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Herzogtum Geldern


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Herzogtum Geldern um 1350

Geldern ist ein ehemaliges deutsches Herzogtum am Niederrhein und an der Ijssel grenzte an Friesland Westfalen Brabant Holland und den Zuidersee . Es bestand im wesentlichen aus den Niederquartieren Nimwegen Arnheim und Zutphen und dem Roermond. Die heutige Provinz Gelderland in den Niederlanden deckt einen Großteil ehemaligen Territoriums ab. Das Herzogtum ist nach Stadt Geldern benannt die heute in Deutschland liegt.

Geldern wurde ursprünglich von Sigambrern und Batavern später von Franken bewohnt und bildete einen Teil des Austrasien . Nach dem Untergang der karolingischen Monarchie gehörte das spätere Geldern zum Herzogtum Lothringen und kam durch den Vertrag von 870 an Deutschland.

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich auch hier eine Territorialgewalt; erster Graf von Geldern gilt Gerhard I. von Wassenberg (um 1096 ). Dessen Enkel Heinrich I. (gest. 1182 ) erbte 1179 die Stadt Zutphen . Seine Nachfolger Otto I. und Gerhard III. vergrößerten diesen Besitz mannigfache Erwerbungen in den Landschaften Veluwe und Otto II. der Lahme befestigte mehrere Städte und sie mit bedeutenden Privilegien zur Hebung des auch erhielt er von Wilhelm von Holland 1248 den pfandweisen Besitz der Vogtei über die Reichsstadt Nimwegen .

Sein Sohn und Nachfolger Rainald I. gegen Adolf Grafen von Berg Ansprüche auf Herzogtum Limburg . In dem hieraus entstehenden Krieg kam am 5. Juni 1288 bei Worringen zur Schlacht in welcher Rainald I. wurde. Er musste sich die Freiheit mit auf alle Ansprüche auf Limburg erkaufen. 1310 erhielt er von Heinrich VII. für seine Besitzungen das Privilegium de evocando wodurch seine Untertanen von der Gewalt Gerichte befreit wurden. Da er infolge einer der Schlacht bei Woeringen erhaltenen Wunde gemütskrank erhob sich 1316 ein Aufstand in Geldern an dessen sein Sohn Rainald II. stand. Derselbe bemächtigte 1320 des Vaters durch List und warf ins Gefängnis worin er 1326 starb.

Rainald II. wurde 1339 vom Kaiser Ludwig dem Bayern zum Herzog von Geldern erhoben und mit Ostfriesland belehnt. Als er 1343 starb folgte ihm sein zehnjähriger Sohn III. unter Vormundschaft des Grafen Adolf II. von der Mark . Es bildeten sich zwei Parteien die zwei vornehmen Familien benannt wurden: die Hekeren deren Spitze Herzog Rainald stand und die welche dessen Bruder Eduard anführte. In der bei Tiel 1361 wurde Rainald besiegt und gefangen genommen; übernahm nun die Regierung verlor aber in Fehde mit Brabant das Leben (1371). Jetzt der bisher gefangen gehaltene Rainald III. wieder Regierung berufen doch starb auch er noch demselben Jahr ebenfalls kinderlos. Während sich nun Hekeren für Mathilde Tochter Rainalds II. und des Grafen Johann I. von Kleve erklärten die Bronkhorsten Wilhelm von Jülich dem siebenjährigen des letzten Herzogs zur Regierung zu verhelfen der geldernsche Erbfolgekrieg entstand welcher erst 1379 zu gunsten Wilhelms endete der sodann von König Wenzel (HRR) als Herzog von Geldern anerkannt wurde. 1393 fiel ihm das Herzogtum Jülich als zu; er starb 1402 . Sein Bruder und Nachfolger Rainald IV. die Stadt Emmerich am Rhein einem frühern Versprechen zufolge dem Herzog Kleve überlassen.

