Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 16. April 2014 

Bundesbrief


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Bundesbrief datiert von Anfang August 1291 gilt als Gründungsurkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft . Dieser Bund wurde von den Gebieten Uri Schwyz und Unterwalden aufgestellt womit diese die ersten 3 Kantone der Schweiz bildeten.

Er ist erhalten und im Bundesbriefarchiv der Gemeinde Schwyz ausgestellt.

Es wird oft übersehen dass nur Nidwalden nicht aber Obwalden im Text erwähnt wird. Die Urkunde aber mit dem Siegel von Unterwalden versehen welches sowohl für Nidwalden als für Obwalden galt. Es könnte sein dass zu einem späteren Datum diesem Bund beitrat.

Ebenfalls weniger bekannt ist dass die kein genaues Datum trägt: sie sei "Anfangs 1291 verfasst worden was aber nicht unbedingt dass dies gerade am 1. August gewesen sein muss.

Erst im 19. Jahrhundert insbesondere beim 600-jährigen Jubiläum 1891 schenkte man diesem Bundesbrief die Beachtung er heute geniesst. Zuvor wurde als Gründung Schweiz meist der Bund von Brunnen angesehen am 9. Dezember 1315 nach der Schlacht bei Morgarten geschlossen wurde. Für den Rütli-Schwur existiert auch das überlieferte Datum 1307 . Zudem wird im Bundesbrief von 1291 ein früheres Abkommen Bezug genommen dessen Text nicht erhalten geblieben ist. Somit kann man Gründung nicht auf ein einzelnes Ereignis (die des Bundesbriefes) reduzieren sondern muss sie als andauernden geschichtlichen Prozess verstehen.

Text des Bundesbriefs

Übersetzung aus dem Lateinischen

Im Namen Gottes amen. Es ist ein Werk und dient dem öffentlichen Wohl wenn die der Ruhe und dem Frieden dienen richtiger Form gesichert werden.

Daher vernehme jedermann dass die Männer des Uri die Gemeinde des Tales Schwyz und Gesamtheit der Leute von Unterwalden in Nidwalden Anbetracht der Arglist der Zeit und um und ihre Habe leichter verteidigen und im Stande besser erhalten zu können in guten sich versprochen haben sich gegenseitig mit Hülfe Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb der Täler und außerhalb mit aller und Kraft gegen eine Gesamtheit oder gegen die ihnen oder einem von ihnen Gewalt sie belästigen oder ihnen Unrecht zufügen und ihr Leib und Gut Böses im Schilde sollten. Und es hat jede Gemeinde versprochen andern in jedem Falle zu Hülfe zu sofern Hülfe notwendig sein sollte und zwar eigenen Kosten und in dem Umfange als notwendig sein sollte um dem Angriff Böswilliger widerstehen und geschehenes Unrecht zu rächen.

Sie haben zudem einen leiblichen Eid geschworen Vereinbarung ohne Hintergedanken zu halten und dabei Inhalt eines frühern eidlich bekräftigten Bündnisses durch gegenwärtige Abmachung erneuert jedoch in der Meinung ein jeder gemäß seinem Stande seinem Herrn Gebühr untertan sein und ihm dienen solle.

Mit gemeinsamem Rate und einhelliger Zustimmung haben uns zugesagt beschlossen und festgesetzt dass wir den vorgenannten Tälern keinen als Richter je noch entgegennehmen wollen der sein Amt durch eine Dienstleistung oder durch Bezahlung einer Geldsumme irgend einer Weise erworben haben oder der unser Landsmann sein sollte.

Wenn jedoch unter einzelnen Eidgenossen Zwietracht entstehen so sollen die Einsichtigsten der Eidgenossen den zwischen den Parteien in der ihnen gut Weise schlichten und wenn eine der Parteien Beilegung des Streites zurückweisen sollte so sollen übrigen Eidgenossen gegen sie Partei nehmen.

Überdies besteht zwischen ihnen eine Übereinkunft folgenden Wer einen anderen hinterlistig und unschuldig umbringt wenn er ergriffen wird sein Leben verlieren es ihm nicht gelingt seine Unschuld am Verbrechen nachzuweisen so wie es seine schwere verlangt. Und falls er etwa entweichen sollte darf er nie mehr zurückkehren. Wer den Verbrecher aufnimmt und beschützt soll so lange den Tälern verbannt sein bis er von Bundesgenossen ausdrücklich zurückgerufen wird.

Wer einen von den Eidgenossen am Tage in der Stille der Nacht in heimtückischer durch Brandstiftung schädigt der soll nimmermehr als gelten. Und wenn ihn jemand innerhalb der begünstigt und beschützt so soll dieser dem den Schaden wieder gut machen.

Sollte ferner einer der Bundesgenossen einen anderen Habe berauben oder ihm in irgend einer Schaden zufügen so soll seine Habe falls innerhalb der Täler erfaßt werden kann beschlagnahmt um dem Geschädigten wie es das Recht Wiedergutmachung zu verschaffen.

Im weitem soll keiner den anderen pfänden sei denn dass dieser offenkundig sein Schuldner Bürge sei. Und das darf überdies nur der Erlaubnis des zuständigen Richters geschehen.

Außerdem soll jeder seinem Richter gehorchen und es notwendig sein sollte innerhalb [des Tales] Richter bezeichnen vor welchem er Recht zu hat. Und wenn sich einer gegen einen auflehnt und wegen seiner Hartnäckigkeit einer unter Eidgenossen zu Schaden kommen sollte so haben Verbündete den betreffenden Fehlbaren zur Leistung von anzuhalten.

Sollte jedoch Fehde und Zwietracht unter einzelnen Eidgenossen entstehen und die eine der streitenden sich weigern sich dem Rechte zu fügen Genugtuung zu leisten so sind die Verbündeten der anderen Partei beizustehen.

Die obenstehenden in heilsamer Absicht zum gemeinen aufgestellten Abmachungen sollen so Gott will ewig Zum Beweis dessen ist die vorliegende Urkunde Verlangen der eingangs Genannten aufgesetzt und durch der Siegel der oben genannten drei Gemeinden Täler bekräftigt worden.

Geschehen im Jahre des Herrn 1291 im des Monats August.

Siehe auch: Geschichte der Schweiz Rütli-Schwur Urkanton .



Bücher zum Thema Bundesbrief

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Ewiger_Bund.html">Bundesbrief </a>