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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 21. September 2014 

Heilbronn


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Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland : Baden-Württemberg
Regierungsbezirk : Stuttgart
Region : Heilbronn-Franken
Kreis : Stadtkreis
Fläche : 99 88 km2
Einwohner : 120.752 (30.06.2003)
Bevölkerungsdichte : 1.209 Einwohner/km2
Höhe : 157 m ü. NN
Postleitzahlen : 74001-74081 (alte PLZ 7100)
Vorwahlen : 07131 und 07066
Geografische Lage : 09° 13' n. Br.
49° 09' ö. L.
KFZ-Kennzeichen : HN
Amtlicher Gemeindeschlüssel : 08 1 21 000
Gliederung des Stadtgebiets: 10 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 7
74072 Heilbronn
Website: www.heilbronn.de
E-Mail-Adresse: posteingang@stadt-heilbronn.de
Politik
Oberbürgermeister : Helmut Himmelsbach ( CDU )
Größte Fraktion : CDU

Inhaltsverzeichnis

Stadt Heilbronn - Kurzportrait

Heilbronn ist eine kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg. Sie liegt am Fluss Neckar und steht mit derzeit ca. 120.000 an sechster Stelle unter den Großstädten des Landes. Nächst größere Städte sind Karlsruhe ca. 63 km südwestlich Stuttgart ca. 42 km südlich und Heidelberg ca. 49 km nordwestlich von Heilbronn.

Heilbronn ist das Oberzentrum der württembergischen Region Heilbronn-Franken innerhalb des Regierungsbezirks Stuttgart und gleichzeitig Sitz des Landkreises Heilbronn von dem sie vollständig umgeben ist. ist damit eines von 14 im Rahmen Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren. gehört mit ihrem Umland zum nördlichen Bereich "Verdichtungsraums Stuttgart" (Umfang siehe unter Stuttgart ).
Das Oberzentrum Heilbronn übernimmt für die und Gemeinden Abstatt Bad Rappenau Bad Wimpfen Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Eppingen Flein Gemmingen Ilsfeld Ittlingen Kirchardt Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Löwenstein Massenbachhausen Neckarwestheim Nordheim (Württemberg) Obersulm Pfaffenhofen der Zaber Schwaigern Siegelsbach Talheim Untergruppenbach Weinsberg und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mitteilbereichs.
Die ehemalige Reichsstadt und spätere württembergische bzw. Kreisstadt überschritt mit der Eingliederung der Klingenberg zum 1. Januar 1970 die Grenze 100.000 Einwohnern und wurde damit zur Großstadt.

Die Stadt Heilbronn ist bekannt als des Weins sowie als "Käthchenstadt". Letztere Bezeichnung bekam Stadt durch das Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn von Heinrich von Kleist .

Nachbargemeinden

(im Uhrzeigersinn von Norden)
Bad Wimpfen Untereisesheim Neckarsulm Erlenbach Weinsberg Lehrensteinsfeld Untergruppenbach Flein Talheim Lauffen am Neckar Nordheim (Württemberg) Leingarten Schwaigern Massenbachhausen und Bad Rappenau .

Geographie

Heilbronn liegt in einer durch den Neckar Talerweiterung am Fuße des Wartbergs (308 m) beiden Seiten des Neckars auf einer fruchtbaren im nördlichen Zipfel des Neckarbeckens.

Wappen

Beschreibung
In Gold der rot bewehrte und bezungte schwarze Reichsadler belegt mit einem von Silber und Blau geteilten Brustschild. Die Stadtflagge Rot-Weiß-Blau
Bedeutung
Der Adler ist das Symbol der welche die Stadt Heilbronn bis 1803 genoss bevor sie zu Herzogtum bzw. Württemberg kam. Zur Unterscheidung von anderen Adlerdarstellungen seit 1556 der Brustschild auf dessen Farbgebung allerdings heute nicht geklärt werden konnte und die in verschiedenen Kombinationen vorkam. Auch die sonstige des Wappens war teilweise anders (Weiß statt Hintergrund).

Geschichte

Erste Besiedlung

Die ältesten menschlichen Spuren in und Heilbronn datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 Chr.) zurück. Die fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner förderten früh die Besiedlung durch Ackerbauern und Das heutige Stadtgebiet enthält auch zahlreiche bronzezeitliche Später aber noch in vorchristlicher Zeit haben Kelten hier Salz aus Sole gewonnen.

