Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Unter gesprochener Sprache versteht man spontanes frei formuliertes Sprechen nicht gestellten „natürlichen“ Kommunikationssituationen. Gesprochene Sprache wird Gesprächen zwischen zwei oder mehreren Beteiligten vorwiegend to face“ oder fernmündlich in fast allen unseres alltäglichen Lebens produziert. Das schließt den schriftlich vorformulierter Texte aus. Zu den besonderen der gesprochenen Sprache gehören neben der geringeren die Situationgebundenheit die Interaktivität und die geringere des Sprechens. Zu den Besonderheiten der gesprochenen gehören Ellipsenbildung d.h. Sprechen in syntaktisch unvollständigen Sätzen die Verwendung von Interjektionen verschiedene Korrekturphänomene sowie die Hörer- und sogenannte Gliederungssignale.
Gesprochenes und geschriebenes Deutsch sind Varianten Sprachsystems. Zunächst basiert auch unsere gesprochene Sprache den morphologischen und syntaktischen Regeln der Schriftsprache in der Mehrzahl der Fälle kann gewisse Einhaltung von Regeln in puncto Grammatik Syntax verzeichnet werden; es werden bestimmte standardisierte wie Subjekt Prädikat und Objekt eingehalten. Da die gesprochene Sprache jedoch anderen Bedingungen entsteht gibt es eine Reihe Besonderheiten die im allgemeinen mit dem natürlichen erlernt wurden und die während des Sprechvorgangs mehr bewusst wahrgenommen werden. Die gesprochene Sprache ein flüchtiges Medium. Daraus ergibt sich eine Vorausplanungskapazität auf der Sprecherseite und die Einmaligkeit Hörens. Es werden andere Anforderungen für das und Verstandenwerden gestellt als an einen schriftsprachlichen der ohne Zeitdruck verfasst und beliebig oft werden kann. Das spontane Gespräch ist interaktiv Hörer ist am Zustandekommen des Sprecherbeitrags durch Signale beinahe ebenso beteiligt wie der Sprecher Das Sprechen ist situationsverschränkt. Die „Redekonstellation“ d.h. welchem Zusammenhang ich mit wem spreche ist prägend für die Kommunikation wie Alter Rang Einstellung und Verhalten der Sprechenden. Viele verbale können durch nonverbale Aktionen und durch den auf den gemeinsamen Erfahrungsraum eingespart werden.
Bei den Ellipsen handelt es sich um - im der traditionellen Grammatik - unvollständige Sätze. Da auch die Kommunikation auf einer gemeinsamen Syntax und auf Wissen von der Welt basiert aber zusätzlich gemeinsame räumlich-situative Erfahrung existiert erlaubt und erfordert Sprachökonomie eine Vermeidung von Redundanzen . Ein nahezu „klassischer“ Fall einer Ellipse in einer Antwortellipse die in dem folgenden aufgezeigt werden soll.
A: Dieses Jahr fahre ich mal in den Urlaub B: wohin? A: in die Provence B: alleine ? A: mit meiner Frau B: wann? A: im Juni
Es handelt hier sich um eine Ein einmal errichtetes syntaktisches „Fundament“ bleibt solange bis durch einen Themenwechsel ein neues geschaffen muss. Innerhalb einer solchen Konstruktion wird nur ausgesprochen was für den Hörer überhaupt neu informativ ist. Werden dennoch „überflüssige“ Informationen gegeben sich der Sprecher „unnötigerweise“ vollständiger Sätze so er damit seiner Äußerung eine besondere Bedeutung die auch vom Hörer als solche verstanden kann. So kann es sich um den handeln die eigene sprachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Ellipsen sind situationsgeprägte Muster unseres Sprachverhaltens Verschränkung mit kotextuellen Bezügen vor allem aber dem Kontext aller außersprachlichen Äußerungen und Wahrnehmungen in Form der sprachlichen Äußerung eingeht. Kontextuelle Verweise dafür daß die Interaktionsteilnehmer gewissermaßen ihre Syntax können.
