Nach dem Abitur in Helsinki wurde Mannerheim in die Nikolajewsche Kavallerieschule Sankt Petersburg aufgenommen und beendete sie mit Auszeichnung im Jahr 1889 . In demselben Jahr trat er seinen Offiziersposten im 15. Aleksandrijski Dragonerregiment in Kalisch an. Nach einem Jahr in Kalisch er zur Chevaliergarde in Sankt Petersburg versetzt wo er Kontakte zum Zarenhof knüpfen konnte. Nach einer kurzen Karriere Hofstall kehrte Mannerheim 1903 zum aktiven Dienst zurück kämpfte im Krieg von 1905 und wurde im gleichen Jahre zum Oberst befördert. 1906 erhielt er den Auftrag des russischen die unerforschten Gebiete an der russisch-chinesischen Grenze rekognoszieren und führte bis 1908 eine 6000 km lange Reise auf Pferderücken durch. 1909 wurde er zum Befehlshaber seines ersten Regiments der 15er Dragoner aus Kalisch ernannt verbrachte in dieser Stadt fünf Jahre bis Ausbruch des 1. Weltkrieges . Hier wurde er auch 1911 zum Generalmajor befördert. Während des Weltkrieges war er verschiedener Verbände. Anfang 1917 war er schon Generalleutnant und kommandierte ein Armeekorps .
Im September 1917 wurde er zur Reserve versetzt nahm nach der Oktoberrevolution seinen Abschied aus der russischen Armee kehrte in seine Heimat Finnland mit der Absicht zurück eine Karriere anzufangen. Dieser Wunsch ging jedoch nicht Erfüllung da er einziger hoher General finnländischer Herkunft schon 1918 den Oberbefehl die noch im Entstehen begriffene Armee des übernehmen musste. Seine erste Massnahme war die der finnischen Schutzkorps (schwedisch: skyddskårer ) welche die Entwaffnung der russischen Garnisone in der Provinz Österbotten durchführten. Gleichzeitig gelang es den Bolschewiki Südfinnland zu beherrschen und eine kommunistische zu schaffen. Gegen diese warf Mannerheim seine und besiegte sie im Frühjahr 1918 in der Schlacht um Tammerfors/ Tampere . Gleich darauf zog er sich zurück er die prodeutsche Einstellung des finnischen Senats teilte. 1919 nach der Niederlage der Mittelmächte zum Reichsverweser (finn.: valtionhoitaja ; schwed.: riksföreståndare ) ernannt kämpfte er für die internationale Anerkennung des unabhängigen Finnlands. Bei den Präsidentschaftwahlen nach der neuen republikanischen Verfassung im Juli 1919 stattfanden unterlag er Liberalen Kaarlo Juho Ståhlberg und zog sich wieder ins Privatleben Nach der Übernahme des Präsidentenamtes durch Pehr Evind Svinhufvud wurde Mannerheim 1933 zum Feldmarschall ernannt.
1939 / 1940 führte er die finnische Armee als Oberbefehlshaber im Winterkrieg obwohl er dafür gewesen war dass der UdSSR gewisse Zugeständnisse machen solle. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 leitete er wiederum die finnischen Truppen aber immer bemüht die Sowjets nicht allzusehr provozieren - u.a. weigerte er sich finnische zur Belagerung von Leningrad zu entsenden und die Murmansk -Bahn anzugreifen. 1942 aus Anlass seines 75. Geburtstags wurde zum Marschall von Finnland befördert. Am 4. August 1944 wurde er zum Präsidenten von Finnland brach alle Bande zu den Deutschen ab schloß 1944 den Waffenstillstand mit der UdSSR.
Mannerheim blieb Präsident bis 1946 als er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und von Juho Kusti Paasikivi abgelöst wurde. Mit Paasikivis Übernahme der begann eine neue Epoche in der finnischen Politik - die Finnen lösten die bisher dominierenden Finnlandschweden ab.
Seine letzten Jahre verbrachte Mannerheim in Schweiz wo er seine Memoiren "Minnen" schrieb. Von einem ziemlich unbekannten wurde Mannerheim zum Nationalsymbol. 1960 errichtete man ihm im Zentrum von ein Denkmal eine Reiterstatue.
Das Geschlecht Mannerheim stammt von Henrik Marhein ab Hauptbuchhalter in der Palmstruch-Bank . Dieser wanderte im 17. Jahrhundert aus den Niederlanden nach Schweden / Finnland ein. Dessen Sohn der Gutspächter Augustin Marhein wurde 1693 unter dem Namen Mannerheim geadelt jedoch das Adelsprädikat "von". Die Sitte die ursprünglichen Familiennamen ob adlig ob bürgerlich bei der Ausstellung des schwedischen Adelsbriefes zu ändern kam 1809 ausser Gebrauch. Augustins Söhne Gustaf und Johan Augustin beide Militärs erhielten 1768 den Freiherrntitel . Das Oberhaupt der Familie führt seit 1824 den finnländischen Grafentitel. Marschall Mannerheim war zweiter Sohn des Grafen Carl Robert Mannerheim in dessen erster Ehe mit Hedvig Charlotta von Julin (gest. 1881 ). Gustaf Mannerheims älterer Bruder Carl wurde er selbst hatte nur das Anrecht auf Freiherrntitel.
Mannerheims Orden und Auszeichnungen
Grosskreuz des Schwedischen Seraphinenordens
Grosskreuz des Dänischen Elefantenordens
Grossmeister des Finnländischen Ordens der Weißen Rose
Grosskreuz des Finnländischen Freiheitskreuzes mit Schwertern
Ritter vierter Klasse des Russischen Sankt Georgsordens
Inhaber des Russischen Sankt-Georg-Säbels
Ritter zweiter Klasse des Russischen Sankt Wladimirordens Krone und Schwertern
Grosskreuz des Russischen Sankt Annaordens mit Schwertern
Grosskreuz des Russischen Sankt Stanislausordens mit Schwertern