Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Johann Christoph Gottsched (* 2. Februar 1700 in Juditten (heute zu Königsberg ) † 12. Dezember 1766 in Leipzig ) Gelehrter und Schriftsteller welcher in der der deutschen Literatur eine hervorragende Stellung einnimmt verheiratet mit Luise Adelgunde Viktorie Gottsched.
Gottsched wurde zu Judithenkirch bei Königsberg damaligen Preußen als Sohn eines Predigers geboren und 14 Jahre alt die Universität Königsberg um zu studieren widmete sich jedoch bald ausschließlich Studium der Philosophie und der schönen Wissenschaften. Januar 1724 flüchtete er aus Furcht vor preußischen Werbern die ihn wegen seiner stattlichen ins Auge gefaßt hatten nach Leipzig wo berühmte Polyhistor I. L. Mencke ihn zum seines ältesten Sohns erwählte. Noch in demselben habilitierte sich Gottsched mit einer im Geiste Wolfschen Philosophie abgefaßten Abhandlung und eröffnete Vorlesungen die schönen Wissenschaften. Mencke führte ihn in Görlitzer Gesellschaft ein aus welcher Gottsched 1726 Senior erwählt eine "Deutsche Gesellschaft" machte in neben Poesie fortan auch Beredsamkeit gepflegt wurde. (?) ward er zum außerordentlichen Professor der und 1734 zum ordentlichen Professor der Logik Metaphysik ernannt. Er starb als Dezemvir der und als Senior der philosophischen Fakultät und Großen Fürstenkollegiums am 12. Dezember 1766.
In den Jahren von 1729 bis übte Gottsched eine Art von literarischer Alleinherrschaft Deutschland aus und galt ziemlich unbestritten als erste Autorität in poetisch-theoretischen Angelegenheiten. Dann erlitt Ruhm immer härtere Anfechtungen; namentlich in seinen mit den "Schweizern" (der Anhängerschaft Bodmers und wurde er rasch aus der diktatorischen Gewalt er in Geschmackssachen besessen verdrängt. Seitdem war Mode geworden ihn als das Urbild litterarischer poetischer Plattheit als den großen "Duns" der (wie ihn Lessing nannte) zu betrachten und verhöhnen bis neuere Forscher (Gervinus Wackernagel Koberstein allen aber Theodor Danzel) den Verdiensten des Mannes gerechter wurden.
Unleugbar ist wohl daß Gottscheds Ansichten Bemühungen namentlich in der ersten Zeit seiner Wirksamkeit berechtigt und teilweise sogar ungemein heilsam wenn auch seine Anschauung nie über eine formell elegante Literatur hinauswuchs Unterschied zwischen Poesie Rhetorik ihm nie ausging. Er erstrebte aufrichtig große Stellung der deutschen Litteratur schloß sich diesem Zweck eng an die gepriesenen Vorbilder Franzosen und jener Engländer an welche die nachahmten und denen er sich verwandt fühlte. war er zu trocken dürr und pedantisch-nüchtern auch nur eine Dichterpersönlichkeit wie die Popes Addisons darstellen zu können. Sein nüchtern-verständiger Sinn ihm zur trefflichen Kritik des Schwulstes und widrigen Geschmacklosigkeit der schleichen(?) Poeten aber mit Verurteilung und Vermeidung ihrer Mängel war noch dichterischer Wert zu gewinnen.
Gottsched begann seine umfassende literarische Wirksamkeit ein Jahr nach seiner Ankunft in Leipzig der Zeitschrift "Die vernünftigen Tadlerinnen" (1. u. Teil Halle u. Leipz. 1725-26) deren Hauptinhalt und erbauliche Aufsätze ausmachten. Ihr folgte eine andrer Zeitschriften die er zum Teil geraume fortführte so: "Der Biedermann" (Leipz. 1727); "Beiträge kritischen Historie der deutschen Sprache Poesie und (das. 1732); "Neuer Büchersaal der schönen Wissenschaften freien Künste" (das. 1745-54); "Das Neueste aus anmutigen Gelehrsamkeit" (das. 1751-62).
Durch diese Zeitschriften erwarb er sich unleugbares Verdienst um die Sprache insofern er durch möglichste Verbannung der Fremdwörter Deutlichkeit des und künstlerische Durchbildung des Stils zu vervollkommnen Unter den dichterischen Gattungen wandte er dem die meiste Sorge und Aufmerksamkeit zu. Hier es vor allem die Herrschaft der Weiseschen und der Oper sowie in beiden noch die pöbelhafte Figur des Hanswurst (Pickelhering Skaramuz) "zotenvolle Verschlechterung des englischen Clown" denen er Krieg erklärte in dem er auch Sieger Er hatte sich vorgesetzt ein deutsches Theater dem Muster des französischen zu gründen und Zweck suchte er mit seiner Gattin durch Übersetzungen wie durch originale Produktionen zu erreichen. den letztern sollte zuerst sein nach Addisons Stück mit strenger Beobachtung der drei Aristotelischen gefertigtes Trauerspiel "Der sterbende Cato " (Leipz. 1732) lehren wie eine wahre beschaffen sein müsse und das armselige Machwerk fast aller Handlung bar in breiter Deklamation dem Kothurn des Alexandriners einherstelzt fand denn bei den Jüngern des Leipziger Messias überschwengliche
Im Januar 1727 war der Theaterprinzipal mit seiner Truppe nach Leipzig gekommen; seine Frau die eigentliche Seele seiner Unternehmung ging Gottscheds Pläne ein und begann im Zusammenwirken diesem durch Aufführung von aus dem Französischen und selbständig verfaßten Dramen die Begründung des deutschen Schauspiels.
Zunächst wurden die Haupt- und Staatsaktionen Repertoire ausgeschlossen und dann (Oktober 1737) in besonders dafür zurechtgemachten Stück der Hanswurst förmlich der Bühne verbannt. Später gab Gottsched in "Deutschen Schaubühne nach den Regeln der alten und Römer eingerichtet" (Leipz. 1740-45) eine Sammlung Dramen welche als Musterschöpfungen gelten sollten und deutschen Originaldichtungen von Gottsched selbst von seiner von I. E. Schlegel Quistorp Ühlich sowie Stücken von Racine Corneille Voltaire Destouches Molière etc. bestanden.
Der poetische Gehalt der Sammlung ist die vaterländischen Dramen betrifft außerordentlich mager und Eindruck des Ganzen in seiner Regelmäßigkeit und Nüchternheit mutet geradezu trostlos an. Von weit literarhistorischer Bedeutung als die "Schaubühne" war Gottscheds Vorrat zur Geschichte der deutschen dramatischen Dichtkunst" 1757-65) worin ein Verzeichnis aller dramatischen Produkte den Iahren 1450-1760 gegeben werden sollte. Das ist nicht vollständig aber noch heute ein Hilfsmittel für das Studium der Geschichte des Schauspiels.
Außer einer Menge Dissertationen literarhistorischen und Inhalts schrieb Gottsched auch eine Reihe von worunter als die wichtigsten anzuführen sind: "Ausführliche (Hannov. 1728); "Versuch einer kritischen Dichtkunst für Deutschen" (Leipz. 1730 u. öfter) und "Grundlegung deutschen Sprachkunst" (das. 1748). Vgl. Danzel G. seine Zeit (Leipz. 1848); Breitmaier Die poetische Gottscheds und der Schweizer (Tubing. 1879); Bernays und G. zwei Biographien (Leipz. 1880).