Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Wenn Menschen oder Maschinen Entscheidungen treffen sie Fehler machen. Dabei gibt es bei jedem mit einer Ja/Nein-Entscheidung immer prinzipiell zwei richtige und auch zwei verschiedene Fehlermöglichkeiten die Fehler 1. und 2. Art genannt werden.
durch Feuermelder fällt eine Entscheidung für : Es brennt nicht
richtige Entscheidung
Feuermelder bleibt stumm obwohl es brennt
durch Feuermelder fällt eine Entscheidung für : Es brennt
Fehlalarm wird ausgelöst
richtige Entscheidung
Angeklagter ist unschuldig
Angeklagter ist schuldig
durch ein Gericht fällt eine Entscheidung für : unschuldig
richtige Entscheidung
ein Schuldiger wird freigesprochen
durch ein Gericht fällt eine Entscheidung für : schuldig
ein Unschuldiger wird verurteilt
richtige Entscheidung
Person ist zugangsberechtigt
Person ist nicht zugangsberechtigt
eine Zugangskontrolle fällt eine Entscheidung für : Person ist zugangsberechtigt
richtige Entscheidung
Unbefugter erhält Zugang
eine Zugangskontrolle fällt eine Entscheidung für : Person ist nicht zugangsberechtigt
Berechtigter wird nicht eingelassen
richtige Entscheidung
Fehler 1. Art
Vom Fehler 1. Art (alpha) spricht man wenn man einen annimmt der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden Mathematisch formuliert:
die so genannte Ausgangshypothese "H0" abgelehnt obwohl sie richtig ist.
Die Ausgangshypothese (H0 "null" für keinen ist hierbei die Annahme die Testsituation befindet im "Normalzustand" d.h. in den oben genannten " es brennt nicht " " der Angeklagte ist unschuldig " " der Patient ist gesund " oder " die Person hat Zugangsberechtigung ". Wird also dieser "Normalzustand" nicht erkannt er tatsächlich vorliegt handelt es sich um Fehler 1. Art.
Nota bene : Die Aussage "Ein Unterschied etwa in Methode wird auf einem Signifikanzniveau von 5% ist nicht gleich bedeutend mit der Ausssage: "Wenn annehme es gibt einen Unteschied dann irre mich in 5% der Fälle." Für diese ist nämlich die Power (=1-beta) eines Tests zuständig!
Ein Test auf Vorhandensein einer Krankheit im Prinzip vier Ergebnisse haben. Ist die gesund kann sie richtig erkannt werden ( Spezifität ) oder falsch ( falsch-positiv ). Ist die untersuchte Person krank kann Test ein richtiges Ergebnis ( Sensitivität ) liefern oder auch ein falsches ( falsch-negativ ).
Beide Fehlerraten eines (jeden) Tests hängen ab. Wenn man die Rate der Falsch-positiv eines Tests verringert so erhöht man die und umgekehrt. Mit anderen Worten je genauer mit einem Test Kranke als solche identifizieren um so mehr Gesunde "erwischt" man und Gefahr steigt sie auch (fälschlich) als Kranke klassifizieren .
Dieser Zusammenhang ist bei verschiedenen Labortests bedenken: Preiswerte Screening -Tests werden so justiert dass eine möglich anzahl falsch-negativer Ergebnisse vorliegt. Die produzierten falsch-positiven werden anschließend durch einen Bestätigungstest identifiziert. Für Erkrankungen sollte immer ein Bestätigungstest durchgeführt werden. Vorgehen ist für die Bestimmung von HIV gefordert.
Welche Konsequenzen ein falsch positiver Test kann zeigt das Beispiel eines Menschen der auf AIDS testen ließ. Der Test war positiv. beendete der Mensch sein Leben durch Selbsttötung . Hinterher stellte sich heraus dass er nicht von AIDS-Viren befallen war. Der Test war falsch ausgefallen.
Herzinfarkt
In den USA werden pro Jahr 4 Millionen Frauen und Männer aufgrund von in der Brust unter der Verdachtsdiagnose Herzinfarkt in eine Klinik eingewiesen. Im Verlauf aufwendigen und teuren Diagnostik stellt sich dann dass von diesen Patienten nur etwa 32 % einen Infarkt erlitten haben. Bei 68 % war Diagnose Infarkt nicht korrekt. (falsch positive Verdachtsdiagnose). Andererseits in jedem Jahr etwa 34.000 Patienten aus Krankenhaus entlassen ohne dass ein tatsächlich vorhandener erkannt wurde (ca 0 8 % falsch negative
Mammographie
Wie jeder Test liefert auch die Mammographie falsch positive Testergebnisse. Dies ist der dass jede zweite Frau die regelmäßig zur geht einen positiven Befund bekommt obwohl sie keinen Brustkrebs hat.