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Göktürken


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Die weiten Steppengebiete Asiens bilden bis eine monotone und schier endlose Landschaft . Selbst heute sind diese Gebiete nur besiedelt. Diese Bevölkerung ist bis in die Zeit als zäh und genügsam bekannt – Steppen galten seit jeher als rauh unzivilisiert unwirtschaftlich. Kurz gesagt: sie galten als der Ort wo mächtige Reiche gegründet werden konnten. dennoch zeigte die Geschichte daß dem nicht war. Die Steppen Asiens brachten einige Reiche die selbst in der späteren europäischen Geschichte eine bedeutende Rolle spielen sollten.

Inhaltsverzeichnis

Namensbedeutung

Die Alttürken werden heute als Göktürken bzw. als Köktürken (Eigenbezeichnung: Göktürkler bzw. Köktürkler ) bezeichnet. Das türkische Gök bzw. das alttürkische Kök bedeutet eigentlich "Blau" und "Himmel". Mit Bezeichnung wurde eine Himmelsrichtung angegeben.

Vorgeschichte

Die frühen Steppenvölker werden heute vielfach turko-mongolisch bezeichnet aber auch die aus heutige als rein türkisch bezeichneten Volksstämme schufen ihre eigenständigen Herrschaftsgebiete. waren diese "Alttürken" vielfach in den Diensten Herrscher tätig da sie sich gern als Söldner anwerben ließen. So kam es daß die türkische Sprache und Kultur vom Osten Asiens bis Europa ausbreitete.

Die türkischen Steppenreiche wurden nicht nur der Kampfstärke der Krieger begründet sondern vielfach der Schwäche ihrer Gegner: Wann immer in China ein schwächlicher Kaiser regierte nutzten die Turko-Mongolen die Gelegenheit zum Einfall. Aber sobald starker Herrscher das Nachbarland regierte wurden sie Schach gehalten und vielfach auch unterworfen. Das turkstämmige Reich schufen die Hsiung-nu als sie ab dem 3. Jahrhundert vom Ergenekon (Altai) und Sajan ausgehend ein mächtiges Reich das schließlich nicht nur die heutige Mongolei sondern auch weite Teile Chinas umfaßte. Ab 48 begann der stetige Zerfall des Hunnenreiches als sich auf seinem Gebiet vier hunnischgeprägte Teilreiche bildeten. (Später kam noch ein Teilreich hinzu daß aber hier unberücksischtigt bleibt.) Teilreiche fühlten sich zwar noch der Herkunft als Hunnen (ihre Führungsschicht führte sich auf den Aschina-Klan " zurück) waren aber von Sprache und Kultur her als türkisch anzusehen.

  • Das erste war das der sogannten Chi-Chi-Hunnen die in den Gebieten des Balchaschsees siedelten.
  • Das zweite war das der Nord-Hunnen die um 90-91 in der Baikal- -Orchunregion genauer in den Gebieten von Tschungaria Barkol lebten.
  • Das dritte war das der Süd-Hunnen im Süd-Westen Chinas. Sie unterstanden meist Oberherrschaft der Siyen-pi. Die Süd-Hunnen gingen später chinesischen Volkstum auf.
  • Der vierte bestand aus dem Herrschaftsgebiet Tabgatschen .

Geschichte

Im Jahre 216 ging die Zeit der Hunnen endgültig Ende und die Awaren traten ihr Erbe an. Diese Awaren proto-mongolische Stämme bei denen zumindest die herrschende als türkisch anzusehen war. Die Herrschaft der "Awaren" bezeichneten Völker ging 552 zu Ende.

Im Jahr 552 erschien nun das den Chinesen als T'u-chueh bezeichnete Turkvolk . Diese waren ursprünglich in Ost-Turkestan und dem Altai ansässig und übernahmen die Tradition und verwaltungstechnische Erfahrung ihrer Vorgänger. Stammesmäßig waren sie Turkuten zuzurechnen. Sie selbst sahen sich als legitime Nachfolger der Turuken – auch sie sahen sich demnach der Tradition der alten Hunnen stehend.

Sie gründten unter Bumin Khagan ein daß seinem Umfang nach dem das der entsprach. Bumin enstammte dem "Tukyu-Klan" der wohl dem "Aschina-Klan" weitläufig verwandt war. Dieses Reich Reich der Göktürken bestand nun von 552 bis 745 als Verbindung nomadischer Stämme. Als seine Hauptstadt ist wohl anzuesehen. Es zerbrach aber an inneren Konflikten an den Auseinandersetzungen mit China . Das Reich wurde sowohl buddhistisch als auch manichäisch und nestorianisch - christlich missioniert blieb aber vom Schamanismus geprägt. Diese Türken verfügten bereits über (Runen-)Schrift .

