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Friedrich Nietzsche


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Friedrich Nietzsche 1882 Profilfotographie

Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen ; † 25. August 1900 in Weimar ) war ein klassischer Philologe und berühmter und einflussreicher deutscher Philosoph .

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ausbildung: 1858 bis 1864 Gymnasiast in Schulpforta ; anschließend Studium in Bonn und Leipzig bei Friedrich Ritschl auf dessen Betreiben er noch vor Promotion und Habilitation zum Professor der Philologie nach Basel berufen wurde. Dort lehrte er von bis 1879 an der Universität wo er Jacob Burckhardt als Kollegen hatte. Bis 1889 lebte als freier Autor von seinen Krankheiten getrieben verschiedenen Orten vorwiegend in Schweizer und oberitalienischen und an der See ( Sils im Engadin Genua Nizza ) bis er im Januar 1889 in Turin einen geistigen Zusammenbruch erlitt der durch Paralyse einer durch Syphilisbakterien hervorgerufenen Gehirninfektion verursacht war. Die letzten Jahre verbrachte er in geistiger Umnachtung zunächst der Irrenanstalt Jena bei seiner Mutter in Naumburg und zuletzt in der Villa Silberblick in Weimar wo er nach dem Tod seiner von seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche gepflegt und Schaustück ausgestellt wurde.

In seinem Geburtsort Röcken bei Lützen befindet sich heute im dortigen Pfarrhaus Nietzsche-Gedenkstätte. Ebenfalls zu besichtigen sind die Gräber Familie.

Nietzsches Denken

Nietzsches Art zu denken und zu unterscheidet sich gravierend von der Art in sowohl zu seiner Zeit als auch heute betrieben wird. Er begann als Philologe begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph . Doch greift es zu kurz sich so zu nähern. Begriffe sind nach Nietzsche Allerdings kommt man um Begriffe nicht herum man Sprache als Medium der Kommunikation benutzt.

Will man sich Nietzsches Denken erschließen muss man seine Bücher als Prosagedichte lesen seine Sprache ist performativ.
Die folgenden Schlaglichter mögen das Denken illustrieren:

Ressentiment: Die einen haben es nicht nötig die können es sich nicht leisten . Herren- und Sklavenmoral : Sklavenmoral als Haltung derer die sich für halten weil sie das angenommene Gegen Über als schlecht bewerten obwohl sie sich nicht leisten können. Dem gegenüber die Haltung der bewusst oder zutreffender unbewußt Werte setzt Werte unter denen man leidet zu beklagen. dieser Dichotomie steht eine andere in enger Beziehung: Mitleid und Mitfreude . Beide treffen in dem berühmten Satz Gott ist tot er ist am Mitleid den Menschen gestorben zusammen. Es ist niemand da zu Werten man aufschauen könnte und müsste man für die Werte die man vertritt selbst Der das Leben bejammert hat allenfalls Mitleid. Mitfreude empfindet bejaht während ersterer das irdische Leben verneint. Nietzsches Dilemma ist in diesem Zusammenhang die Wirkung solcher Worte wie Herrenmoral oder Herrenrasse als sie sehr leicht mißverstehen sind und auch entsprechend mißbraucht wurden. gewisser Weise ist er dem selber erlegen indem er die politische Dimension unterbewertet hat.

