Nächst größere Städte sind Cottbus ca. 80 km nordwestlich und Dresden ca. 87 km westlich von Görlitz. Einwohnerzahl der Stadt Görlitz überschritt 1949 die Grenze von 100.000 wodurch sie Großstadt wurde. Kurz danach sank die Einwohnerzahl wieder stark ab und liegt heute bei ca. 60.000. Die Stadt ist damit weit der Großstadtgrenze entfernt.
Görlitz liegt in der Oberlausitz am linken Ufer der Neiße am Durchbruch des Flusses durch die des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges. Die ehemaligen Stadtteile am Flussufer bilden seit der Grenzziehung zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und Polen 1945 bzw. seit Festlegung der Staatsgrenze 1949 polnische Stadt Zgorzelec . Die höchste Erhebung des Görlitzer Stadtgebiets so genannte "Landeskrone" liegt 420 m über die niedrigste Stelle der Stadt befindet sich der Neiße bei 185 m über N.N.
Beschreibung : Gespalten von Gold und Rot; vorn doppelköpfiger schwarzer Adler hinten auf silbernem Schildfuß ein doppelschwänziger silberner Löwe mit goldener Krone Löwe mit der rechten Vorderpranke der linksgewendete des Adlers mit dem Schnabel eine goldene halb im goldenen halb im roten Feld Die Stadtflagge ist weiß-rot mit aufgelegtem Wappen. Bedeutung : Das Wappen wurde 1433 von Kaiser Sigismund der Stadt Görlitz Damit erhielt die Stadt eine besondere Auszeichnung die Verleihung eines Wappens seinerzeit mit ungewöhnlichen verbunden war. Der Adler steht für Brandenburg der Löwe für Böhmen . Beides waren ehemalige Landesherren der Stadt Görlitz im 17. Jahrhundert zu Sachsen und 1815 zu Preußen kam.
Im Zuge der europäischen Neuordnung nach Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz geteilt ( Oder-Neiße-Grenze ). Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt ist seitdem Staatsgebiet und heißt Zgorzelec . Die bei Deutschland verbliebene Stadt wurde Land Sachsen zugeordnet das jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt Bezirk Dresden . Nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten 1990 wurde das Land Sachsen wieder errichtet Görlitz eine kreisfreie Stadt im neu gebildeten Regierungsbezirk Dresden . Im Zuge der Kreisreform 1994 ging der Landkreis Görlitz im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Görlitz selbst blieb jedoch eine Stadt.
Görlitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen . Die Reformation fasste um 1525 Fuß. Seit dem letzten Drittel des Jahrhunderts war Görlitz eine rein protestantische Stadt. alle Lausitzer Protestanten gehörten die Görlitzer keiner an sondern die Stadt verwaltete ihre Kirchenangelegenheiten Die evangelische Frömmigkeit in Görlitz wurde Ende 17. Jahrhunderts stark vom Pietismus beeinflusst. Ab 1815 gehörte die Stadt zur preußischen Provinz Schlesien und somit zur unierten protestantischen Kirche Preußen bzw. dessen Provinzialkirche Schlesien. Nach Wegfall Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Schlesische Provinzialkirche Gründungsmitglied der Kirche der Altpreußischen Union". Die mit der des 19. Jahrhunderts nach Görlitz zugewanderten Katholiken mit ihrer Pfarrei zum Fürstbistum Breslau. (1821-1945)
Infolge der Grenzziehung nach dem 2. Weltkrieg (" Oder-Neiße-Grenze ") wurde das Gebiet der schlesischen Provinzialkirche Der überwiegende Teil kam unter polnische Verwaltung der kleinere Teil blieb bei und kam zur Sowjetische Besatzungszone . Die Kirchenleitung musste daher 1946 Breslau verlassen und siedelte nach Görlitz Das westlich der Neiße gelegene bei Deutschland Gebiet der schlesischen Provinzialkirche wurden zunächst noch der Berlin-Brandenburgischen Kirche treuhänderisch verwaltet doch wurde Gebiet zum 1. Mai 1947 unter dem Namen "Evangelische Kirche von eine selbständige Landeskirche die später der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) beitrat und 1951 eine Verfassung verabschiedete. 1968 musste die Kirche ihren Namen in Kirche des Görlitzer Kirchengebiets" ändern doch konnte nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ab 1992 in Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz rückbenannt werden. Die Kirchengemeinden der Stadt gehörten zum Kirchenkreis Görlitz. Zum 1. Januar 2004 fusionierte die Landeskirche mit der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz . Görlitz wurde Sitz eines (vierten) Sprengels der neuen Landeskirche mit einem Generalsuperintendenten der Spitze. Die Kirchenkreiseinteilung innerhalb des Sprengels blieb unverändert so dass die protestantischen Kirchengemeinden Görlitz - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - nach wie vor zum Görlitz gehören.