Unter dem römischen Kaiser Domizian (81-96 Vhr.) wird im heutigen Stadtteil Böckingen ein Kastell errichtet. Die Römer waren vom Rhein westwärts vorgedrungen und als Außengrenze des römischen entstand der Neckarlimes mit weiteren Befestigungen in und um 150 n. Chr. in Jagsthausen. der Umgebung entstehen zahlreiche weitere römische Villen Gutshöfe.

Um 260 n. Chr. zerfällt der und die Alemannen beherrschen das Neckarbecken. Zwischen 4. und 7. Jahrhundert kommt das Gebiet Fränkischen Reich und es entsteht die erste im Bereich der heutigen Kernstadt.

Erste urkundliche Erwähnung

741 wird Heilbronn als "villa Helibrunna" sowie Michaelsbasilika in einer Schenkungsurkunde des Bistums Würzburg urkundlich erwähnt. König Ludwig der Deutsche hielt Jahr 841 hier Hof. Der Name "Heilbrunna" deutet einen unweit der Basilika gelegenen Brunnen hin.

Um das Jahr 1050 wird eine bedeutenden Ansiedlung von Juden erwähnt. Im Hirsauer Codex wird 1146 die Markt- und Münzgerechtigkeit festgehalten ebenso darin die Existenz eines Hafens sowie der Weinbau in Heilbronn nachweisbar.

Deutscher Ritterorden und Stadtrecht

1225 wird Heilbronn als "oppidum Heilecbrunnen" Teil Stauferreichs. "Oppidum" bezeichnet eine von Mauern und befestigte Stadt. Das älteste Stadtsiegel datiert aus Jahr 1265 . Während des 13. Jahrhunderts erhält auch Deutsche Ritterorden im Süden von Heilbronn ein Gebiet das erst 1805 säkularisiert werden sollte. Orden errichtet darauf ab 1268 den Deutschhof als Hauskommende. Die darin Deutschordenskirche wurde kontinuierlich ausgebaut (1350 gotische Erweiterung Barockisierung 1977 Weihe zum Deutschordensmünster).

1281 verleiht König Rudolf I. nach dem der Staufer Heilbronn ein neues Stadtrecht und einen königlichen Vogt als Herrscher ein. Daneben es einen Rath mit einem Schultheißen an Spitze. Um 1300 wurde erstmals ein Rathaus Markplatz errrichtet und die Kilianskirche auf den der früheren Michaelsbaslika erweitert. Das Neckarprivileg regelte 1333 dass die Stadt den Lauf des ändern konnte wodurch neue Stauwehre Hafenanlagen und enstanden. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wurde Stadt dadurch zunehmend attraktiv für Handwerker und deren Einfluss ständig wuchs und die Mitbestimmung

1371 erhielt die Stadt eine neue Verfassung Kaiser Karl IV. Die Stadt war damit noch dem Kaiser unterstellt und somit Freie dem Rat der Stadt gehörten nunmehr auch von Handwerkern und Kaufleuten an. Neben der Stadt Heilbronn gehörten zum reichsstädtischen Territorium auch Dörfer Böckingen Flein Frankenbach und Neckargartach.

Als Freie Reichsstadt sah sich Heilbronn vom zu dieser Zeit aufstrebenden Haus Wirtemberg Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie 1417 ein bis 1622 gültiges Bündnis mit Kurpfalz festigten die Stellung gegenüber den späteren Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts bedingte weitere Blüte der Stadt. Zahlreiche historische Bauten auf diese Periode zurück z.B. die abermalige der Kilianskirche 1455-1460.

