Georgien war im 4. Jahrhundert nach Armenien etwa zeitgleich mit Aksum das zweite Land welches das Christentum zur Staatsreligion erhob. Es war lange ein Teil des Byzantinischen Reichs was die georgische Kultur stark geprägt
Nach der Oktoberrevolution erklärte sich Georgien am 26. Mai 1918 unabhängig. Am 16. Februar 1921 wurde die Demokratische Republik Georgien von der Roten Armee besetzt und in die Transkaukasische Föderative Sozialistische Sowjetrepublik (TFSSR) eingegliedert die Georgien Armenien und Aserbaidschan Die TFSSR zerfiel 1936 in ihre Teile und Georgien wurde Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik .
Währen der späten 1980er Jahre entwickelte eine starke georgische Unabhängigkeitsbewegung. Bei Wahlen am 28. Oktober 1990 siegten die nicht-kommunistischen Parteien. Am 9. April 1991 erklärte sich Georgien erneut unabhängig. Erster wurde Swiad Gamsachurdia .
Verschiedene Gebiete darunter Abchasien Adscharien und Südossetien verwickelten sich schnell in sezessionistische Auseinandersetzungen zu Bürgerkriegen und weitverbreiteter Gewalt zwischen den Gruppen führte. Die georgische Regierung kontrolliert noch weite Teile ihres Territoriums nicht und in herrscht ein unruhiger Waffenstillstand.
Im Dezember 1991 begann in Georgien ein Bürgerkrieg . Präsident Gamsachurdia floh nach Tschetschenien . Der frühere georgische KP-Chef und sowjetischen Eduard Schewardnadse wurde als Vorsitzender eines neugeschaffenen Staatsrates 1995 und 2000 wurde er zum Präsidenten gewählt.
Schewardnadses leitete demokratische Reformen ein. Die stagnierte jedoch auf niedrigem Niveau. Hinzu kam weitverzweigte Korruption in die auch die Präsidentenfamilie war. Das führte zu einer Kluft zwischen Präsidenten einerseits und dem Volk sowie jungen auf der anderen Seite.
Am 2. November 2003 trat eine Reformkoalition angeführt von Michail Saakaschwili Surab Schwania und Nino Burdschanadse an um gegen Schewardnadses Regierung bei Parlamentswahlen zu opponieren. Die Wahlen wurden national international als offenkundig verfälscht angesehen. Die Opposition Massendemonstrationen in den Straßen von Tiflis. Die führten zur samtenen Revolution in Georgien . Nach zwei angespannten Wochen erklärte Schewardnadse 23. November 2003 seinen Rücktritt und wurde von Parlamentspräsidentin Burdschanadse als amtierender Präsidentin abgelöst. Am 4. Januar 2004 wurde Michail Saakaschwili zum Präsidenten gewählt.
Premierminister ist Surab Schwania . Er wurde am 17. Februar 2004 auf Vorschlag des Präsidenten vom Parlament Premierminister ernannt und steht einem 15-köpfigen Reformkabinett dessen Durchschnittsalter bei 35 Jahren liegt. Außenministerin Salomé Surabischwili . Erklärte Ziele der neuen Regierung bis sind der Kampf gegen die Korruption wirtschaftliches und neben dem Streben nach NATO- und entspannte Beziehungen zu Russland.
Seit 1994 unterstützen die USA Georgiens Armee mit finanziellen Beihilfen. Von 2002 bis 2004 waren Ausbilder im Land tätig. Sie die Streitkräfte im Train and Equip Program (GTEP) für Einsätze gegen Partisanen und an der Grenze zu Tschetschenien .
Geographisch liegt die Kaukasusrepublik Georgien schon in Asien kulturell aber es ein Teil Europas . Die Bewohner betrachten ihr Land als Balkon Europas .
Im Nordwesten Georgiens liegt die Autonome Abchasien im Südwesten die Autonome Republik Adscharien im Norden das Gebiet Südossetien . Abchasien und Süd-Ossetien beanspruchen staatliche Unabhängigkeit weitgehende Autonomie gegenüber Georgien.
