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Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher


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Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (* 21. November 1768 in Breslau ; † 12. Februar 1834 in Berlin) war der wichtigste protestantische Theologe des 19. Jahrhunderts .

Schleiermacher wurde als Sohn eines reformierten geboren und besuchte seit 1783 das Gymnasium der Brüdergemeine zu Niesky und seit 1785 das Seminar derselben zu Barby und studierte seit 1787 in Halle Theologie. 1794 wurde er Hilfsprediger in Landsberg/Warthe 1796 Prediger an der Charité in Berlin 1802 Hofprediger in Stolpe 1804 außerordentlicher Professor der Theologie in Halle.

Schon in Berlin war er durch beiden Schlegel und Henriette Herz in die romantischen Kreise hereingezogen als Schriftsteller aufgetreten in den berühmten

  • Reden über die Religion an die Gebildeten ihren Verächtern ( 1799 ) und den
  • Monologen ( 1800 ).
Im Laufe seiner Freundschaft mit Friedrich Schlegel verfasste er die
  • Vertrauten Briefe über Lucinde ( 1801 ).
  • 1804 - 1810 schuf er eine Übersetzung des Platon die besonders durch die Einleitungen zu Dialogen Epoche machte. An seine
  • Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre ( 1803 ) schlossen die
  • Abhandlungen über die wissenschaftliche Behandlung des Tugendbegriffs Pflichtbegriffs über den Begriff des Erlaubten über Unterschied zwischen Natur- und Sittengesetz und den des höchsten Gutes an.

Durch die kriegsbedingte zeitweiligen Schließung der Halle begab sich Schleiermacher 1806 nach Berlin wo er unter Einfluss vom Stein und Wilhelm von Humboldt engagiert an der Gründung der neuen Wilhelms-Universität mitwirkte wo er 1810 als ordentlicher Professor der Theologie angestellt wurde nachdem er 1809 Prediger an der Trinitatiskirche geworden war.

Damals veröffentlichte er:

  • Die Weihnachtsfeier ein Gespräch ( 1806 );
  • die kritische Schrift Über den so genannten ersten Brief des an den Timotheus ( 1807 );
  • Gelegentliche Gedanken über Universitäten im deutschen Sinn ( 1808 ).

In der Vielseitigkeit seiner nach den Richtungen eingreifenden Tätigkeiten war er eine der geistigen Größen während der ersten glänzenden Periode Berliner Universität. Die Fülle der Gedanken die die in schönster Vollendung ihm zu Gebote und vor allem die Vereinigung von Religiosität der schärfsten Dialektik und der freiesten an kein Herkommen Kritik führten ihm begeisterte Schüler zu. Seine umfassten nicht bloß fast den ganzen Kreis theologischen Wissens sondern er trug auch seit 1811 Dialektik vor welche er als Einheit Logik und Metaphysik fasste.

Damals erschien seine

  • Kurze Darstellung des theologischen Studiums ( 1811 ).
  • Aber der reifste Ausdruck seiner religiösen Überzeugungen Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der Kirche im Zusammenhang dargestellt ( 1821 -22) der erste Versuch den überlieferten Inhalt der Innerlichkeit und Freiheit des Subjekts auszusöhnen zu erfüllen. Nachdem schon seine "Reden" die vor jeder Verwechslung mit Metaphysik oder Ethik sichergestellt und ihre originell sprudelnde Quelle menschlichen Gefühlsleben wo nach romantischer Voraussetzung der sich mit dem endlichen Geist berührt nachgewiesen führte die Glaubenslehre die Religion auf das Gefühl absoluter ("schlechthinniger") Abhängigkeit Da nämlich der Welt gegenüber selbst im Fall noch ein Minimum von Freiheitsgefühl wirksam soll baute Schleiermacher auf Grund eines "Abhängigkeitsgefühls" weil vollkommene Abhängigkeit bedeutend seinen Gegenstand nicht der Welt haben kann ein Gottesbewusstsein auf dessen Beschreibung und Analyse Gegenstand seiner Glaubenslehre Von der weiteren Voraussetzung aus dass im Christus dieses Gottesgefühl in absoluter Kräftigkeit gelabt durch ihn in der Christenheit angeregt worden werden dann die einzelnen Dogmen kritisch beleuchtet und auf ihren religiösen zurückgeführt.
Das ergänzende Seitenstück zu dieser Dogmatik ist das aus seinem Nachlass herausgegebene Die christliche Sitte ( 1843 ).

Als die Akademie der Wissenschaften deren Mitglied Schleiermacher seit 1811 war ihn 1814 zum Sekretär der philosophischen Abteilung erwählte er sich von seiner Beschäftigung im Ministerien wie er denn überhaupt wachsende Ungunst seitens Regierung zu erfahren hatte und eine Zeitlang Gefahr stand wegen angeblicher Demagogie in Untersuchung oder abgesetzt zu werden.

Die Schriften der königlichen Akademie bereicherte durch eine große Anzahl von Reden und namentlich über einzelne schwierige Punkte der Geschichte alten Philosophie. Seine Teilnahme an dem allgemeinen Leben und eine klare Einsicht in die desselben hatte er schon bekundet durch die 1804 anonym erschienenen

  • Zwei unvorgreiflichen Gutachten in Sachen des protestantischen in Beziehung auf den preußischen Staat worin er namentlich auf die Nachteile Trennung der protestantischen Kirchen hinwies. Als nun 1817 die Union auf einer von ihm präsidierten Synode zu stande gebracht wurde und die zur Bildung einer Presbyterial- und Synodal-Verfassung erschienen suchte er das Werk mit Rat und wenngleich ohne Erfolg zu fördern. Ebensowenig richtete aus im Kampf gegen die lediglich im Kabinett entstandene Agende .
  • Unter dem Namen Pacificus Sincerus schrieb er 1824 ein Theologisches Bedenken über das liturgische Recht evangelischer das den alten Streit über die in dem Verhältnis zwischen Kirche und Staat anregte.

Als Prediger übte Schleiermacher namentlich auf gebildeten Teil des Publikums einen bedeutenden Einfluss Er starb am 12. Februar 1834 in Berlin.

(Nach Meyer 1888 )

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