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Existenzialismus


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Mit Existenzialismus (oder Existenzialphilosophie ) bezeichnet man eine philosophische Strömung deren Hauptgewicht auf der Individualität Freiheit und Subjektivität des Einzelnen liegt. Sie entwickelte sich 1940 hauptsächlich aus der Existenzphilosophie Martin Heideggers Karl Jaspers und der Phänomenologie Edmund Husserls die aber auch Denkansätze und Probleme der Existenzphilosophie Søren Kierkegaards dem Idealismus Hegels und der modernen Gestaltpsychologie aufnahm. Der Hauptvertreter des französischen Existenzphilosophie vor allem Jean-Paul Sartre ; daneben ordnet man den christlichen Philosophen Marcel den Philosophen des Absurden Albert Camus den Phänomenologen Maurice Merleau-Ponty und Sartres Simone de Beauvoir dem Existenzialismus zu.

Zu den bekanntesten und einflussreichsten existentialistischen zählt das Wort Sartres " Die Existenz geht der Essenz (dem Wesen) " das normalerweise zum Beleg herangezogen wird es keine äußere moralische oder geistige Bestimmung Humanität gibt außer die wir uns selbst Die Menschen werden nicht von außen bestimmt sind frei zu tun während sie wählen sie sind durch ihre Taten statt durch Sein zu beurteilen sie sind eins mit was sie tun. Diese Version des Existenzialismus die Existenz eines Gottes oder einer anderen äußeren Instanz aus. warnte auch vor allen 'zähen' Elementen der die die menschliche Freiheit beeinträchtigen könnten. Solange die Falle der vermieden wird wird das Hauptproblem für den in der Auswahl und Entscheidung für seine bestehen.

Der Existenzialismus hat einen großen Einfluss die Literatur des 20. Jahrhunderts ausgeübt. Als existenzialistischer Roman wird Hermann Hesses Der Steppenwolf angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Einordnung und Differenzierung

Neben den vielen Übereinstimmungen zwischen den muss jedoch auch eine genaue Abgrenzung vorgenommen da beispielsweise Albert Camus eher über die Lebensbedingungen des Menschen nachdachte; Merleau-Ponty hinsichtlich der Wahrnehmung des Bewusstseins die entgegengesetzte Position zu vertrat Gabriel Marcel im Gegensatz zu den atheistischen oder agnostischen Denkern in seinem Denken christlich geprägt und Simone de Beauvoir eher lebensweltliche-gesellschaftskritische statt Fragen behandelte. Daneben gibt es zahlreiche andere die zum Teil mehr in die Bereiche Marxismus (Henri Lefebvre) oder des Strukturalismus (Roland bzw. schon des Poststrukturalismus (Michel Foucault) hinein reichen. Das Etikett wurde von den damaligen französischen Zeitungen geprägt geht nicht genuin auf einen der entsprechenden zurück. Sartre musste sich sogar mit seiner Ist der Existenzialismus ein Humanismus? “ (1946) gegen Kritik und Vorbehalte wehren dem Etikett anhafteten. Der Existenzialismus war stets ausgesetzt und um so mehr je mehr das kulturelle intellektuelle und politische Leben Frankreichs Teil auch Deutschlands und Amerikas) beeinflusste. Auch ganze Reihe von Künstlern (etwa den Bildhauer Giacometti) ordnet man dem Existenzialismus oder einer Subkulturen zu.

Ursprung

Am besten lässt sich der Existenzialismus einiger Problemstellungen verstehen. Hier sei nur die verfolgt die von Heideggers Werk „ Sein und Zeit “ (1927) der Phänomenologie Husserls und der Hegels ausging und die sich über Sartres Das Sein und das Nichts “ (1943) bis zu seinem Spätwerk „ Die Kritik der dialektischen Vernunft “ (1960) fortsetzte. Für eine Abgrenzung gegenüber und de Beauvoir werden deren Philosophien gesondert

