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Herzogtum Berg


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Berg war bis 1815 ein Herzogtum (Ducatus Montensis) im westfälischen Kreis des alten Deutschen Reichs . Es war am rechten Rheinufer zwischen dem Erzbistum Köln dem Fürstentum Nassau-Siegen dem Herzogtum Westfalen der Grafschaft Mark dem Herzogtum Kleve und dem Fürstentum Mörs gelegen. Berg zählte auf 2975 km² Einwohner und gehört jetzt teils zu den Düsseldorf und Köln .

Das Herzogtum war beim ersten Erscheinen Römer von Ubiern später von Tenkterern und Sigambrern nach der Völkerwanderung von ripuarischen Franken bewohnt und Grenzland zu den Sachsen . Das Christentum fand hier zuerst um 700 Eingang durch Suitbert Bedas Schüler der auf einer Rheininsel bei das Stift Kaiserswerth gründete.

Die Vorfahren der Grafen von Berg das Vogteiamt über die Abteien Deutz Werden und Siegburg . Die Vögte waren eine Art Schutzpatrone die großen Güter und Besitzungen. 1068 nennt sich ein Adolf der zweite Namens zuerst mit dem Zusatz "vom Berge" noch nicht Graf . Erst im Jahr 1101 führt er in einer Urkunde des Heinrich IV. (HRR) den Grafentitel. Von diesem Zeitpunkt an er Graf Adolf I. genannt und man beginnt jetzt mit Zählung. Adolf I. starb im Jahr 1106 .

Nachfolger von Adolf I. wird sein Sohn Adolf II. von Berg . Er regierte von 1106 bis 1160. erbaute die neue Burg in Schloß Burg an der Wupper am gleichnamigen Fluss Wupper gelegen (dieser Ort gehört heute zur Stadt Solingen ) verwandelte die Stammburg Burg Berge ( Altenberg ) 1133 in eine Zisterzienserabtei .

Nachdem Adolf II. im Jahr 1160 Mönch in Altenberg wird teilen seine Brüder Everhard und Engelbert I. das Erbe so dass jener Altena Berg erhielt. Engelbert vermehrte seine Besitzungen bedeutend am Kreuzzug Kaisers Friedrich I. Barbarossa teil und starb dabei Anfang Juli bei Kovin in Serbien als zweiter Berger auf dem Wege Heiligen Land. Mit seinen Söhnen Adolf III. ( 1189 - 1218 ) und dem 1225 ermordeten Engelbert II. der als Engelbert I. von Köln dort Erzbischof wurde erlosch der Mannesstamm.

Das Herzogtum Berg fiel nun an von Limburg Schwiegersohn des Grafen Adolf III. Enkel Adolf V. ( 1259 - 1296 ) nahm in der Schlacht von Worringen den Erzbischof von Köln Siegfried von Westerburg gefangen und erklärte in demselben Jahr 1288 ) Düsseldorf zur Stadt ; er hatte seinen Bruder Wilhelm I. Nachfolger. Diesem folgte sein Neffe Adolf VI. 1308 bis 1348 ) unter dessen Regierung Berg durch Überschwemmungen Missernten Pest und den Krieg zwischen Friedrich von Österreich und Ludwig dem Bayern viel zu leiden hatte.

Da Adolf ohne Kinder starb fiel Grafschaft Berg an seine Schwestertochter Margarete Gräfin Ravensberg und Gemahlin Gerhards Sohns des Herzogs von Jülich. Gerhards Sohn Wilhelm II. erhielt 1380 vom König Wenzel für Berg die Herzogswürde und starb 1408 . Sein Sohn Herzog Adolf I. zugleich von Ravensberg ( 1408 - 1437 ) erwarb nach dem Tode des Herzogs III. von Jülich und Geldern 1423 ersteres Land. Berg blieb von da bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit Jülich vereinigt.

Nach dem Erlöschen des Jülich-Bergschen Hauses 1511 ) folgten Fürsten aus dem Haus Kleve und nach deren Aussterben ( 1609 ) erhob sich ein Erbfolgestreit der damit wurde dass die Nachfolge in Jülich und dem Haus Pfalz-Neuburg zufiel. Nach dessen Erlöschen das Land 1742 an den Kurfürsten Karl Theodor aus der Sulzbacher Linie und nach dessen Tod 1799 an den Herzog Maximilian Joseph von welchem es 1801 im Lüneviller Frieden verblieb.

1806 wurde Berg an Frankreich abgetreten und Napoleon I. bildete nun daraus ein Großherzogtum unter dem französischen Reitergeneral und Schwager Joachim Murat . 1807 wurden dazu noch die Grafschaften Mark und Lingen das Herzogtum Münster die Abteien Essen und Werden geschlagen so dass das seit 1808 in vier Departements (Rhein Sieg Ruhr Ems) geteilt auf einer Fläche von ungefähr 350 km² 878.157 Einwohner zählte. Nach Murats zum König von Neapel folgte im Großherzogtum das Düsseldorf zur hatte 1809 unter kaiserlicher Vormundschaft ein vierjähriger Neffe Napoleon I.. Ludwig Napoleon war der zweitälteste Sohn des Königs von Holland und Bruder Napoleons III.

Bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Großherzogtum auf indem einzelnen zusammengezwungenen Landesteile freiwillig zu ihren früheren zurückkehrten. Die meisten derselben zusammen mit dem Herzogtum Berg fielen schließlich durch den Wiener Kongreß an Preußen .

Literatur

  • Göcke Das Großherzogtum Berg unter Joachim Murat Napoleon und Louis Napoleon 1806-1813 Köln 1877
  • Bernhard Schönneshöfer Die Geschichte des Bergischen Landes Elberfeld 1908
  • Charles Schmidt Das Großherzogtum Berg 1806-1813 Neustadt/Aisch 1999 ISBN 3-87707-3535-5

[Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus Meyers Konversationslexikon von 1888-90.]

siehe auch Bergisches Land

Weblinks

  • Berg in: Meyers Konversationslexikon 4.Aufl. 1888-90 Bd.2



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