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Grafik


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Grafik im weitesten Sinn ist der Sammelbegriff Tätigkeiten künstlerischer technischer und industrieller Zeichnung sowie deren manuell-drucktechnische Vervielfältigung. In der engsten Begriffsverwendung sich Grafik allein auf die künstlerische Druckgrafik die bildenden Kunst gehört. Eine Originalgrafik entsteht eigenständig unabhängig Vorlagen und in der Absicht die Techniken Druckgrafik für den künstlerischen Ausdruck zu nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung der druckgraphischen Verfahren

Die druckgraphischen Verfahren läßt sich nach Walter Koschatzky in folgende Gruppen gliedern:

Die Geschichte der Druckgrafik

Alle grafischen Techniken wurden weder von Künstlern der jeweiligen Zeit noch für einen künstlerischen Gebrauch entwickelt. Der Einblattholzschnitt - heute als die ältesten grafischen in Mitteleuropa verstanden - entstand um 1400 aufgrund wachsenden Bedarfs nach Andachtsbildern. Billiger schneller und als mit den zuvor in Klöstern manuell gezeichneten Bildchen ließ sich der breiter Bevölkerungsgruppen nach privatem Bildbesitz befriedigen. Sie in Klöstern und an Wallfahrtsstätten verkauft um ihrer Hilfe die Gläubigen an der magischen der „Urbilder“ teilnehmen zu lassen. Die Einblattholzschnitte von ihren Besitzern dabei nicht Kunstwerke begriffen stellten Gebrauchsgüter dar vor denen man in eigenen vier Wänden seine private Andacht verrichtete.

Die Entstehung des Holzschnittes geht mit der Verbreitung der Papierherstellung einher. Die massenweise und im Vergleich Pergamentherstellung wesentlich billigere und schnellere Produktion des war die entscheidende Voraussetzung für dieser Technik bald durch den Kupferstich ergänzt wurde. Das früheste Blatt das der Kupferstichtechnik ausgeführt wurde datiert aus dem Jahr und ist damit nur wenige Jahrzehnte jünger der älteste datierte Holzdruck. Im Vergleich zum erlaubte der Kupferstich reichere Darstellungs- und Ausdrucksmöglichkeiten weil hier stufenlos alle Töne zwischen zartestem Grau und erzielt werden konnten und nicht – wie Holzschnitt – nur die Unterscheidung von Weiß Schwarz. Bis zur Entwicklung des Holzstichs zu Beginn des 19. Jahrhundert durch Thomas Bewick war der Kupferstich die bevorzugte Technik Buchillustration.

Künstlerisch führte Albrecht Dürer (1471–1528) sowohl den Holzschnitt als auch Kupferstich zur Perfektion. Von seinen großen grafischen sei exemplarisch der Zyklus Marienleben (Holzschnitt 1502/1505) sowie die zwei Blätter Ritter Tod und Teufel (Kupferstich 1513) und Melencolia I (Kupferstich 1514) genannt. Dürer hat genau Tizian Michelangelo und Raffael die Bedeutung der Druckgrafik auch darin den eigenen künstlerischen Ruf zu verbreiten und den Vertrieb der Blätter Einkünfte zu generieren. hat Dürer beispielsweise seine druckgraphischen Zyklen im Verlag verlegt und über den Buchhandel vertrieben. Der Vertrieb druckgrafischer Blätter hatte zur Folge daß neue künstlerische Entwicklung schnell gleichmäßig in ganz Europa Verbreitung fanden.

Der aufwendige manuelle Arbeitsprozeß mit dem Kupferstich die Linien in die Druckplatte eingegraben wurde durch die Entwicklung der Radierung vereinfacht. Hier wird die Platte durch Ätzen bearbeitet. Die frühesten Radierung datieren auf Jahr 1513 . Die Radierung erreichte zwar nicht die des Kupferstich und löste damit auch dieses nicht als wichtigstes Medium der Buchillustration ab erweiterte die druckgrafischen Techniken jedoch um die den individuellen Zeichenstil wiederzugeben. Aber auch die begrenzte die Druckgraphik noch auf die Darstellung Linien. Das änderte sich mit der Schabtechnik (auch Mezzotinto genannt] die Ludwig von Siegen (1609-1680) entwickelte. Mit ihr konnte erstmals ganze Bildpartien ein einheitlicher Flächenton erzielt werden. geschah durch ein sehr arbeitsaufwendiges Aufrauhen der Die Technik der Aquatinta die zwischen 1765 und 1768 von Jean Baptiste Leprince entwickelt wurde ersetzte dieses manuelle Verfahren ein chemo-technisches.

