte Plasma in zwei Vorzugsrichtungen gebündelt habe. Eine führt die Wolken auf den Einfluss der des Begleitsterns zurück während eine dritte die des Sternes dafür verantwortlich macht. Letztere wird die neuesten Daten favorisiert; es existiert aber keine einhellige Lehrmeinung.

Darüberhinaus stellte der Astronom Sveneric Johansson von spektrographischen Untersuchungen an η Carinae von 1996 die auf dass unmittelbar um den Stern herum ultraviolettes Laserlicht entstehe. Derartige Laserphänomene wurden zwar in Natur bis dahin noch nicht beobachtet im schwächeren Mikrowellenbereich strahlende kosmische Maser dagegen schon.

Die Einzigartigkeit von η Carinae

Der Anblick den η Car bietet ist Dies liegt an der relativen Nähe zur Erde verglichen mit andern LBVs und an Umstand dass das Licht des Zentralsterns gegen Licht des Nebels stark abgeschwächt wird. Dadurch der Nebel nicht nur auf Bildern deutlicher auch Spektrallinien des Nebels erscheinen um einen Faktor stärker als ohne diese Abschwächung. Daher wurde auch selbst lange für ein einzigartiges Objekt Es mehren sich jedoch die Anzeichen dass sähen wir ihn aus einem anderen Winkel nur gering von anderen LBVs im oberen unterscheiden würde. So weisen zum Beispiel alle ausreichendem Detail untersuchten LBVs bipolare Nebel wie Homunkulus auf.

Archäoastronomische Untersuchungen

Von weiterem Interesse ist für die historische Belege für noch frühere Ausbrüche zu um Aussagen über deren Häufigkeit treffen zu Die Suche danach ist bisher allerdings nahezu geblieben lediglich ein Mythos der Sumerer aus dem 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. über deren Gott Ea der in eines veränderlichen Sterns erschienen sein soll könnte mit η Carinae in Zusammenhang stehen. Bewiesen dies allerdings nicht zumal keine Angaben zu sind an welcher Stelle des Himmels Ea haben soll.

Siehe auch: pulsationsveränderlicher Stern Liste der Sterne

Weblinks

  




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