Die Finken (Fringillidae) sind eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Auch die Prachtfinken (Estrildidae) und einige der Ammern (Emberizidae) Tangaren (Thraupidae) Kardinäle (Cardinalidae) Sperlinge (Passeridae) und Webervögel (Ploceidae) werden als bezeichnet. Von einigen Autoren werden bei weiter der Familie die Stärlinge (Icteridae) Waldsänger (Parulidae) Tangaren Kardinäle Trugwaldsänger (Peudedramidae) und Rosenschwanzgimpel (Urocynchramidae) die Fringillidae einbezogen.
Finken sind kleine bis mittelgroße Vögel 9-26 cm Länge. Sie besitzen einen kräftigen kegelförmigen Schnabel der bei den "Kernbeißern" sehr groß Auffällig sind die Schnäbel der Kreuzschnäbel ( Loxia ) deren Spitzen überkreuzt sind. Alle Arten 12 Schwanzfedern und 9 Schwungfedern. Das Schwanzende meist eingekerbt. Die Färbung des Gefieders variiert innerhalb Familie stark. Die Bandbreite reicht von unauffällig grünlich oder bräunlich gefärbten Vögeln bis zu mit auffällig gelben roten oder blauen Gefiederpartien etwa bei Gimpel ( Pyrrhula pyrrhula ) Iiwi ( Vestiaria coccinea ) oder den Arten der tropische Unterfamilie der Organisten (Euphoniinae). Bei vielen sind die Männchen auffälliger gefärbt als die Bei einigen ist das Winterkleid schlichter als Brutkleid oder der Schnabel ist im Winter so etwa beim Kernbeißer ( Coccothraustes coccothraustes ).
Finken sind mit natürlichen Vorkommen fast verbreitet. Sie fehlen nur in der Antarktis auf zahlreichen kleinen Ozeaninseln sowie in Madagaskar Neuguinea Australien und Neuseeland . Die größte Vielfalt kommt mit 18 und ca. 70 Arten in Asien vor. Europa gibt es dagegen nur 20 Arten 8 Gattungen. Afrika besitzt ca. 50 Arten ist mit 35 Arten das Entfaltungszentrum der ( Serinus ). In Nord- und Südamerika zusammen sind ca. 60 Arten aus Gattungen heimisch. Die Organisten (Euphoniinae) kommen ausschließlich vor und die Zeisige ( Carduelis ) sind mit 19 Arten besonders reich Auf den Hawaii -Inseln hat sich die Unterfamilie der Kleidervögel mit ursprünglich 34 Arten sehr reich diversifiziert. Einige Arten der Familie wurden über ursprüngliches Areal hinaus eingebürgert so etwa in Neuseeland und auf Hawaii.
Die Finken besiedeln eine Vielzahl von wie Nadelwälder Laubwälder der gemäßigten Breiten oder tropische Bergregenwälder sowie Waldränder und -lichtungen. Arten Organisten (Euphoniinae) kommen auch in Tieflandsregenwäldern vor. Zahlreiche Arten bevorzugen eine offene mit Bäumen und Gebüschen wie sie in der Kulturlandschaft etwa in Parks und Gärten vorkommt. In den Tropen werden auch Savannen sowie Gras- und Buschland besiedelt. Randbereiche Vorkommens von Finken sind felsiges Wüstengelände strauchbestandene Tundra und tropische Papyrussümpfe . Einige Arten etwa die Schneegimpel ( Leucosticte ) besiedeln Felshänge und Grasland oberhalb der Waldgrenze . In den Anden erreicht der Schwarzzeisig ( Carduelis atrata ) eine Seehöhe von 4500 m im Himalaya der Mattenschneegimpel ( Leucosticte brandti ) sogar 5400 m.
Finken ernähren sich hauptsächlich von Samen Früchten und Knospen . Der Kernbeißer knackt mit seinem großen sogar Kirschkerne auf. Die Kreuzschnäbel sind durch die ihres Schnabels darauf spezialisiert Samen aus den Zapfen von Nadelbäumen zu holen. In der Brutzeit werden manchen Arten auch Insekten Spinnen und sogar Regenwürmer erbeutet und vor allem an die verfüttert. Die meisten Arten sind Standvögel oder verlassen im Winter nur die nördlichsten Teile ihres Brutgebiets wenige Arten ziehen aus ihrem gesamten Brutgebiet Außerhalb der Brutzeit schließen sich viele Arten großen Gruppen zusammen. Der Flug ist meist bei einigen Arten auch wellenförmig. Durchschnittlich werden Finken zwei bis drei alt; bei einigen Arten kann allerdings in insbesondere in Gefangenschaft ein Alter von über Jahren erreicht werden.
