Fouqué erhielt eine militärische Erziehung trat Leutnant in das Regiment Garde du Korps nahm am Rheinfeldzug 1794 teil und lebte dann privatisierend seine Neigungen. Bis 1808 veröffentlichte er nur unter Pseudonym 'Pellegrin'. Durch August Wilhelm Schlegel mit den Dramatischen Spielen ( 1804 ) in die Literatur eingeführt trat er mit den Romanzen vom Thal Ronceval ( 1805 ) dem Roman Historie vom edlen Ritter Galmy und einer Herzogin von Bretagne ( 1806 ) dem Roman Alwin ( 1808 ) und dem Heldenspiel Sigurd der Schlangentöter (das. 1808) hervor Werken welche in poetischer Auffassung und Darstellungsweise seine spätere Dichtung kennzeichneten. Die Reckensagen des Nordens und die Rittergeschichten des Mittelalters regten Fouqués Phantasie gleichzeitig an und flossen ihm zu wunderlich phantastischen Welt zusammen.
Zwischen den Jahren 1808 - 20 nahm Fouqués Leben und Dichten den Aufschwung. Patriotische Begeisterung führte ihn 1813 in die Reihen der preußischen Armee er nahm als Leutnant und Rittmeister bei freiwilligen Jägern an den Schlachten des Befreiungskriegs teil erhielt 1815 den Abschied als Major und lebte dann wieder aus seinem Nennhausen bei Rathenow Gastfreundschaft übend und im lebendigen Verkehr allen romantischen Zeitgenossen rasch produzierend. Als sein Werk gilt mit Recht Undine (Berlin 1811 24. Aufl. 1881 ) eine Erzählung deren Frische und schlichter an einigen Stellen gekünstelter Märchenton über die schatten- und spukhaften Stellen leicht hinwegsehen ließen.
Dann folgten die Ritterromane: Der Zauberring (Nürnberg 1813 ; neue Ausg. Braunschweig 1865 ) und Die Fahrten Thiodulfs des Isländers ( Hamburg 1815 2. Aufl. 1848 ) die neben wirklich kräftigen Szenen schon Manier und künstliche Reckenhaftigkeit aufwiesen. Die Kleinen Romane (Berlin 1814 - 19 6 Bde.) Sängerliebe ( Stuttgart 1816 ) Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von ( Leipzig 1817 ) wurden durch Neue Schauspiele ( Alf und Yngwi Die Irmensäule Runenschrift ) ritterliche Tragödien ( Die Pilgerfahrt Der Jarl der Orkneyinseln ) epische Gedichte wie: Corona (Stuttgart 1814 ) Karls d. Gr. Geburt und Jugendjahre (Nürnberg 1814) Bertrand du Guesclin (Leipzig 1821 ) und zahllose kleinere Erzählungen Dramen und ergänzt; in allen wirkte die gleiche Mischung süßlicher Kraft und minniglicher Tugendhaftigkeit .
Nach dem Jahr 1820 wurde Fouqués immer unerquicklicher und verlor alle Frische so sich das Publikum von dieser Manier mehr mehr abwandte. Nach 1830 siedelte Fouqué der Nennhausen verkaufen musste Halle (Saale) über wo er unter anderm auch öffentlichen Vorlesungen über und gegen den Zeitgeist Seine harmlose Romantik verwandelte sich in eine feudale und frömmelnde Verdammung der modernen Welt. seinen spätern Schriften gehören Ritter Elidouc altbretagnische Sage (Leipzig 1823 ) Die Saga von Gunlaugar genannt Drachenzunge und dem Skalden. Eine Islandskunde des 9. Jahrhunderts ( Wien 1826 ) Jakob Böhme ein biographischer Denkstein ( Greiz 1831 ) Die Weltreiche zu Anfang der Jahre 1835-40 Dichtungen (Halle 1835 - 40 6 Hefte) Preußische Trauersprüche und Huldigungsgrüße für das Jahr (das. 1840) Der Pappenheimer Kürassier; Szenen aus der Zeit Dreißigjährigen Kriegs (Nordh. 1842 ; 2. Aufl. Bautzen 1853 ) zu den besonders charakteristischen.
Auch nachdem Fouqué äußern Lebenssorgen durch Munifizenz Friedrich Wilhelms IV. von Preußen entrückt und wieder nach Berlin übergesiedelt fuhr er fort sich als literarischer Don zu gebärden und gab (in Gemeinschaft mit von Alvensleben) die Zeitung für den deutschen Adel (Leipz. 1840-42) heraus. Fouqué starb verlassen vergessen 23. Januar 1843 in Berlin. Seine Lebensgeschichte (Halle 1840) hatte er ebenso wie Sammlung seiner Ausgewählten Werke (1841 12 Bde.) noch selbst veröffentlicht. seinem Tod erschienen der Roman Abfall und Buße oder die Seelenspiegel ( 1844 ); Geistliche Gedichte ( 1846 2. Aufl. 1858 ) und Christliche Gedichte ( 1862 ).
Arno Schmidt : Fouqué und einige seiner Zeitgenossen (Bläschke 1958; 2. verbesserte und beträchtlich Aufgabe 1960) und in der Bargfelder Ausgabe als III/1 (1993)
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