Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 21. Februar 2019 

Geschichte der Stadt Gera


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Namens

Der Name Gera stammt von dem frühgermanischen "ger-aha" was "gurgelndes Gewässer" oder "gurgelnder Fluss" bedeutet. Früher man die Silbe "ger" als "Keil" oder zu deuten. Demzufolge hätte der Name "Keilförmiger an einem Fluss" bedeutet.
Ursprünglich bezeichnete der Name "Gera" nur Landstrich erst im 12. Jahrhundert entstand in dessen Zentrum eine Siedlung gleichen Namens.

Geschichte

Frühgeschichte

Das Stadtgebiet Geras ist seit der Altsteinzeit besiedelt. In der "Lindenthaler Hyänenhöhle" wurden 19. Jahrhundert bedeutende prähistorische Funde gemacht. Das älteste menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet ist ein ca. Jahre alter Faustkeil gefunden bei Gera-Pforten.
Um Christi Geburt ist Gera ein der Eisenverhüttung. Davon zeugen die Eisenöfen die den 1920er und 1930er Jahren bei Gera-Tinz entdeckt wurden und heute im Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar befinden.
Im 6. Jahrhundert verlassen die germanischen Hermunduren im Zuge der Völkerwanderung Ostthüringen ab dem 8. Jahrhundert ist eine slawische Besiedlung nachweisbar.

Mittelalter

Am 31. März 995 schenkt Otto III. dem Bischof von Naumburg das Gebiet Crossen (nördlich von Gera) der Grenzbeschreibung wird der Name "Gera" erstmalig
Am 26. April 999 schenkt Otto III. dann das Gebiet seiner Schwester Adelheid der Äbtissin von Quedlinburg . Danach findet der Name über ein lang keine Erwähnung mehr. Erst im 12. Jahrhundert tauchen einige "Edle von Gera" namentlich Urkunden auf und 1121 und 1146 werden zahlreiche Dörfer im Norden des Stadtgebietes urkundlich erwähnt die sich damals im der Namburger Bischöfe befanden.
1209 erhalten die Vögte von Weida das Gebiet Gera. Aus gehen die Grafen und Fürsten von Reuß hervor die die Geschichte der Stadt sieben Jahrhunderte bestimmen werden.
Wann genau Gera Stadtrecht erhielt ist bekannt. In einer Urkunde vom 25. Oktober 1237 ist ertmals von den "Bürgern der Gera" die Rede. Da in einer undatierten von ca. 1200 noch vom "Dorf Gera" gesprochen wird die Stadtgründung wahrscheinlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts .
Über die ersten Jahrhunderte der Stadt man nicht viel. Bereits seit 1234 ist in Gera eine Kirche nachgewiesen. 1254 soll späteren Quellen zufolge das erste errichtet worden sein die Stadtmauer vermutlich im 14. Jahrhundert .
1306 verkauft die Äbtissin Bertradis von Quedlinburg landesherrschaftlichen Rechte über Gera an den Vogt sie weiterhin formell Landesherrin bleibt. 1358 schließlich fallen Haus und Stadt Gera Reichsafterlehen von Quedlinburgan die Markgrafen von Meißen.
Am 15. Oktober 1450 kommt es zu einer starken Zerstörung Sächsischen Bruderkrieg von der sich die Stadt relativ schnell erholt. Zu Bedeutung kommt nun Textilproduktion die für die nächsten Jahrhunderte einen wichtigsten Erwerbszweige darstellen wird. 1401 wird "Gerisch Tuch" zum ersten Mal Naumburg und 1436 auf der Leipziger Messe gehandelt. In dieser Zeit wurden die für die Blüte der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert gelegt.

Frühe Neuzeit

Wie schon erwähnt stellen das 16. 17. Jahrhundert eine Blütezeit für Gera dar. und Handel florieren auch das Brauwesen ist bedeutend. Nicolaus de Smit ( 1541 - 1623 ) ein niederländischer Tuchhändler verbessert um 1600 in Gera angewandten Verfahren zur Tuchherstellung. Das Reuß hat mit Heinrich Posthumus ( 1572 - 1635 ) in dieser Zeit seinen bedeutendsten Vertreter.
1546 (mit dem Schmalkaldischer Krieg ) tritt der Kurfürst von Sachsen und von Meißen Gera an die böhmische Krone ab der böhmische König hat keinen Einfluss auf Gera. Dennoch besteht das formal bis 1806 / 07 .
Der Dreißigjährige Krieg zieht auch an Gera nicht spurlos - 1639 zerstört ein von plündernden schwedischen Soldaten Feuer die Stadt zu einem Drittel.
Auch später wird Gera noch mehrmals Katastrophen heimgesucht - 1686 verbrennen zwei Drittel der Stadt bei durch Fahrlässigkeit verursachten Stadtbrand. Noch übertroffen wird Brandkatastrophe aber von dem Stadtbrand am 18. September 1780 bei dem praktisch die gesamte Altstadt Schutt und Asche gelegt wird.
1802 stirbt die Grafenlinie Reuß-Gera aus durch mit dem Fürstentum Reuß-Schleiz und später mit entsteht das Fürstentum Reuß jüngere Linie.

