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Graffiti


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Graffiti an einer Mauer in Gainesville Florida

Eine mit Graffiti bemalte Straßenbahn. Es handelt hierbei jedoch um Ganzreklame für Chewan-Jeans

Graffiti bezeichnet ursprünglich einen an eine Wand Text (z.B. in Pompeji ). Heute werden damit umgangssprachlich vor allem von Jugendlichen mittels Sprühdosen illegal oder legal hergestellten Bilder ("pieces") bezeichnet. Oberbegriff beschreibt es neben den so genannten und Pieces auch die Schablonengraffiti und politischen und ist ein Teil der Straßenkunst ( Street-Art ).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Wortes

Graffiti ist der Plural des italienischen Worts graffito das seinerseits aus einem vulgärlateinischen Verb für "mit dem Griffel kratzen" entstanden ist ( graphium "Griffel"). Der Singular ist im Deutschen unüblich so dass auch von einem Graffiti (und nicht von einem Graffito ) gesprochen wird. Wie die Geschichte der zeigt reicht die Graffiti-Tradition weit zurück.

Graffiti heute

Eine moderne Graffiti-Tradition entsteht in der Hälfte des 20. Jahrhunderts . Damals waren die Pieces geheime Nachrichten/Mitteilungen Gang- und Cliquenmitglieder. Die Schriftzüge wurden so verzogen und verändert dass jeweils nur die wussten was es hieß. Unterschrieben wurden die auch aber da es illegal war unterschrieb nur mit seinem Spitznamen den er zusätzlich unlesbarer machte. Später markierten (vor allem in Ghettos ) Gangs ihre Gebiete mit Pieces oder - weniger aufwendigen Schriftzügen. Wenn eine Gang Graffiti einer anderen übersprayte hiess das "Krieg" und die Kriege zwischen Gangs verliefen nicht gewaltlos. Als Alternative zu der physischen Gewalt dann auf Battles gekämpft. Dort trafen (und sich auch heute) MCs (Master of Ceremony Rapper) DJs Breaker oder eben Writer (writen von engl. ein Writer writet pieces). Obwohl die Graffitis der erwachsenen Bevölkerung oft als Verunstaltung oder von öffentlichem Eigentum angesehen werden sollte man eine einfache Unterschrift ( Tags ) von den aufwendigen kunstvollen Kunstwerken ( Pieces ) unterscheiden.

In der Hip Hop - Kultur bildet Graffiti eines der vier wesentlichen der Graffiti schaffende Künstler wird allgemein als Writer bezeichnet. Oft werden mit den gesprühten auch Gebiete ( Turfs englisch für Revier) markiert. Es kann diversen Pieces unterschieden werden. Throw up oder Quickpiece TtoB ( Top to Bottom engl. für "von oben bis unten") EtoE ( End to End engl. für "vom einen Ende bis anderen" bezieht sich vor allem auf Eisenbahn- und Strassenbahnwagen) Blockbuster Silverpieces etc. Weiter gilt eine Unterscheidung in Letters (Buchstaben Schrift) und Characters (Bilder meist im Stil von Comics -Figuren). Bildträger sind u.a. Außenwände von Häusern anderen Gebäuden Betonmauern von außerstädtischen Großbauwerken wie oder Kanalbrücken aber auch nur zeitweilig ruhende mit großen Flächen wie Straßenbahnen und Eisenbahnwaggons.

Als professionelle Künstler konnten sich nur Writer durchsetzen wie z. B. der New Keith Haring der allerdings nicht der Hip-Hop -Kultur entstammte. Bekannte deutsche Writer sind Loomit WON und DAIM dessen Spezialität dreidimensionale Letters sind. Seine haben auch keine Outlines.

Der Zusammenhang von Hip Hop und ist nicht lückenlos. Graffiti gibt es länger Hip Hop und in den frühen 1980er Jahren waren Writer oft eher Punks und auch heute sind es nicht "modischen Discogänger"-Hip-Hopper die selber Writer sind. Auch Hausbesetzern gibt es immer wieder Überschneidungen was dann an den farbenfrohen Fassaden sehen kann.

Terminologie

Das Sprayen hat ein vielfältiges Sprach- Technikrepertoire entwickelt:

Tag

Ein Signaturkürzel. Wird unter anderem in amerikanischen Gang-Kultur als territoriale Markierung benutzt.

Bombing

Bombing ist in der Sprayerszene ein Begriff ein meist ohne großen Aufwand gemaltes Bild: einfarbig ausgemalt mit "Outlines". Die Zeit für Bombing ist auf wenige Minuten beschränkt da eine illegale Handlung ist. Eine andere Bezeichnung das Bombing ist Quickpiece .

