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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 14. November 2019 

Gewinn


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Der Begriff des Gewinns bezeichnet in seiner allgemeinsten Verwendung den autonomer einzelwirtschaftlicher Tätigkeit.

Das Streben nach Gewinn (erwerbswirtschaftliches Prinzip) ein konstituierendes Merkmal des Betriebes in der Marktwirtschaft. Das Gewinnstreben motiviert Unternehmer dazu die Bedürfnisse potentieller Kunden zu und zu befriedigen sowie sich im Wettbewerb veränderlichen Marktverhältnissen anzupassen. Nicht freiheitliche Wirtschaftsordnungen ( Zentralverwaltungswirtschaft ) setzen an die Stelle des Gewinnstrebens Prinzip der Planerfüllung (daher umgangssprachlich auch Plan- Kommandowirtschaft). Ohne Gewinnstreben kann jedoch eine Koordination Pläne über den Marktmechanismus nicht stattfinden; stattdessen die Koordination über einen zentralen Plan durchgeführt

Der Gewinn ist der Teil der Wertschöpfung der den Eigentümern (Gesellschaftern Anteilseignern Shareholdern) Unternehmens als Einkommen bzw. Vermögenssteigerung zuwächst.

Die Ermittlung des Gewinns erfolgt in als Erfolgsrechnung bezeichneten Systeme des Rechnungswesens . Je nach Zweck und Ausgestaltung der Erfolgsrechnung wandelt sich der konkrete Inhalt des verwendeten Gewinnbegriffs. Umgekehrt wird der Gewinnbegriff erst die Ermittlungsregeln der Erfolgsrechnung konkretisiert und damit (messbar gemacht). Da die verschiedenen Systeme der zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können ist die des Gewinns keineswegs eindeutig messbar wie es Vielmehr ist die Erfolgsrechnung zu den wichtigsten anspruchsvollsten Gebieten der Betriebswirtschaftslehre zu rechnen.

Als allgemeiner Oberbegriff für alle unterschiedlichen Gewinnbegriffe wird in der Betriebswirtschaftslehre der Begriff Erfolges bevorzugt.

Arten der Erfolgsrechnung sind die Periodenerfolgsrechnung Stückerfolgsrechnung ( Kalkulation ) sowie die Investitionsrechnung .Während die Periodenerfolgsrechnung die Ermittlung des Erfolg Wirtschaftsperiode (z.B. Geschäftsjahr) zum Ziel hat wird der Stückerfolgsrechnung der Gewinnbeitrag einer einzelnen Produkteinheit eines einzelnen Auftrages ermittelt. Die Investitionsrechnung ähnelt der Stückerfolgsrechnung als sie den Erfolgsbeitrag eines (etwa eine Produktionsanlage) über dessen gesamte Nutzungsdauer ermittelt. Zentrales Problem der Periodenerfolgsrechnung ist die der positiven (Ertrag bzw. Erlös) und negativen bzw. Kosten) Komponenten des Erfolges auf die Betrachtungsperiode. Zum diesem Zwecke sind wirtschaftliche Erfolgskomponenten sich eigentlich auf mehrere Perioden beziehen durch zeitliche Interdependenzschnitte aufzuspalten und so einzelnen Perioden zu machen (Periodisierung). Da die Investitionsrechnung die (mehrperiodige) wirtschaftliche Nutzungsdauer eines Objekts betrachtetet hat zwar kein Periodisierungsproblem dafür aber das Problem Zurechenbarkeit von Erfolgskomponenten auf das betrachtetet Investitionsobjekt sachliche Interdependenzschnitte).

  • Systeme der Periodenerfolgsrechnung

Den verschiedenen Systemen der Periodenerfolgsrechnung kommt Bedeutung zu da Unternehmen periodenbezogen über das ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit gegenüber Dritten (Staat Kapitalgeber sonstigen Stakeholdern ) Rechenschaft abzulegen haben (Externes Rechnungswesen) oder interne Zwecke der Unternehmenslenkung (Controlling) die Wirtschaftlichkeit vielfältig verflochtenen Aktivitäten des Betriebes in einer transparent machen wollen (Internes Rechnungswesen).

Relativ unproblematisch ist die Periodisierung dort ein Vielzahl von Einzelaktivitäten zum Periodenerfolg beitragen die zeitliche Erstreckung eines einzelnen Geschäftsprozesses im zur Länge der Bezugsperiode kurz ist (kurzzyklische und Serienfertigung). Dort aber wo eine längerfristige projektweise Leistungserbrungung vorherrscht - bspw. im Anlagenbau ist die Zurechnung von Erträgen und Aufwendungen einzelnen Perioden oft schwierig.

    • Handelsrechtliche Gewinnermittlung

Da die Gewinnermittlung im Externen Rechnungswesen Schutz der Gläubiger zur Information der Anteilseigner Ermittlung eines ausschüttungsfähigen Jahresüberschusses sowie zur Ermittlung Bemessungsgrundlagen nicht in das Belieben der Unternehmen werden kann existieren entsprechend detaillierte Ermittlungsvorschriften die im deutschen Recht insbesondere im Handelsgesetzbuch sowie den Steuergesetzen finden.

