Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Heinrich II. Plantagenet (* 25. März 1133 † 6. Juli 1189 ) war Herzog von Anjou und König von England ( 1154 - 1189 ) und beherrschte zeitweise Wales Schottland das östliche Irland und das westliche Frankreich . Seine Beinamen waren "Kurzmantel" (wegen der knapp geschnittenen Umhänge die er trug) "Königin und "Löwe der Gerechtigkeit" der auch von Großvater Heinrich I. getragen wurde. Er war der erste Angeviner Könige die auch als das Haus bezeichnet wurden.
Heinrich II. wurde am 25. März 1133 als ältester Sohn von Matilda Tochter Heinrichs I. von England und Witwe des deutschen Heinrich V. und ihrem zweiten Gemahl Gottfried dem Herzog von Anjou geboren. Heinrich wuchs in Anjou auf und besuchte England erstmals 1142 um den Anspruch seiner Mutter auf englischen Thron zu unterstützen. 1149 wurde er von seinem Onkel König von Schottland zum Ritter geschlagen. 1150 übernahm er das Herzogtum Normandie.
Henry II. von England. Grabbildnis in der Fontrvrault Abtei
Schon vor seiner Thronbesteigung in England er auf dem europäischen Kontinent die Normandie und Anjou . Seine Heirat mit Eleonore von Aquitanien am 18. Mai 1152 brachte weitere Ländereien in seinen Besitz die Region um Tours (die Touraine) Aquitanien und die Gascogne. Somit war er als sein Lehnsherr (für die kontinentalen Gebiete) König von Frankreich mit einem Reich oder besser einem verschiedenartiger Ländereien und Herrschaftsansprüche das sich vom Firth (zwischen Irland und Schottland) fast bis Mittelmeer und von der Somme bis zu den Pyrenäen erstreckte. Nach seiner Thronbesteigung in England diese Struktur unter anderem eine erneute Zusammenführung normannischen und der britischen Reichsteile des englischen 1155 konnte er durch Verhandlungen auch die Bretagne unter seine Kontrolle bringen. Man spricht vom so genannten Angevinischen Reich . Kein englischer König vor ihm verfügte ein größeres Territorium. Allerdings war auch kein König stärker in Auseinandersetzungen auf dem Kontinent mit den Adligen in im eigenen Herrschaftsgebiet Heinrich kämpfte gegen den französischen König Ludwig VII. den geschiedenen Ehemann seiner Frau Eleonore von Aquitanien und dessen Verbündete. Heinrich stand in Korrespondenz mit dem Kaiser von Byzanz Manuel I. Komnenos.
Heinrich wurde in England erst in Spätphase des Bürgerkriegs zwischen seiner Mutter Mathilde König Stephan aktiv. Der Bürgerkrieg in dem von beiden Seiten den Sieg erringen konnte 1153 mit dem Vertrag von Wallingford beendet. adoptierte damit Heinrich II. und setzte ihn Nachfolger ein. Stephan regierte noch bis 1154. der Geburt seines ersten Sohnes Wilhelm dem Graf von Poitiers kehrte Heinrich 1152 zu seiner Frau zurück. Nach dem Stephans wurden Heinrich II. und Eleonore am November 1154 in Westminster gekrönt.
Sofort versuchte Heinrich die Auseinandersetzungen zu in die er auf dem Kontinent verwickelt Er schloss in Rouen Frieden mit Ludwig und erkannte ihn als seinen Lehnsherren an. ältester Sohn Heinrich der Jüngere wurde mit der Tochter Ludwigs verlobt. An der Loire derweil der Krieg zwischen Heinrich und seinem Gottfried um die Herrschaft über Anjou weiter. dem Sieg Heinrichs wurde Gottfried mit der Nantes abgefunden. Ein wichtiger Abschnitt der Expansion Süden in Richtung Toulouse war 1159 die Nantes' die neue Kämpfe mit Ludwig VII. Folge hatte. Erst 1173 wurde der Graf Toulouse Heinrichs Lehnsmann.
