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Hörfunk


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Hörfunk ist die überwiegend drahtlose Verbreitung von Informationen ( Sprache / Wort Musik oder akustische Kunstformen wie Hörspiel und Feature ) mittels elektromagnetischer Wellen die von einem Radiogerät empfangen werden (oft auch als Synonym für das Medium Radio genutzt siehe auch Rundfunk ).

Inhaltsverzeichnis

Übertragungswege

Hörfunk wird verbreitet

Frequenzbereiche

Zu vollständigen Bezeichnung einer Ausstrahlung gehören folgende Angaben:

  • Breite des von der Ausstrahlung belegten das 99% der insgesamt ausgestrahlten Leistung erfaßt jeder einzeln auftretenden Frequenz
  • Modulationsart
  • Übertragungsart (z. B. Telegrafie Telefonie)
  • Zusätzliche Merkmale (z. B. Einseitenband-Übertragung).

Zur Verbreitung von terrestrischen Hörfunkübertragungen werden unterschiedliche Frequenzbereiche verwendet und technische Spezifikationen benutzt:

  • Langwellen ( LW ; amplitudenmodulierte ( AM ) Abstrahlung) - Wellenlänge: 2.000-1.000 m; Frequenz: kHz;
  • Mittelwellen ( MW ; amplitudenmodulierte Abstrahlung) - Wellenlänge: 600-150 m; 500-2.000 kHz;
  • Kurzwellen (SW/ KW ; amplitudenmodulierte Abstrahlung) - Wellenlänge: 60-10 m; 5-30 MHz;
  • Ultrakurzwellen ( UKW bzw. Meterwellen; frequenzmodulierte ( FM ) Abstrahlung) - Wellenlänge: 10-1 m; Frequenz: MHz.

Rundfunksender des Langwellen- und Mittelwellenbereichs belegen Breite von 9 kHz die des Kurzwellenbereichs Breite von 10 kHz und die des eine Breite von 30 kHz.

Für digitale Hörfunkübertragungen (speziell DAB werden z.T. andere für das Fernsehen Frequenzbänder genutzt. Bei DRM allerdings werden die obengenannten Rundfunkbänder verwendet.

Programme

Hörfunk besteht in Deutschland im wesentlichen den Radioprogrammen der

  1. öffentlich-rechlichen Rundfunkanstalten
  2. privaten Programmanbietern ( Privatradios )
  3. nichtkommerziellen und/oder freien Veranstalten ( freie/alternative Radios / offene Kanäle / nichtkommerzieller Lokalfunk )
  4. nicht zugelassen (und somit illegalen) Piratensendern

Technische Voraussetzungen Entwicklung und Geschichte

Hörfunkübertragungen erfordern grundsätzlich drei Komponenten: Aufnahme Übertragung und Empfang. Eine der zur Aufnahme Schallwellen notwendigen Voraussetzungen war die technische Wandelung akustischen Schallwellen in elektrische Impulse; dies gelang im Jahre 1877 Thomas Alva Edison mit dem Phonographen .

Die Übertragung setzte die Erfindung des Telefons durch Alexander Graham Bell im Jahre 1876 voraus der zunächst jedoch noch einen als Leiter voraussetzte. Der drahtlose Rundfunk basiert der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz im Jahre 1886 ; Gugliemo Marconi übertrug diese Entdeckung auf Übertragung telegrafischer Nachrichten; im Jahre 1897 gelang ihm erstmals eine drahtlose Übertragung die Distanz von fünf Kilometern.

Die aus dem Umgang mit der Telegraphie gewonnen Erkenntnisse wurden erweitert; besondere Bedeutung dabei die Entwicklung des Röhrensenders (DRP-Patent Nr. 604 für die »Rückkoplung zur Erzeugung von 1913).

Im Ersten Weltkrieg kam es zu ersten Versuchen mit und Rückkopplungsempfängern durch H. Bredow und A. (s.a. Audion ) bei denen bereits Musik übertragen wurde. 22. Dezember 1920 fand dann die erste Übertragung eines durch den posteigenen Langwellensender in Königs Wusterhausen statt. Diese Testübertragung kennzeichnet den Beginn Hörfunks ("Hör-Rundfunk" "Ton-Rundfunk").

Entscheidend für die weitere Entwicklung des war der sog. Funkerspuk : Nach russischem Vorbild besetzten am 9. 1918 die Zentrale des deutschen Pressenachrichtenwesens und irrtümlich den Sieg der Revolution in Deutschland. Reaktion auf diese Aktion verschärfte die Reichsregierung Kontrolle über das junge Medium:

  • Funkregal ("Funkhoheit"): Hoheitsrecht des Reiches zur Einrichtung zum Betrieb von Sende- und Empfangsanlagen (ab 1919);
  • Empfangsverbot von Funksendungen für Privatleute (ab ca. 1922 aufgehoben 1923 );
  • Begrenzung der technischen Eigenschaften von Empfangsgeräten; Rückkopplungsverbot ; Genehmigungspflicht ; Gebühren (ab 1923 ).