Der Kaukasus schützt Georgien vor Kaltluftwellen dem Norden und erlaubt dem Schwarzen Meer Land zu erwärmen. Die Klimazonen reichen von subtropisch -feuchten Klima im Westen bis hin zu trockenen und gemäßigten Klima im Osten. Die Lufttemperatur schwankt zwischen 15 °C im West- 11 bis 13 °C im Ostteil. Der Niederschlag im Westen beträgt 3.000 mm im 400 mm. Der Frühling in Georgien ist kurz mit abrupten der Sommer oft sengend heiß. Der Herbst ist sonnig-warm der Winter schneearm.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlitt Georgien von allen Sowjetrepubliken den Wirtschaftskollaps. Bürgerkriege stürzten das Land in eine Krise. Das Produktionsvolumen lag 1994 auf einem Viertel des Niveaus von 1989 . Zwischen 1995 und 1997 stieg es mit Hilfe des Weltwährungsfonds IMF ) und der Weltbank auf etwa 30% des Niveaus zu bis 2001 erreichte es etwa 35%. Die Industrieproduktion rückläufig. Es gibt keine international wettbewerbsfähige Exportindustrie. Investitionsquote ist extrem niedrig. 51% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 13 bis 15% der Haushalte in Armut (Statistik 2001).
Georgiens Auslandsschulden betrugen 2003 1 7 Milliarden US-Dollar . 40% des Geldes stammten von von Weltbank dem Internationalen Währungsfond ( IWF ) und der Europäischen Bank für Wiederaufbau Entwicklung. Weitere 60% wurden in bilateralen Verträge Staaten der GUS vor allem Turkmenistan geliehen.
Im Oktober 1995 wurde der Lari (GEL) mit Unterstützung des IWF und der Weltbank als neue Währung Georgiens eingeführt. Bis zur Abwertung 1998 war die Währung stabil zum USD (1:1). Der Lari ist frei konvertierbar. Information des deutschen Auswärtigen Amts gestaltet sich das Transfergeschäft mit georgischen aber schwierig.
Georgien kann auf eine reiche Kultur Im georgischen Boden wurden zahlreiche kostbare Gegenstände der Antike gefunden. Es handelt sich um Kelche und kunstvolle Schwerter. Das Land war an metallenen Bodenschätzen verarbeitete sie seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. und trieb damit Handel. Griechische und Reisende beschrieben ausgebaute Straßen mit Ziegeln gedeckte große Städte und Festungen.
Die meisten der 4.000 registrierten Baudenkmäler aus christlicher Zeit. Die frühen ein- und Basiliken (Nekresi Dsweli Schuamta) aus dem 4. Jahrhundert stehen auf den Fundamenten antiker Tempel klein und haben einen fast quadratischen Grundriß. 10. und 11. Jahrhundert entstanden große Kreuzkuppelkirchen (Swetizochweli- Alawerdi- und
Die Georgische Literatur entstand im 5. Jahrhundert . Jakob Zurtaweli schrieb das Martyrium der heiligen Schuschanik . Eine Blüte erreichte die Literatur im und 12. Jahrhundert zur Zeit König Davids des Erbauers Königin Tamara. Schota Rustaweli verfasste Der Recke im Tigerfell (georgisch Vepkhis Tkaosani ) ein Epos auf Ritterlichkeit und Edelmut der sich Religion und Nation erhebt. König Wachtang VI. im 18. Jahrhundert die erste Druckerei Georgiens ließ das erste georgische Wörterbuch und Lafontaines Fabeln verlegen. Zwischen 1916 und 1921 erblühte Symbolismus um die Gruppe Blaue Hörner wurde jedoch nach der kommunistischen Machtübernahme unterdrückt.
Prominente georgische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts waren Ilia Tschawtschawadse ( Der Einsiedler - 1895) Akaki Zereteli ( Suliko Der Tutor ) und Alexander Kasbegi. Wichtige Autoren des 20. Jahrhunderts waren Grigol Rokabidse ( Das Schlangenhemd - 1928 Die gemordete Seele - 1933) und Konstantin Gamsachurdia ( Die rechte Hand des großen Meisters - 1939 David der Erbauer - 1942-1961). Als bedeutender Gegenwartsautor gilt Aka Mortschiladse ( Hunde der Paliaschwili Strasse Die Reise nach Karabach ).
