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Grindabóð


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Grindabóð! ist der Ruf der Färinger wenn eine Grindwalherde in die Fjorde der Färöer schwimmt. Er läutet den traditionellen blutigen Grindwalfang ein.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

grindabóð (sprich: ['grindabou]) kommt von färöisch grindahvalur = Grindwal und bóð = Botschaft Meldung . Es heißt also wörtlich: Grind-Alarm .

grind bedeutet auf färöisch neben Grindwalherde und Grindwalfleisch (ohne den Speck ) auch Grundstein (eines Hauses) ist also gemeingermanisch verwandt mit Grund .

Grind-Alarm

Grindabóð! wird im nationalen Rundfunk durchgegeben. Die 5 Meter langen Wale werden mit Booten den seichten Grund am Ende des jeweiligen Fjordes getrieben. werden sie von im Wasser stehenden Männern langen Messern abgeschlachtet.

Verwertung

Der Grind wie ihn die Einheimischen kurz nennen vollständig verwertet. Seine Verteilung erfolgt nach einem alten Schlüssel. Den relativ größten Anteil erhalten Einwohner derjenigen Gemeinde in deren Fjord die geschwommen sind. Dann sind die anderen Gemeinden gleichen Insel an der Reihe und danach restliche Land. In der Bibliothek von Tórshavn befinden sich hierüber exakte Aufzeichnungen vergangener Dort erkennt man an den Fangzahlen auch wiederkehrende erhebliche Schwankungen. Grindabóð! ist reiner Zufall.

Diese Tradition ist mindestens 300 Jahre und galt für das abgeschiedene Nordatlantik-Archipel als Nahrungsquelle und Vitaminversorgung. Noch heute wird geschätzt der Grind ca. 10 % des einheimischen Speiseplans

In Supermärkten der Färöer ist der Grind in der Regel nicht erhältlich. Im Export der Fischereination spielt er keinerlei Rolle. Ähnlich wie Jagdbeute bei bei den Grönländern ist der Grind Gegenstand der ererbten Subsistenzwirtschaft .

Traditionelle Zubereitung

Der Grind wird meist im tradtionellen Verfahren der Windtrocknung konserviert. An der kühlen salzhaltigen Luft Färöer ist das ein heute noch für Klippfisch und Papageitaucher übliches Verfahren. So haltbar gemacht wird dann vor dem Verzehr über Stunden in ? oder besser: einer Marinade ? eingeweicht.

Meist wird das Fleisch als Steak zubereitet. Dazu wird gerne der in geschnittene tranige Speck gereicht. Als Beilage sind Kartoffeln üblich. der färöischen Sprache bezeichnet Grind das Fleisch im Gegensatz zum Speck.

Das durch die Lufttrocknung gealterte Fleisch Meeressäugers ist schwarz und relativ zäh. Im ähnelt es ansonsten dem Rindfleisch . Grind ist äußerst nahrhaft. Hinzu kommt das Tran im Speck des Wales. Nicht zuletzt war er früher so wichtig für das der meist nur von ca. 4.000 Menschen Inseln.

Kontroverse

Der Grindwalfang auf den Färöern und regelmäßig kursierenden Bilder des rot gefärbten Wassers den Schauplätzen der Schlachterei bewegen weltweit engagierte während sehr viele Färinger auf ihrem Recht genießbare Wildtiere auch jagen zu dürfen.

Pro

Vor der internationalen Tierschützergemeinde wie zum Beispiel Greenpeace rechtfertigen sich die Färinger damit dass sie nicht zu den Walen hinausfahren sondern jene von selbst zu ihnen Weiter wird angeführt dass sie den Grindwalfang nicht aus kommerziellen Gründen betreiben sondern nach wie vor ausschließlich den internen Verteilerschlüssel der Haushalte. Drittens meinen Färinger dass der Grindwalbestand nicht gefährdet ist denn die allermeisten würden auf Zug durch den Atlantik die kleine Inselgruppe und so ungeschoren davon kommen. Auf den sind kritische Stimmen selten aber immer häufiger hören. Internationale Kritik wird oft als Einmischung nationale Angelegenheiten empfunden.

Die Gegner argumentieren oft auf emotionaler namentlich mit dem blutigen Schlachtfest am Fjordufer. entgegnen die Färiger dass dies kein Problem Walfangs sei sondern der Entfremdung großer Teile ziviliserten Bevölkerung von den Grundfesten der tierischen Gegen Zustände auf einem modernen Schlachthof die ein Fleischverbraucher aus authetischer Anschauung kennt sei harmlos.

Contra

Die Tierschützer argumentieren damit dass der Grindwalfang nicht besonders grausam ist sondern angesichts der heutigen Versorgungslage Färöer völlig unnötig . Zusätzliche Argumentationshilfe liefert ein Gutachten des Gesundheitsministeriums das inzwischen vor übermäßigem Genuss von warnt da es mit Umweltgiften wie Quecksilber und PCB angereichert ist [1] . Diese Delfinart steht nämlich am Ende der maritimen ? vor dem Färinger.

Zudem haben sich in der jüngeren der Färöer die Fangmethoden grundlegend geändert. Ruderten Färinger einst mit Ruderbooten aufs Meer um Walherde zu umkreisen und zu treiben war Aufwand dennoch oft vergeblich die Wale hatte relativ große Chance zu entkommen. Heute haben gegen eine kleine Flotte von Motorbooten praktisch Chance mehr.

Weblinks



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