Zeit der Bauernkriege und Reformation

1519 wird Götz von Berlichingen für 3 in Heilbronn in "ritterliche Haft" genommen und auch eine Nacht im Bollwerkturm. Im selben tritt erstmals der Böckinger Gastwirt Jäcklein Rohrbach Erscheinung der mit Komplizen den Böckinger Schultheiß von Olnhausen erschießt. Nachdem er sich einige in Hohenlohe aufgehalten und Gleichgesinnte um sich hatte kehrt er im April 1525 inmitten Bauernkriegs nach Heilbronn zurück. Am 16. April die Bauern zahlreiiche Adlige in Weinsberg am April wird das Heilbronner Karmeliterkloster überfallen und Der Rat der Stadt öffnet unter dem der Bauern die Stadttore worauf am kommenden weitere Kirchen und städtische Einrichtungen geplündert wurden. etwa einen Monat bleibt Heilbronn in der der aufständischen Bauern die trotz der Intervention späteren Heilbronner Reformators Johann Lachmann erst nach Niederlage eines Bauernheers am 12. Mai 1525 Böblingen aus Heilbronn abziehen. Anführer Rohrbach wird 21. Mai 1525 in Neckargartach hingerichtet sein Böckingen wird zur Strafe teilweise niedergebrannt.

1528 wird in Heilbronn durch die Ablösung Bürgermeisters durch den Protestanten Hans Riesser die den Bauernkrieg zuvor verzögerte Reformation vollzogen. Durch Lachmann werden in der Folge auch das und Krankenwesen in Heilbronn neu organisiert. 1529 der Kiliansturm fertiggestellt. Er ist das erste Bauwerk der Renaissance in Deutschland. 1530 bekennen Rat und Bürgerschaft zur Augsburger Konfession. Der Johann Lachmann zurückgehende "Heilbronner Katechismus" von 1536 der zweitälteste der evangelischen Kirche. 1538 tritt dem Schmalkaldischen Bund bei.

Im Jahr 1546 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Truppen der Schmalkaldener und Truppen Kaiser Karls V. die von den Kaisertruppen gewonnen werden. Der Kaiser hält sich zu Weihnachten 1546 zum Strafgerichtstermin in Heilbronn Karl V. ist es auch der im 1552 die Ratsverfassung der Stadt neu regelt beinahe unverändert bis 1803 Bestand haben sollte.

Dreißigjähriger Krieg

Während des Dreißigjährigen Kriegs leiden die Stadt und ihre Dörfer Nach der Schlacht bei Wimpfen wird 1622 niedergebrannt. 1631 wird Heilbronn von Truppen des besetzt aber noch im selben Jahr gelingt den Schweden die Stadt einzunehmen. Von 1634 1647 ist die Stadt wieder in der kaiserlicher Truppen danach zogen französische und anschließend Truppen ein. Erst vier Jahre nach dem Frieden von 1648 ziehen die letzten Besatzungstruppen aus Heilbronn doch bereits in den 1670er Jahren wurde Stadt wieder zum Schauplatz für Aufmärsche von der Franzosenkriege bis sie im Jahr 1688 von den Franzosen besetzt wurde. Die französische der Stadt endet zwar binnen weniger Monate Franzosen können aber erst durch den Aufmarsch großen Heeres 1691 sowie durch den Bau Verteidigungsanlagen 1693 auch aus dem Umland vertrieben

Übergang zu Württemberg

Im 18. Jahrhundert erlebt das Bürgertum Blüte in Heilbronn. In den Stadtarchiven ist dass im 18. Jahrhundert fast alle Ratsmitglieder Stadt über akademische Bildung verfügen. Nun halten hier auch Schiller und Goethe auf und entstehen prachtvolle Bauten.

Am 9. September 1802 endet die der Stadt Heilbronn mit dem Einmarsch der des Herzogs von Württemberg. Als Folge der hatte dieser seine auf dem linken Rheinufer Ländereien an Frankreich abtreten müssen war aber mit dem Zuschlag der vormals Freien Reichsstadt worden. Heilbronn kommt so 1803 an Württemberg und wird Sitz eines Oberamtes die reichsstädtischen Dörfer werden selbständige Gemeinden innerhalb des Oberamtes.

Im Jahr 1815 wird Heilbronn wieder Aufmarschplatz für große Truppenverbände vor dem Feldzug Napoleon. Auf der Theresienwiese findet eine Parade 10.000 Mann statt wobei Kaiser Franz von und 126 deutsche Fürsten und Generale anwesend Zar Alexander von Rußland trifft in Heilbronn baltische Baronin Juliane von Krüdener die ihn Gründung der "Heiligen Allianz" bekräftigt.

Industrialisierung

Ab 1820 setzt die Industrialisierung ein die ab 1848 mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie nach rasch an Aufschwung gewinnt.