Spätere Neuzeit

Vom 11. bis 13. Oktober 1806 weilt Napoleon in Gera er verlässt es am des 13. Oktober in westlicher Richtung und am nächsten Tag in der Schlacht bei Jena und Auerstedt .
Nach den Napoleonischen Kriegen setzt schnell Industrialisierung ein. 1833 nimmt die erste Dampfmaschine den Betrieb auf und 1859 wird die Eisenbahnstrecke nach Weißenfels eingeweiht. Der wichtigste Erwerbszweig in Gera weiterhin die Textilproduktion.
1892 erhält Gera als zweite deutsche Stadt elektrische Straßenbahn : 1893 wird in Gera der Deutsche Arbeiter-Turner-Bund
Im Zuge der Novemberrevolution muss der letzte Fürst von Reuß Linie im Jahr 1918 abdanken ab 1920 ist Gera Teil des neugegründeten Landes Thüringen .

Weimarer Republik und Drittes Reich

Stadtplan (1935)

Wie überall in Deutschland ist die der Weimarer Republik auch in Gera von politischer Instabilität Beim Kapp-Putsch kommt es 1920 in der Stadt zu Unruhen bei fünfzehn Menschen ums Leben kommen. 1922 wird Gera eine kreisfreie Stadt . Aus dem ehemaligen reußischen Bezirksverband Gera überwiegenden Teilen des weimarischen Verwaltungsbezirks Neustadt/Orla sowie altenburgischen Landratsamtsbezirk Ronnenburg wird der Landkreis Gera 1925 spricht Adolf Hitler erstmals in Gera.
Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Macht im Deutschen Reich übernehmen das auch für Gera fatale Auswirkungen. Der Oberbürgermeister Dr. Walter Arnold muss in den gehen um dem Nationalsozialisten Walter Kießling Platz machen.

Nachdem es schon 1944 zu Bombenangriffen gekommen war wird die am 6. April 1945 schwer zerstört. Der Todesmarsch der Buchenwald -Häftlinge führt am 13. April auch durch Gera acht Menschen werden im Stadtgebiet erschossen.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Stadt am 14. April 1945 von den Amerikanern befreit nachdem es Vortag noch zu einem militärisch sinnlosen Gefecht der westlichen Stadtgrenze gekommen war bei dem Menschen ihr Leben verloren hatten. Die Amerikaner Rudolf Paul als neuen Oberbürgermeister ein der am 7. Mai seine Amtsgeschäfte aufnimmt. Auf Grund alliierter wird Gera am 2. Juli 1945 sowjetisch besetzt. Durch die Sowjets beginnt der Aufbau des Sozialismus .

DDR-Zeit

Von 1952 bis 1990 ist Gera Hauptstadt des Bezirks Gera ) 1959 wird es auch Großstadt.
Ab 1972 entsteht im Stadtteil Lusan das größte des Bezirkes Ende der 1980er Jahre leben dort 45.000 Einwohner.
Trotz allem muss man sagen dass DDR-Zeit für Gera eine Blütezeit darstellt. Textilindustrie und optische Industrie garantieren Tausende Arbeitsplätze auch kuturelle Leben ist vielseitig - ab Ende 70er Jahre findet in Gera aller zwei das Kinderfilm- und -fernsehfestival " Goldener Spatz " statt 1981 wird das Kultur- und Kongresszentrum eingeweiht 1984 finden im Bezirk Gera die Arbeiterfestspiele der DDR statt.
Bei seinem Besuch in Gera hält Erich Honecker am 13. Oktober 1980 die so genannte "Geraer Rede" in er sich zu grundlegenden Fragen des Verhältnisses DDR und BRD äußert.
Die Oppositionsbewegung ist in Gera nie stark wie in anderen Städten des Bezirks dem Industrie- und Universitätsstandort Jena . Nach einer fehlgeschlagenen Aktion der Friedensbewegung (Aktion Kerze) in November des Jahres 1983 kommt es im Herbst 1989 auch in Gera zu Bewegungen gegen Regierung der DDR. Wie fast überall beginnt auch hier zunächst mit Friedensgebeten. Im Anschluss dieser Gebete schließen sich am 22. Oktober einige hundert Jugendliche zu einer spontanen zusammen und ab 26. Oktober gibt es jeden Donnerstag eine Demonstration. Erste Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera Herbert Ziegenhahn am 2. November zurück. Am 4. Januar 1990 wird die Geraer Zentrale der Stasi als eine der letzten in der von Demonstranten gestürmt. Die Donnerstagsdemonstrationen werden noch März 1990 durchgeführt.