Ab 1922 wird der Wirtschaftsrundspruchdienst als erste regelmäßiger und gebührenpflichtiger Rundfunk

Die Reichsregierung empfand die wachsende Zahl Schwarzhöreren ( Zaungäste ) als massive Bedrohung und verhängte Geld- Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten auf Schwarzhören. verschärft wurden diese Bestimmungen durch die Funknotverordnung vom 8. März 1924. Als die danach zu greifenen begannen stieg das Vertrauen Regierung in das Medium. Durch weitere administrative wurde der Hörfunk als unpolitischer und überparteilicher etabliert. Das Reichsinnenministerium gründete zwei Rundfunkgesellschaften die sowie musikalische wissenschaftliche und literarische Beiträge übertragen eine weitere Lizenz wurde an den Vox-Konzern der an einem neuen Werbeträger interessiert war. finanzielle Ausstattung dieser Sender deckte jedoch nur nötigsten Ausgaben.

Ab 1926 hatten sich Standardtypen bei Hörfunkempfängern herausgebildet: "Das Röhrengerät hatte den Detektorapparat und der Lautsprecher den Kopfhörer".

Bertolt Brecht entwickelte in seinen Schriften eine alternative zu dem etwa ab 1925 etablierten Rund-Funk. In seinem Rundfunkexperiment versuchte den Hörer zum aktiven Mitspieler werden zu und so den asymmetrischen Kommunikationsfluss vom Sender Empfänger in einen symmetrischen umzuwandeln. Die Gesamtheit Vorstellungen bezeichnet man als Brechts Radiotheorie obwohl sie kein homogenes Gebilde darstellt. war sich jedoch bewußt dass seine Vorstellung dieser Gesellschaftsordnung" undurchführbar waren. Er sah einen Ursprung der Begrenzungen des Hörfunks: Nach der des Funkempfangs für jedermann erlegte das Reichsinnenministerium Industrie verschiedene Einschränkungen auf:

  • Es durften nur solche Empfangsgeräte hergestellt die nicht mehr als den Wellenbereich von bis 700 m (Mittelwellen) aufnehmen konnten;
  • die Empfangsgeräte durften nicht in der sein Funkwellen selbst zu erzeugen;
  • Empfangsgeräte durften nur von amtlich anerkannten hergestellt werden.

Der Staat hatte damit eine weitreichende über die Funkempfangsanlagen erzielt. Zusätzlich gab es Auflagen für die Rundfunksender deren Programmgestaltung durch mit Kontrollfunktion geprüft wurden. Verboten waren u. politische Äußerungen Erotik und Satire.

Ab 1928 wurden diese Auflagen stufenweise gelockert; zunächst Beiträge zu aktuellen Themen der Zeit gesendet (Beispiele für Themen: Wirtschaftskonjuktur Wehrmacht Alkoholmißbrauch) dann unter Brüning gelegentliche "Statements verantwortlicher Staatsmänner" hinzu. Regierung unter von Papen ("Kabinett der Barone") den "Rundfunk vollends zum Staatsorgan. [...] Der wurde den Rechten geöffnet und blieb den verschlossen".

Nachdem Brecht Anfang der 30er Jahre Vorstellungen von einem interaktiven Rundfunk aufgegeben hatte die Nationalsozialisten das Medium; sie wandelten den unpolitischen und überparteilichen Rundfunk in ein parteipolitisches um. Die Verbreitung von Empfangsanlagen wurde fortan gefördert. Ausdruck fand dieser Wandel in der eines preiswerten Empfangsgerätes für das etwa ab 1934 geworben wurde mit dem Slogan "Ganz hört den Führer mit dem Volksempfänger".

Die industrielle Massenherstellung von Empfangsgeräten setzte mit der Produktion des Volksempfängers VE 301; die Typenbezeichnung VE 301 sich vom Datum der nationalsozialistischen Machtergreifung ab = 30. Januar 1933).

Ab dem 25. Mai 1933 wurden Stück des VE 301 für 76 RM Stück hergestellt; ab Ende 1933 waren es bereits 500.000 Stück und 1935 1 3 Millionen. Bis 1937 war der Preis bis auf 59 gefallen. Der VE 301 konnte jedoch nur Mittel- und Langwelle empfangen -- ausländische Sender überwiegend auf Kurzwelle und konnten damit mit VE 301 nicht empfangen werden.

