Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Hugenotten ist die seit etwa 1560 gebräuchliche Bezeichnung für die französischen Protestanten . Ihr Glaube ist stark von der Lehre Johannes Calvins beeinflusst.
Die Hugenotten wurden in Frankreich insbesondere 16. und 17. Jahrhundert stark verfolgt. Besonders die Verfolgungen unter Ludwig XIV. (Frankreich) ab 1685 lösten eine Fluchtwelle von einer Viertelmillion in die umliegenden protestantischen Länder aus.
Nach dem Ende der Verfolgung und Inkrafttreten der französischen Verfassung 1791 setzte sich immer mehr die Bezeichnung durch. Die Bezeichnung Hugenotten ist also eigentlich für calvinistische Gläubige für die Zeit ihrer Verfolgung Frankreich gerechtfertigt.
Die französischen Protestanten stellen im vorwiegend Frankreich heute eine kleine Minderheit dar.
Der Ursprung des Wortes "Hugenotten" ist eine Anspielung auf das französische Wort aignos ( Eidgenossen ) das die Verbindungen zum calvinistischen Zentrum Schweiz aufzeigt. Möglicherweise stand auch der Genfer Besancon Hugues bei der Namensgebung Pate doch lässt sich die Herkunft des Wortes nicht Sicher ist dass der Name nicht als der Gläubigen sondern als Spottbegriff entstand.
Die Ursprünge des Hugenottenkreuzes auch Saint Esprit genannt sind nicht vollständig geklärt. Sicher jedoch dass Kreuze dieser Art vor 1688 Nîmes (Südfrankreich) gefertigt wurden.
Das Kreuz entspricht in etwa dem Malteserkreuz . Die vier Dreiecke der Kreuzarme (die den vier Evangelien entsprechen) enden in jeweils kleinen Kugeln die sich auf die acht der Bibel ( Bergpredigt / Matthäus 5 3-10) beziehen. In der Tradition die Kugeln jedoch auch als Symbole der die während der Verfolgung geweint wurden.
Der freie Platz zwischen den Kreuzarmen durch vier Lilien (Fleur de Lis) ausgefüllt Wappen des bourbonischen Hochadels. Diese bekunden einerseits Verbundenheit der Hugenotten mit ihrem Vaterland. Da vier Blüten jedoch aus jeweils drei Blättern stehen sie symbolisch auch für die zwölf Apostel .
Das Kreuz wurde bald nach seiner um einen Anhänger erweitert. Dabei finden sowohl tropfenförmiger Gegenstand wie auch eine Taube an einem goldenen Ring Verwendung. Die Taube ist Symbol des heiligen Geistes .
Der tropfenförmige Gegenstand wird einerseits als (Stößel) betrachtet und so interpretiert dass die in Frankreich wie das Salz in einem zerstoßen worden war ohne an Geschmack verloren haben (nach Matthäus 5 13 ). Andererseits er auch als "Feuerzungen" dem Symbol für Ausgießung des Heiligen Geistes ( Apostelgeschichte 2 1-13 / Pfingsten ) gesehen werden was der Taube entsprechen
Um die Zeit als in Deutschland die Thesen Luthers die Reformation begonnen hatte ( 1517 ) gibt es in Frankreich eine Situation der das Luthersche Gedankengut auf fruchtbaren Boden konnte:
Franz I. der Frankreich seit 1515 regierte hatte zu dieser Zeit die Kirche zunehmend zu einem Verwaltungsorgan des Staates und umgebaut: Seit dem Konkordat von Bologna 1516 hatte er das Recht die hohen der französischen Kirche nach eigenem Willen zu Er nutzte dies geschickt um den französischen Hochadel in den entsprechenden Positionen unterzubringen und sich auf diese Weise zu verpflichten. Die Infrastruktur der Kirche war für Franz ebenfalls Bedeutung: Ihre Präsenz in allen Städten und die hohe Reichweite die die Pfarrer in Gemeinden erzielen konnten und die Familienregister die Pfarreien führten waren Elemente die er für Aufgaben zum Beispiel die Veröffentlichung von Edikten einspannen konnte.