Da auch er kinderlos starb ( 1423 ) so kam die Regierung an seinen Arnold von Egmond über welchen dessen Vater von Egmond Herr von Arkel die Vormundschaft Auch der Kaiser Sigismund (HRR) hatte 1424 diese Nachfolge bestätigt doch schon 1425 widerrief er diese Bestätigung und setzte Herzog Adolf von Berg und Jülich als von Geldern ein. Ein langjähriger Krieg war Folge hiervon da nun auch Arnold Ansprüche Jülich erhob; derselbe endete schließlich damit dass das Haus Egmond in Geldern und Adolf seine Erben in Jülich behaupteten. Herzog Arnold mit seinen Städten besonders mit Nimwegen in fortwährendem Hader und da er dem Lande drückende auferlegte bildete sich eine Verschwörung gegen ihn der seine eigene Gemahlin die herrschsüchtige und Katharina von Kleve und sein Sohn Adolf Anfangs gewann Arnold das Übergewicht und Adolf das Land räumen; allein nachdem er zurückgekehrt bemächtigte er sich des Vaters durch Verräterei 1465 und hielt ihn auf Schloss Büren in harter Gefangenschaft. Karl der Kühne von Burgund benutzte die willkommene Gelegenheit einzumischen wozu ihm der allgemeine Unwille über Grausamkeit den Vorwand bot; er zwang diesen Freigebung des Vaters und setzte ihn gefangen 1471 ) worauf er Arnold 1472 das Herzogtum für 92.000 Goldgulden abkaufte. Adolf erhielt indes dem Tod Karls des Kühnen ( 1477 ) die Freiheit wieder und ward von Gentern an die Spitze einer Partei gestellt eine Heirat zwischen Maria von Burgund und ihm erzwingen wollte; doch fand bald darauf bei der Belagerung von Tournai seinen Tod. Nun suchte zwar Katharina Schwester für dessen Sohn Karl die Regierung führen; doch vermochte sie sich gegen Maximilian von Österreich auf den durch seine Vermählung mit von Burgund die burgundischen Ansprüche übergegangen waren zu behaupten und dieser nahm 1483 das Land in Besitz. Allein Karl seine Ansprüche nicht auf sondern sammelte mit Unterstützung ein Heer und bemächtigte sich 1492 1493 seines väterlichen Erbes wieder. Alle Versuche Geldern wiederzuerobern waren vergeblich und auch die Statthalter Erzherzog Philipp und nachher Margarete vermochten nichts gegen Karl auszurichten welcher 1507 in Brabant und Holland eindrang 1511 Harderwijk und Bommel eroberte 1512 vor Amsterdam erschien und 1514 Groningen einnahm. Erst 1528 ward er von Karl V. gezwungen in dem Vertrag von Gorinchem und Zütphen von jenem zu Lehen zu nehmen.

1534 machte Herzog Karl da er kinderlos war den Versuch an Frankreich zu bringen; allein dem widersetzten sich Stände aufs heftigste und nötigten ihn zur des Landes an den Herzog von Kleve den Reichen 1538 ; noch in demselben Jahr starb Karl. den Franzosen verbündet behauptete sich Wilhelm längere mit Glück; endlich erschien aber Karl V. am Niederrhein und nötigte ihn in einem Vertrag 7. September 1543 Geldern nochmals an ihn abzutreten das definitiv mit den habsburgisch-burgundischen Niederlanden vereinigt wurde.

Die niederländische Revolution hatte eine Trennung zur Folge indem der nördliche Teil desselben 1579 der Utrechter Union beitrat und daher holländisches Geldern genannt der südliche Teil aber Spanien treu blieb und daher spanisches Geldern Während das holländische Geldern fortwährend das Schicksal Generalstaaten teilte kam das spanische Geldern (das genannte Oberquartier Geldern jetzt zum Regierungsbezirk Düsseldorf gehörig) durch den Utrechter Frieden ( 1713 ) samt der Hauptstadt Geldern an Preußen außer Venlo das an die Generalstaaten und Roermond das nebst den übrigen spanischen Niederlanden Österreich fiel. Im Frieden von Basel ( 1795 ) jedoch fiel ein Teil desselben und 1801 im Lunéviller Frieden das Ganze als Departement Roer an Frankreich . Im Frieden von Paris ( 1814 ) wurde Geldern zum Teil mit Holland Teil mit Preußen vereinigt.

Inhaltsverzeichnis

Herrscher Gelderns

(Aufzählung: Regentschaft von bis Name geboren+gestorben Familie etc. )