Ewige Wiederkehr: Im Gegensatz zum Gedanken dass Geschichte einen Endzustand zuläuft. In Abgrenzung zu den Weltreligionen insbesondere des Christentums (Erbsünde und Sklavenmoral) Judentum Islam und der Ideologie des Marxismus . Bei Nietzsche selbst oft gebraucht in Formulierung Ewige Wiederkehr des Gleichen was in der modernen Rezeption kaum vorkommt. Nietzsche ging zunehmend von der Vorstellung Endlichkeit des Raumes aus indem er entsprechende Auffassungen der damaligen Physik für bare Münze nahm wo er sonst soviel Phantasie hatte. Aus der angenommenen räumlichen Endlichkeit er bei Annahme zeitlicher Unendlichkeit die Ewige Wiederkehr des Gleichen ab. der heutigen Rezeption wird Nietzsche überwiegend so wie er selbst sich hätte entschiedener verstehen Die Haltung den eigenen Handlungen so zu als würde man sie (in Variationen natürlich) und immer wieder tun müssen ja dürfen. Und jede Lust will tiefe tiefe Ewigkeit . Auch hier wieder die Bejahung. Nietzsches Dilemma war in diesem Zusammenhang dass er die Spannung zwischen dem Potenzial und der erlebten Wirklichkeit nicht aushalten konnte und sehr wohl etwas wie ein Sendungsbewusstsein hatte. Er wollte die Welt für ihn auf etwas hinauslaufen siehe sein erstes Dilemma.

Gattung Mensch als gescheiterer Versuch: Den Menschen als Tierart zu sehen evolutionär mißglückt ist. Loslassen können vom Mitleiden den Ergebnissen dieses Versuchs. Das wäre im die Fähigkeit zur Freude an den Ausnahmen. vom Verständnis des Menschen als "Krone der vom humanistischen Ideal das ihn über das Tierreich erhebt. Dies auch als eine Bejahung Tierischen als einer menschlichen Wurzel. Hat man erstmal vom Menschen wie er bis heute ist freigemacht kann man vielleicht darüber hinausgehen. So nur ist das des Über menschen zu verstehen. Nietzsches Dilemma in diesem Zusammenhang war die Rezeption Begriffs des Übermenschen der wie der Begriff des Herren rassistischen Sinne missinterpretiert wurde. Besonders jedoch war Dilemma dass der Mensch Nietzsche scheitern musste später erst seine Saat aufgehen konnte aber in Gestalt von Schülern wie er es sich unbestritten erträumt


Nietzsche ist als Künstler zu lesen und sein Leben als Kunstwerk zu Nietzsche als gescheiterter Versuch als Baumaterial aus geschöpft werden kann ausgehend von der Bejahung Welt einschließlich ihrer Irrtümer die Störungen als Adler zu begreifen die dem die Nahrung bringen eine tiefe Bejahung des die das Spazierengehen mit Gedanken und Freunden und immer wieder erleben will.

Einflüsse

Nietzsche war stark von Arthur Schopenhauer dessen Konzept vom "Willen" beeinflusst. Eine andere Inspiration war die Musik Wagners die ihm u.a. durch Hans von Bülow nahegebracht wurde. Die Schriften Richard Wagner in Bayreuth (4. Unzeitgemäße Betrachtung ) und vor allem die Geburt der Tragödie (letztere ohne Wagner explizit zu erwähnen) feiern dessen Musikdrama Überwindung des Nihilismus ebenso wie eines platten Rationalismus . Diese Verehrung schlug spätestens 1879 in erbitterte Gegnerschaft um; Wagners Musik wurde zum "Nervengift" erklärt er als "Schauspieler" verspottet. Nietzsche war ein Vordenker die Expressionisten sowie ein wichtiger Wegbereiter des Existenzialismus diente dem Post-Strukturalismus als Inspirationsquelle und beeinflusste die Postmoderne . Der deutsche Nationalsozialismus bezog sich dezidiert auf Bruchstücke aus Gedankengut.

Dies ist in erster Linie Nietzsches zu verdanken die zusammen mit von ihr Mitarbeitern den Nachlass verfälschte (so wurde u.a. "Werk" Der Wille zur Macht kompiliert welches später auch in der des Nationalsozialismus eine Rolle spielte) - sie seine Philosophie im deutschnationalen und antisemitischen Sinn eine Geisteshaltung die Nietzsche immer verachtet hatte für die er auch seine Schwester verachtete. Willkür im Umgang mit seinen Nachlassfragmenten wurde von Zeitgenossen insbesondere aber von Karl Schlechta der erstmals einen Teil des Nachlasses nach Gesichtspunkten edierte.

Eine kritische Studienausgabe aller Schriften Nietzsches 15 Bänden ( 1967ff .) besorgten Giorgio Colli und Mazzino Montinari.