Im Jahr 1848 hat Heilbronn aber vorübergehend unter den Wirren der Revolution zu Das 8. Württembergische Infanterieregiment läuft zu den über und wird anschließend entwaffnet und strafversetzt. Heilbronner Bürgerwehr kämpfte im badisch-pfälzischen Freiheitskampf.

Die Bahnlinie nach Stuttgart wurde über Ulm an den Bodensee fortgeführt und war die wichtigste Bahnlinie im Land. In den Jahren erfolgt dann der Bau der Bahnlinie Heilbronn über Bad Wimpfen nach Heidelberg . Ende des 19. Jahrhundert ist Heilbronn wichtiger Verkehrsknotenpunkt und nach Stuttgart die zweitgrößte des Königreichs Württemberg.

Im Jahr 1892 erfolgt der Anschluss der Stadt an Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen. Heilbronn hat als erste Stadt der Welt die Fernversorgung Strom aufgenommen.

Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg

Unter den Einwohnern Heilbronns um 1900 nach fast einem Jahrhundert wirtschaftlichen Aufschwungs und der örtlichen Industrie sehr viele Arbeiter. Heilbronnn als "rote Hochburg" es entstanden zahlreiche Arbeiter- Sportvereine. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg erzielte der Reichstagswahl in Heilbronn die SPD den Stimmenanteil und konnte diesen in den Zeit Weimarer Republik auch halten. Hitler war bei Besuch in der Stadt am 15. Mai kein gern gesehener Gast und es kam einem Handgemenge mit mehreren Verletzten. Noch bei Reichstagswahl am 5. März 1933 erhielt die in Heilbronn mehr Stimmen als die NSDAP.

NSDAP-Kreisleiter in Heilbronn war seit 1932 Drauz Sohn einer angesehenen Heilbronner Familie der 1933 auch dem Reichstag angehörte und der die Gleichschaltung der Heilbronner Vereine und der vorantrieb.

1935 wurde der Kanalhafen am Neckar eröffnet ein Jahr später wird die Autobahn nach fertiggestellt. Wirtschaft und Verkehr in Württemberg florieren Heilbronn liegt im Schnittpunkt der neuestenn und Verkehrsachsen.

Nach Auflösung der württembergischen Oberämter 1938 wird Heilbronn Sitz des neuen Landkreises Heilbronn . Die Stadt selbst scheidet aus dem Heilbronn aus und wird kreisfrei. Die Stadtteile Sontheim und Neckargartach werden zum 1. Oktober eingemeindet. Mit 72.000 Einwohnern ist Heilbronn somit zweitgrößte Stadt in Württemberg nach Stuttgart. Der wird wichtiger Umschlagplatz am Neckar und zählt den zehn größten deutschen Binnenhäfen.

Am 10. Novermber 1938 wird die Synagoge zerstört. Im Lauf des Jahres 1939 die jüdische Gemeinde in Heilbronn praktisch ausgerottet.

Ab 1942 werden in den Salzbergwerken und um Heilbronn Kunstschätze aus Deutschland Frankreich Italien eingelagert. Ebenso werden rüstungswichtige Betriebe in Bergwerksstollen verlagert. Der Ausbau der Stollen wird Kommandos der Konzentrationslager-Außenstellen in Kochendorf und Neckargartach Von Heilbronn bis Neckarelz entsteht so eine teilweise gigantischer unterirdischer Anlagen. Das Arbeitsamt Heilbronn in seinem Bezirk zum 20. November 1942 8.000 Zwangsarbeiter.

Heilbronn 1945

Bei einem Bombenangriff am 4. Dezember 1944 wird die Innenstadt völlig zerstört und umliegenden Dörfer erheblich beschädigt. Innerhalb einer halben sterben 6.500 Menschen von denen über 5.000 Massengräbern im stadtnahen Köpfertal dem heutigen Ehrenfriedhof wurden. Insgesamt schrumpfte die Bevölkerung während des auf 46.350 Einwohner.

Nach zehntägigem Kampf um die strateggisch Überquerung des Neckars der von Westen vorrückenden endet der Zweite Weltkrieg für die zerstörte Stadt am 12. 1945 mit der Besatzung durch US-Truppen. Gauleiter hält auf seiner Flucht zahlreiche Standgerichte und dafür im Dezember 1946 in Landsberg gehängt.