Legendär ist Georgiens Filmkunst. Am 16. November 1896 wurde das erste Kino in Tiflis Der erste georgische Film entstand 1912 . Die Filmindustrie konzentrierte sich in den Kartuli Film Studios . Internationale Preise erlangten Tengis Abuladse ( Magdanas Esel ? Cannes 1956 Die Reue ? Cannes 1987) Otar Iosseliani ( Fallende Blätter ? Cannes 1966 Briganten ? Venedig 1997) Nana Dschordschadse ( 1001 Rezepte eines verliebten Kochs ? Karlovy Vary 1997 27 Missing Kisses ? Brüssel 2001) und Dito Tsintsadze ( Schussangst ? San Sebastian 2003).
Bildung wird in Georgien groß geschrieben. Pro Einwohner gibt es statistisch 27 97 Studenten . Das sind mehr als in Deutschland der Schweiz . Georgiens Regierung will die in den Jahren rückläufigen Bildungsausgaben (2001: 2 3% des Bruttoinlandsprodukts ) drastisch steigern. Präsident Saakaschwili nannte Georgiens nicht Gold und Erdöl sondern unsere Begabung Intellekt unsere Fähigkeiten unsere Bildung und unsere Menschen .
Die Georgier sind ein stolzes Volk. sind seit altersher als kämpferisch bekannt aber für Gastfreundschaft Lebensfreude lebhafte Intelligenz und Sinn Humor. Das Land hat 4 4 Millionen
Die Einwohnerzahl ist seit 1989 durch Auswanderungen um 15% gesunken. Ursache anhaltenden Auswanderungswelle ist der wirtschaftliche Niedergang des Gegangen sind vor allem Einwohner mit hohem die Arbeitsplätze zunächst in anderen Staaten der GUS später auch in Westeuropa und den USA finden konnten. Die größte georgische Gemeinschaft Ausland lebt in Moskau . Nach russischen Angaben waren es 2002 rund 300.000 Menschen.
Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war Georgien ein landwirtschaftlich geprägtes Land. deutsche Politiker Karl Kautsky nannte Georgien 1921 eine sozialdemokratische Bauernrepublik . Mit der von Stalin verfügten Industrialisierung zogen immer mehr Menschen in die Städte. Heute leben 52 3% der Einwohner Städten 47 7% in Dörfern und ländlichen
Georgien ist ein christlich orientiertes Land. der Bevölkerung gehören der autokephalen Georgischen Orthodoxen Apostelkirche an. Sie genießt Verfassungsrang. In Legenden die Entstehung Georgiens mit der christlichen Schöpfungsgeschichte Zugleich leben in Adscharien rund 376.000 Georgier die unter osmanischer zum muslimischen Glauben konvertiert sind. 11% der Georgiens sind Muslime . 14% verteilen sich auf die Religionsgemeinschaften Armenier Katholiken Protestanten und Juden .
Georgien ist traditionell ein multikulturelles Land. Auf der Grenze zwischen Europa und Asien mischten sich stets die Volksgruppen . Wer dort lebt ist darauf angewiesen Lebensweisen zu tolerieren. 83 8% der Einwohner Georgier 6 5% Aserbaidschaner 5 7% Armenier 1 5% Russen 0 9% Osseten 0 1% Abchasen. Weitere 1 51% anderen Volksgruppen z.B. den Tuschen an (Volkszählung 2002).
Bis auf eine kurze Phase des Nationalismus zu Beginn der 1990er Jahre sind in Georgien nicht diskriminiert worden. Die Ausgrenzung sich damals vor allem gegen die nach strebenden Volksgruppen der Abchasen und Osseten sowie russische Volksgruppe die von manchen als Handlanger sowjetischen Führung betrachtet wurde. In der Endphase Schewardnadse-Ära kam es zu religiös motivierten Ausschreitungen die Zeugen Jehovas denen die georgischen Strafverfolgungsbehörden jedoch einen vorschoben.
Seit 1989 haben viele Russen Georgien verlassen. Ihr an der georgischen Bevölkerung sank innerhalb von Jahren um 4 8%. Ursache dafür waren weniger Diskriminierungen als die soziale Mobilität der Diaspora ihr hoher Bildungsgrad und die Möglichkeit einem russischen Pass leicht das wirtschaftlich besser Russland zu erreichen.
In Georgien werden 76 gedruckte Publikationen Keine davon gehört vollständig dem Staat oder ein Sprachrohr bestimmter Parteiinteressen. Die beliebtesten Tageszeitungen Kwiris Palitra Alija Achali Taoba Asawal Dasawali Resonansi und die Sportzeitung Sarbieli . Die Auflagen liegen jeweils bei 10.000 12.000 Exemplaren. Daneben gibt es Tageszeitungen der Volksgruppen : Swobodnaja Gruzija und Vetscherny Tbilisi (auf russisch) Gjurdgistan (auf Azeri) und Wrastan (auf armenisch).