Im Grunde blieb das Gesamtreich dieser stets eine lose Stammesförderation bei der die Stämme bestehen blieben. Die Volksnamen sind uns Mahmud al-Kaschgari (1073) in seinem Werk arabischsprachigen "Diwan-u Luğat-it Turk" überliefert worden. Demnach wurde türkische Gesamtreich von jenen Völkern bewohnt die sogar noch heute unter ihren damals aufgeführten kennen:

Die wichtigsten Stämme der Göktürken

Yagma (Jagmaren) Kanglı (Kangly) Çiğil ( Tschigilen )
Kimek ( Kimeken ) Tohsı (Tohsiten) Şato (Schatoriten)
Kay Karıkan (Karikaniten) Yabaku (Jabakuten)
Basmıl (Basmilen) Çaruk (Tscharuken) Çomul (Tschomulen)
Suvar (Suwaren) İskit-Sakha ( Iskit-Jakuten ) Tabgaç ( Tabgatschen )
Sabir ( Sabiren ) Hun ( Hunnen Siyen-pi
Türgeş ( Türgesch ) Türküt ( Turkuten oder Gök-Türken) Avar ( Awaren )
Kırgız ( Kirgisen ) Oğuz ( Oghusen ) Ogur ( Oguren )
Kabar (Kabaren) Hazar ( Chasaren ) Uyğur ( Uiguren )
Başkırt ( Baschkiren ) Kıpçak ( Kyptschaken ) Kuman ( Kumanen )
Uğrak (Ugraken) Bulgar ( Hunno-Bulgaren ) Peçenek ( Petschenegen )
Türük ( Turuken ) Kalaç (Kalatschen) Az

Alle Stämme sprachen eine ähnliche Sprache heute als Alttürkisch bezeichnet wird. Ein brüderliches Band der unter der Stämmen blieb sogar bei Zeiten politischen Umbruchs erhalten.

Bumin Khagan († 552) – er auch unter dem Namen "Tumen Khan" bekannt besiegte 552 den letzten Rouran -Khan A-na-kuei. Die Weißen Hunnen wurden von Bumins Bruder Istämi Khagan 576) im Bündnis mit den persischen Sassaniden vernichtet was ferner die Awaren zur Flucht nach Europa bewog. Die rivalisierenden Staaten in Nordchina zahlten den Türken 581 hohen Tribut.


Nach dem Tode Bumins wurde das 552 formal in zwei Hälften geteilt dem der Bruder Bumins Istämi und der Sohn als gleichberechtigte Herrscher vorstanden. Dabei herrschte Istämi Khagan formal über das Gesamtreich doch erstreckte der tatsächliche Machtbereich Istämis nur über die ogurischen Stämme des Westens. Die Oghusen genannten Stämme siedelten damals noch in östlichen Hälfte des Reiches und unterstanden Muhan. Chinesen erkannten nun ihrerseits die Zerrissenheit der Stämme und begannen diese gegeneinander auszuspielen – allem der Osten litt unter den ständigen der Chinesen. In der Folgezeit konnten die ihren Machtbereich weit nach Westen ausdehnen und gehörten die Gebiete bis Samarkand zu China . Darauf hin suchten die westlichen Stämme Anschluß an das sassanidische Persien . Die ogurischen Völkerstämme nahmen nun den Göktürken an.

Das Gesamtreich teilte sich nach dem der Söhne Bumins (ca. 584 ) in zwei voneinander unabhängige Teile die von Sui - bzw. von T'ang-China gegeneinander ausgespielt wurden. Der Ost-Khan erkannte formal die Lehnshoheit des chinesischen Kaisers an.

Der West-Khan jener Zeit war Istämi Sohn Tardu der um 600 das türkische Gesamtreich beinahe erfolgreich wiedervereinigen Doch die chinesische Diplomatie zettelte eine große seiner Vasallenstämme an und Tardu verscholl (603).

Neue Angriffe der Ost-Türken auf China scheiterten ihr Herrscher Hsien-li 626-630 von Kaiser Tai-tsung aufgrund einer Revolte Vasallen geschlagen und gefangen. Der Herrscher der West-Türken Tung Sche-hu der Byzanz massiv gegen Persien unterstützte wurde noch 630 ermordet. Spätestens 659 beherrschte der T'ang-Kaiser China die Länder an der Seidenstraße bis nach Po-sse (Persien). Die Türken trugen jetzt Titel und dienten ihm bei seinen Kriegen Vasallen .