Outlines

Outlines ist die Bezeichnung für die Umrandung ein Graffiti-Schriftzuges. Diese unterteilt die einzelnen in ihrer Form. Desweiteren gibt es die Outline" die den gesamten Schriftzug umrahmt.

3D-Style

Beim 3D-Style/Stil wird die Outline weggelassen die Konturen der Buchstaben werden allein durch und Schattensetzung definiert. Besonders durch die Entwicklungen DAIM und Delta (INC) ist mitlerweile der weltweit ín der Graffiti Szene akzeptiert.

Quickpiece

siehe Bombing .

Rooftop

Rooftops (engl. für Hausdach) sind pieces Dachvorsprüngen.

Line

Der Begriff "line" ist in der Szene eine Bezeichnung für Orte an denen Bilder der Writer von möglichst vielen Leuten werden können (z.B. an Schallschutzmauern die an angrenzen).

Cans

Mit cans (engl. für Kannen) sind Spraydosen gemeint mit denen die writer ihre malen.

Caps

Sind die Sprühköpfe die den Lack Entweichen aufgrund des Drucks in der Dose lassen. Es gibt mehrere unterschiedliche Arten von fatcpas skinnycaps junkiecaps usw.. Den Unterschied macht die Dicke eines Striches aus. Bei Bombings meist ein Fatcap zum Ausmalen des Bildes weil diese einen sehr dicken Strich haben.

Spot

Spots (engl. für Platz) sind explizit Orte die zum Malen eines Bildes geeignet

Hall of fame

Halls of fame (engl. für Hallen Ruhms) sind Plätze an denen das legale praktiziert werden kann.

Whole cars

Sind komplett bemalte Zugwaggons.

End to end

Erstreckt sich auf die ganze Länge Zugwaggons aber unterhalb der Fenster

Stencils

Als Stencil bezeichnet man Sprühschablonen.

Toy

Bezeichnung für einen unerfahrenen (schlechten) Graffiti-Künstler

Rezeption

Reaktionen der Öffentlichkeit

Graffiti werden sehr kontrovers eingeschätzt: Die der erwachsenen Bevölkerung empfindet insbesondere die kurzen Tags (Signaturkürzel) als Verunstaltung. Strafrechtlich wird das Bemalen von Wänden Fensterscheiben Zügen mit Sprühdosen als Sachbeschädigung eingestuft. Zivilrechtlich verpflichtet es die Schädiger Schadensersatz. Unerlaubte Graffiti an Gebäuden und öffentlichen verursachen nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen und Grundeigentümer pro Jahr Schäden von bis 250 Millionen Euro.

Nicht desto trotz wird Graffiti als oft von der Werbebranche eingesetzt um Jugendliche anzusprechen - legal von Erwachsenen. Unter den Jugendlichen genießen Graffiti quer durch alle Jugendkulturen breite Zustimmung. Graffiti gilt als illegale und damit unter Jugendlichen natürlich auch als Inzwischen werden gefasste Täter mehr und mehr für die Beseitigung ihrer Schäden zur Verantwortung und zur Mitarbeit beim Entfernen der Farbe Es wird behauptet viele Täter kämen dadurch Einsicht und unterließen weitere Sachbeschädigungen dieser Art. weiteren kommt es immer wieder zu Verurteilungen hohen Geldstrafen.

Um jugendliche Sprayer aus der Illegalität herauszuholen wird Graffiti auch als Jugendprojekt angeboten.

Hier hat sich in den 80er 90er Jahren besonders Barbara Uduwerella und ihr "Hip Hop Hamburg e.V" hervorgetan. Ziel des ist es Graffiti zu entkriminalisieren und außergerichtliche zu finden

Graffitiforschung

Die Graffitiforschung beschäftigt sich mit dem sozialen und Aspekt von Wandmalereien.

Dieser Forschungszweig sieht sich in der der Altertumsforscher die vor ca. 300 Jahren antike Wandinschriften zu suchen auszuwerten und zu Der Begriff Graffitiforschung wurde erst ca. 1980 geprägt. Er sich 1995 weltweit durch.

Die Graffitiforscher gehen von der Annahme aus dass eine Menetekel -Funktion erfüllen und als politisches Thermometer angesehen werden können sofern transpersonale Zusammenhänge Rolle spielen. Dies ist besonders in politisch Zeiten von Bedeutung.