Mit der Entwicklung der Lithografie durch Alois Senefelder um 1803 setzte sich die chemo-technische der Drucktechniken fort. Die Herstellung der Druckplatten und beschleunigte sich womit sich diese Technik für die sich rasch ausbreitende Tagspresse eignete. die Künstler entstand nicht nur eine neue sondern auch neue Berufsfelder: sie wurden zu und Karikaturisten wie beispielsweise Honoré Daumier.

  

Merkmale eines Grafikabzuges

Original und Reproduktion

Während nach landläufiger Auffassung der Begriff Originals die Eigenschaft der Einmaligkeit beinhaltet wird druckgrafische Abzug (sofern es sich nicht um fotomechanische Reproduktion handelt) als Original angesehen. Dabei gleichgültig wieviele Exemplare des Drucks vorhanden sind. Einmaligkeit wird hier der Ausdruck der künstlerischen Vorstellungen und Ideen verstanden die nur mit den technischen Möglichkeiten des Drucks werken könne. Lothar Lang schreibt dazu: " ... [die Originalgrafik] verfügt über nur ihr spezifische Ausdrucksmöglichkeiten die allein durch die Mittel graphischen Verfahren realisiert werden können. Insofern ist durch keine andere bildende Kunst ersetzbar und in kein anderes Medium des Bildnerischen aufzulösen: Einmaligkeit der Druckgraphik kann nicht in Frage werden. "

Galt früher die Definition daß eine dann vorliegt wenn deren Erfindung und deren zur Gänze von der Hand des gleichen sind und sie unter Ausschluß aller (foto-)mechanischen hergestellt wurde greift diese Definition angesichts der moderner drucktechnischer Verfahren nicht mehr. Viele Künstler heute fotomechanische Verfahren verwenden Fotonegative arbeiten mit etc. Eine solch enge Definition würde die vieler bedeutender Künstler wie Leger Rouault Baumeister und Vasarely ausschließen. Heute gültiger ist deshalb die des Begriffs Originalgraphik von Karl Graak: " Bei einer Druckgraphik handelt es sich dann ein Original wenn sie die einzig verbindliche einer auf die angewandte Technik gerichteten künstlerischen ist wenn das Werk also nicht noch in einer anderen Technik existieren kann. " Eine Reproduktionsgraphik dagegen wird nach einem fertigen Vorbild hergestellt. Sie ist die mechanische eines autonomen Kunstwerkes wie etwa eines Gemäldes einer Zeichnung in eine druckgraphische Technik.

Auflage und Abzug

Das einzelne durch den Druckprozeß entstehende nennt man Abzug die Gesamtzahl der Abzüge heißt die Auflage . Die Höhe der Auflage zu bestimmen das Recht des Künstlers. Blieb früher durch materialbedingte Abnutzung der Druckform (beispielsweise einer Zink- Kupferplatte) die Höhe der Auflage einer Druckgrafik eine geringe Anzahl beschränkt ermöglicht heute die der Verstählung der Druckplatte auch eine sehr Auflage. Die Limitierung der Auflage durch den die er eigenhändig auf dem Blatt nicht der Platte vermerkt ist letztlich auch eine Je niedriger die Auflage ist desto wertvoller der Abzug. Ein Qualitätsmerkmal ist eine niedrige bei einer modernen Grafik nur bei einer Kaltnadelradierung weil hier jeder folgende Druck eine Plattenabnutzung hervorruft.

Unterschrift und Nummerierung

Die handgeschriebene Unterschrift unter einem Werk betreffenden Künstlers verbürgt daß es sich um Original-Druckgrafik handelt bei der die Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde und im Handdruckverfahren in limitierter Auflage von ihm oder einem abgezogen wurde. Die Auflage wird der Druckfolge durchnummeriert. Eine Druckgrafik die beispielsweise die Kennzeichnung trägt ist der 20. Druck einer Auflage 100 Stück.