Nach Einführung der Reformation gab es Görlitz nur noch wenige Katholiken . Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen vermehrt wieder Katholiken in die und gründeten wieder eigene Pfarrgemeinden (ab 1853 ) und 1898 wurde die St. Jakobuskirche gebaut. Diese zum Erzbistum Breslau. Als dessen Gebiet nach Zweiten Weltkrieg durch die Oder-Neiße-Grenze geteilt wurde bildete westlich der Neiße bei Deutschland verbliebene Teil des Bistums das "Erzbischöfliche Amt Görlitz" mit einem Kapitelsvikar Leiter. Diesem folgte 1971 ein Generalvikar und schließlich 1972 ein Apostolischer Administrator mit dem Titel Bischof . Damit war die formelle Trennung vom Breslau endgültig vollzogen. Am 8. Juli 1994 wurde die Apostolische Administratur Görlitz per zum Bistum erhoben und der neu errichteten Berlin unterstellt. Die Pfarrgemeinden der Stadt Görlitz somit seit 1994 zum Dekanat Görlitz des Bistums Görlitz dessen Dom die St. Jakobuskirche wurde.
An der Spitze der Stadt ist 1282 ein Bürgermeister bezeugt. Später gab es einen Rat. Der Bürgermeister wechselte jährlich. Nach Übergang an Preußen wurde die preußische Städteordnung Neben dem Rat gab es weiterhin einen der ab 1873 den Titel Oberbürgermeister erhielt.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das als Stadtverordnetenversammlung nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender. Heute der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat anfangs auch den Oberbürgermeister . Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt vom gewählt.
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Görlitz seit 1844 :
Durch das nördliche Stadtgebiet von Görlitz die Bundesautobahn A 4 Erfurt - Dresden -Görlitz die jenseits der Neiße nur wenige in Polen endet. Ferner führen die Bundesstraßen B 6 und B 99 durch das Stadtgebiet. Görlitz ist auch ein wichtiger Eisenbahnknoten. Stadt liegt an der Kreuzung der Bahnlinien und Tschechien-Görlitz-Cottbus-Berlin.
Den Öffentlichen Personennahverkehr ( ÖPNV ) bedienen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Görlitz GmbH.
In Görlitz erscheint als Tageszeitung seit 3. Mai 2004 die Görlitzer Allgemeine . Bislang hatte lediglich die in Dresden erscheinende Sächsische Zeitung eine Lokalredaktion in der Stadt.
In Görlitz wurden 1992 die "Hochschule für Technik Wirtschaft und Zittau/Görlitz" gegründet. Ferner gibt es in Görlitz "Hochschule für Kirchenmusik" die 1927 in Breslau und 1947 in Görlitz als Evangelische Kirchenmusikschule neu wurde. Sie befand sich bislang in Trägerschaft Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz und wurde durch das Sächsische Staatsministerium Wissenschaft und Kunst staatlich anerkannt.
Daneben gibt es in Görlitz das Angebot an allgemein bildenden und beruflichen Schulen 2 Gymnasien und 2 Berufliche Schulzentren.
