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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 31. Oktober 2014 

Hexenverfolgung


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Als Hexenverfolgung wird die Verfolgung von Frauen oder in der Frühen Neuzeit bezeichnet die man als Hexen verstand.

Die Verfolgung sollte

  1. Schadenszauberei abwehren
  2. die eigene religiöse Integrität wahren oder (im
  3. die Seele der Verirrten retten
  4. die Pfründe der Kirche(n) und der hohen Kleriker Adeligen sichern wobei religiöse Argumentationen in vielen nur vorgeschoben wurden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Altertum

Der Glaube an Zauberer lässt sich in den alten Hochkulturen nachweisen der Begriff Hexen taucht erst Beginn des 15. Jhdts. auf. Magie wurde sorgfältig beobachtet Hexerei wurde als schwarze Magie gefürchtet. Sowohl in Babylonien ( Codex Hammurabi : Wasserprobe ) als auch in Ägypten sind Bestrafungen von Zauberern durchgeführt worden. kam es niemals zu einer gezielten Verfolgung vermeintlichen Hexen wie wir sie später aus Frühen Neuzeit kennen. Der Begriff Hexe taucht erstmals 1431 in einer Schweizer auf. Im Unterschied zur Zauberei bedingt der die Verbindung mit dem Teufel.

Auch die Bibel besser gesagt das Testament kennt Zauberer ( Hexe von Endor ) (eigentl. Zauberin) und ordnet ihre Bestrafung "Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen." 22 17).

Die frühe Kirche hält sich bei diesen Verfolgungen eher Wohl kommt es zu einzelnen Exzessen wie Martyrium der als Zauberin verfolgten neuplatonischen Philosophin Hypatia durch christliche Mönche ( 415 ); dieses Ereignis wurde allerdings von der Kirche ausdrücklich als große Schande bezeichnet. Ein Programm für Hexenverfolgungen gab es nicht da frühe Kirche die damit verbunden Ansichten und als Aberglaube ( Canon episcopi ) ablehnte.

Mittelalter

Die vorchristlichen Germanen kannten die Verbrennung Schadenszauberern. Im karolingischen Frühmittelalter war Hexenverfolgung jedoch kein Thema. Gegenteil stellte das Konzil von Paderborn im 785 den Glauben an Hexen und ihre unter Strafe: Wer vom Teufel verleitet nach heidnischem Glauben dass es Hexen gibt und sie auf Scheiterhaufen verbrennt wird mit dem Tode bestraft. (was Karl der Große per Gesetz bestätigte).

Inquisition

Erste Verurteilungen von Hexen gibt es 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Inquisition die jedoch ihr Hauptaugenmerk nicht auf sondern auf Ketzer richtete.

Die Existenz von Teufel und Dämonen jedoch theologisch akzeptiert: Thomas von Aquin der über das Mittelalter hinaus maßgebliche Theologe und Philosoph schuf für ein verändertes Hexenbild die theoretische Grundlage. Nach seiner Auffassung die Menschen wenn sie Hexen würden mit Teufel einen Pakt der bis zum sexuellen reiche. Kritischen Einwänden es handele sich dabei Hysterie-Phänomene Angst oder Phantasieprodukte hielt er entgegen:

" Einige behaupten dass es in der Welt Zauberei gäbe dass diese lediglich in den der Menschen existiere die sie mit Naturerscheinungen Verbindung bringen deren Ursachen ihnen unerklärlich sind. Jene Menschen glauben nicht dass die Teufel anders existierten als in der Einbildung des Sie erklären die Existenz der Teufel damit der Mensch die Ängste die seinem eigenen entstammen mit dem Teufel in Verbindung bringe; da bei starker Erregung der Phantasie in Vorstellungen des Menschen jene Bilder erscheinen an er denkt so scheint es dem Menschen einem solchen Zustand bisweilen als ob er Teufel wirklich sähe. Aber der wahre Glaube das ab und wir die ihm folgen dass die Dämonen vom Himmel verstoßene Engel dass sie infolge der Feinheit ihrer Natur tun können was wir nicht vermögen und es Leute gibt die veranlassen das zu und die deshalb auch Schädlinge genannt werden. "