In England betrieb Heinrich zunächst Konsolidierungspolitik. der Herrschaft Stephans war die Vormachtstellung der so stark geworden dass der Monarch das kaum noch kontrollierte. Heinrich sah es als Aufgabe an diese Macht wieder in seine zurück zu verlagern. Festungen die ohne die Erlaubnis in der Stephans gebaut worden waren wurden geschleift. In 1170er Jahren gelang es einem walisisch-normannischen Ritterheer dem Kommando Richard Strongbows Earl of Clare Osthälfte Irlands für Heinrich II. zu erobern.
Heinrich II. baute mehrere Pfalzen in Ländereien und gab an seine Hofmeister die ab zivile Streitigkeiten im Namen der Krone regeln. Er selbst führte die Herrschaft in weitläufigen Reich als klassischer Wanderkönig vergleichbar mit deutschen Herrschern. Unter seiner Herrschaft wurde das Rechtsbuch geschrieben das eine Grundlage für das im angelsächsischen Rechtskreis stark verbreitete Common Law darstellt. Mit den Assisen von Clarendon 1166 ) wurde unter anderem das Geschworenengericht zur Beginnend mit dem Zeipunkt der Eroberung der Insel durch die Normannen waren die angelsächsischen Prozesse mit einer durch Gottesurteile und "Recht durch Gefecht" - der auf den Kampf (dessen Anwendung in England 1819 abgeschafft wurde) - ersetzt worden.
Diese Entscheidung die Geschworenengerichte erneut einzuführen eine der wichtigsten Beiträge Heinrichs II. zur Englands.
Durch die Entwicklungen im Rechtssystem wurde Macht der Kirchengerichte beschnitten. Die Kirche bekämpfte Entwicklung sowie darüber hinausgehende Versuche des Königs über Geistliche auszuüben. Der wichtigste Vertreter der war Thomas Becket der Erzbischof von Canterbury früherer Freund und Kanzler Heinrichs II. hatte Thomas Becket 1162 zum Erzbischof ernannt um Konflikte zu Heinrich versuchte Becket und seine Gefolgsleute zu indem er sie per Eid dazu zwang den "Sitten des Reiches" zu unterwerfen.
Es war und blieb umstritten was Sitten sein sollten und die Kirche weigerte sich dem König zu unterwerfen. Becket verließ nach dem Konzil von Clarendon 1163 um sich der Unterstützung von Papst Alexander III. in Rom und der des Königs Frankreich zu versichern.
Nach der Beilegung der Zwistigkeiten zwischen II. und Thomas Becket in der Normandie 1170 kehrte Becket nach England zurück. Becket sich erneut mit Heinrich in der Frage Krönung des Prinzen Heinrich (vgl. unten). Die zitierten Worte Heinrichs II. waren: "Wer erlöst mich von diesem störenden Priester?" . Vier seiner Ritter nahmen ihn beim (wie er es vielleicht auch wollte obwohl es später stets abstritt) und zogen sofort England wo sie Becket in der Kathedrale Canterbury am 29. Dezember 1170 ermordeten. Unabhängig von der tatsächlichen Schuld Königs war sein Ansehen im gesamten Reich massiv beschädigt.
Ein weiterer Konfliktherd ergab sich als in den 1160er Jahren daran ging sein Reich unter seinen Söhnen aufzuteilen. Der älteste Sohn Heinrich der Jüngere sollte das englisch-normannische sowie Anjou erhalten Richard Löwenherz Aquitanien und die Bretagne. Für Johann Ohneland den Jüngsten Savoyen (durch Heirat) die Grafschaft Mortain und eroberten irischen Gebiete. Heinrich der Jüngere wurde König gekrönt aber er regierte niemals das Festland da er vor seinem Vater starb.
