Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 26. Oktober 2014 

Gulfhaus


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Das Gulfhaus ist eine Hausform die sich im 16. und 17. Jahrhundert in den Marschen und anschließend in den friesischen Geestgebieten verbreitete und sich im Nordseeküstenraum von Westflandern über Holland und Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein erstreckte. Unterbrochen wurde diese Linie durch Elbe-Weser-Dreieck in dem sich die Form des Hallenhauses bewahrte.

Das typische Gulfhaus besteht aus einem (fööeräen) das den Wohntrakt darstellt und dem Stall-/Scheunentrakt (achteräen). Dadurch dass im hinteren Bereich Dach weiter herabgezogen wird entstehen Abseiten sogenannte so dass der Scheunentrakt breiter ist als Wohntrakt. Das Zentrum des Stall-/Scheunentraktes bildet der eine Lagerfläche für Heu Erntegut und Gerät dieser Haustyp seinen Namen verdankt. In der Abseite befinden sich Abteile zum Einstellen von (kaustâl). Der davor verlaufende Gang wird als (Kuhgang) bezeichnet. Am äußersten Ende befindet sich das Plumpsklo (gemak). An der Giebelseite des finden sich zwei Türen ein großes Scheunentor der einen Seite die den Zugang zur (dösdêl) und den Gulfen auch mit Wagen und eine kleine zweigeteilte Tür (messeldööer) auf anderen. Letztere erhielt ihren Namen daher dass sie der Mist vom "kaugâng" (Mist = entmisten = messen) abtransportiert wurde.

Häufig findet man über der großen ein halbrundes Fenster im Metallrahmen mit einer in Gestalt einer stilisierten aufgehenden Sonne.

Der vordere am Giebel gelegene Teil Mitteltraktes in dem der Pferdestall (pêrstâl) untergebracht wird durch eine Trennmauer abgegrenzt und erhält Abdeckung so dass ein zusätzlicher Boden (sg. pl. hillen) entsteht auf dem weiteres Heu die Winterfütterung gelagert wird.

Die Dachlast tragen bei diesem Bautypus die Außenwände sondern ein innen liegendes Ständerwerk

Die Dacheindeckung des Wohntrakts erfolgt traditionell mit roten Ton-Dachpfannen die des Scheunentrakts mit diesen Dachpfannen im unteren Drittel während der Bereich mit Reet gedeckt ist. Das Dach ist mindestens der windzugewandten Giebelseite (meist der Scheunengiebel) manchmal an beiden Giebeln als Krüppelwalm ausgebildet der heute noch vielfach von einem Malljan bekrönt ist.

Der Konstruktionsplan des Gulfhauses findet (gelegentlich größen- oder lagebedingten Modifikationen wie z.B. einem Eingang) Anwendung gleichermaßen bei großen Hofgebäuden (plååts) auch bei kleineren Gebäuden bis hin zu

Eine Besonderheit vieler älterer Gulfhöfe ist sog. Upkammer (upkååmer) ein Raum im Wohntrakt wegen eines darunter liegenden halb oberirdischen Kellers liegt als die übrigen Zimmer. Dem entspricht solchen Gebäuden in der Außenansicht vielfach noch versetzte Anordnung der Fenster.

  



Bücher zum Thema Gulfhaus

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gulfhaus.html">Gulfhaus </a>