Gegenwart

Nach Kriegsende wird Emil Beutinger der 1933 Bürgermeister gewesen war wieder in sein eingeführt und beginnt sofort mit dem Wiederaufbau durch seine Nachfolger Paul Metz und Paul fortgeführt wurde. 1953 kann das wiederaufgebaute historische eingeweiht werden 1958 die städtische Festhalle "Harmonie".

Ab 1951 sind US-Truppen fest in stationiert. Diese nutzen bestehende Kasernen aus der vor dem Zweiten Weltkrieg und errichten auch Anlagen.

Die Einweihung der Autobahn von Heilbronn Mannheim im Jahr 1968 setzt wichtige wirtschaftliche für Heilbronn. Die Autobahn nach Würzburg folgt nach Nürnberg 1979. Heilbronn wird zu einem Verkehrsknotenpunkt in Südwestdeutschland zahlreiche Großbetriebe siedeln sich der neuen Verkehrsadern an.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg am Januar 1970 hat Heilbronn über 100.000 Einwohner wird damit Großstadt.

Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 bleibt Heilbronn selbst kreisfrei und auch des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn. Sie wird Sitz der neu gebildeten "Region Franken" (heute Region Heilbronn-Franken ).

In den 1970er Jahren erfolgt auch Umgestaltung der Innenstadt zur Fußgängerzone. Die Einweihung Stadttheaters im Jahr 1982 schließt eine der durch den Zweiten Weltkrieg entstandenen städtebaulichen Lücken der Innenstadt.

Der Nato-Doppelbeschluss führt ab 1983 zur Stationierung von Pershing-II-Atomraketen auf der Waldheide. Die Raketenbasis rückt 1985 weiter in das Zentrum der Beachtung bundesdeutschen Friedensbewegung nachdem bei einem Unfall beim einer Rakete sechs US-Soldaten zu Tode gekommen In der Folge wird Heilbronn Ziel von Friedensmärschen. Erst 1992 ziehen die Amerikaner aus Heilbronn ab die Stadt übernimmt 300 Hektar vormals militärisch Flächen.

Ab 1998 erfolgt der Anschluss der Stadt an Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn nach Karlsruhe. Hierfür wurde Innenstadt abermals großflächig umgestaltet.

Religionen

Der Neckarraum wurde während der Besiedlung die Franken unter Chlodwig um das Jahr christlich. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung des wird im Jahr 741 auch eine christliche (heute: Kilianskirche) erstmals in Heilbronnn erwähnt. Der Ritterorden errichtet ab dem 13. Jahrhundert eine in Heilbronn. Beide Kirchen werden kontinuierlich ausgebaut es folgen weitere Kirchen- und Klosterbauten auf heutigen Stadtgebiet.

Um das Jahr 1050 wird urkundlich eine bedeutende Judensiedlung in der Judengasse (heute: genannt. Im Jahr 1298 werden beim so Rintfleisch-Pogrom 143 Juden ermordet. Um 1350 kommt im Zuge der Pest-Epidemie in Europa erneut Ausschreitungen gegen die Heilbronner Juden. Das Stadtrecht 1361 gemahnt den Stadtrat Juden in der aufzunehmen. Bereits in der Mitte des 15. herrscht in Heilbronn jedoch wieder Missgunst gegen die ab 1490 mit Zustimmung Kaiser Friedrichs aus der Stadt gewiesen werden.

Heilbronn gehörte zum Bistum Würzburg die reichsstädtischen Dörfer Böckingen Neckargartach und zum Bistum Worms. Ab 1514 war der Heilbronner Johann Lachmann Pfarrverweser in St. Kilian. wurde er Prediger ab 1524 vertrat er Thesen und führte fortan die Reformation in gegen den Widerstand der Bistümer durch. Nachdem 1528 in Heilbronn die Reformation abgeschlossen war blieb die Reichsstadt über eine protestantische Stadt. Der Rat und die bekannten sich geschlossen zum Protestantismus. Katholikenn waren Juden war es verboten sich in Heilbronn

Mit dem Zeitalter der Aufklärung zog in Heilbronn ein. Seit 1803 durften sich wieder in Heilbronn ansiedeln und ab dem 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken in die Juden wurden in den 1860er Jahren rechtlich anderen Bürgern gleichgestellt.