esta e.V. [1] (evangelische Stadtjugendarbeit e.V.) Der Verein wurde 16.04.1997 in das Vereinsregister der Stadt Görlitz Er "verbindet Christen unterschiedlichen Alters um sie Arbeit mit Kindern Jugendlichen und jungen Erwachsenen Kinder Jugendliche und junge Erwachsene sollen auf Grundlage der Botschaft von Jesus Christus [2] das eigene Leben als sinnvoll und erkennen mit dieser Motivation Schwierigkeiten bewältigen lernen bereit werden sich für das Heil und anderer Menschen einzusetzen." (aus der Satzung §2) Verein ist Mitglied im CVJM (Christlicher Verein Menschen) Schlesische Oberlausitz [3] . 12 Haupamtliche Mitarbeiter deren Einkünfte hauptsächlich Spenden und Zuschüsse finanziert werden setzen sich weit über ihre Arbeitszeit hinaus für die des Vereins ein. Ohne die ca. 50 Mitarbeiter die diese Arbeit freiwillig und ohne Vergütung leisten wären diese Ziele jedoch kaum realisieren. Zu den besonderen Zielgruppen des Vereins die Kinder Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Görlitz und Umgebung die Görlitzer Öffentlichkeit Vereinsmitglieder Mitglieder Rüstzeitteilnehmer Freundeskreise sowie Menschen denen diese ebenfalls am Herzen liegt und die sie diesem Grund ideell aber auch finanziell unterstützen. Verein sitzt in der Johannes-Wüsten-Strasse 21 in Görlitz. Den Görlitzern ist diese Adresse als Wartburg bekannt.
Das Stadtgebiet von Görlitz ist in Stadtteile und 7 Ortsteile gegliedert. Bei den Stadtteilen handelt es um die im Laufe der Entwicklung der entstandenen Gebiete bzw. die bis 1952 eingegliederten ehemaligen Gemeinden oder Gemarkungen. Bei 7 Ortsteilen handelt es sich um die bei der jüngsten Gemeindereform der 1990er Jahre eingegliederten Gemeinden die räumlich vom Stadtgebiet getrennt sind.
Stadtteile Altstadt Biesnitz Innenstadt Klingewalde Königshufen Nikolaivorstadt Südstadt und Weinhübel
Ortsteile Hagenwerder Tauchritz Schlauroth Kunnerwitz Klein Neundorf und Ober-Neundorf
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis handelt es sich meist um Schätzungen danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Görlitz überstand den 2. Weltkrieg ohne Zerstörungen und besitzt eine sehr sehenswerte Altstadt zahlreichen historischen Bauwerken; hinzuweisen ist auf die den schönen Marktplatz (Ober- und Untermarkt) und Bauten bzw. Bauteile aus der Renaissancezeit. So sich in Görlitz der Schönhof erbaut 1526 er ist damit das älteste deutsche Renaissancebürgerhaus. der in ihrer Gesamtheit erhaltenen Altstadt sind Stadtviertel aus der Gründerzeit sehenswert.
Um 1200 wird die Stadt Görlitz durch Siedler Franken und Thüringen gegründet. In der Ost-West-Ausdehnung der Ort von der Neiße bis zur der heutigen Brüderstraße auf dem Obermarkt.
1234 beginnen die Mönche des Franziskanerordens vor Toren der Stadt mit dem Bau des und der Kirche. Grund und Boden stiftet Adelsgeschlecht der Wirsynge.
21.08.1245 am Montag nach Maria Himmelfahrt (15.08) Bischof Conrad von Meißen die Kirche zu der Jungfrau Maria und des Heiligen Franziskus Assisi. Fortan soll die Feier der Kirchweihe immer am Montag nach dem 18.08. stattfinden- in das 20.Jahrhundert hinein gleichzeitig der Beginn Görlitzer Kirmesmarktes.
Frauenkirche
Nikolaiturm
Lange Lauben mit Hallenhäusern
Reichenbacher Turm
Heiliges Grab Nachbildung des Heiligen Grabs in
Ochsenbastei Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung
Folgende Persönlichkeiten sind in Görlitz geboren. sie später ihren Wirkungskreis in Görlitz hatten nicht ist dabei unerheblich.
1871 21. Februar Paul Cassirer † 7. Januar 1926 in Berlin und Verleger (veröffentlichte zahlreiche unbekannte und z.T. verbotene Werke und förderte zeitgenössische Künstler)
1922 9. September Hans Georg Dehmelt Physiker ( Nobelpreis 1989 für Hochpräzissionsmessungen diese waren u.a. für Bau von Atomuhren erforderlich)
Bartholomäus Scultetus (1540 - 1614) Bürgermeister von Astronom und Mathematiker; er zeichnete die erste der Oberlausitz und befürwortete die Einführung des Kalenders in seinem Heimatland.
Der Theosoph Jakob Böhme verbrachte in Görlitz sein Leben. Ferner von 1928 bis 1933 (Abitur) Arno Schmidt die Oberrealschule in Görlitz. Anschließend (bis 1934 ) besuchte er hier die Höhere