Martin Heidegger

In „ Sein und Zeit “ (1927) wird der Mensch von Heidegger bestimmt; das Wesen des Menschen ist vielmehr Existenz. Der Mensch oder wie Heidegger sagt Dasein existiert in einer Welt. Die Welt der Verweisungszusammenhang des Zeugs in dessen Zentrum Dasein steht. Ein Zeug ist ein Ding benutzt werden kann um irgend etwas zu etwa ein Hammer. Das Dasein besitzt bestimmte Diese unterscheiden sich von den Kategorialien der Die Dinge sind einfach vorhanden; das Zeug zuhanden (d.h. es kann gegriffen und benutzt das Dasein aber existiert d.h. es verzeitlicht Verzeitlichen bedeutet seine Möglichkeiten entfalten. Dies wird von Sartre aufgenommen und zur Freiheit des radikalisiert werden. Bei Heidegger wird aber schon dass der Mensch ein Dasein ist das auf die Zukunft ausgerichtet ist. Es ist gemacht worden sondern macht sich und vollendet erst in der Zukunft das heißt nie es realisiert vorher den Tod der seine Möglichkeit ist. In der Gegenwart hat das zwei Weisen zu sein: Es kann eigentlich uneigentlich sein. Eigentlich ist es dann wenn seine spezifischen Möglichkeiten ergreift; uneigentlich dann wenn wie alle anderen Daseine ist und sich Man der Durchschnittlichkeit aller Daseine verliert. Nur Angst reißt das Dasein in seine Eigentlichkeit Die Angst bezieht sich dabei niemals auf vor dem sich das Dasein konkret fürchtet etwa vor einem bissigen Hund sondern in Angst fürchtet es sich vor seiner Geworfenheit heißt: dem unbegründeten In-der-Welt-sein. Das Dasein ist es muss sich in der Welt finden seine Möglichkeiten realisieren.