Hexerei ist für die Kirche kein Existenz dergestalt bedrohendendes Vergehen wie die anderen Ketzereien. Dies wird deutlich in der Anweisung Alexander IV. vom 20. Januar 1260 an die Inquisitoren:

" Die euch übertragene Sache ist so wichtig ihr euch davon nicht abhalten lassen dürft die Verfolgung anderer Arten von Verbrechen. Deshalb Prozesse gegen Wahrsagerei und Zauberei nur dann euch angestrengt werden wenn sie offensichtlich durch Häresie hervorgerufen sind; in anderen Fällen muss sie bei den seit altersher dafür eingesetzten belassen ".

Neuzeit

Die eigentliche europäische Hexenverfolgung fand in Frühen Neuzeit vor allem in Mitteleuropa statt. Bei europäischen Hexenverfolgung von 1450-1750 handelte es sich um eine kirchliche Aktion gegen "Ketzer" sondern ein europäisches Hysterie -Phänomen bezüglich Zauberei in der frühen Neuzeit das juristisch Straftat der Zauberei umgesetzt wurde und zu Verdächtigungen Denunziationen offiziellen Massenprozessen und Hinrichtungen führte. Forschungen belegen dass häufig ältere Frauen und Benachteiligte der Hexerei verdächtigt wurden. Dabei genügten Gerüchte oder Denunziationen.

Das neue Hexenverständnis

Zu den Merkmalen einer Hexe gehören der Hexenlehre der frühneuzeitlichen Hexentheoretiker : 1. der Flug zum Treffen mit Teufel und anderen Hexen auf dem Hexensabbat so genannte Hexenflug ) 2. der Pakt mit dem Teufel 3. der Geschlechtsverkehr mit dem Teufel (in von incubus und succubus der so genannten Teufelsbuhlschaft ).

Von großer Bedeutung war dabei vor die Idee einer allgemeinen Hexenverschwörung . Hierfür wurde die Vorstellung des Hexensabbats herangezogen. Man glaubte hier einer orgiastischen auf der Spur zu sein bei der Schwarze Messe den Höhepunkt bildete. Auf solchen Messen feierte die so genannte Synagoge des Satans ( = Kirche des Satans) eine verkehrten Gottesdienst um Gott und seine Kirche zu zu verhöhnen. Man glaubte dass die gesamte des Christentums durch diese "Hexensekte" bedroht sei.

Somit entstand ein vermischendes Neuverständnis der Nicht mehr der Schaden den die Hexen war ihr entscheidendes Merkmal sondern der Abfall Glauben und der damit verbundenen Zuwendung zum Nunmehr bildeten sie eine -- geistliche -- die Kirche ging gegen ihre abtrünnigen Gläubigen den Grundsätzen des Augustinus von Hippo mit Zwang und Feuer für ihre vor.

Die Verfolgung von zu Hexen erklärten Frauen und Männern forderte in etwa 20.000 und in ganz Europa nach Forschungen und umfangreichen Auswertungen der Gerichtsakten etwa Todesopfer 80 % der Opfer waren Frauen. kam eine hohe Zahl weiterer zu Konfiskation Haft Verurteilter. Insgesamt sollen etwa drei Millionen vor die Inquisitoren gestellt worden sein etwa Fünfzigste wurde hingerichtet. Die früher verbreiteten Zahlen mehreren 100.000 Todesopfer stützen sich auf Schätzungen das durch Literatur und Filme verbreitete Bild ungezügelten Hexenverfolgung.