Eigendruck und Fremddruck

Bei einem Abzug kann es sich den Eigendruck eines Künstlers handeln. Es ist durchaus üblich dass der Künstler den Abzug einen Drucker also einen hochqualifizierten Handwerker vornehmen Ein Meisterdrucker garantiert für höchste technische Vollendung. ist bekannt welcher Drucker für den Künstler Abzüge ausführte:
  • William Garrett für Thomas Bewick
  • die Lithodrucker Ehrhardt und Sohn Dresden Otto Dix und Hans Theo Richter
  • Horst Arloth Leipzig für Heisig und Altenbourg
  • Atelier Clot für Toulouse-Lautrec Mourlot Lacourier
  • Atelier Desjobert für Picasso und Chagall

Vorzugsstücke der traditionellen Graphik

Einige Drucke (maximal 10% der Auflage) mit " E.A. " oder Epreuve d'artiste gekennzeichnet. Dies sind sogenannte Künstlerdrucke die der verkauften Auflage vorweg für den Künstler gedruckt werden. Seriös ist es wenn ein auch diese Serie nummeriert. Dies geschieht zur von der normalen Nummerierung in römischen Ziffern etwa "E.A./ IV." Üblich ist auch die " h.c. " oder " hors de commerce " (=nicht für den Handel). In Großbritannien diese Abzüge auch mit " artist's proof " gekennzeichnet.

Probedrucke sind Zustandsdrucke (auch epreuve d'etat ) die während der Arbeit an der entstehen und werden häufig mit P/A (Probeabzug) gekennzeichnet. Der Probeabzug setzt eine Veränderung der Arbeit voraus. Sie können besonders sein weil sie Einblick in die Arbeitsweise Künstlers geben und weil an ihnen die des Werkes verfolgt werden kann. Bei den Rembrandts sind 7 bis 9 Zustände keine bei Käthe Kollwitz gibt es Abzüge vom 11. Zustand Picasso kennt man bis zu 30 Zustandsdrucke. Unikate die oft auch farblich von der Auflage abweichen werden von Sammlern besonders geschätzt sind um so begehrter je älter und der Künstler ist.

Zuschußabzüge sind Abzüge die zusätzlich zur Auflage werden um gegebenenfalls einen fehlerhaften Abzug ersetzen können.

Variante . Die Variante gibt es in der Graphik. So ist bei einer Lithographie in Farben der Druck von einer weiteren vierten eine Variante. Die Farbholzschnitte von Ernst Ludwig Kirchner beispielsweise existieren in zahlreichen Varianten. Varianten (wie auch die Zustandsdrucke) in den Werkverzeichnissen

Remarque-Drucke . Zuweilen machen Künstler am Rande eines oder einer Radierplatte ein Zeichen oder eine für die Ätzprobe um die Wirkung der kontrollieren zu können. Die Skizze wird in Regel vor dem Auflagendruck enfernt. Manchmal bleiben Remarques jedoch stehen und erscheinen nicht nur den Probedrucken sondern auf allen Abzügen. Diese nennt man dann Remarque-Drucke.

Vorzugsdruck werden Drucke auf besonders ausgewähltem Papier die für die normale Auflage nicht verwendet ist. Im allgemeinen sind sie römisch nummeriert.

Werkverzeichnis

Werkverzeichnisse enthalten in chronologischer Folge gegliedert Techniken alle bekannten Arbeiten eines Künstlers und Beschreibung die häufig durch Abbildungen ergänzt ist. werden in aller Regel nur für sehr Künstler erstellt. Werkverzeuchnisse kann man in großen oder in sogenannten Kupferstichkabinetten einsehen.

Grafik in technischen Disziplinen und der

In den technischen Disziplinen und der Medientechnik steht der Begriff für Abbildungen (teilweise auch Skizzen ) die auf geometrische Grundformen reduziert werden Typische Beipiele hierfür sind Strich- und Linienabbildungen Firmenlogos manche Icons ). Als Bilder bezeichnet man dagegen Abbildungen die nicht geometrischen Grundformen zusammengesetzt sind - vor allem fotorealistische Abbildungen.

Im Zusammenhang mit Datenformaten werden Bilder und Grafiken oft zusammengefasst dem Begriff Grafikformate. Bei den Grafikformaten kann werden zwischen Vektorgrafik und Rastergrafik . Für Rastergrafiken wird auch die aus englischen entlehnte Bezeichnung Bitmap verwendet.

Für manche Grafiken wird auch der GFX verwendet.

Grafische Berufe

Zu den grafischen Berufen zählen

Querverweise

Siehe auch: Format Fotografie Geometrie Kunst

Literatur


  • Walter Koschatzky : Die Kunst der Graphik . 13. Auflage. dtv - Deutscher Taschenbuch München 1975 ISBN 3423307420
  • Lothar Lang: Der Graphiksammler Berlin 1979
  • Rene Hirner (Hsg.): Vom Holzschnitt zum Internet - Die Kunst die Geschichte der Bildmedien von 1450 bis Cantz Verlag 1997



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