Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Als Gedichtinterpretation im weiteren Sinne lässt sich jede verstehensorientierte Beschäftigung mit lyrischen Texten bezeichnen. Ziel der Gedichtinterpretation ist es der Regel den ästhetischen und kognitiven Gehalt eines Gedichts oder Textes/Textfragments aus seinen formalen und stilistischen Eigenschaften Rückgriff auf Hintergrundwissen über den Autor das intendierte Publikum und die geschichtliche zu erschließen. "Das" Verfahren zur Gedichtinterpretation gibt es nicht; ist man sich heute einig darüber dass gleichberechtigte Interpretationsansätze legitim sind.
So gibt es produktionsorientierte Interpretationsansätze bei Textmerkmale auf biographische und individualpsychologische Aspekte des oder auch auf historische und politische Faktoren werden d.h. auf die Umstände der Textproduktion. gegenüber stehen werkimmanente Interpretationsansätze bei denen das Kunstwerk als autonom und seinen Produktionsumständen enthoben wird. Zentral hierbei ist die ästhetische Wirkung Textes die den (abstrakt und idealisiert verstandenen) affiziert. Hintergrundwissen über den Autor oder die des Werkes spielt dabei allenfalls als Korrektiv Rolle wird jedoch nicht als konstitutiv für erfolgreiche Interpretation angesehen. Schließlich gibt es auch Ansätze die entweder die rezeptionsgeschichtliche Wirkung des zum Ausgangspunkt der Interpretation machen oder rezeptionsästhetisch Interesse des Lesers an der Vielzahl von in den Mittelpunkt rücken.
Vom praktischen Gesichtspunkt muss der Phase Interpretation die Phase des Decodierens und des vorausgehen. Bereits beim Decodieren also dem verstehenden lassen sich Gefühlshaltungen und Ironiesignale erkennen. Die Analyse stellt zunächst fest ob der vorliegende einer festen Form zuzuordnen ist es sich z.B. um eine Ballade ein Sonett oder eine Ode handelt. Strophenform Vers- und Reimschema determinieren die formalen Randbedingungen des lyrischen rhetorische Stil- und Ausdrucksmittel dienen der Ausschmückung des so definierten Raums. In der Phase des Interpretierens wird in der Regel ein synthetischer Standpunkt angestrebt die oben erwähnten Interpretationsansätze kombiniert und im einer Hermeneutik zu einem historisch und ästhetisch ausgewogenen kommt. Zum Schluss sollte auf eine evaluative nicht verzichtet werden -- ist das Gedicht überzeugend oder weist es ästhetische Mängel auf? es originell oder epigonal? Eine Gedichtinterpretation die diesen Fragen nicht stellt mag weniger angreifbar aber sie verfehlt letztlich ihr ursprüngliches Ziel.