Jean-Paul Sartre

Sartre gelangt in seinem ersten Hauptwerk Das Sein und das Nichts “ (1943) zu einer ganz ähnlichen Konzeption Menschen radikalisiert sie aber und greift zusätzliche auf. Eher aus der Phänomenologie kommend macht Sartre darüber Gedanken wie der Unterschied zwischen und Nichts bestimmt ist. Dafür verwendet er die er bei Hegel findet nämlich das an-sich und für-sich und die Perspektive des der nur das Ding wie es erscheint Während Heidegger die Frage nach dem Sinn Sein aufwarf und nur nebensächlich den Menschen Dasein bestimmte definiert Sartre das Sein als Identität mit sich. Das Sein ist an-sich. Nichts hingegen ist der Mangel an dieser Sartre identifiziert den Menschen mit diesem Nichts. Menschen mangelt es an einem gegebenen festen er muss dieses erst finden kann es zugleich nie. Sartre in „ Das Sein und das Nichts “: Der Mensch ist ein Sein das das was es nicht ist und das nicht ist was es ist. Ebenso wie bei Heidegger ist der auf die Zukunft gerichtet; er ist sich schon voraus. Er entwirft sich und das er bildet ein provisorisches Sein das durch erneuten Entwurf durchkreuzt wird usf. Der Mensch ein Sein dass nie mit sich identisch es besitzt immer einen Mangel an Sich. Mensch ist für-sich und das bedeutet: er frei. Und noch mehr: Sartre bestimmt den als ein Sein dass seine Freiheit nicht kann weil die Freiheit eben die grundlegende ist sich stets zu entwerfen und das man vorher war zu überschreiten. Sartre schreibt: Mensch ist zur Freiheit verurteilt.“ Da der radikal frei ist ist er auch radikal Systematisch hat Sartre diesen Gedanken der Verantwortung nie entwickelt. Jedoch unterschied Sartre (ähnlich wie zwischen authentischer Seinsweise und unauthentischer Seinsweise. Zur gehört vor allem wenn man seine eigene leugnet. Die Konsequenz aus der Bestimmung des als zur Freiheit Verurteilter lag für Sartre allem in der politischen Praxis für die viele Anfeindungen erfuhr und wegen der auf zwei Bombenattentate ausgeübt wurden. Sartre besuchte den Andreas Baader im Gefängnis Stammheim um sich dessen schwierigen Haftbedingungen zu überzeugen; er unterstützte illegale Zeitschrift und wies permanent auf Ungerechtigkeiten den kommunistischen und kapitalistischen Ländern hin. In Romanen und Theaterstücken behandelte er verschiedene Themen aber vor allem um das Thema Freiheit Determinismus. In seinem zweiten Hauptwerk der „ Kritik der dialektischen Vernunft “ (1960) versuchte Sartre die Geschichte als dialektischen Prozess von Determinismus und Freiheit der und dem freien Handeln der Gruppe zu Auch setzte er sich kritisch mit der Freuds dem Behaviorismus und vielen anderen deterministischen auseinander. Der Einfluss von Husserls Phänomenologie ist allem in Sartres „ Die Imagination “ (1936) und in „ Das Sein und das Nichts “ zu finden. Im letzteren Werk spielt Phänomenologie das heißt die Lehre von den oder im Husserlschen Sinne: die Lehre von Bewusstseinsphänomenen dahingehend eine Rolle als dass aus die Wahrnehmungsweisen des subjektiven Bewusstseins entwickelt werden. unterscheidet Sartre fundamental zwischen der Perspektive des und der Perspektive des Anderen der seinen auf das Subjekt und der Perspektive die Subjekt über einen objektiven Vermittler auf sich Wie ist das zu verstehen? Die erste ist die des subjektiven Bewusstseins. Es nimmt wahr als Handelndes. Die Objektivierung kann beispielsweise ein Röntgenbild erfolgen indem das Subjekt sein Kniegelenk sieht. Das ist aber eine fundamental geordnete Seinswahrnehmung denn während des Fußballspiels empfindet das Subjekt nicht als Knochen-habend. Den Blick ein anderes Bewusstsein auf sein Bewusstsein richtet dass sich das angeblickte Bewusstsein auf seine geworfen fühlt. Sartre nennt das Beispiel eines der durch ein Schlüsselloch schaut und entdeckt Die Scham die er in sich aufsteigen rührt daher dass er erblickt und auf Akt reduziert worden ist (ohne die Möglichkeit Ausflucht er sei eigentlich gar nicht neugierig). Sartre spielt nur diese fundamentale Freiheit die Akt bestimmt eine Rolle nicht etwa Charaktereigenschaften. gibt es für Sartre nicht. Das Sein Subjektes ist nur seine Akte mehr nicht. ist also der Körper des Subjekts immer Situationen. Der Situationsbegriff ist eines der wichtigsten in der Philosophie Sartres und er wird de Beauvoir weiterentwickelt (s.u.). Der Körper ist in Situation (immer engagiert) und das Wichtigste: der Körper bestimmt die Situation sondern die bestimmt den Körper. Man kann daher einen niemals aus seinen Charaktereigenschaften oder seinem Habitus seinen Anlagen etc. verstehen das wäre unauthentisch. man muss ihn in seiner Situation verstehen. entschuldigt die Situation nie eine Handlung. Da Mensch frei ist kann er sich nie Seine Handlung auf eine Kausalität zurückführen hieße sein. Sich aber darauf hinauszureden etwa dieses getan zu haben weil man eben zur gezwungen sei ist ebenso unauthentisch. Das was Mensch ist (etwa seine Vergangenheit seine Erinnerungen muss er übernehmen. Indem er es übernimmt das was er ist etwas anderes. Die beispielsweise bekommt einen anderen Sinn.

Die Hauptpunkte der existenzialistischen Bewegung sind Sartres L'Existentialisme est un humanisme zusammengefasst.

Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir hat in ihren wichtigsten Büchern („ Das andere Geschlecht “ (1949); „ Das Alter “ (1970)) wesentliche Gedanken Sartres auf die Verhältnisse angewandt. Ihr Buch über die Situation Frau gab die wichtigsten theoretischen Impulse des Feminismus und ist in der heutigen poststrukturalistischen immer noch Profilgeber und Objekt der Kritik. Das andere Geschlecht “ untersucht sie was eine Frau ist wie die männliche Gesellschaft die Frau über und auch noch in der Gegenwart und verschiedenen Gesellschaften zum Objekt macht. Beauvoirs wichtigste „Man kommt nicht als Frau zur Welt wird zu ihr gemacht.“ Frau – das ein gesellschaftliches Konstrukt das einem an sich biologischen Merkmal einen bestimmten Sinn verleiht. Beauvoir die Stationen nach wie das junge Mädchen zum Alter unterdrückt wird welche Welt und Zukunft man ihm präsentiert und in welche man es einsperrt. Auch durchforscht Beauvoir die nach Frauenbildern. Dabei wird deutlich dass es zwei Frauenkonzeptionen gibt die obwohl eigentlich widersprüchlich zusammen gehören: Das Bild der reinen Göttin das der schmutzigen Hure (beide in verschiedenen Sie zeigt auf welche Doppelmoral in der Gesellschaft herrscht aber auch wie Frauen aus Kampf auszubrechen versuchen d.h. welche Lösungen sie sich entwerfen – um nicht selten in Entwürfen zu enden. Es wird auch deutlich der Mann nicht nur die Frau unterdrückt ebenso sich selber. De Beauvoir bettet diesen in eine grundsätzliche Gesellschaftskritik ein und kommt dem Ergebnis dass sich beide Geschlechter befreien In ihrem zweiten Hauptwerk „ Das Alter “ untersucht Beauvoir die Lebensbedingungen der alten im Laufe der Geschichte und ebenso welche sich das alltägliche Denken die Literatur oder die Wissenschaft vom Alter gemacht haben. Beauvoir zahlreiche Zeugnisse durch wie Schriftsteller ihren Zerfallsprozess haben oder welches die klinischen Probleme der sind. Auch hier wird deutlich dass das zu einem gesellschaftlichen Problem gemacht wurde.