Nach dem Übergang an Württemberg 1803 wurde die Stadt Sitz eines Dekanats einer Prälatur ("Sprengel" Heilbronn mit einem "Regionalbischof") Evangelischen Landeskirche in Württemberg . Protestanten stellen bis heute die Bevölkerungsmehrheit. katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Heilbronn der Rottenburg-Stuttgart.

Um das Jahr 1920 bildeten sich Heilbronn erste Gruppen der "Ernsten Bibelforscher" (heute: Jehovas). Die relativ kleine Gemeinde wird während Nationalsozialismus angefeindet zahlreiche Gemeindemitglieder sterben in Konzentrationslagern.

Die etwa 350 Personen umfassende jüdische muss im November 1938 mit ansehen wie prachtvolle Heilbronner Synagoge in Flammen aufgeht. Im der anschließenden Judenverfolgung wird die jüdische Gemeinde ausgerottet.

Die Zeugen Jehovas errichten 1953 in wieder einen Versammlungssaal dem zahlreiche weitere Säle in die Gegenwart folgen.

Durch die starke Ansiedlung von Gastarbeitern Übersiedlern aus islamischen oder russisch-orthodoxen Ländern stellen Glaubensrichtungen seit den 1970er Jahren einen wachsenden Im Stadt- und Landkreis Heilbronn sind seit 1990er Jahren zahlreiche islamische Moscheen entstanden.

Politik

An der Spitze der Stadt Heilbronn zunächst der königliche Vogt und der Schultheiß . Später standen der Stadt 2 Bürgermeister In württembergischer Zeit wurde vom König ein Bürgermeister eingesetzt später erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister .

Wirtschaft

Verkehr

Östlich von Heilbronn verläuft die Bundesautobahn 81 Stuttgart-Würzburg. Sie kreuzt bei Weinsberg ("Weinsberger die Autobahn A 6 Mannheim-Nürnberg. Über beide ist die Stadt Heilbronn gut zu erreichen. die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B Stuttgart-Würzburg die B 39 Mannheim-Schwäbisch Hall und B 293 Karlsruhe-Heilbronn. Heilbronn liegt auch an Bahnlinien (Stuttgart-Würzburg und Stuttgart-Heilbronn-Heidelberg).

Ferner gibt es eine Bahnlinie über Eppingen und Bretten nach Karlsruhe bzw. über Öhringen nach Schwäbisch Hall . Von Karlsruhe kommend verkehren Stadtbahnen der Albtal-Verkehrsgesellschaft. Die Linien führen derzeit von Karlsruhe über den Hauptbahnhof durch die Heilbronner Innenstadt sollten ursprünglich bis 2003 bis nach Öhringen verlängert werden. Aufgrund massiven Verzögerungen beim Neubau der Strecke durch Heilbronner Stadtgebiet und bei der Sanierung und der bestehenden Strecke von Heilbronn nach Öhringen sich die Erweiterung des Stadtbahnnetzes voraussichtlich bis ins Jahr 2005 verzögern. Für die Zukunft sind außerdem Stadtbahnlinien nach Neckarsulm Lauffen am Neckar und Zaberfeld geplant.

Den sonstigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im bedienen Busse der Stadtwerke Heilbronn (Verkehrsbetriebe) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen.

Medien

Heilbronn ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks . Von hier wird das Regionalprogramm "Frankenradio" Als Tageszeitung erscheint in Heilbronn die Heilbronner Stimme .

Staatliche Behörden

Heilbronn ist Sitz folgender Behörden und
  • Arbeitsgericht Heilbronn
  • Handwerkskammer Heilbronn K.d.ö.R. http://www.hwk-heilbronn.de - Kammerbezirk ist die Region Heilbronn-Franken
  • IHK Heilbronn-Franken K.d.ö.R. http://www.ihk-heilbronn.de - Kammerbezirk ist die Region Heilbronn-Franken
  • Landratsamt Heilbronn http://www.landkreis-heilbronn.de
  • Regionalverband Heilbronn-Franken http://www.regionalverband-heilbronn-franken.de K.d.ö.R.
  • Sozialgericht Heilbronn - Der Gerichtsbezirk umfasst den Heilbronn die Landkreise Heilbronn Ludwigsburg und Schwäbisch sowie den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis

Bildungseinrichtungen

  • Fachhochschule Heilbronn - Hochschule für Technik und gegründet 1961 als Staatliche Ingenieurschule seit 1972 Fachhochschule ab 1988 mit dem zusätzlichen Standort Künzelsau .

