Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 24. Oktober 2017 

Gewalt


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Gewalt bedeutet von der sprachlichen Wurzel her Verfügen können über innerweltliches Seiendes ohne dass schon ein Urteil über deren Rechtmäßigkeit gefällt Im Sprachgebrauch ist der Begriff Gewalt sehr Gleichbedeutend können Macht (englisch power lateinisch potentia ) oder Herrschaft im legitimen Sinne verwendet werden. Die Vielfältigkeit von kann am deutlichsten im Rahmen seiner möglichen Macht Autorität und Zwang bestimmt werden.

Ganz allgemein ist Gewalt Handeln oft soziales Handeln. Daher ist es für den also den Täter subjektiv mit Sinn verbunden. Sinn kann einmal instrumentell sein – der versucht z. T. auch mangels anderer Mittel den Gewalteinsatz ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Beispiel ist die Gewalt in der Erziehung. anderen kann der Sinn expressiv bedingt sein der Gewalteinsatz der Selbstdarstellung und Selbstvergewisserung dient beispielsweise bei der Skinhead-Gewalt.

Gewalt ist ein Moment von Macht: wird Zwang eingesetzt um den eigenen Willen den Willen eines anderen durchzusetzen. Dies kann ein Einzel- als auch ein Gruppenwillen sein versucht in einem gemeinsamen Lebensraum bestimmte Ziele verwirklichen. Auf jeden Fall entsteht dabei eine in der Beziehung: Eine Seite (Einzelperson oder hat keine Möglichkeit die Zwangsanwendung zu verhindern. ein Handeln als Gewalt bezeichnet werden kann sich der Zwang gegen ein Bewusstsein oder ein zu Bewusstsein fähiges Wesen richten: Nur Bewusstsein kann sich willentlich gegen die Zumutung Zwang wehren. Durch den Zwang erfolgt die Schädigung anderer Menschen. Zur Gewalt gehört also Opfer: eine Person der objektiv ein Schaden und die sich subjektiv geschädigt fühlt.

Ein entscheidendes Kriterium für Gewalt ist Illegitimität des Zwangseinsatzes: Repressive Gewalt zwangsweise ohne gegen den Willen der "Unterworfenen" ausgeübt gilt nichtlegitim (violence); Begegnet Macht der freiwilligen Zustimmung hat sie die Gestalt der Autorität bzw. Herrschaft. Legt die Autorität ihren Willen von zwingend fest hat sie die Form der Wird Macht ohne Rücksicht auf den Konsensus Beherrschten ausgeübt gewinnt sie den Charakter des In der öffentlich-politischen Diskussion gilt als Gewalt der Einsatz von Zwang durch den dazu legitimierten Bürger. Dahinter steht dass in modernen der Staat das Monopol zur legitimen Ausübung körperlichem Zwang beansprucht (Machtstaat).

Ein großes Problem bei der Gewalt die Erfassung denn es gibt keine eindeutigen für die Abgrenzung.Es wird unterschieden zwischen einem Gewaltbegriff auf der einen und einem weiten auf der anderen Seite wobei beide aus Sicht Probleme aufweisen. Der enge Gewaltbegriff beschränkt auf die zielgerichtete direkte physische Schädigung der gefasste Gewaltbegriff umfasst zusätzlich die psychische bzw. Gewalt teilweise auch den Vandalismus und in weitesten auch die "strukturelle Gewalt" ein. Unter Gewalt" wird dabei jegliche Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung die sozialen Verhältnisse (z.B. durch Armut) verstanden. sind aber auch die Übergänge: Wann ist Verhalten z. B. noch eine eher spielerische Auseinandersetzung ein Kräftemessen wann ist es Gewalt?

siehe auch: Aggression strukturelle Gewalt Gewalt in der Bibel Gewaltlosigkeit James E. Davis

Links

Literatur

  • Bauman Zygmunt (2000): Alte und neue Gewalt. Journal für Konflikt- und Gewaltforschung. Jg. 2 1 S. 28-42.
  • Bauman Zygmunt (1996): Gewalt ? modern und In: Miller; Max/Soeffner Hans-Georg (Hrsg.): Modernität und Frankfurt a. M. S. 36-67.
  • Eisner Manuel (2001): Individuelle Gewalt und Modernisierung Europa 1200-2000. In: In: Albrecht Günter/Backes Otto/Kühnel (Hrsg.): Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität. Frankfurt M. S. 71-100.
  • Galtung Johan (1975): Strukturelle Gewalt. Beiträge zur und Konfliktforschung. Reinbek.
  • Heitmeyer Wilhelm/Hagan John (Hrsg.) (2002): Internationales Handbuch Gewaltforschung. Wiesbaden.
  • Heitmeyer Wilhelm/Soeffner Hans-Georg (2004): Gewalt. edition Suhrkamp. a. M. ISBN 3-518-12246-0 .
  • Hitzler Ronald (1999): Gewalt als Tätigkeit. Vorschläge einer handlungstypologischen Begriffserklärung. In: Neckel Sighard/Schwab-Trapp Michael Ordnungen der Gewalt. Beiträge zu einer politischen der Gewalt und des Krieges. Opladen S.
  • Hobbes Thomas (1980): Leviathan. Stuttgart.
  • Imbusch Peter (2002): Der Gewaltbegriff. In: Heitmeyer John (Hrsg.): Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden 26-57.
  • Kiefl Walter/Lamnek Siegfried (1986): Soziologie des Opfers.
  • Lamnek Siegfried (2002): Individuelle Rechtfertigungsstrategien von Gewalt. In: Heitmeyer Wilhelm/Hagan John (Hrsg.): Internationales Handbuch Gewaltforschung. Wiesbaden S. 1379-1396.
  • Peters Helge (1995): Da werden wir empfindlich. Soziologie der Gewalt. In: Lamnek Siegfried (Hrsg.): und Gewalt. Opladen S. 25-36.
  • Popitz Heinrich (1992): Phänomene der Macht. Tübingen.
  • Reemtsma Jan Phillipp (1996): Das Implantat der In: Miller; Max/Soeffner Hans-Georg (Hrsg.): Modernität und Frenkfurt a. M. S. 28-35.
  • Schrey Heinz-Horst; Gewalt/ Gewaltlosigkeit. I. Ethisch; Müller Gerhard (Hrsg.) TRE; Band 13; Berlin;
  • Spiegel Egon; Gewalt; In: Mette Norbert/ Falkert (Hrsg.) Lexikon der Religionspädagogik Band 1 2001; 705-710
  • Trotha Trutz von (Hrsg.) (1997): Soziologie der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft Opladen.




Bücher zum Thema Gewalt

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gewalt.html">Gewalt </a>