Albert Camus

Etwas anders gelagert ist die Problemstellung Albert Camus. Ihm geht es darum welchen der Mensch einer wertlosen absurden Welt geben Es ist nur der Sinn der Auflehnung Revolte. Das Leben ist umso mehr wert zu werden je weniger es einen Sinn Der Mensch muss in der Lage sein schwere Last der Sinnlosigkeit zu ertragen sie wie Sisyphos den Stein einen Hügel im Tartarus herauf rollt vor sich her zu Der Mensch muss das Gewicht seines Lebens seine Verantwortung selber tragen. In seinem Roman Der Fremde “ (1942) schildert Camus die Gleichgültigkeit des gegen die äußeren Umstände. Es ist aber eine Gleichgültigkeit die sich gegenüber der Gleichgültigkeit Welt in der Gott tot ist auflehnt. ist die Grundstruktur des Menschen wenn er Existenz sinnvoll entwirft. Während im Roman „ Die Pest “ (1947) die Einwohner der Stadt Oran dezimiert werden und niemand den Kampf gegen Pest aufnehmen kann kämpft der Arzt Rieux so mehr gegen die Katastrophe an auch ihm die Aussichtslosigkeit seines Kampfes immer vor steht. Der Mensch soll sich nach Camus Illusionen über sein Leben machen und ihm Ziel geben. So heißt es in der Der absurde Mensch “: „Nicht an den tiefen Sinn der glauben – das kennzeichnet den absurden Menschen.“ Welt ist eine Oberfläche hinter der sich nichts verbirgt; eine Erfahrung die auch schon in Sartres Roman „ Der Ekel “ (1938) machen musste. Noch mehr als existenzialistische Philosophen gestaltet Camus seine Philosophie nicht theoretischen Werken sondern in literarischen Schriften denn ihm „(beginnt) der Ausdruck wo das Denken Im Mythos von Sisyphos erzählt Camus die dass Sisyphos nicht versklavt ist sondern dass Herr seines Schicksals ist indem er nicht bei Sartre es auf sich nimmt und einen Sinn verleiht sondern indem er es „Es gibt kein Schicksal das durch Verachtung überwunden werden kann.“

Zusammenfassung

Der Existenzialismus ist vielfältiger als es dargestellt werden konnte. Man sollte ihn eher seiner verschiedenen Probleme zu verstehen versuchen anstatt geschichtlichen Ereignissen oder in Abgrenzung zu anderen Die zentrale Frage aller existenzialistischen Konzepten ist nach dem Menschen und seiner Stellung in Welt. Der Mensch ist im Existenzialismus mehr in anderen Philosophien Mittelpunkt und der Mensch weder nur theoretisch beschrieben noch nur als Wesen bestimmt. Er wird aus vielen Perspektiven künstlerischen politischen erfasst und als ein Handelnder Subjekt seiner Situation und der menschlichen Geschichte Es ist der individuelle leidenschaftliche ängstliche schmutzige den der Existenzialismus ins Auge fasst und ein Ideal vom Menschen.

Vorläufer

Vertreter

Wichtige Dichter und Schriftsteller


Siehe auch:

Absurdes - Angst - existentielle Verzweiflung Entweder - Oder Authentizität



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