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Hans Filbinger


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Hans Karl Filbinger (* 15. September 1913 in Mannheim ) ist ein deutscher Politiker ( CDU ).

Nach seinem Studium der Rechts- und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und in München promovierte er 1939 . Filbinger war von 1933 bis 1936 Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) 1934 bis 1937 auch Mitglied der SA . 1937 trat er in die NSDAP ein. 1940 wurde er zur Marine eingezogen und 1943 nach eigener Aussage gegen seinen Willen Militärjustiz abkommandiert. 1951 trat Filbinger in die CDU ein. 1953 wurde er in den Freiburger Stadtrat 1960 wurde er unter Kurt Georg Kiesinger Innenminister von Baden-Württemberg. Als Kiesinger 1966 Bundeskanzler wurde wurde Filbinger sein Nachfolger im des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Dabei kam es zum mit der FDP . Filbinger bildete aus CDU und SPD eine große Koalition . Bei den Wahlen 1972 und 1976 holte er die absolute Mehrheit für CDU. Am 7. August 1978 trat er als Ministerpräsident zurück. Näheres Rücktritt findet sich im weiter unten aufgeführten ' Affäre Filbinger '.

1973 - 1974 war Filbinger Präsident des Bundesrates . Die baden-württembergische CDU ernannte Filbinger 1979 zum Ehrenvorsitzenden. Mitglied des Bundesvorstandes blieb bis zum Jahr 1981 .

1979 gründete Filbinger das umstrittene Studienzentrum Weikersheim er bis 1997 leitete.

Er ist mit Ingeborg Breuer verheiratet. der Ehe sind vier Töchter und ein hervorgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Politik Filbingers

Im Herbst 1977 schaffte Filbinger in Baden-Württemberg die Verfasste Studierendenschaft ab. Die Rechte des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) wurden wesentlich eingeschränkt insbesondere wurde sogenannte "Hochschulpolitische Mandat" der Studierendenausschüsse abgeschafft.

Affäre Filbinger

1978 wurde durch eine Veröffentlichung des Schriftstellers Rolf Hochhuth in der Wochenzeitung Die Zeit Filbingers Mitwirkung an vier Todesurteilen bei NS - Kriegsgerichtsverfahren bekannt. Er prägte dabei mit Sicht Filbinger das geflügelte Wort von den "furchtbaren

Filbinger war demnach in zwei Fällen der Anklage und in zwei Fällen Vorsitzender Er war Ankläger in einem Verfahren gegen Plünderer der 1943 zum Tode verurteilt wurde wegen von Filbinger beigesteuerter entlastender Dokumente nicht wurde. Bei einem Fall wurde Filbinger erst Tage der Hauptverhandlung als Ersatzmann Anklagevertreter gegen Matrosen Walter Gröger wegen Fahnenfluchts. In einem Verfahren war dieser zu einer Zuchthausstrafe verurteilt Generaladmiral Schniewind wies allerdings die Anklagevertreter an Todesstrafe zu verlangen. Es ist umstritten ob diese Anweisung ohne Nachteile für sich selbst oder umgehen hätte können. Das Gericht verurteilte zum Tode. Einen Begnadigungsantrag lehnte Admiral Dönitz ab und vollfügte die Vollstreckung die für den 16. März 1945 ansetzte und als "Leitender Offizier" des beaufsichtigte.

In der folgenden öffentlichen Diskussion rechtfertigte sich mit dem berühmt gewordenen Kommentar zu Vorgängen: "Was damals Recht war kann heute Unrecht sein!". Filbinger bezieht diesen Ausspruch auf Militärstrafrecht in seinem alten Bestand von 1872. bezeichnete 1978 die Urteile als "Phantomurteile" da nach Flucht der Angeklagten nach Schweden erfolgten nicht zur Vollstreckung gedacht waren.