Nach dem Erfolg des Volksempfängers wurde eine technisch einfachere Variante zum Preis von RM angeboten der Deutsche Kleinempfänger 1938 (DKE im Volksmund "Goebbels-Schnauze" genannt).

Der dritte Rundfunkempfänger war der Deutsche Empfänger 1011 (DAF 1011) ein Gemeinschaftsempfangsgerät das den in Betrieben und Fabriken befohlenen Gemeinschaftsempfang war. Auch hier steht die Typenbezeichnung wieder ein politisch bedeutsames Datum: Am 10. November fand der erste Gemeinschaftsempfang anlässlich der Übertragung Rede Adolf Hitlers aus der Maschinenhalle der statt.

1936 wurde ein weiteres Gerät auf den gebracht der Deutsche Olympiakoffer ein transportables mit bestücktes Koffergerät für den Empfang im Freien. war die Olympiade 1936 in Berlin bei der erstmals weltweit Übertragung im Rundfunk stattfand. Seit diesem gleichermaßen wie propagandistischem Großereignis hat es sich etabliert Techniken öffentlichkeitswirksam bei Großereignissen wie der Olympiade präsentieren. 1936 stellten die Nationalsozialisten das Senden kommerzieller Werbung im Rundfunk ein.

Die Produktion des VE 301 und DKE 1938 bewirkte dass die Hörerzahlen von vier Millionen Anfang 1932 auf über 12 Millionen Mitte 1939 stiegen. Es ist jedoch wohl dennoch historische Legende dass die Nationalsozialisten durch die der Verbreitung von Rundfunkempfangsgeräten eine besonders hohe erzielt hätten: Die Rundfunkempfangsdichte lag 1934 in Deutschland bei 33 3% bis 1937 stieg sie bis auf 46 9%. 1937 lag die Empfangsdichte in den USA bereits bei 78 3% in Großbritannien bei 1%. In Deutschland waren vergleichbare Werte erst 1941 mit 65% erreicht.

Mit der Übernahme der Staatsgewalt durch Nationalsozialisten wurde der Rundfunk verstaatlicht; die bis bestehenden elf unabhängigen Rundfunkgesellschaften wurden aufgelöst umgegliedert Reichssender und dem Ministerium für Volksaufklärung und unterstellt. Die Gleichschaltung erfolgte im Rundfunkbereich durch Einrichtung der welche auch die ab 1938 zur Mitarbeit an Rundfunkproduktionen erforderliche Mikrofon-Eigungspüfung Die Programme wurden einseitig politisiert durch Übertragung Reden des "Führers" und der übrigen Nazi-Prominenz; Musikauswahl konzentrierte sich auf deutsche Volks- und ab 1935 wurde "Nigger-Jazz" verboten; Rundfunkhören wurde zur Pflicht erklärt was den Absatz des VE und des DKE 1938 weiter förderte.

Joseph Goebbels äußerte sich in einer Rede zur der Rundfunkausstellung 1936 über die inhaltliche Gestaltung des Rundfunkprogramms "Das Programm des Rundfunks muß so gestaltet dass es den verwöhnten Geschmack noch interessiert dem anspruchslosen noch gefällig und verständlich erscheint. soll besonderer Bedacht gerade auf die Entspannung Unterhaltung gelegt werden [...]. Demgegenüber fallen die die nur von Kant und Hegel ernährt wollen kaum ins Gewicht".

Ein fingierter Überfall deutscher SS-Soldaten die als Polen ausgaben auf den Nebensender Gleiwitz am 31. August 1939 inszeniert um einen zu liefern in Polen einzumarschieren. Das Abhören ausländischer Sender wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am September 1939 verboten und als "Verbrechen gegen nationale Sicherheit unseres Volkes" mit schweren Zuchthausstrafen Mitte 1941 kam es zum ersten Todesurteil wegen ausländischer Rundfunksender. Der Rundfunk wurde als "jüngstes unserer Kriegstechnik" bezeichnet allerdings nutzen die Alliierten Hörfunk auch für "Gegenpropaganda".

Durch den am 1. September 1944 Führererlaß "über den totalen Kriegseinsatz" waren alle Einrichtungen wie Theater Ausstellungen Kunsthochschulen u. a. geschlossen worden. Nur Film und Rundfunk sollten zuständig sein "den Soldaten an Front und der schaffenden Heimat Entspannung [zu] und kulturelle Werte [zu] vermitteln".

Weitere Informationen

Weblinks

Siehe auch


Radio Rundfunk Detektor-Empfänger terrestrische Übertragung Hörspiel Stereo Kunstkopf Fernsehen



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