Der Sprecher verfügt über eine nur Vorausplanungskapazität. Der zeitliche Rahmen bewegt sich im von ca. 3 Sekunden. Der Hirnforscher und Ernst Pöppel spricht hier von einem „Wahrnehmungsfenster“ dessen eine Integration von Reizen stattfinden kann. (zeitlich nacheinander ablaufende) Informationen wie sie beim vermittelt werden können als gleichzeitig wahrgenommen werden. diesem Zeitraum gelingt (abgesehen von einigen wenigen geschulten Menschen die über ein großes Repertoire Formulierungen verfügen) selten ein Satz „mit Punkt Komma“. Dem Sprecher liegt im Allgemeinen zu seiner Äußerung noch keine endgültige syntaktische Struktur Somit entsteht häufig die Notwendigkeit das bereits Sprechen abzubrechen. Gedanken werden neu strukturiert um neu zu beginnen (Satzabbruch) oder bestehende Konstruktionen in andere überführt ( Anakoluth ) so dass man mit gutem Recht einer „allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden“ Heinrich von Kleist ) sprechen kann. Zwar wird durch eine eine bereits getätigte Äußerung als ungültig bewertet; sie im Gegensatz zur Schriftsprache nicht mehr werden kann lässt sich der Weg der zurückverfolgen. Da es hier häufig zu Redundanzen kommt erfüllen auch Korrekturen einen wichtigen Zweck: Disambiguierung (Schaffung von Eindeutigkeit) Präzisierung und inhaltliche Abschwächung oder Distanzierung. Bestimmte Korrekturen - ist vor allem an die grammatikalischen gedacht- der Imagesicherung dienen. Der Sprecher kann zwar sicher auch ohne Korrekturen verstanden zu werden er seine sprachliche Kompetenz beweisen. Abbrüche können auch Interaktionspartner durch ein passendes Hörersignal durch nonverbale wie einen „zweifelnden“ Blick oder ein Kopfschütteln auch schlichtweg durch das Ausbleiben solcher Signale werden. Ein beliebtes Spiel beim Telefonieren besteht der Unterdrückung von Hörersignalen wie „hm“ „ja“. kurzer Zeit erfolgt durch den Sprecher ein „Bist Du noch dran?“.
Bis Mitte der 60er Jahre galt Deutschland der Satz der Schriftsprache als Norm für die gesprochene Sprache. Im Zuge der - pragmatischen Wende“ in der Linguistik die unter der Einwirkung pragmatischer und soziolinguistischer Theorien zustandekam wurden zu Beginn der die Besonderheiten der gesprochenen Sprache gegenüber der rehabilitiert. Eine große Rolle spielte auch die der Gruppe um Paul Watzlawick nach der jede Kommunikation eine Einheit von Inhalts- und Beziehungsaspekt eine Erkenntnis der sich auch die Sprachwissenschaft Dauer nicht verschließen konnte. Hier waren es die Gliederungssignale die als ein kommunikatives Element wurden nachdem sie zuvor bei der Verschriftung Texte als störend galten und regelmäßig getilgt Lexikalische Hörer- und Sprechersignale (hierzu zählen neben Einleitungsfloskeln „äh“ „öh“ „also“ und „nicht“ u.a.m.) aber in der mündlichen Kommunikation dafür daß Portionierung einer Äußerung in kleinere Einheiten möglich und die Beziehung von Sprecher und Hörer der Redeübernahme (turn - taking) und der des Rederechts geregelt wird. Neben diesen lexikalische sowie der inhaltlich-thematischen Gliederung sind es vor prosodische Elemente d.h. Stimmsenkung und -erhöhung gefüllte ungefüllte Pausen die eine Binnengliederung der Sprecherbeiträge kleinere kommunikative Einheiten bewirken. Bei vielen therapeutischen so z.B. bei der Gestalttherapie findet sich Kritik des „uneigentlichen Sprechens“ die den Gebrauch Einleitungsfloskeln wie „Ich meine..“ „ich denke dass..“ betrifft. Hier ist jedoch einschränkend anzumerken dass sich meist nicht um eine referentielle (inhaltlich Verwendung solcher Floskeln handelt. Es wird lediglich Versuch gemacht das Rederecht zu behaupten. Der Teil der Äußerung wird dabei an den gestellt so dass bei der Vergabe der das Rederecht als gesichert gelten kann. Bei die eine längere Aufmerksamkeit erfordern erscheinen sogenannte als Einleitung „Weißt Du was mir gestern ist?“ „Hast du schon gehört?“. Hier signalisiert Sprecher dass er mit der Bereitschaft seiner rechnet ihm für einen größeren Zeitraum das zu überlassen.