Städtepartnerschaften

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Heilbronn ist in Stadtteile gegliedert. In den Stadtteilen Biberach Frankenbach Kirchhausen und Klingenberg die erst durch die Gebietsreform nach Heilbronn eingegliedert wurden bestehen Bezirksbeiräte da sie entsprechend der Hauptsatzung der Heilbronn "Bezirke" im Sinne von § 64 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg bilden . Gremien sind zu wichtigen den Stadtteil betreffenden zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine obliegt dann allerdings dem Gemeinderat der Gesamtstadt

  • 001 Innere Stadt
  • 002 Äußere Innenstadt
  • 003 Böckingen
  • 004 Neckargartach
  • 005 Sontheim
  • 006 Klingenberg
  • 007 Frankenbach
  • 008 Kirchhausen
  • 009 Biberach
  • 010 Horkheim

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Gemeinden bzw. Gemarkungen die die Stadt Heilbronn eingegliedert wurden
Jahr Orte Zuwachs in ha
01.06.1933 Böckingen Stadt (seit 1919) 1.135
01.10.1938 Neckargartach 1.125
01.10.1938 Sontheim 740
01.01.1970 Klingenberg 272
01.07.1972 Kirchhausen 1.147
01.01.1974 Biberach 1.058
01.04.1974 Frankenbach 889
01.04.1974 Horkheim 486

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis handelt es sich meist um Schätzungen danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Jahr Einwohnerzahlen
1399 ca. 5.500
1501 6.168
1618 ca. 6.000
1769 6.077
1803 5.692
1830 10.703
1849 12.377
1. Dezember 1871 ¹ 18.955
1880 ¹ 24.446
1. Dezember 1890 ¹ 29.941
1. Dezember 1900 ¹ 37.891
1. Dezember 1910 ¹ 42.688
16. Juni 1925 ¹ 45.520
16. Juni 1933 ¹ 68.953
17. Mai 1939 ¹ 77.569
1944 ¹ 46.350
13. September 1950 ¹ 64.643
6. Juni 1961 ¹ 89.100
27. Mai 1970 ¹ 101.646
30. Juni 1975 114.999
30. Juni 1980 111.509
30. Juni 1985 111.188
27. Mai 1987 ¹ 110.970
30. Juni 1990 ¹ 115.055
30. Juni 1997 121.500
¹ Volkszählungsergebnis

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Stadttheater Heilbronn erbaut 1982 mit wechselnden Darbietungen

Orchester

  • Württembergisches Kammerorchester e.V. Heilbronn - Das 1961 von Jörg Faerber gegründete Orchester spielt Musik des Barock und der Klassik .

Museen

  • Naturhistorisches Museum
  • Neckarschiffahrtsmuseum
  • Städtische Galerie Deutschhof

Bauwerke

  • Alter Handkran
  • Bollwerksturm
  • Deutschhof
  • Festhalle "Harmonie"
  • Gerichts- und Fleischhaus
  • Götzenturm
  • Hafenmarktturm
  • Haus Zehender am Marktplatz
  • Käthchenhaus am Marktplatz
  • Kirchen:
    • Deutschordensmünster
    • Kilianskirche (evang.) - Wahrzeichen der Stadt mit Hochaltar von Hans
    • Nikolaikirche
  • Rathaus
  • Schießhaus
  • Trappenseeschlößchen

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Alter Friedhof (angelegt 1530 Park seit 1882)
  • Aussichtsturm auf dem Wartberg
  • Ehrenfriedhof für die Opfer des Fliegeangriffs am Dezember 1944
  • Fleinertorbrunnen
  • Robert-Mayer-Denkmal am Eingang zum Stadtgarten
  • Siebenröhrenbrunnen

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Pferdemarkt
  • Juli: " Gaffenberg Festival"
  • Juli/August: "Unterländer Volksfest"
  • September: "Heilbronner Weindorf"
  • Oktober: Hafenmarkt
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt um die Kilianskirche
  • im 4-Jahres-Turnus: "Neckarfest"

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks


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