Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Das Hare-Niemeyer-Verfahren auch Quotenverfahren mit Restausgleich nach größten Bruchteilen genannt wird zur Auszählung der Sitzverteilung Verhältniswahlen verwendet. Das nach dem britischen Juristen Hare und dem deutschen Mathematikprofessor Horst Niemeyer Verfahren ist seit 1985 das vorgeschriebene Auszählungsverfahren bei der Wahl zum Deutschen Bundestag . Bei der Verteilung werden die gesamt vergebenen Sitze mit der Zahl der pro abgegebenen Stimmen multipliziert und daraus der Quotient mit den insgesamt abgegebenen Stimmen gebildet. ganzzahlige Anteil gibt nun an wieviele Sitze Partei im ersten Durchgang erhält. Die noch Sitze werden in der Reihenfolge der höchsten vergeben. Bei gleichen Nachkommaresten entscheidet das Los Wahlleiters. Berücksichtigt werden dabei nur die Stimmen Parteien die an der Wahlauszählung teilnehmen. [Tabelle unten]
Partei
Stimmen
Quot.
Sitze
A
216
37 24
37
B
310
53 45
53
C
22
3 79
3
+1
D
32
5 52
5
+1
Ein Beispiel: Zu vergeben sind 100 die auf vier Parteien (A B C und D) verteilen sind. Insgesamt wurden 580 Stimmen abgegeben sich wie in der Tabelle angegeben verteilen. ergibt sich folgende Sitzverteilung: Im ersten Durchgang Partei A 37 Partei B 53 Partei 3 und Partei D 5 Sitze. Aufgrund Nachkommareste werden die übrigen zwei Sitze an und D vergeben.
Beim Hare-Niemeyer-Verfahren können einige Paradoxien auftreten. Alabama-Paradoxon kann eine Partei einen Sitz verlieren bei gleichem Wahlergebnis mehr Sitze verteilt werden. Paradoxien können durch Anwendung des Verfahrens nach St. Lague-Schepers vermieden werden das in der Vielzahl Fälle die gleichen Ergebnisse wie Hare-Niemeyer liefert Sprünge (Alabama-Paradoxon) aber vermeidet. Weitere Paradoxien sind Parteizuwachsparadoxon (engl.: New State Paradox) und das Wählerzuwachsparadoxon (engl.: Population Paradox).