Wiedervereinigtes Deutschland

Am 6. Mai 1990 finden in Gera Kommunalwahlen statt aus die CDU mit Spitzenkandidat Michael Galley als Sieger Am 22. Juli desselben Jahres wird Gera Teil des Landes Thüringen . Als größte Stadt des "alten" Thüringen den Grenzen vor 1933 hatte es sich um die Funktion als Landeshauptstadt beworben war in der Abstimmung dem zwar früher preußischen aber größeren und zentral gelegenen Erfurt unterlegen.
1994 werden zahlreiche Orte vor allem nördlich östlich der Stadt eingemeindet sowie der Landkreis zum 1. Juli aufgelöst und Bestandteil des Landkreises Greiz . Außerdem wird 1994 der Oberbürgermeister erstmals Geras Geschichte direkt gewählt. Es gewinnt der Ralf Rauch. Im Zuge des Strukturwandels können Eröffnung neuer über die Stadtgrenzen hinaus bedeutender Erfolge verbucht werden. Die Ansiedlung neuer Industriebetriebe gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Oberbürgermeister seit 1795

Vorsitzende des Stadtrats :

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Gera eingegliedert:

  • 5. September 1905 : Bieblach
  • 1. April 1912 : Debschwitz
  • 1. Januar 1919 : Untermhaus mit dem 1897 eingemeindeten Cuba Pforten Zwötzen Leumnitz Tinz Milbitz Thieschitz Rubitz und Oberröppisch (Oberröppisch wird am 1. April 1925 wieder
  • 1. Oktober 1922 : Ernsee und Unterröppisch (Unterröppisch wird am 1. April 1925 wieder
  • 1. Oktober 1923 : Windischenbernsdorf Frankenthal und Scheubengrobsdorf sowie Töppeln Laasen (beide Orte werden am 1. Oktober 1924 ausgemeindet)
  • 1929 : Staatsgut Tinz
  • 1933 : Teile von Poris-Lengefeld
  • 1935 : Cossenforst
  • 1936 : Rittergüter Hain und Roschütz
  • 1. Juli 1950 : Langenberg (Stadt) Roschütz Langengrobsdorf Dürrenebersdorf Zeulsdorf Unterröppisch Zschippern Kaimberg Taubenpreskeln Liebschwitz Lietzsch und
  • 1. April 1994 : Aga (mit Großaga Kleinaga Lessen Reichenbach Seligenstädt) Cretzschwitz Söllmitz (mit Lauenhain und Wernsdorf) (mit Rusitz und Steinbrücken) Hermsdorf und Falka Großfalka Kleinfalka Niebra und Otticha)
  • 1. Juli 1994 : Röpsen (mit Dorna und Negis) Thränitz Collis und Stern) Trebnitz (mit Laasen) Hain Wachholderbaum und Pionierkaserne Gera) Weißig (mit Gorlitzsch Schafpreskeln) und Naulitz

Siehe hierzu auch Liste der Stadtteile von Gera

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis handelt es sich meist um Schätzungen danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

Die sprunghaften Anstiege der Einwohnerzahlen zwischen Jahren 1910 und 1925 sowie zwischen 1946 1950 lassen sich auf die Eingemeindugswellen der 1919-1923 und 1950 zurückführen. Bemerkenswert ist hingegen Rückgang der Bevölkerungszahl zwischen 1991 und 1997 der Eingemeindungswelle 1994.

Jahr Einwohnerzahlen
1532 235 Bürgerhäuser
1647 2.362
1794 6.567
1834 10.272
1852 13.062
1. Dezember 1875 ¹ 20.810
1. Dezember 1890 ¹ 39.599
1. Dezember 1900 ¹ 45.640
1. Dezember 1910 ¹ 49.276
16. Juni 1925 ¹ 81.402
16. Juni 1933 ¹ 83.775
17. Mai 1939 ¹ 83.375
29. Oktober 1946 89.212
31. August 1950 98.576
31. Dezember 1960 101.373
31. Dezember 1972 112.226
30. Juni 1981 126.100
1986 132.300
30. Juni 1991 128.000
30. Juni 1997 120.300
31. Dezember 2002 108.082
¹ Volkszählungsergebnis

Einwohner (Stand 31.12.2002) 108.082 (Frauen 55.969 52.113)



Bücher zum Thema Geschichte der Stadt Gera

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Geschichte_der_Stadt_Gera.html">Geschichte der Stadt Gera </a>