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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 28. November 2014 

Chemische Waffe


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Chemische Waffen sind künstlich hergestellte Giftstoffe die gezielt als Waffen gegen einen entwickelt und hergestellt werden. Sie gehören zu ABC-Waffen.

Offiziell werden Chemische Waffen als Chemische Kampfmittel bezeichnet.

Bei chemischen Waffen wird landläufig von Giftgasen gesprochen. Hiermit sind meist eher die chemischen Kampfstoffe gemeint die unmittelbar den menschlichen Organismus Die Vorstellung als Gas ist nur bedingt Oft werden chemische Kampfstoffe als Flüssigkeiten verteilt. geben nach und nach die eigentlichen Substanzen Gase frei. Gasmasken wie sie bei der Armee eingesetzt werden schützen gegen viele moderne nur unzureichend da die Substanzen meist nicht durch die Lunge sondern auch über die aufgenommen werden können. Einen vollständigen Schutz bietet nur ein Ganzkörperschutz.

Inhaltsverzeichnis

Chemische Kampfmittel

Chemische Kampfmittel werden in folgende Kategorien

  • Chemische Kampfstoffe: Lungenkampfstoff Blutkampfstoff Hautkampfstoff Nervenkampfstoff Psychokampfstoff.

  • Reizstoffe: Reizen die Augen oder die Atemwege. Beispiel ist das Tränengas das von der eingesetzt wird.

  • Brandstoffe: Leicht entflammbare Stoffe die Brände verursachen Am bekanntesten dürfte Napalm sein welches im Vietnamkrieg von den USA eingesetzt wurde.

  • Nebelstoffe: Diese sollen die Sicht verschlechtern. Rauchbomben z.B. in diese Kategorie.

  • Pflanzenschädigende chemische Stoffe: Hier soll die Vegetation vernichtet werden Kampfhandlungen auf dem Gebiet zu vereinfachen. Auch Art des Kampfmittels ist durch die USA Vietnamkrieg allgemein bekannt geworden. Dort wurde Agent Orange zur Entlaubung von Wäldern eingesetzt.

Chemische Kampfstoffe

Die chemischen Kampfstoffe werden noch einmal verschiedene Kategorien unterteilt. Die Kategorisierung erfolgt nach Wirkungsort des Kampfstoffes:

  • Lungenkampfstoff: Greifen direkt die Lunge an. Dadurch die Sauerstoffzufuhr des Körpers unterbrochen was zum führt. Darunter fallen u.a. Phosgen Diphosgen Perstoff und Chlorpikrin .

  • Blutkampfstoff: Auch hier wird die Sauerstoffzufuhr des blockiert. Allerdings wird bei diesen Kampfstoffen das angegriffen das den Sauerstoff zu den einzelnen transportiert. Darunter fallen u.a. Cyanwasserstoff Arsenwasserstoff und Chlorcyan.

  • Hautkampfstoff: Hier wird die Haut des Körpers Dies kann tödlich sein wenn die angegriffene groß genug ist. Hautkampfstoffe werden aber eher eingesetzt den Gegner kampfunfähig zu machen und dabei nicht unbedingt zu töten. Darunter fallen Stickstofflost Schwefellost Lewisit und Nesselstoffe (siehe auch Lost ).

  • Nervenkampfstoff: Wohl der gefürchtetste chemische Kampfstoff. Hier das Nervensystem des Menschen blockiert so dass Teile des Körpers (Lunge Herz etc.) gelähmt Darunter fallen u.a. VX Sarin Tabun und Soman .

  • Psychokampfstoff: Hier wird die Psyche des Menschen angegriffen um ihn vorübergehend zu machen. Darunter fallen u.a. Lysergsäurediäthylamid (LSD) und Benzilsäureester.

Einsätze von chemischen Waffen

Erster Weltkrieg

Der erste Einsatz von chemischen Kampfstoffen Ersten Weltkrieg fand im August 1914 durch französische statt die Xylylbromid ein Tränengas gegen deutsche anwandten. Erste Versuche beider Seiten mit Stoffen Bromessigsäureethylester (Frankreich März 1915 ) und Dianisidinchlorsulfonat (Deutschland 27. Oktober 1914 bei Neuve-Chapelle) verliefen unzufriedenstellend.

Der erste erfolgreiche Einsatz von chemischen fand am 22. April 1915 bei Ypern in Flandern statt als Truppen 150 Tonnen Chlorgas aus Flaschen nach so genannten Haberschen Blasverfahren entweichen ließen. Da Chlor schwerer ist als Luft sank es nach unten in die Schützengräben und forderte dort rund 5000 Tote 10.000 Verletzte. Bald darauf wurden chemische Kampfstoffe von der Gegenseite eingesetzt. So setzte Frankreich erste der kriegführenden Nationen an der Somme 22. Februar 1916 Phosgen (ClCO) in Reinform ein nachdem Deutschland bereits am 31. Mai 1915 als 5%ige Beimengung zum Chlorgas verwendet Dieses Gas wird für den größten Anteil allen Gasverletzten verantwortlich gemacht. Später wurden die durch Giftgasgranaten verschossen bei denen durch farbige ( Blaukreuz Gelbkreuz Grünkreuz ) erkennbar war welche Art von Kampfstoff enthielten.

Bestimmte - nicht tödliche aber stark wirkende - Kampfstoffe ( Blaukreuzkampfstoffe ) durchdrangen die Filter der Gasmasken. Die zwangen den Gegner die Gasmaske abzunehmen. Gleichzeitig kurz nach diesen "Maskenbrechern" wurden lungenschädigende - oftmals tödliche - ( Grünkreuz ) eingesetzt. Diese Kombination von "Maskenbrechern" und Lungengiften wurde verharmlosend Buntschießen genannt.

Chemische Waffen verursachten im ersten Weltkrieg etwa 100.000 Tote und 1 2 Millionen auf beiden Seiten.

Internationale Ächtung

Angesichts der Greuel des ersten Weltkriegs 1925 im Genfer Protokoll betreffend das Verbot der Anwendung Giftgasen und bakteriologischen Mitteln der Einsatz von Giftgasen verboten. Das wurde im zweiten Weltkrieg beachtet obwohl nicht alle beteiligten Länder Protokoll beigetreten waren.

Seit 1997 sind chemische Waffen durch Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ) international geächtet; auch die Entwicklung und Lagerung sind verboten.

Siehe auch: ABC-Waffen Binär-Waffen Zyklon B

Weblinks

Literatur



Bücher zum Thema Chemische Waffe

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