Die Männchen tragen in der Brutzeit zur Revierabgrenzung dienenden Gesang vor. Dabei sitzen meist auf Bäumen seltener führen sie einen Balzflug aus. Unter den Finken gibt es gute Sänger wie den Buchfinken ( Fringilla coelebs ) oder den Kanarienvogel ( Serinus canaria ) aber auch Arten mit eintönigem Gesang etwa den Bergfinken ( Fringilla montifringilla ).
Die napfförmigen Nester werden vorwiegend vom meist auf Bäumen oder in Sträuchern gebaut. Das Weibchen legt meist 3-5 und bebrütet sie etwa zwei Wochen lang. Jungvögel werden von beiden Eltern gefüttert. Die (Unterfamilie Carduelinae) füttern die Jungvögel aus dem Kropf vorwiegend mit Samen und Früchten. Dagegen die Edelfinken (Fringillinae) das Futter im Schnabel verfüttern fast ausschließlich tierische Nahrung. Die Jungvögel nach etwa 11-28 Tagen das Nest. Meist es zu zwei Bruten im Jahr bei Arten auch zu mehr.
Alle bisher ausgestorbenen Arten lebten einst jeweils nur auf einzigen kleinen Insel 13 davon auf einzelnen Hawaii-Inseln eine auf den zu Japan gehörenden Bonin-Inseln. Nach wie vor sind weitere der bisher auf Hawaii überlebenden Kleidervögel vom Aussterben bedroht die übrigen sind fast auf längere Sicht ebenfalls gefährdet. Stark bedroht ist auch der Einfarbgimpel Neospiza concolor ) von der kleinen Insel São Tomé im Golf von Guinea . Die Art wurde erst 1991 wiederentdeckt sie lange als ausgestorben galt; der heutige wird auf weniger als 50 Individuen geschätzt. Aussterben bedroht sind weiters auch die auf Insel Hispaniola beheimatete Kreuzschnabelart Loxia megaplaga der Azorengimpel ( Pyrrhula murina ) der im Norden von Venezuela lebende Kapuzenzeisig ( Carduelis cucullata ) der Somalihänfling ( Carduelis johannis ) und der Ankobergirlitz ( Serinus ankoberensis ) aus Äthiopien . Drei weitere Arten der Stieglitzartigen (Carduelinae) als gefährdet. Die wichtigsten Gefährdungsursachen liegen oft im Verbreitungsgebiet der betroffenen Arten und den dadurch kleinen Populationen was zur Folge hat dass sowohl die Zerstörung ihres Lebensraums - durch menschliche Eingriffe oder indirekt durch fremde Pflanzen- Tierarten - als auch die Einschleppung von wie etwa verwilderte Hauskatzen oder Ratten die entweder die Vögel selbst erbeuten deren Gelege plündern besonders stark auswirken. Im Fall der hawaiianischen Kleidervögel (Drepanidinae) zusätzlich noch eingeschleppte Krankheiten nämlich Vogelpocken und eine wichtige Rolle. Die meisten Arten kommen in höheren Lagen - ober 1250 bis m Seehöhe - in ausreichenden Populationendichten vor in diesen Höhenlagen die Stechmücke Culex quinquefasciatus selten ist die die Malaria überträgt. problematisch ist damit das Überleben der Kleidervögel den Inseln Kauai Oahu Molokai und Lanai die diese Höhe erreichen oder nur wenig überragen. Für die Bedrohung des Kapuzenzeisigs ( Carduelis cucullata ) ist in erster Linie der illegale und Handel verantwortlich. Ebenso hatte beim Aussterben Mamo ( Drepanis pacifica ) von Hawaii die Bejagung durch die polynesischen Ureinwohner eine gewisse Bedeutung. Seine gelben Federn von den Unterschwanzdecken und vom Bürzel in großer Zahl für zeremonielle Kleidungsstücke etwa verwendet. Daher kommt auch der Name "Kleidervögel" die Unterfamilie. Die in Mitteleuropa vorkommenden Finkenarten sind allesamt höchstens regional Auf den Roten Listen finden sich etwa der Bluthänfling ( Carduelis cannabina ) in Großbritannien und Nordirland oder der Karmingimpel ( Carpodacus erythrinus ) mit seinen westlichsten Brutvorkommen in Österreich und in der Schweiz .