Diese Aufteilung umfasste zunächst allerdings nur Titel. Heinrich II. war darauf bedacht die in allen Teilgebieten bis zu seinem Tod der eigenen Hand zu behalten. Dieses Vorgehen 1172 zur Rebellion seiner Söhne die durch Mutter Eleonore unterstützt wurde. Ihr Ziel war die ihnen zugedachten Territorien sofort in Besitz nehmen. Hilfe erhofften sie sich bei m König einflussreichen französischen Fürsten sowie bei Wilhelm Löwen König von Schottland. Als letzterer 1174 Gefangenschaft geriet brach der Aufstand zusammen. Heinrich nahm seine Söhne schnell wieder in seine auf ließ aber Eleonore in Haft setzen. bemühte er sich um die Scheidung und Rosamund Clifford als Mätresse an mit der seit 1165 während einer seiner Feldzüge nach Wales zu ihrem Tod 1176 eine Beziehung hatte. Sofort begann Heinrich Heirat mit Alice die Tochter König Ludwigs VII. vorzubereiten die bereits mit Heinrichs eigenem Richard verlobt war. Seine Beziehung zu ihr mehrere Jahre vermutlich gebar ihm Alice zahlreiche Kinder.
Der Friede mit den Söhnen währte lange. Bald befanden sie sich wieder in gegen ihren Vater. Dem Tod von Heinrich jungen König 1183 während eines Feldzugs gegen Heinrich im folgte der Tod des nächsten in der der Thronfolger Gottfried Herzog der Bretagne der 1186 von einem Pferd niedergetrampelt wurde.
Heinrichs drittem Sohn Richard Löwenherz gelang es schließlich mit der Hilfe Philippe II. Auguste und in Absprache mit seinem Bruder Ohneland Heinrich am 4. Juli 1189 anzugreifen und ihn zu besiegen. Heinrich Richard im Abkommen von Azay-le-Rideau als alleinigen anerkennen. Heinrich starb zwei Tage später am 7. Juli 1189 bei Chateau Chinon und wurde später Kloster Fontevraud in der Nähe von Chinon Saumur in der Region Anjou beigesetzt.
Somit wurde Richard Löwenherz zum König England gekrönt. Als dieser an den Kreuzzügen teilnahm folgte ihm Johann Ohneland der jüngste Sohn Heinrichs. Die Ansprüche Arthur dem Sohn von Gottfried dem Herzog Bretagne und dessen Tochter Eleanor wurden nicht
Heinrich II. und seine Frau Eleonore Aquitanien hatten fünf Söhne und drei Töchter:
Heinrich II. soll etwa zehn weitere Kinder mit wenigstens vier anderen Frauen gehabt Eleonore sorgte dafür dass die meisten dieser am Hofe aufgezogen wurden. Einige dieser nichtehelichen verblieben am Hofe.
Die dramatischen Auseinandersetzungen innerhalb des Hauses haben immer wieder die Phantasie von Autoren und Filmemachern herausgefordert. Bereits die Zeitgenosen versuchten für die ungewöhnlich heftigen Kämpfe in der zu finden. So wurde angenommen dass die von einer bösen Fee oder gar dem abstammten was der Ursprung für den ständigen sei. Andere stellten Eleonore als "böse Mutter" die die Söhne dem Vater entfremdet hätten. aAndere machten den fortgesetzten Ehebruch Heinrichs II. oder den Inzest den Eleonore und Heinrich wenn auch entfernt Verwandte begingen. Moderne Analysen psychologische Aspekte ein so die ständige Abwesenheit Wanderkönigs Heinrich II. von seinen Kindern oder mögliche psychische Störung des Königs. Wahrscheinlich waren politischen Bedingungen ausschlaggebender. Das angevinische Reich umspannte riesiges sehr heterogenes Gebiet. Es war erst kurzer Zeit entstanden und vor allem unter Adligen existierte kein Zusammengehörigkeits- oder Reichsbewusstsein.
Das Filmdrama The Lion in Winter (Der Löwe im Winter) in den Peter O'Toole und Katharine Hepburn (Nebenrolle: Anthony Hopkins ) befasst sich mit den verräterischen Machenschaften die Herrschaft des Thrones von England.
Ein Remake dieses Filmes mit Patrick Stewart und Glenn Close in den Hauptrollen erschien 2003. Heinrich und seine Söhne König Richard Löwenherz und John waren weiterhin ein Thema der BBC-Serie The Devil's Crown (Die Krone des Teufels).
1978 erschien ein Buch von Richard mit dem gleichen Namen wie die BBC-Serie.