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Evolutionstheorie


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Die Evolutionstheorie ( lat. Evolution = Entwicklung) ist eine grundlegende wissenschaftliche Theorie der Biologie.

Inhaltsverzeichnis

Ziel einer Evolutionsthorie

Die Evolutionstheorie versucht Ursprung Entwicklung und des Lebens auf der Erde zu erklären.

Besondere Problemstellungen

Diese Probleme stellen sich in vielen Teilgebieten Biologie

Grundbegriffe der Evolution

Art

Population

Evolutionsfaktoren

Die phylogenetische Veränderung der Organismen wird drei Mechanismen erzeugt:

  1. Genetische Variabilität ( Genetische Variation ): Durch Mutationen und Rekombinationen werden neue Gene und damit neue erzeugt.
  2. Selektion : Diese neuen Eigenschaften werden durch die entweder eliminert oder durch Vererbung an die nächste Generation weitergegeben.
  3. Zufallswirkungen: siehe Gendrift und Gründereffekt

Artbildung ( Speziation )

Die Bildung neuer Arten (siehe auch: Artbildung ) beruht im Wesentlichen auf reproduktiver Isolation : reproduktiv voneinander isoliert sind Lebewesen wenn nicht in der Lage sind gemeinsam fortpflanzungsfähige zu zeugen. Dies erfolgt in drei Schritten:
  1. Zwei (selten auch mehrerer) Populationen einer Art sind durch Barrieren voneinander Normalerweise ist dies eine geographische Isolation beispielsweise geologische (Gebirgsbildung Grabenbrüche) klimatische Vorgänge oder die von Inseln oder anderen abgetrennten Lebensräumen. Eine reproduktive kann auch durch andere ökologische Faktoren (neue und damit veränderte Mikro habitate ) oder Verhaltensänderungen iniitiert werden.
  2. Getrennten Evolution beider Populationen die zu unterschiedlichen Genpools führt
  3. Entwicklung genetischer Inkompatibilitäten die die Vermischung der auch bei Wegfall der Barrieren verhindern sowie Verhaltensänderungen die die Kopulation unwahrscheinlich machen.

Die Mechanismen der reproduktiven Isolation lassen unterscheiden in

  • präzygotische Isolationsmechanismen: zeitliche habitatbedingte ethologische und mechanische Isolation
und

Geschichte der Evolutionstheorien

Artkonzept

Carl von Linné (1707-1778)

Er beschreibt als erster Pflanzen und in einem einheitlichen System und führt dabei binominale Nomenklatur mit Gattungs- und Artnamen ein. Er davon aus dass alle Arten seit Beginn Welt unverändet vorhanden sind.

Ernst Mayr (1904-)

gilt als Begründer des biologischen Artkonzeptes. definiert eine Art (auch Spezies) als "Gruppe sich untereinander fortpflanzender Lebewesen die reproduktiv von solchen Gruppen isoliert sind".

Katastrophentheorie

Georges Cuvier (1769-1832)

Begründer der Paläontologie und der Katastrophentheorie . Auf Grund des Grundbauplan -Konzeptes gelingt es ihm Funde ausgestorbener Tiere Arten zuzuordnen. Das Auftreten unterschiedlicher Arten in Epochen erklärt er durch immer wieder auftretende durch welche Arten aussterben und nach welchen Arten neu erschaffen weden. Arten sind demnach

Evolutionstheorien

Jean Baptiste Lamarck (1744-1829)

Er stellt als erster Stammbäume für auf. Er erklärt die Veränderung der Arten die Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt und durch Gebrauch und Nichtgebrauch ihrer Organe. Die erworbenen Eigenschaften werden an die nächste Generation wenn beide Eltern das Merkmal aufweisen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Er führt die mannigfachen Ausbildungern der auf eine Urform aus Wurzel Spross und Blatt zurück.

Etienne Geoffrey de St. Hilaire (1772-1844)

Er ist Begründer der Homolgie-Forschung ( siehe unten . Ausdruck gemeinsamer Abstammung ist ein gemeinsamer

Charles Lyell (1797-1875)

Er formuliert das Aktualitätsprinzip : Geologische Veränderungen werden nicht durch Katastrophen sondern verlaufen langfristig stetig und sind auch noch zu beobachten.

Charles Darwin (1809-1882)

Louis Pasteur (1822-1895)

Er widerlegt die Urzeugungstheorie experimentell.

Ernst Haeckel (1834-1919)

Er sorgt für eine Verbreitung und der Evolutionstheorie Darwins formuliert das (heute veraltete) Grundgesetz" und spricht von einer Urzeugung zu der Entstehung des Lebens.

Ernst Mayr (1904)

Er gilt zusammen mit Theodosius Dobzhansky als Begründer und als bis heute Vertreter der modernen synthetischen Theorie der Evolution Darwins Konzept der Selektion mit den Erkenntnissen der modernen Genetik in Einklang brachte.