Literatur

  • van Treeck Bernhard: Das große Graffiti-Lexikon Lexikon-Imprint-Verlag 2001 ISBN 3-89601-292-X
  • van Treeck Bernhard und Metze-Prou Sibylle: Pochoir die Kunst des Schablonengraffiti Schwarzkopf & Schwarzkopf 2000 ISBN 3-89602-327-6
  • van Treeck Bernhard: Street Art Berlin Schwarzkopf Schwarzkopf Berlin 1999 ISBN 3-89602-191-5
  • van Treeck Bernhard: Wandzeichnungen Edition aragon Moers ISBN 3-89535-424-4
  • Urban Discipline 2000 Graffiti-Art Peters/Reisser/Zahlmann. 2000 Ausstellungskatalog (Deutschland) ISBN 3-00-006154-1
  • Urban Discipline 2001 Graffiti-Art Peters/Reisser/Zahlmann. 2001 Ausstellungskatalog (Deutschland) ISBN 3-00-007960-2
  • Urban Discipline 2002 Graffiti-Art Peters/Reisser/Zahlmann. 2002 Ausstellungskatalog (Deutschland) ISBN 3-00-009421-0
  • Exhibizion Z 2000 Ute Baumgärtel. 2000 Ausstellungskatalog/Exhibition Akademie der Künste Berlin Die Gestalten Verlag ISBN 3-931126-34- x
  • Graffiti Art #1 Deutschland - Germany Schwarzkopf Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-028-5
  • Graffiti Art #3 Writing in München 1995 & Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-045-5
  • Graffiti Art #4 Ruhrgebiet-Rheinland Hrsg: O. Schwarzkopf. Schwarzkopf & Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-051- x
  • Graffiti Art #7 Norddeutschland 1997 Schwarzkopf & [Deutschland) ISBN 3-89602-136-2
  • Graffiti Art #9 Wände Hrsg: B. van 1998 Schwarzkopf & Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-161-3
  • Graffiti Art #8 Charakters B. van Treeck. Schwarzkopf & Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-144-3
  • Broken Windows Graffiti NYC James Murray Karla 2002 Ginko Press (USA) ISBN 1-58423-078-9
  • NYC Graffiti Michiko Rico Nosé. 2000 Graphic-Sha (Japan) ISBN 4-7661-1177- x
  • Graffiti Oggi Karin Dietz. 2001 Ausstellungskatalog/Exhibition catalogue Contemporanea Hirmer/M. Wiedemann (Italien)
  • Aspects of Graffiti Wortbüro Stefan Michel/Zürich. 2001 Rote Fabrik (Schweiz)
  • Backjumps Sketch Book Adrian Nabi. 1996 Backjumps ISBN 3-9806846-0-1
  • HamburgCity Graffiti 2003 Publikat Verlag (Deutschland) ISBN 3-980-74786-7
  • Cope 2 True Legend Donatien B. Orns. Righters.com (Frankreich) ISBN 2-9520-0608-6
  • Le graffiti dans tous ses états 2002 Taxie Gallery (Frankreich)
  • AT Down 2000 Octopus (Frankreich) ISBN 2-9516384-0- x
  • Stylefile Blackbook Sessions.01 Markus Christl. 2002 Publikat (Deutschland) ISBN 3-9807478-2-4
  • Hip-Hop Lexikon S. Krekow J. Steiner M. 1999 Lexikon Imprint Verlag (Deutschland) ISBN 3-89602-205-9
  • Swiss Graffiti S. von Koeding B. Suter. Edition Aragon (Deutschland) ISBN 3-89535-461-9
  • Graffiti Lexikon B. van Treeck. 1998 Schwarzkopf Schwarzkopf (Deustchland) ISBN 3-89602-160-5
  • Writer Lexikon Bernhard van Treeck 1995
  • Edition Aragon (Deutschland) ISBN 3-89535-428-7
  • Street Art Köln B. van Treeck. 1996 Aragon (Deutschland) ISBN 3-89535-434-1
  • Hall of Fame M. Todt B. van . 1995 Edition Aragon [Deutschland) ISBN 3-89535-430-9
  • Best of german graffiti. Band 1 Timeless-X. Verlag H. M. Hauschild (Deutschland) ISBN 3-89757-121-8
  • Langages de Rue #2 Graff-It!. 2004 Verlag (Frankreich) ISBN 2-914714-02-5

Weblinks

siehe auch: Graffiti Ausstellungen / Straßenkunst / DAIM / Loomit / Won / Stick-up-Kids Harald Naegeli / Forty / Bananensprayer / Axel / Blek le Rat / Gerard Zlotykamien Three Steps Ahead Crew / Keith Haring



Bücher zum Thema Graffiti

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