Die handelsrechtliche Gewinn- und Verlustrechnung ist § 242 (2) HGB eine Gegenüberstellung der und Erträge des Geschäftsjahres. Die Begriffe Aufwand Ertrag beziehen sich deshalb stets auf den Gewinn bzw. Verlust und sind in der Fachsprache nur so zu benutzen.

    • Gewinnermittlung nach Internationalen Rechnungslegungsstandards

Im internationalen Rechnungswesen ist keine rechtliche gegeben vielmehr werden internationale Rechnungslegungsstandards - geprägt angelsächsische Traditionen - von privaten Verbänden gesetzt "Standard setter"). Diese Standards erlangen Verbindlichkeit erst die Forderung etwa der Börsenaufsicht und anderer dass die Übereinstimmung vorzulegender Jahresabschlüsse mit den Standards von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu testieren ist.

Da insbesondere Großunternehmen ihren Jahresüberschuss zunehmend internationalen Standards ermitteln namentlich nach dem US-amerikanischen ( US-GAAP ) oder nach dem International Accounting Standard IAS ) werden auch immer häufiger die entsprechenden Gewinnbegriffe verwendet. Dies ist insbesondere das sog. EBIT ( earnings before interest and taxes Kapitalgewinn) sowie das EBITDA ( earnings before interest taxes depreciation and amortisation Brutto-Cash-Flow). Die nach angelsächsischen Standards ermittelten weichen durchaus vom handelsrechtlichen Gewinn ab da Regelwerke anderen Traditionen und Verhältnissen entspringen.

  • Kalkulatorischer Gewinn des Internen Rechnungswesens

Das Interne Rechnungswesen dient den internen und kann von den Unternehmen prinzipiell frei werden obwohl sich faktisch auch hier gewisse herausgebildet haben. Im Internen Rechnungswesen wird zur von Missverständnissen auch nicht vom Gewinn sondern Betriebsergebnis gesprochen. Das Betriebsergebnis wird als Differenz Erlösen ( bzw. ?Leistung?) und Kosten ermittelt. und Kosten weichen in der Ermittlung und möglicherweise auch in der Höhe von den Aufwendungen und Erträgen desselben Betriebes ab. Sofern Aufwendungen nicht auch Kosten sind wird von Aufwand gesprochen. Abweichungen der Kosten von den werden als kalkulatorische Kosten bezeichnet.

  • Ökonomischer Gewinn des Shareholder-Value-Ansatzes

Der Ansatz des Shareholder-Value will eine Steuerung des Unternehmens durch eine an geeigneten ausgerichtete Strategie des Unternehmens erreichen. Der Shareholder-Value-Ansatz deshalb Ansätze der Kapitalmarkttheorie der Strategieplanung und Rechnungswesens. Da der Gewinn des externen Rechnungswesen Systeme) durch externe Regeln verzerrt ist wird für Steuerungszwecke als unzureichend geeignet angesehen. Dies auch für die auf den Peridoengewinn aufbauenden

Das Konzept des Discounted-Cash-Flow (DCF) wendet deshalb von der Periodenerfolsgechnung ab und stützt auf Zahlungsüberschüsse (Cash-flows) und die Verfahren der Investitionsrechnung. Hiermit gelingt es Strategiealternativen hinsichtlich ihres für die Eigentümer (Shareholder) zu quantifizieren.

Für eine nachträgliche Beurteilung des in Periode geschaffenen Unternehmenswertes und für die Fundierung Anreizsysteme eignet sich das DCF-Modell indessen nicht. Beratungsgesellschaft ?Stern und Stewart? hat deshalb ein Konzept entwickelt das sich auf die Daten externen Rechnungswesen nach internationalen Standards stützt diese im Hinblick auf das betriebswirtschaftliche Steuerungsanliegen korrigiert. so korrigierte Gewinn wird als NOPAT (Net Profit after Tax) bezeichnet. Eine Wertsteigerung ist diesem Konzept aber mit einem positiven NOPAT noch nicht verbunden erst wenn die Kosten eingesetzten Kapitals verdient wurden trägt ein darüber Periodenüberschuss zur Steigerung des Unternehmenswertes bei. Diese zwischen dem NOPAT und den Kapitalkosten wird "Ökonomischer Gewinn" oder als "Economic Value Added" bezeichnet. EVA berücksichtigt zahlreiche der Korrekturen die den Unterschied zwischen den Periodenerfolgsgrößen des Internen Externen Rechnungswesens ausmachen namentlich die Auskopplung betriebsfremder und außerordentlicher Aufwendungen. Darüber hinaus werden aber Investititionen in immaterielle Vermögenswerten (Ausbildung Forschung und Markterschließung) als solche (und nicht als Aufwand Zahlungsperiode) behandelt. Da EVA aber insbesondere einen begründeten Kapitalkostensatz berücksichtigt wird mit dieser Konzept deutliche Kapitalmarktorientierung erzielt wie sie von den Konzepten des Internen Rechnungswesens (kalkulatorische Zinsen Wagniskosten) geleistet werden kann.

Siehe auch: Profit

Literatur

  • Moxter A.: Bedeutung und Methodik betriebswirtschaftlicher in: Die Betriebswirtschaft 36.Jg. 1983 S. 133-134.
  • Chmielewicz Klaus: Rechnungswesen Band 2: Pagatorische kalkulatorische Erfolgsrechnung 4. Aufl. Bochum1994.



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