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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 19. September 2014 

Viola da Gamba


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Die Gamben-Familie

Die Viola da Gamba (von italienisch "Kniegeige"; im Deutschen auch "Gambe" genannt) ist ein historisches Streichinstrument . Im Unterschied zu den Instrumenten der Geigenfamilie hat sie mehr Saiten (üblicherweise 6 oder 7) Bünde auf dem Griffbrett und der Bogen wird im Untergriff gehalten. Ihr Klang weicher als der der Geigenfamilie der flachere Steg ermöglicht auch mehrstimmiges/akkordisches Spiel. Die Instrumente der Familie der Viole da Gamba wurden den menschlichen Gesangsstimmen benannt. Gebräuchlich waren Discant Tenor und Bass .

Der Bau

Die Decke ist gewölbt besteht aus Fichte und hat gewöhnlich C-Löchern. Teilweise wurde eine Rosette eingelegt. Die Zargen gefertigt aus Ahorn sind wesentlich höher als bei den Geigen . Für den Boden wurde auch Ahorn verwendet. Er ist flach innen beleistet knickt zum Hals hin ab. Wie bei der Geigenfamilie sich im inneren unter der Discant-Seite des Steges die Stimme und unter der Baß-Seite der Bassbalken. Gambe verfügt normalerweise über keinen überstehenden Rand Decke und Boden. Der Gesamteindruck des Korpus im Vergleich zur Geige eher birnenförmig. Die C-Bügel (Mittelbüge) laufen aus. Deshalb verfügt die Gambe nicht über wie man sie von der Geige kennt. überstehende Griffbrett wurde meist mit Ebenholz furniert oder aus Ahorn.

Historie

Die Viola da Gamba war in Renaissance und Barock in aktivem Gebrauch und in allen Größen gebaut. Eine typische Ensemble -Form war das aus mehreren Instrumenten bestehende Consort . Es wurde aber auch viel Solo -Literatur für das Instrument geschrieben. Auch für Generalbass -Praxis waren die Bassviolen da gamba sehr

Michael Praetorius beschreibt 1619 in seinem Werk " Syntagma musicum " im 2. Band (De Organographia) die der Gamben wie folgt: "... Und haben den Namen daher/ daß ersten (Viole de Gamba) zwischen den Beinen werden: Denn da gamba ist ein Italienisch und heist ein Bein/ legambe die Beine. dieweil diese viel grössere corpora und wegen Kragens lenge/ die Saiten auch ein lengern haben/ so geben sie weit ein lieblichen Resonanz / Als die anderen debracio welche uff Arm gehalten werden. ... Die Violen de haben 6. Saiten / werden durch Quarten und in der Mitten eine Terz gestimmet/ gleich wie die sechsChörichte Lautten . Die Engländer/ wen sie alleine darmit musiciren so machen sie alles bisweilen umb Quart bisweilen auch eine Quint tieffer/ also/ daß sie die untersten im kleine Baß vors D; im Tenor und Alt vors A; Im Cant vors e rechnen und halten ... Die groß Viol de Gamba (Italis oder Contrabasso da gamba ... wird von meisten per quertam durch und durch gestimmet; Die Alten haben dieser Violen de gamba im Agricola zu finden/ dreyerley Arten gehabt: Dann sind mit drey Saitten; Etliche mit vier; etliche ... mit fünff Saitten bezogen worden. ... Es sind auch newlicher zeit zween gar Violn deGamba Sub Bässe ... gefertigt worden/ man die andern grosse Contra Bässe/ zu Tenorn-und Altstimmen/ den kleinen Viol de Gamba aber an stadt des Discants gebrauchen kan.

Im Laufe des Hochbarock wurden die jedoch als Orchesterinstrumente zunehmend unattraktiv. Johann Sebastian Bach verwendete sie in seinen Brandenburgischen Konzerten was von Musikwissenschaftlern als Ende der der Viola da Gamba verstanden wird.

Im 20. Jahrhundert wurde die Viola da Gamba im der aufkommenden historischen Aufführungspraxis für die Aufführung Alter Musik wiederentdeckt.

Siehe auch:



Bücher zum Thema Viola da Gamba

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