Gottfried Benn wurde am 2. Mai als Sohn des Pastors Gustav Benn und Frau Caroline Benn (geb. Jequier) in Mansfeld ehem. Kreis Westprignitz geboren. Seine Kindheit thematisiert in verschiedenen Gedichten und Prosaschriften. Seit Michaelis 1897 besuchte er das Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt (Oder) und im September 1903 legte er dort das Reifezeugnis ab.
Zum Wintersemester 1903/ 1904 nahm Benn das Studium der Theologie (wie vom Vater gewünscht) und der Philosophie in Marburg (Lahn) auf. Er wechselte zum Wintersemester 1904/1905 Berlin und studierte ab 1905 schließlich Medizin ; 1910 beendete er das Studium.
1911 war Benn Unterarzt bei Infanterie-Regiment 64 Prenzlau ; er schied jedoch bereits 1912 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Militär 1912 promovierte er und erlangte die Zulassung Arzt in Berlin. Im gleichen Jahr erschien erster Gedichtband unter dem Titel Morgue und andere Gedichte ( 1912 ); diese Veröffentlichung begründete Benns frühen Ruhm. des Arztes finden ihren unmittelbaren Niederschlag in Gedichten.
1914 kurz vor dem Ausbruch des ersten reiste er als Schiffsarzt in die USA diese Reise spielt Benn in seinen späteren des öfteren an). Im gleichen Jahr ging die Ehe mit Edith Osterloh ein. Als wurde in Belgien eingesetzt; in der Brüsseler schrieb Benn die meisten der unter dem »Gehirne« veröffentlichten »Rönne-Novellen« nieder. Die Tochter Nele am 8. September 1915 geboren.
1917 ließ sich Benn als Facharzt für und Geschlechtskrankheiten in Berlin nieder. Schon 1922 starb Edith Benn seine erste Frau so ließ er seine Tochter in Dänemark
Zusammen mit Ina Seidel wurde Gottfried Benn am 29. Januar 1932 als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste (Berlin) Abteilung Dichtung gewählt. Ende 1932 Friedrich Wilhelm Oelze eine persönlich Bekanntschaft mit Dichter herzustellen; zwischen beiden begann nach zögerlichen seitens Benn ein intensiver und anhaltender gedanklicher Von 1933 bis zum so genannten Röhm-Putsch 1934 setzte Benn sich vorübergehend durch essayistische für den Nationalsozialismus ein. Am 29. April 1933 trug die Akademie-Rede vor. Er wurde schon bald von Organisationen der Nationalsozialisten wie z.B. von dem Korps« angegriffen.
Gedenktafel in Berlin Bayerisches Viertel Bozener Str.
1935 bemühte sich Benn erfolgreich um den in die Wehrmacht und wurde Oberstabsarzt in Wehrersatz-Inspektion Hannover. Heimisch wurde er hier nie Erzählung »Weinhaus Wolf« bietet einige Impressionen seines 1937 wurde er nach Berlin als Versorgungsarzt und nahm seine Wohnung in der Bozener in Berlin-Schöneberg. 1938 ging Benn die Ehe mit Herta Wedemeyer (Hannover) ein.
1938 wurde Benn aus der Reichsschrifttumskammer und erhielt Schreibverbot. Die Wehrdienststelle in der tätig war wurde nach Landsberg an der Warthe ( poln. Gorzów Wielkopolski ) verlegt; dort in der Kaserne verfasste analysierende Essays zu seiner Lage und den des Nationalsozialismus.
1945 kehrte Benn nach Berlin zurück und wieder mit seiner Tätigkeit als Arzt. Seine Herta hatte sich am 2. Juli auf der Flucht vor den eindringenden Truppen das Leben genommen. Im Dezember 1946 heiratete Benn die Zahnärztin Dr. Ilse
Seit dem Herbst 1948 durfte Benn in Deutschland veröffentlichen; zuerst erschien jedoch im Arche-Verlag der Band »Statische Gedichte«; der Verleger Niedermeyer hatte die Druckerlaubnis in Deutschland erwirken
In den folgenden Jahren der frühen erlebte Benn einen rasanten Aufstieg. Dieser fand 1951 mit der Verleihung des Büchner-Preises seinen vorläufigen Höhepunkt.
Eine erste Werkausgabe in 4 Bänden Dieter Wellershoff ; maßgeblich ist jetzt jedoch:
Sämtliche Werke [SW] »Stuttgarter Ausgabe« 7 Bände in Teilen hg. von Gerhard Schuster (Bd.1-5) und Hof (Bd.6 und 7) Stuttgart 1986-2003. Mit Kommentaren in denen ausführlich aus den sog. des Dichters zitiert wird:
Band VII/1: Szenen / Dialoge / Unaufhörliche« / Gespräche und Interviews / Nachträge Medizinische Schriften.
Band VII/2: Entwürfe Vorfassungen und Notizen und Register.
Zahlreiche Briefe sind überliefert und zu großen Teilen Die Briefe werden mehr und mehr als des Werks anerkannt. Hervorzuheben ist der Briefwechsel Friedrich Wilhelm Oelze.
Ausgewählte Briefe . Mit einem Nachwort von Max Rychner. 1957
Briefwechsel mit Paul Hindemith (Briefe Bd.3). Hg. von Ann Clark mit einem Essay von Dieter Rexroth. Wiesbaden/München
Briefe an F.W. Oelze (Briefe Bd. I-II/2; Bd.I: 1932-1945 Bd. 1945-1949 Bd. II/2: 1950-1956). Hg. von Harald und Jürgen Schröder mit einem Vorwort von Oelze und einem Nachwort von Harald Steinhagen. 1979f.
Briefwechsel mit Max Rychner: 1930-1956 . Hg. von Gerhard Schuster. Stuttgart 1986
Briefe an Tilly Wedekind 1930-1955 (Briefe Bd.4). Herausgegeben und mit einem versehen von Marguerite Valerie Schlüter. Stuttgart 1986
Briefe an Elinor Büller 1930-1937 (Briefe Bd.5). Herausgegeben und mit einem versehen von Marguerite Valerie Schlüter. Stuttgart 1992
Gottfried Benn / Egmont Seyerlen Briefwechsel 1914-1956 . Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen Gerhard Schuster. Stuttgart 1993
"Hernach". Gottfried Benns Briefe an Ursula Ziebarth . Göttingen 2001