Nietzsche und der Wahrheitsbegriff

Nach Nietzsches Auffassung haben die Menschen an eine feste Wahrheit geglaubt (z.B. Gott Vernunft Wissenschaft etc.). Aufgrund dieser Illusion haben nicht gesehen dass es gar keine Wahrheit dass sie quasi selber Schöpfer ihrer Überzeugungen Götter gewesen sind. Aufgrund ihrer Wahrheiten haben Menschen sich klein gemacht. Mit Hilfe von und "Böse" haben sie sich schuldig gemacht. haben ihre Triebe ihren Körper ihren Willen Sie sind brave Arbeitstiere und brave Lämmer Hauptschuld trägt hieran das Christentum die Religion Selbstverleugnung und der "Herdenmoral". Da es keinen und damit keinen festgelegten Sinn der Welt Geschichte und des Lebens gibt sind die aufgerufen sich diesen Sinn selbst zu geben. Christoph Helferich Geschichte der Philosophie)

"Wir aber wollen die werden die sind - die Neuen die Einmaligen die die Sich-Selbst-Gesetzgebenden die Sich-Selber-Schaffenden."

(Friedrich Nietzsche Fröhliche Wissenschaft Nr. 335)

Zitate

  • Man muß noch Chaos in sich haben einen tanzenden Stern gebären zu können. (Zarathustras Vorrede)
  • Wenn du zum Weibe gehst vergiss die nicht. (aus: Also sprach Zarathustra)
  • Die demokratischen Einrichtungen sind Quarantäneanstalten gegen tyrannenhafte
  • Nicht fort sollt ihr euch entwickeln sondern
  • Geschichte handelt fast nur von schlechten Menschen später gutgesprochen worden sind.
  • Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
  • Etwas Kurz-Gesagtes kann die Frucht und Ernte vielem Lang-Gedachten sein.
  • Man verdirbt einen Jüngling am sichersten wenn ihn verleitet den Gleichdenkenden höher zu achten den Andersdenkenden.
  • Jedes Wort ist ein Vorurteil.
  • Gott ist tot! Und wir haben ihn Wie trösten wir uns die Mörder aller (aus: Fröhliche Wissenschaft Nr. 125)

Werke

Ausgabe

  • Werke. Kritische Gesamtausgabe Sigle : KGW hg. von Giorgio Colli und Mazzino Berlin und New York 1967ff.
  • Sämtliche Werke Kritische Studienausgabe in 15 Bänden Sigle : KSA hg. von Giorgio Colli und Mazzino München und New York 1980. ISBN 3-423-59044-0
  • Briefe. Kritische Gesamtausgabe Sigle : KGB hg. von Giorgio Colli und Mazzino Berlin und New York 1975ff.
  • Sämtliche Briefe. Kritische Studienausgabe Sigle : KSB hg. von Giorgio Colli und Mazzino München und New York 1986. ISBN 3-423-59063-7

Literatur

  • Danto Arthur C. (1998). Nietzsche als Philosoph . München: Fink.
  • Deleuze Gilles (1976). Nietzsche und die Philosophie . Hamburg: Europäische Verlagsanstalt/eva.
  • Janz Curt Paul (1981). Friedrich Nietzsche (3 Bde.). München.
  • Kaufmann Walter (1982). Nietzsche: Philosoph - Psychologe - Antichrist . Darmstadt.
  • Nehamas Alexander (1996). Nietzsche: Leben als Literatur . Göttingen: Steidl.
  • Ottmann Henning (Hg.). (2000). Nietzsche-Handbuch: Leben - Werk - Wirkung . Stuttgart/Weimar. ISBN 3-476-01330-8
  • Safranski Rüdiger (2000). Nietzsche: Biographie seines Denkens . München. ISBN 3-446-19938-1
  • Tanner Michael (1999). Nietzsche (A. Bollinger Übers.). Freiburg: Herder. (Orig. 1994) ISBN 3-451-04740-3

Weblinks




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