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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 24. November 2014 

Geschlechterrolle


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Unter Geschlechterrolle oder Geschlechtsrolle versteht man
  • die Verhaltensweisen die in einer Kultur ein bestimmtes Geschlecht als typisch oder akzeptabel (kulturelle Geschlechtsrolle)
  • die Verhaltensweisen eines Individuums die dieses seiner Geschlechtsidentität in Verbindung bringt und/oder mit denen seine Geschlechtsidentität zum Ausdruck bringen will (individuelle Geschlechtsrolle) - diese Verhaltensweisen werden über weite von der kulturellen Geschlechtsrolle determiniert

Soziologie und Psychologie sprechen von Gender und Sex um die kulturell vorgegebenen Geschlechterrollen von biologischen Gegebenheiten zu unterscheiden.

Kulturelle Geschlechterrollen sind größtenteils einem ständigen Wandel unterworfen; die unterschiedlichen biologischen Rollen von Frauen und bei der Fortpflanzung waren bis zur Mitte 20. Jahrhunderts undiskutiert gewesen. Erst seitdem die Medizin - zur Zeit allerdings noch größtenteils theoretische Möglichkeiten bietet diese biologischen Rollen teilweise zu wird auch dieser Teil der Geschlechtsrollen diskutiert; ist diese Debatte noch auf Randbereiche der beschränkt.

Der nicht strikt biologische Aspekt der Geschlechtsrollen ist sehr breit gefächert auch wenn generelle Tendenzen erkennbar sind so sind doch fast alle Möglichkeiten der kulturellen Aufgabenteilung irgendwo irgendwann praktiziert worden.

Die bekannteste Norm für kulturelle Geschlechtsrollen dürfte die heteronormative oder patriarchalische sein welche im Westen zu Beginn vorigen Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte und seitdem modifiziert wird.

Die ursprünglich religiöse Begründung für diese wurde zunehmend durch wissenschaftliche Argumente meist aus Bereichen Anthropologie und Biologie ersetzt. Beide Argumentationsstränge ihre Folgerungen werden nicht nur von der Frauenbewegung kritisiert.

In dieser wird vorausgesetzt:

  • Es gibt genau zwei Geschlechter ( Mann und Frau ) und jeder Mensch ist genau einem diesen beiden Geschlechtern zuordenbar.
  • Es gibt "natürliche" und strikt voneinander Geschlechtsrollen welche Männer und Frauen automatisch auszufüllen wünschen . Diese Geschlechtsrollen sind:
    • Männer
      • Oberhaupt und Ernährer der Familie
      • Zuständig für Kontakte nach Außen
      • Stark rational kämpferisch sexuell aktiv
      • Männer als "Jäger"
    • Frauen
      • Abhängig von und unterworfen einem männlichen Beschützer (Vater Ehemann etc.)
      • Zuständig für die sozialen Bindungen innerhalb Familie
      • Schwach emotional und irrational ausgleichend sexuell oder desinteressiert
      • Frauen als auf Jäger angewiesene "Brutversorgerinnen"

Sowohl die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkommende Frauenbewegung als auch politische Veränderungen wie die und insbesondere die Weltkriege die es erforderten Frauen den "angestammten" Platz verließen führten zu Veränderungen der Möglichkeiten innerhalb der Geschlechtsrollen; dabei die weibliche Geschlechtsrolle wesentlich stärker liberalisiert als die männliche so dass heute die Bandbreite der für Frauen wesentlich größer ist als für Männer .

Gleichfalls wurden die wissenschaftlichen Grundlagen der immer häufiger widerlegt. Und auch die Prämisse es überhaupt genau zwei strikt von einander Geschlechter gäbe gerät zunehmend ins Wanken hier vor allem die Transgender -Bewegung und die zunehmende Wahrnehmung von Intersexualität zu nennen.

Siehe auch: soziale Rolle


Siehe auch: Liste der Transgender-Themen



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