Mindestens das Urteil gegen Gröger wurde nachweislich vollzogen. Filbinger hatte zudem am 1. Juni 1945 4 Wochen nach Kriegsende einen Oberleutnant Entfernens von der Truppe zu 13 Monaten verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es: "Er Angeklagte) sah voraus dass nun das Unheil uns alle unabwendbar geworden sei und versuchte seine Person möglichst günstig wegzukommen." Das Wort wird von Kritikern Filbingers häufig auf das bezogen und als Beleg dafür angeführt dass dieses als "Unheil für uns alle" angesehen

In dem Fall des zum Tode Militärpfarrers Möbius mischte sich Filbinger in das Bestätigungsverfahren ein und erreichte im Frühjahr 1945 Wiederaufnahme des Verfahrens welches mit Freispruch endete. Untersuchungsführer im Falle des Oberleutnant Forstmeiers beeinflusste die Zeugen zu Aussagen die entlastet gewertet konnten verzögerte die Hauptverhandlung um fünf Monate zum März 1945 und erreichte dadurch eine und Gefängnisstrafe statt der drohenden Todesstrafe wegen der Wehrkraft.

Zunächst bestritt Filbinger jemals an Todesurteilen gewesen zu sein musste dann aber das eingestehen. Deshalb trat er unter starkem öffentlichen letztendlich jedoch erst unter dem Druck seiner Partei am 7. August 1978 als Ministerpräsident zurück und gab später Parteiämter ab.

Der Historiker Golo Mann sprach von einer "meisterhaft konzentrierten Hetze Filbinger" ( Welt am Sonntag 26.7.1987). Dass - wie heute bekannt - im Hintergrund die Stasi an den Veröffentlichungen beteiligt war legt als Unschuldsbeleg aus. Er behauptet "von den des 20. Juli 1944 für eine Verwendung nach geglücktem Attentat Hitler vorgesehen" gewesen zu sein und "mehreren Unrecht zum Tode Verurteilten das Leben gerettet" haben. Filbinger bezeichnet sich selbst als rehabilitiert.

Ereignisse der jüngeren Vergangenheit

Am 16. September 2003 einen Tag nach seinem 90. Geburtstag Filbinger mit einem Empfang im Ludwigsburger Schloss geehrt. Zuvor war wegen anhaltender Proteste der Stadt Freiburg wo Filbinger seit langen Jahren lebt Empfang abgesagt worden. Es kamen etwa 130 Gäste darunter beinahe das gesamte CDU/FDP-Kabinett. Dabei auch Ministerpräsident Erwin Teufel und sein Vorgänger Lothar Späth . Vor den Toren des Schlosses protestierten gegen den Politiker der immer noch Ehrenvorsitzender Landes-CDU ist. Die Vorsitzenden von SPD und blieben der Veranstaltung fern.

Am 31. März 2004 wurde Hans Filbinger anlässlich der Bundespräsidentenwahl 2004 von der Landtagsfraktion der CDU in Baden-Württemberg als Mitglied der Bundesversammlung vorgeschlagen und auf einer gemeinsamen Liste Fraktionen des Landtags einstimmig gewählt. Die umstrittene Filbingers führte in diesem Zusammenhang in der vor der Bundespräsidentenwahl zu kritischen Reaktionen seitens SPD PDS und der Grünen wobei sich Bundes-SPD und -Grüne vom ihrer Landtagsfraktionen distanzierten. Kritik kam auch von der Schriftstellervereinigung P.E.N. Deutschland und dem Zentralrat der Juden . Filbinger war bereits sechs mal (1959 1974 1979 1994 und 1999) als Wahlmann der Bundesversammlung vertreten davon dreimal nach seinem

Literatur

  • Hans Filbinger: "Die geschmähte Generation. Politische München: Universitas-Verl. 1987. ISBN 3-8004-1154-7

Weblinks



Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg :
Reinhold Maier | Gebhard Müller | Kurt Georg Kiesinger | Hans Filbinger | Lothar Späth | Erwin Teufel



Bücher zum Thema Hans Filbinger

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