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Fritz Levy


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Fritz (eigentlich Friedrich) Levy ( der letzte Jude von Jever ) ( * 6. Mai 1901 in Jever 1982 ) wurde als Sohn einer jüdischen Viehhändlerfamilie Jever geboren. Er absolvierte als Klassenbester 1918 das Abitur am Städtischen Mariengymnasium. Er einige Semester Tiermedizin in Berlin musste aber das Studium da sein Vater Julius Levy bei einem Unfall ums Leben kam.

Fritz Levy übernahm den väterlichen Viehhandel Schlachtereibetrieb der sich in Jever auf dem Schlosserstraße / Bismarckstraße befand. "Mit den Nazis war das zunächst halb so wild." Fritz Levy in seinen Lebenserinnerungen. "Davon haben Juden erst 1933 etwas bemerkt."

Er besucht die Propagandaversammlungen der Jeverschen NSDAP . Als er von Saalordnern auf das "Für Juden verboten!" hingewiesen wird antwortet er: "Da doch für Juden ... ich bin aber nur ein einzelner Jude!" Es kommt zu Auseinadersetzungen in denen der "blonde und blauäugige von Jever" sich mit seinen starken Fäusten erfolgreich zur Wehr setzt. Am 16. Juni 1938 morgens kurz vor sieben Uhr wird Levy von zwei Polizisten verhaftet. Sie bringen nach Wilhelmshaven . Von hier aus geht es mit Sammeltransport in das KZ Sachsenhausen bei Oranienburg. Überraschenderweise wird er jedoch einem halben Jahr wieder entlassen. Der Amtsrichter aus Jever hatte sich für ihn eingesetzt.

Am 16. Dezember 1938 trifft er wieder in seiner Heimatstadt "Die Stadt" - so Levy - "hatte innerhalb eines halben Jahres total verändert." Vom 9. auf den 10. November war wie überall in Deutschland auch Synagoge der 149 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde Brandanschlag der Nazis total zerstört worden. Die der jüdischen Mitbürger war entweder verschleppt worden hatte ins Ausland flüchten können. Die jüdischen wurden geschlossen.

Fritz Levy will auswandern. Er denkt an Argentinien. Ein Einwanderungsantrag den er beim Konsulat in Bremen stellt wird abschlägig beschieden. buchte er für 1200 Reichsmark einen Platz dem nächstbesten Schiff: Es war der Frachtdampfer der ihn nach Shanghai in China brachte.

Shanghai war damals eine autonome Stadt der viele europäischen Handelsgesellschaften ihre Niederlassung hatte. seit dem 19. Jahrhundert existierte in Shanghai große jüdische Gemeinde (Sepharden). Anfang des 20. Jahrhunderts waren weitere Juden aus Russland zugezogen die eine zweite Gemeinde bildeten. Juden aus Deutschland haben hier während der Zeit des Dritten Reiches Zuflucht gefunden.

Fritz Levy findet im Europäerviertel Shanghais und Arbeit als "Quicktransporter". Mit Fahrrad und fährt er Waren aus. In den Zeitungen er von den Massenvernichtungen in deutschen Konzentrationslagern. so etwas konnte man einfach nicht glauben man so lange wie ich in Deutschland hat." schreibt Levy in seinen Lebenserinnerungen.

Nach Kriegsende in Europa kommen die nach Shanghai. Sie stellen Fritz Levy für Dollar im Monat als Kraftfahrer ein. 1949 reist er über Canberra / Australien nach San Francisco / USA . Noch in Canberra stellt er über amerikanische Organisation den Antrag sein von den beschlagnahmtes Vermögen zurück zu erhalten. Er hat vor in den USA zu bleiben. "Das so Fritz Levy - "ließ mich aber zur Ruhe kommen."

1951 kehrt er über New York und Amsterdam nach Jever zurück. In Händen hält er nur einen Pappkoffer mit wichtigsten Utensilien des täglichen Bedarfs.

Denkmal der ermordeten Jevers

Er erfährt erst jetzt dass seine Mutter seine Geschwister sowie sämtliche Verwandte im Konzentrationslager Theresienstadt umgekommen sind.

Die Jeveraner sind zunächst ihm gegenüber freundlich und bieten ihm Geld für den in der Heimat an. Nach kurzem Verfahren er seine Immobilien zurück. Fritz Levy hat die Jeveraner etwas zu bieten: In der der Entnazifizierung bot ein sogenannter " Persilschein " den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ein solcher hatte eine besondere Wirkung wenn er von Juden unterschrieben wurde. Fritz Levy stellte viele aus.

Erst in der Folgezeit - die ist inzwischen abgeschlossen - erfährt er die seiner "ehemals dunkelbraunen" Heimatstadt. Er entwickelt sich Sonderling. Der Zustand seines Hauses entspricht in Weise den bürgerlichen Standards der friesländischen Kleinstadt. Tore seines Grundstücks werden mit Hakenkreuzen beschmiert. äußern: "Fritz Levy hat man vergessen zu Andere bezeichnen ihn als "Schandfleck von Jever".

Fritz Levy reagiert mit Aggression und Depression . Wochenlang verbarrikadiert er sich in seinem an der Bismarckstraße dann tritt er wieder die Öffentlichkeit verfasst Flugblätter wird im Rathaus erhebt Anklage und wird angeklagt. Ein erster erfolgt.

Zur jeverschen Jugend entwickelt Levy ein Verhältnis. Er investiert Geld in das von ertrotzte Jugendhaus und wird prompt in den der Einrichtung gewählt. 1981 kandidiert er für den jeverschen Stadtrat Einzelbewerber - und wird vor allem von Wählern gewählt.

Die große Presse wird auf ihn aufmerksam. Der Spiegel der Stern und sogar die New York Times berichten über "den letzten Juden von Nach den ersten spektakulären Auftritten im Stadtrat in den Ausschusssitzungen wird es allerdings wieder ruhig um ihn. Seine Freunde erinnern sich ihn der Trubel um seine Person müde hat. Er kommt mit dem Leben nicht zurecht und wählt 1982 den Freitod.

Elke Baur hat 1994 mit ihrem Dokumentarfilm "FRITZ LEBT!" dem Juden von Jever ein Denkmal gesetzt - Peter Faecke mit seinem Roman "Ankunft eines im Himmel".

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