Konfliktpunkte

Heute mehrheitlich unter Wissenschaftlern akzeptiert und Funde immer wieder bestärkt war die Evolutionstheorie wegen ihrer revolutionären Ideen Anfeindungen ausgesetzt. Auch noch bestehen naturwissenschaftliche wie philosophische und theologische gegen die Evolutionstheorie (siehe die kritische Literatur die kritischen Weblinks am Ende dieses Artikels).

Nur wenige andere naturwissenschaftliche Theorien haben derart heftigen Diskussionsprozess in Gang gebracht wie Vor allem mit dem Schöpfungsglauben vieler Religionen es scheinbar unüberbrückbare Widersprüche. Gerade unter religiösen Fundamentalisten lebt diese Ablehnung auch heute noch

  • Die Evolutionstheorie widerspricht der christlichen und jüdischen einer göttlichen Schöpfung der heutigen Lebensformen ( Kreationismus ).
  • Sie widerspricht der Ansicht einer unveränderlichen gleichbleibenden Natur (Konstanz der Arten).
  • Sie widerspricht der Ansicht dass die Entwicklung verschiedenen Lebensformen auf ein Ziel hin ausgerichtet ( Teleologie )
  • Sie widerspricht der Ansicht von der Vererbung Eigenschaften. ( Lamarckismus )
  • Sie widerspricht auch der Ansicht dass das Leben ohne Einfluss des Zufalls entstanden sei.
  • Oft wird angeführt etwas so Kompliziertes wie der Mensch könne nie durch Zufall entstehen. oben Mischprozess aus Zufall und Gesetzmäßigkeit )

Der von Kritikern häufig angeführte (vermeintliche) zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik ( Entropie nimmt zu) trifft auf die Evolution zu da die Erde kein abgeschlossenes System also die Voraussetzung zur Anwendung des 2. (Abgeschlossenheit) nicht erfüllt ist.

Desweiteren kann selbst in einem isolierten die Entropie lokal abnehmen ohne dass der 2. Hauptsatz das Gesamtsystem verletzt wäre.

Einteilung und Entwicklungen

Seit ihrer ursprünglichen Formulierung hat sich Evolutionstheorie in vielfacher Hinsicht weiterentwickelt. Als direkter der Darwinschen Evolutionstheorie gilt die klassische neodarwinistische Evolutionstheorie . Sie wurde insbesondere von Ernst Mayr zur Synthetischen Theorie der Evolution weiterentwickelt. Durch die Einbeziehung der informationstheoretisch geprägten Systemtheorie nach Ludwig von Bertallanfy insbesondere die Wiener Schule (Rupert Riedl u.a.) Systemtheorie der Evolution .

Auch die Frage wo die Selektion ist Modifikationen unterzogen. So geht die darwinistische davon aus dass die Selektion auf der des Phänotyps ansetze und die Selektion zum Überleben bestangepassten Organismus ( survival of the fittest ) führe. In Abgrenzung davon wurde der vom "Eigennutz des Gens" ( Richard Dawkins : The Selfish Gene 1976 ) geprägt wonach auch Gene die zu Beeinträchtigung des Organismus führen selektiert werden sofern Merkmale hervorrufen die die Verbreitung dieses Gens Auf diese Weise werden Phänomene wie die von Affenbabys durch Männchen die nicht der Vater sind erklärt ebenso die zum Teil das Überleben hinderlichen Sexualdimorphismen wie übergroße Geweihe Federkleider usw.

Aktuell diskutierte Probleme sind auch:

  • Die Koevolution . Betrachtet man viele Symbiosen so erscheint es fraglich wie die Abhängigkeiten von Symbiosepartnern (z.B. bei Flechten) entstehen Ebenso erstaunlich sind die wechselseitigen Anpassungen von und Blütenpflanzen. Sehr oft hat man aber oder rezent Zwischenstufen gefunden die die parallele verständlich machen.
  • Die Evolution der Evolutionsmechanismen. Hier hat die Molekularbiologie in jüngerer Zeit deutlich veränderte Einsichten Ging man in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts noch davon aus dass die DNA -Sequenz direkt das entscheidende Genmaterial darstelle so die Entdeckung der Introns Exons sowie des Splicings und insbesondere des alternativen Splicings gezeigt dass die Ursachen der genetischen bereits auf molekularer Ebene Evolutionsprozessen unterworfen sind.
  • Die Evolution tiefgreifender Änderungen ( Makroevolution ) etwa auf der Ebene von Tierstämmen . Solange als Ursachen der Variabilität nur Genmutationen Chromosomenmutationen Genommutationen und Rekombination im Zuge der Meiose erkannt waren war schwer vorstellbar wie bestimmte Merkmale ohne Zwischenstufen ohne eigenen Selektionsvorteil haben könnten. Solche Erscheingen findet man speziell Eukaryonten . Die Entdeckung des alternativen Splicings bei hat Ende des 20. Jahrhunderts gezeigt dass DNA-Sequenzen multifunktionell sein und je nach Splicing - zu unterschiedlichen Proteinen führen können. Zudem codiert ein erheblicher der DNA nicht für Proteine. Auch die bringt neue Aspekte in die Evolutionsforschung. So es einen Selektionsvorteil darstellen phylogenetisch alte und zur Proteincodierung benutzte DNA-Sequenzen im Genom zu konservieren da damit die Ausprägung Merkmale durch verändertes Splicing oder Änderungen der weitaus schneller und tiefgreifender sein kann als durch einen Austausch von DNA-Basen der Fall

