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Grabmal


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Grabmal auch Grabdenkmal im weitern Sinn jedes einem Toten seiner Beerdigungs- oder Beisetzungsstätte errichtete Erinnerungszeichen im Sinn ein solches von künstlerischer durch Architektur Plastik hergestellter Form. Ursprünglich eine Auszeichnung für Helden und hervorragende Persönlichkeiten wurde die Sitte zu errichten schon im frühen Altertum allgemein auf alle Toten ausgedehnt.

Aus roh aufgeworfenen Erdhügeln und unbearbeiteten entwickelte sich bereits im Altertum das Grabmal zur edelsten künstlerischen Form. In uralten Grabmälern z. B. dem sogen. Grabe des Kyros in Meyers Konversationslexikon dieses und andre auf Tafel "Baukunst Fig. 6; Tafel III Fig. 10; Tafel Fig. 9 und 10; Tafel VI Fig. den ägyptischen Pyramiden und Königsgräbern den lykischen den jüdischen Königsgräbern sind uns für die Entwickelungsgeschichte der Kunst wichtige Monumente erhalten. Bei Ägyptern und Griechen wurde der Gräberkultus am getrieben wofür unter andere das Mausoleum (s. zu Halikarnassos Zeugnis ablegt. Vor den griechischen und römischen Städten wurden ganze Gräberstraßen (Athen Via Appia bei Rom) angelegt welche dicht Grabsteinen (Stelen) kleinen Baulichkeilen Tempeln und imposanten (Grabmal der Cäcilia Metella bei Rom) besetzt Römische Grabsteine mit Inschriften und Reliefdarstellungen sind gefunden worden soweit sich römische Herrschaft und erstreckten.


Erzbischof von Mainz Peter von Aspelt (1306-1320)
Grabmal im Dom zu Mainz .
Der Kirchenfürst ist in voller Amtstracht
Über dem damals noch glockenförmigen Messgewand Kasel
trägt er als Zeichen seiner erzbischöflichen das
kreuzgeschmückte weiße Pallium . Die drei Könige stellen die
von ihm gekrönten Johann von Böhmen Heinrich VII. und
Ludwig den Bayern dar. Die Könige sind kleiner dargestellt
um den Erzbischof als Hauptperson herauszustellen.
Die architektonische Umrahmung zeigt gotische Formen.

Die Christen übernahmen die Sitte Grabmäler errichten (Grabsteine und Steinsarkophage in den Katakomben) den Römern. Aus der Beisetzung von Leichen unterirdischen Begräbnisstätten entsprang dann die Gewohnheit Geistliche und später auch wohlhabende um die Kirche Bürger in Gewölben unter dem Fußboden der Kapellen und Kreuzgänge zu bestatten. Als äußeres des Bestattungsortes wurden oberhalb des Fußbodens entweder aufgestellt oder in denselben Grabplatten mit Inschriften den Reliefbildnissen der Verstorbenen eingelassen. Diese Grabplatten besondere Gruppe der Grabmäler wurden entweder aus Sand- und Kalkstein Granit Schiefer etc. oder Metall (Messing Bronze) gefertigt. Die metallenen Grabplatten welche die Darstellungen entweder eingraviert oder auf sie in erhabenem Guß angebracht wurden finden noch häufig in norddeutschen (pommerschen und lübischen) Als der Raum auf den Fußböden der zu mangeln begann wurden die Grabplatten an Wänden und Pfeilern der Kirchenschiffe und Kapellen und befestigt. Ein Gleiches geschah auch später solchen in den Fußboden eingelassenen Grabplatten welche vor der völligen Zerstörung durch Fußtritte schützen

Die gotische Kunst fügte zu dem noch einen Baldachin hinzu welcher tempelartig ausgebildet mit einer Unzahl von Figuren und Reliefs wurde (Sebaldusgrab von Peter Vischer in Nürnberg ). Auf dem Sarkophag lag gewöhnlich die des Verstorbenen in vollem Waffenschmuck in Fürstentracht u. dgl. und zu ihren Füßen ein welches entweder dem Wappen entlehnt war oder Tugend symbolisierte. Die minder bevorzugten Gemeindemitglieder wurden der Kirche aber in unmittelbar an dieselbe Terrain (Kirchhof) begraben wo man ihnen ebenfalls errichtete die oft an den Kirchenmauern befestigt

Mit der wachsenden Ruhmsucht des Individuums sich mildem Beginn der Renaissancezeit zuerst in entwickelte wuchs auch der Grabmälerluxus. Die italienischen und Klöster sowie die Hallen der Friedhöfe santi in Pisa Florenz) sind voll von oft von ersten Meistern ausgeführten Grabmälern. Päpste Fürsten wetteiferten in der Errichtung von prunkvollen mit deren Ausführung bisweilen schon bei Lebzeiten für welche die Grabmäler bestimmt waren begonnen (Grabmäler der Päpste in St. Peter zu Michelangelos Grabkapelle der Mediceer in Florenz). Die waren teils Sarkophage mit den schlafenden oder Figuren der Toten teils Freibauten mit Baldachinen u. dgl. m. (Grabmal Kaiser Maximilians in teils architektonisch gegliederte durch Nischen Statuen und belebte fassadenartige Aufbauten welche an die Wände wurden (Dogen- und Patriziergrabmäler in Venedig). Letztere der Grabmäler wurde besonders im 17. und Jahrh. von der Barock- und Rokokokunst weiter und zu üppigstem völlig weltlichem und bis Geschmacklosigkeit überladenem Prunk getrieben (Grabmal Moritz' von in Straßburg). In neuerer Zeit werden Grabmäler Kirchen nur für fürstliche Personen oder zum berühmter Männer (Pantheon zu Rom Westminsterabtei zu errichtet. Daneben werden auch isolierte Ruhestätten für von Fürstenfamilien in Gestalt von Kapellen mit angelegt (Mausoleen zu Charlottenburg bei Berlin Herrenhausen Hannover).

Eine besondere Form haben auch die Inder ihren Grabmälern gegeben indem sie über Gräbern glockenförmige Hügel (Topes) wölbten die von umgeben und mit Steinbildwerken gekrönt wurden. Die zeichneten die Gräber ihrer Fürsten Propheten und durch große oder kleine Grabmoscheen mit Denksteinen Mohammeds) aus. Über die Grabmäler der prähistorischen altnordischen Völker s. Dolmen und Gräber prähistorische.

Siehe auch: Begräbnisplatz


[Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf dem Artikel Meyers Konversationslexikon von 1888-90.]

Literatur

  • Grabmal in: Meyers Konversationslexikon 4.Aufl. 1888-90 Bd.7 S.586.



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