  • - Karolinger

Grafen von Geldern

Haus Wassenberg

  • vor 1096 - um 1129 - Gerhard I. von Wassenberg (Gerhard I. von Geldern) (Gerhard III. Wassenberg) (Graf von Geldern) (* um 1060; um 1129)
  • um 1129 - um 1131 - Gerhard II. (Geldern) ( der Lange ) (Graf von Geldern) (* um 1090/95; um 1131)
  • um 1131 - 1182 - Heinrich I. (Geldern) (* um 1117; † 1182) (Vater Gerhard III. (ältester Sohn und Mitregent) und I.)
  • 1182 - 1207 - Otto I. (Geldern) ; (* um 1150; † 1207) (jüngster von Heinrich I.)
  • 1207 - 1229 - Gerhard IV. (Geldern) ; (* um 1185; † 1229)
  • 1229 - 1271 - Otto II. (Geldern) ( der Lahme ) (* um 1215; † 1271) (Sohn: I.)
  • 1271 - ( 1288 ) 1318 - Rainald I. (Geldern) ( der Streitbare ) (bis 5. Juni 1288 Schlacht von Worringen ; 1310 Privilegium de non evocando; 1316 (* um 1255; † 1326)
  • 1318 / 39 - 1343 - Rainald II. (Geldern) ( der Rote / der Schwarze ) (ab 1339 Herzog von Geldern mit belehnt) (* um 1295; † 1343) (Sohn III. Sohn Eduard Mathilde (verheiratet mit Graf I. von Kleve))

Herzöge von Geldern und Grafen von

Haus Wassenberg

  • 1339 - 1343 - Rainald II. (Geldern) ( der Rote ) (* um 1295; † 1343) (s.
  • 1343 - 1361 - Rainald III. (Geldern) ( der Dicke ) (1343/44 Vormund: Eleonore von England Tochter Eduard III. (England) (?) Frau von Rainald II.) (* 1333 1371)
  • 1361 - 1371 - Eduard (Geldern) (* 1336 † (jüngerer Bruder von Rainald III.)
  • 1371 - 1371 - Rainald III. (Geldern) ( der Dicke ) (s. o.)

Haus Jülich-Hengebach

  • 1371 - 1402 - Wilhelm I. (Geldern) (1371-77 Vormund: Wilhelm von Jülich Vater des Wilhelm (I.)) 1383 von König Wenzel als Herzog von (* 1363; † 1402) (Neffe von Rainald und Eduard sein Bruder war Rainald IV.) Erbschaft: 1393 - 1402 Herzog von Jülich)
  • 1402 - 1423 - Rainald IV. (Geldern) (* um † 1423) (Bruder von Wilhelm I. starb (1402-1423 Herzog von Jülich)

Haus Egmond

  • 1423 - 1465 - Arnold von Egmond (1423-36 unter von Johann II. von Egmond Herr von (* 1410; † 1473) (Großneffe (Enkel der von Rainald IV. Sohn von Johann II. Egmond Herr von Arkel Ehefrau: Katharina von Sohn Adolf (der wiederum Sohn Karl hatte) Katharina)
  • 1465 - 1471 - Adolf von Egmond (* 1439; 1477) (Sohn von Arnold Sohn Karl)
  • 1471 - 1473 - Arnold von Egmond (* 1410; 1473) (s. o.)

Haus Valois (Burgundisch)

Haus Egmond

  • 1477 - 1477 - Adolf von Egmond (* 1439; 1477) (s. o.; zum zweiten Mal)

Haus Habsburg (Burgundisch)

  • 1477 - 1482 - Maria von Burgund (1457-1482) mit Erzherzog Maximilian von Österreich
  • 1482 - 1492 - Philipp I. der Schöne (1478-1506) Vormund: Kaiser Maximilian I.)

Haus Egmond

  • 1492 - 1538 - Karl von Egmond (* 1467; 1538) (Sohn von Adolf s. o.)

Haus Kleve-Mark

  • 1538 - 1543 - Wilhelm (II.) der Reiche (1516-1592) 1539-1592 Herzog von Jülich-Kleve-Berg

Haus Habsburg (Burgundisch-Spanisch)

  • 1543 - 1555 - Karl V. (1500-1558)
  • 1555 - 1581 / 98 - Philipp II. von Spanien (1527-1598) (1581 setzten die Generalstaaten Philipp ab d. h. die Herrschaft des Herzogs Geldern galt de facto nur noch über Oberquartier)

ab hier Teilungen

  • (Trennung in südlichen und nördlichen Teil durch Revolution (Generalstaaten))
  • Preußen (1713 -)

Literatur

  • Johannes Stinner und Karl-Heinz Tekath (Hrsg.) Gelre - Geldern - Gelderland. Geschichte und des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern Umgegend Geldern 2001
  • van Span Historie van Gelderland Utrecht 1814
  • Nijhoff Gedenkwaardigheden uit de geschiedenis van Gelderland Arnheim 1851-75 6 Bde.
  • Nijhoff Het voornaemste uit de geschiedenis van Gelderland Arnheim 1869
  • Meester Geschiedenis van de staten van Gelderland Harderwijk 1864

Weblinks


Dieser Artikel basiert in Teilen auf dem Geldern in: Meyers Konversationslexikon 4. Aufl. 1888-90 Bd. 7 S.



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