Im Laufe des 6. und 7. wurde der Einfluß der alten Aschina-Dynastie von Fürstenhäusern abgelöst. Diese begründeten nun jene Teilreiche die westliche Wissenschaft unter dem Begriff der "Göktürken" kennt die bis in 9. Jahrhundert bestanden:

  • Die Tölös (auch als Töles oder Tölis bekannt) von den Chinesen als Tie'le bezeichnet waren die Nomaden in den Gebieten des Baikalsees und des Schwarzen Meeres . Ihre Herkunft ist umstritten da sie von allen als türkischer Volksstamm anerkannt werden. ist anzunehmen daß die Volksgruppen des Westens den Alanen in enger Verbindung standen und in Folgezeit die iranische Sprache auch annahmen. Eine andere Volksgruppe siedelte nördlichen Uralgebiet und nannte sich Wu-hun bzw. Ogor . Diese gingen in den Finno-ugrischen Völkern auf. In der Zeit der Wei-Dynastie zogen Teile des Tölös weit in Westen ab und diese Volksgruppen wurden von Chinesen als Kao-kü bezeichnet.
  • Der Volkstamm der Tarduschen (türkisch Tarduş ) erschienen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Sie werden vielfach den Tölös zugerechnet sie verschiedentlich von den Chinesen als deren und tapfester Stamm bezeichnet wurden. Sie siedelten dem Orchon und dem Altai .
  • Die Stämme der Uyghuren lebten zu dieser Zeit an den Ufern des Tola.
  • Der Stamm der On-Oks lebte in den weiten Gebieten westlich Altais bis zum Syr-darja. Hauptstamm dieses Volkes die als To'lus bezeichneten Klans . Sie sind heute als die Westlichen Göktürken bekannt. Die Volksstämme der Türgesch und der Karluken gelten als Teil dieser To'lus-Stämme. Nach 630 werden von den Chinesen die Cuyüe und Ch'u-mi erwähnt die in den trockenen Steppengebieten Beschbalyk wohnten und auch als Scha-t'o (Schatoriten = "Wüsten-Türken") bekannt waren.
  • Die Basmilen (türkisch Basmıl ) hatten ihre Wurzel ebenfalls in diesen Bekannt ist deren König Idukut und sie ebenfalls in der Beschbalyk-Region. Sie gelten als wahren Herrscher dieser Gebiete.
  • Die Stämme der Kirgisen lebten damals an den Läufen des Jenissej und westlich des Baikalsees .
  • Die damaligen Oghusen lebten in den Gebieten zwischen dem Selenga und dem Ötüken-Gebirge.
  • Dann kamen noch die Stämme der Kitan Tatabi und Dokuz-Tataren hinzu. Diese hatten ihre Wurzeln teils den mongolischen teils in den türkischen Völker (Oghusen und Tataren) und lebten in östlichen Regionen der Flüsse Onon und Kerulen.

Trotz allem wurde von Schad Idat und seinem Bruder Mo-ch'o ein neues wildes gegründet das in zahlreichen Kriegszügen nach 681 wieder die Steppen von der Großen bis zu den Außenposten der (seit 705 nach Transoxanien vordringenden) Araber kontrollierte. Das Zentrum war Gegend des Changai-Gebirges (damals: Ötüken).

Sein Nachfolger war Kapghan in dessen (692-716) das Reich gedieh. Dennoch bestieg mit Bilge Kül nur noch ein Khagan den der Göktürken und mit diesem Herrscher begann politische Aufstieg der Uyghuren . Kutluq Bilge stellte ein Militär auf Beine das gleichermaßen Angst und Respekt einflößte: Haupterfolg der kriegerischen Auseinandersetzungen stellten die berittenen Die besten Schützen durften weiße Falkenfedern an Helmen tragen. Entschlossen und hoch diszipliniert griffen damaligen Göktürken in einer Pfeilformation ihre Gegner Dabei trugen sie Rüstungen aus hartem Leder oder aus Metall. Bilge warb auch Söldner aus anderen Völkerschaften an.

Schließlich umfaßte das Reich der Göktürken Gebiete vom Schwarzen Meer bis China. Es also nicht nur Steppe sondern auch aus Kriegszüge waren stets mit reichem Zeremoniell verbunden. Rang des Khagan hatte sich nun verändert: nur ein Führertitel war er nun für Göktürken ein Halbgott. Sein Zelt die Jurte bestand aus reich bestickter roter Seide.

Im Sommer zog nun der Khagan seinem Hofgefolge in die üppigen Weidegebiete des und im Herbst wieder nach Süden.

Es zerfiel in einer Reihe von und erneuten chinesischen Feldzügen.

Die Nachfolger der Göktürken wurden nach Sieg Ko-lo Khans 744 ihre "China-freundlicheren" Mitregenten Uyghuren .

Liste bedeutender Göktürken-Herrscher

Erstes Türkenreich Gesamtreich:

  • Bumin/Tuman Khan (534) - 552
  • Irksi/Kolo Khan (auch "Kök-Khan" genannt) 552 -
  • Muhan Khan 553 - 572
  • Taspar Khan 572 - 581

Zweites Türkenreich:

  • Ilteris Khan (680) - 691
  • Mo-ch'o/Kapagan Khan 691 - 716 (ermord.)
  • Kutluq Bilge Khan 716 - 734 (ermord.)

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