Es gibt 52 registrierte Fernsehstationen. Dazu sieben staatseigene Kanäle einschließlich des Georgischen Staatsfernsehens (1. und 2. Programm) und des adscharischen Fernsehens. Bis Dezember 2003 konnte nur das Staatsfernsehen überall in empfangen werden. Einflussreichste TV-Station ist der private Rustavi-2 der obgleich bis Dezember 2003 nur Tiflis und einigen Ballungszentren nahe der Hauptstadt Antenne angeboten einen Marktanteil von 27.94% hat.
Ausländische Fernsehsender werden meist über Kabel Dazu gehören fast alle wichtigen russischen Kanäle ORT NTV TV-Center TV-6 ) und alle führenden westlichen Programme ( CNN BBC World Deutsche Welle ESPN Eurosport ). Radio France Internationale hat Sendemasten in Georgien. Das staatliche strahlt den georgischen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty und der Voice of America aus. Die privaten Radiosender Ewrika und Zelenaja Volna übertragen die Programme des russischsprachigen Dienstes BBC . Die ausländische Presse ist an den hauptsächlich durch russische Titel präsent. Die wichtigsten Tageszeitungen und Unterhaltungsblätter werden nach Georgien importiert. russischen Blätter Argumenty i Fakty und Komsomolskaja Prawda verfügen in Georgien über eigene Druckereien.
Die georgische Verfassung vom 24. August 1995 garantiert die Pressefreiheit und verbietet Zensur. verbietet zugleich die Medien oder ihre Verbreitung monopolisieren. Demgegenüber steht ein im August 1991 verabschiedetes Pressegesetz das noch auf dem sowjetischen Recht fußt. Es wird in der allerdings kaum noch angewandt. Das georgische Parlament bereitet ein modernes Presserecht vor.
In der Schewardnadse -Ära hatte es immer wieder staatliche Bemühungen die Medien einzuschüchtern. Der Journalist Giorgi Sanaia und Anchorman der Sendung Nachtkurier auf dem privaten Fernsehsender Rustavi-2 wurde im Juli 2001 ermordet nachdem er von einer Videokassette die Beamte des Innenministerium belastete Rauschgift durch geschleust zu haben. Der Chefredakteur der regierungskritischen Meridiani war im Februar 2001 von Unbekannten zusammengeschlagen seine Familie telefonisch Im Mai 2002 wurden die Redaktionsbüros von Rustavi-2 in Tiflis beschossen.
Heinrich Rohrbacher: Materialien zur georgischen Bibliographie. Deutsches Schrifttum . Dr. Rudolf Habelt GmbH Bonn 1981 ISBN 3774918511
Károly Gink Erzsébet Tompos: Georgien . Verlag Werner Dausien Hanau/M. 1975 ISBN 3768414582
Ilma Reisser: Georgien . Herder Freiburg im Breisgau 1989 ISBN 3451214547
Ilma Reissner: Georgien: Goldenes Vlies und Weinrebenkreuz . Verlagsbuchhandlung "Der Christliche Osten" GmbH Würzburg ISBN 392789429X
Ulrich Bock: Georgien und Armenien . DuMont Reise Verlag Köln 1988 ISBN 3770114647
Tessa Hoffmann Margarita Woskanjan: Armenien und Georgien. Zwischen Ararat und Kaukasus. EXpress Reisehandbuch . Mundo Verlag Köln 1990 ISBN 3873220016
Thea Kvastiani Vadim Spolanski Andreas Sternfeld: Georgien entdecken. Unterwegs zwischen Kaukasus und Schwarzem . Trescher Verlag Berlin 2000 ISBN 3928409859
Joachim Laub (Hrsg.): Georgien: Geschichte Geographie Politik Kultur Alltag Reiserouten praktische Tips . Geschichtsverlag Silke Brück Heusweiler 1989 ISBN 3980232611
Nathalie Natrochvili Vakhtang Meliava: Le Guide de la Géorgie . Nouvelles Editions de l’Université Paris 2000 ISBN 2862739502
Roger Rosen Jeffrey Jay Foxx: Georgia: Sovereign Country of the Caucasus (Odyssey . Odyssey Publications ISBN 9622177484