Eine ideologische Grundlage bzw. Handlungsanweisung für Hexenverfolgung bildete der von zwei Dominikanern verfasste Hexenhammer (Malleus Maleficarum) englischer Text das bekannteste von einer Unzahl zeitgenössischer über Bekämpfung der Hexerei die durch den Buchdruck weite Verbreitung fanden ( siehe Beispiele ) der sich nicht nur der Zauberei besonders den Frauen als solchen gegenüber als erwies. Laien und Kleriker (u.a. Friedrich Spee ) die die Hexenjagd ablehnten wurde im Hexenhammer zu Häretikern erklärt und mithin der preisgegeben ( Hairesis maxima est opera maleficarum non credere = Es ist die größte Häresie an das Wirken von Hexen zu glauben.). erschien diese hyterische Lehre in den Büchern Gewande einer leidenschaftslos-sachlichen scholastischen Philosophischen Abhandlung.

Die 1484 unterzeichnete Bulle Summis desiderantes von Papst Innozenz VIII. hatte nur in den katholisch bleibenden dauerhaft Einfluss. Die Verfolgung von Hexen wurde aber allen westlichen Kirchen -- katholischen lutherischen reformierten anglikanischen und puritanischen -- bejaht und unterstützt. Nur die blieben von dem Phänomen weitgehend verschont. Aber im Westen gab es Schwerpunkte der Verfolgung das Rheinland und das Schweizer Wallis ) und andere Gegenden in denen kaum stattfand.

Wie teufelsgläubig beispielsweise Martin Luther selbst war davon zeugt nicht zufällig berühmte Legende wonach er gegen den ihn Teufel auf der Wartburg ein Tintenfässchen warf. Zeit wurde Besuchern der Wartburg der angeblich existierende Fleck präsentiert.)

Die tatsächliche Verfolgung geschah jedoch im zur Inquisition durch weltliche Gerichte und in sehr Fällen aufgrund von Denunziationen aus der Bevölkerung. bekanntes Beispiel ist die Mutter von Johannes Kepler die 1615 aufgrund eines Streits durch Nachbarin als Hexe denunziert wurde. Sie war ein Jahr gefangengesetzt wurde mit der Folter wurde aber schließlich aufgrund großer Bemühungen ihres Sohnes freigesprochen.

Noch in der Zeit der Aufklärung es vereinzelt Hexenprozesse. In der Schweiz wurden zwei Fällen sogar Gruppen von Kindern der bezichtigt und einem Gericht vorgeführt. Erst nachdem aus Rom intervenierten wurden (beim ersten Prozess) Kinder frei gelassen. Bei dem zweiten Hexenprozess die Eltern vom weltlichen Gericht dazu gezwungen ihre Kinder ziehen zu lassen und eine über ihren Tod vorzulegen oder ihre Kinder zu vergiften. Es stellte sich heraus dass Eltern tatsächlich ihren Kindern Gift verabreichten.

Besonders während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) die Hexenverfolgung in Mitteleuropa. Der Krieg hatte Felder verwüstet die Häuser zerstört die Bevölkerung dezimiert; Hunger und Seuchen forderten ihre Todesopfer. Menschen suchten Schuldige für diese Katastrophe und auf die seltsamsten Ideen. Gerade in dieser Zeit verdächtigten viele Leute angebliche "Hexen" und sie an die weltlichen Gerichte aus. Aus angereiste Inquisitoren waren bestürzt über die grausamen und die vielen brennenden Scheiterhaufen.

Der Kampf gegen die Hexenverfolgung wurde Zuge des Kampfes gegen die Folter errungen. gelang im Zeitalter der Aufklärung Männern wie Friedrich Spee von Langenfeld oder Christian Thomasius . Allerdings war auch dies noch ein Unterfangen wie das Beispiel des berühmten Mediziners Friedrich Hoffmann aus Halle zeigt der noch zu des 18. Jahrhunderts von der Möglichkeit der von Krankheiten durch Hexen in Verbindung mit den übernatürlichen Kräften Teufels überzeugt war.