Literatur

  • Ernst Mayr : Das ist Evolution . München: C. Bertelsmann-Verlag 2003. 378 S. zur Zeit beste allgemeinverständliche Überblick über alle der Evolutionstheorie verfasst vom berühmtesten Evolutionsbiologen des 20. Jahrhunderts .)
  • Ernst Mayr: Artbegriff und Evolution . Hamburg Berlin: Parey-Verlag 1967. (Voluminöser Klassiker Evolutionstheorie für Biologen mit einer Fülle von belegtem Dokumentationsmaterial.)
  • Rupert Riedl Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie. Die Helden ihre und Einsichten. Berlin: Springer-Verlag 2003. 236 S. m. Abb. 24 cm. ISBN 3-540-43668-5
  • Heinrich Meier (Hrsg.): Die Herausforderung der Evolutionsbiologie . Serie Piper Bd. 997. München: Piper-Verlag. Aufl. 1992. Mit 28 Abb. ISBN 3-492-10997-7
  • Ulrich Kutschera: Evolutionsbiologie. Eine allgemeine Einführung. Blackwell Wissenschafts-Verlag Parey 2001. 284 S. 104 Abb. ISBN 3-8263-3348-9
  • Mathias Gutmann: Die Evolutionstheorie und ihr Gegenstand. Beitrag der Philosophie zu einer konstruktiven Theorie der Evolution (Studien zur Theorie der Biologie Band Berlin: Verlag für Wissenschaft und Bildung 1996
  • Richard Dawkins : The Selfish Gene. Oxford: Oxford University Press 1976. New 1989.
  • Richard Dawkins: The Blind Watchmaker. London u.a.: Penguin 1986. Reprint 1991.

Evolutionskritische Literatur

  • Blechschmidt Erich: Wie beginnt das menschliche Vom Ei zum Embryo 6. neubearbeitete Auflage am Rhein 1989
  • Eraßme Rolf: Der Mensch und die Intelligenz" - Eine Profilierung und kritische Bewertung unterschiedlichen Grundauffassungen vom Standpunkt des gemäßigten Realismus Dissertation an der RWTH Aachen (elektronisch veröffentlicht) Aachen 2002
  • Gitt Werner : Am Anfang war die Information 2. Auflage Neuhausen / Stuttgart 1994
  • Gitt Werner: Schuf Gott durch Evolution? Auflage Neuhausen / Stuttgart 1998
  • Hennen Anna Maria: Die Gestalt der Versuch einer Erklärung im Sinne der aristotelisch-scholastischen Würzburg 2000
  • Herbig Jost und Hohlfeld Rainer (Hrsg.): zweite Schöpfung Geist und Ungeist in der des 20. Jahrhunderts München / Wien 1990
  • Junker Reinhard und Scherer Siegfried: Evolution ein kritisches Lehrbuch 4. völlig neu bearbeitete Gießen 1998
  • Krafczyk Andreas: Naturphilosophische Erwägungen im Vorfeld theoretischen Anthropologie Kritische Einschätzung der Tragfähigkeit und neo-darwinis-tischer Erklärungsmuster zur Evolution unter besonderer Berücksichtigung Thesen Bruno Vollmerts Würzburg 2002
  • Löw Reinhard: Evolution und Erkenntnis – und Grenzen der evolutionären Erkenntnis-theorie in philosophischer in: Herbig Jost und Hohlfeld Rainer (Hrsg.): zweite Schöpfung Geist und Ungeist in der des 20. Jahrhunderts S. 221-245 München / 1990
  • Schrödinger Erwin: Was ist Leben? Die Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet Auflage München 1987
  • Vollmert Bruno: Das Molekül und das Vom makromolekularen Ursprung des Lebens: Was Darwin wissen konnte und Darwinisten nicht wissen wollen bei Hamburg 1985
  • Wilder-Smith A.E.: Die Naturwissenschaften kennen keine Experimentelle und theoreti-sche Einwände gegen die Evolutionstheorie Auflage Basel / Stuttgart 1978

Weblinks

Evolutionskritische Weblinks

Siehe auch




Bücher zum Thema Evolutionstheorie

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