Das Hexenprozessverfahren in der Frühen Neuzeit

1. Anklage:

  • oft ging einer tatsächlichen Anklage eine Phase des Gerüchtes voraus
  • die Anklage konnte auf Grund einer erfolgen die von einer bereits inhaftierten Hexe möglicherweise unter der Folter - erfolgt war
  • selten gestand man Hexen das Recht eine Verteidigung zu

2. Die Inhaftierung

  • Gefängnisse im heutigen Sinne gab es der Frühen Neuzeit noch nicht deshalb hielt die Angeklagten in Kellern oder Türmen gefangen
  • die heute noch an vielen Orten Hexentürme waren aber oftmals gar keine reinen Hexentürme sondern meist allgemeine Gefängnistürme oder z.T. auch einfach nur Türme Stadtmauern

3. Das Verhör

  • Man unterscheidet in der Regel drei des Verhörs:
a) die gütliche Befragung
b) die Befragung mit Vorzeigen und Erklären Folterinstrumente
c) die peinliche Befragung bei der die Anwendung fand
  • Im Rahmen von Hexenprozessen fiel meist Beschränkung der Folteranwendung auf eine Stunde weg man hier von einem crimen exceptum (= Ausnahmeverbrechen) ausging was besondere Härte
  • Ebenso galt bei Hexenprozesse oftmals die nicht dass man einen Angeklagten nur 3 der Folter unterwerfen dürfe und wenn bis kein Geständnis vorliege er freizulassen sei.

4. Die Hexenproben

  • Das offizielle Gerichtsverfahren sah keine Hexenproben vor ja eigentlich galt ein Verbot Anwendung.
  • Dennoch griffen viele Gerichte in den Teilen des Deutschen Reiches auf sie zurück.
  • Die Bewertung der Hexenproben war ebenso wie überhaupt ihre Anwendung. Manchmal galten die als starker Beweis manchmal als schwacher.
  • Folgende Hexenproben sind die bekanntesten:

5. Das Geständnis

  • Niemand durfte ohne ein Geständnis in Frühen Neuzeit verurteilt werden - das galt für die Hexenprozesse
  • Doch aufgrund der Regeln in der der Folter war die Wahrscheinlichkeit bei Hexenprozessverfahren ein vielfaches höher ein Geständnis zu erlangen bei anderen Prozessen.

6. Befragung nach Mitschuldigen

  • Da die Hexen laut der Hexenlehre auf den Hexensabbaten ihre Mitgenossen trafen mussten sie diese kennen.
  • In einer zweiten Verhörphase wurden die nun nach den Namen der anderen Hexen Hexenmeistern befragt - eventuell auch wieder mit Anwendung der Folter

7. Verurteilung

8. Hinrichtung

  • Auf das Verbrechen der Hexerei stand Strafe des Feuertodes also der Scheiterhaufen auf man lebendig verbrannt wurde
  • Als ein Akt der Begnadigung galt vorherige Enthauptung Erdosselung oder das Umhängen eines um den Hals

Hexenverfolgung heute

Auch in nichtchristlichen Religionen bzw. erst jüngerer Zeit christianisierten Regionen kommt es immer zu Hexenverfolgungen Zauberei oder Magie.

So sind im Moment insbesondere die der sog. "Kinderhexen" im Kongo in die Aufmerksamkeit gerückt.

Im Norden Südafrikas insbesondere in Gebieten mit traditioneller Religion jedes Jahr Hunderte von Männern und Frauen Hexerei angeklagt und oft von einem Mob

In Tansania werden jedes Jahr Hunderte Frauen wegen Hexerei angeklagt und getötet oder

Daten und Zahlen

Letzte Hinrichtungen:

Hingerichtete seit 1500

  • 200 000 nach Robbins (geschätzt)
  • 200 000 - 500 000 nach Schormann
  • Heutiger Forschungsstand (Stand 2004): Deutschland 20.000 Europa 60.000

Die meisten Hexenprozesse fanden in Deutschland der Schweiz den Niederlanden in Luxemburg Frankreich England und im übrigen Mitteleuropa statt. Aus Irland und den Ländern Südost-Europas und aus sind keine Hexenprozesse bekannt geworden.

Siehe auch: Der Hexenprozess von Salem

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