Insbesondere in Paris führte diese Verweltlichung zu Widerspruch von Kreisen insbesondere um Erasmus von Rotterdam (Didier Érasme) und Jacques Lefèvre d'Étaples Faber). Um 1520 beginnt man in diesen die Thesen Luthers diskutieren die die heilige zum Maßstab des Glaubens machen und die von Staat und Kirche einfordern. Die theologischen Luthers werden zunächst auch vom Königshaus eher aufgenommen: So waren die Schwester des Königs Margarete von Valois und der Bischof von Bayonne Jean du Bellay sowie dessen Bruder Mitglieder der Gruppe um Lefèvre.
Franz I. ohnehin sehr aufgeklärt und zudem wohl noch durch seine Schwester beeinflusst sich ebenfalls gegenüber den theologischen Aspekten der Reformationsbewegung nicht abgeneigt. So hält er zum über Lefèvre seine schützende Hand als gegen nach einer Abhandlung über Maria Magdalena ein Prozess wegen Ketzerei angestrengt worden Die Reform einer Kirche von innen heraus zumindest was die theologischen Deutungen angeht nichts Franz I. fürchten müsste.
Zunächst einmal darf also um 1520 herum der reformatorische Gedanke auch in Fuß fassen. Von den Humanisten findet er rasch seinen Weg ins gehobene Bürgertum wo die vorhandenen weitreichenden Handelsbeziehungen nicht Waren sondern auch Ideen schnell verbreiteten helfen.
Franz I. gerät dadurch zunehmend unter und zwar aus zwei Gründen:
Der erste ist innenpolitischer Natur: Nach wird schnell deutlich dass die Reformation eben nur eine theologische Geschichte ist die sich den Studierzimmern der Gelehrten breit macht sondern die Thesen die bestehende klerikale (und eng damit verbunden auch die Machtstruktur anzugreifen beginnen. Franz kann kein Interesse haben dass die Reformer jetzt am Stuhl Adeligen sägen denen er gerade kirchliche Ämter und Einnahmequellen verschafft hatte und die eine Stütze seiner Kontrolle über Frankreich darstellen.
Zum zweiten befindet sich Franz I. dieser Zeit mit den Habsburgern genauer gesagt mit dem deutschem Kaiser Karl V. in einem schweren Konflikt. Frankreich ist die Niederlande Deutschland und Spanien von den Habsburgern in die Zange genommen in Norditalien sich Frankreich im offenen Krieg mit den Würde Franz der Reformation in Frankreich freien lassen so hätte er auch noch Rom gegen sich und Karl V. der 1521 über Luther die Reichsacht verhängt hatte wäre - dann von unterstützt - von einer Invasion Frankreichs nicht abzuhalten gewesen. Auch diese außenpolitische Überlegung zwingt dazu sich mehr und mehr vom Protestantismus distanzieren.
So kommt es zunehmend zu Repressalien die Protestanten die sich zu einer Verfolgung des öffentlichen Protestantismus ausweiten: Die erste Hinrichtung eines französischen Protestanten ist für den 8. August 1523 belegt als der Augustinermönch Jean Valliére in Paris am Pfahl wird.
Der Protestantismus wird bis etwa 1530 in den Untergrund gedrängt. Ein Teil der flieht unter anderem in die reformierten Orte Schweiz wo Ulrich Zwingli gerade dabei ist die katholische Kirche zu entmachten. Ins politische Aus gedrängt treten Protestanten aus dem Untergrund jedoch zunehmend provokativer Auf Plakaten wird die Messe der Katholiken Götzendienst bezeichnet (1534) Marienstatuen werden verunstaltet.
Etwa um 1533 schließt sich Johannes Calvin in Paris dem Protestantismus an. Bis dieser Zeit wäre auch er eher als Humanist denn als Reformierter zu bezeichnen. Nach protestantisch gefärbten Rede von Nicolaus Cop des der Universität Paris die höchstwahrscheinlich unter Beteiligung entstand müssen beide aus Paris fliehen.
Doch trotz der Unterdrückung erhält die noch immer Zulauf: 1546 bildet sich in Meaux die erste Gemeinde in Frankreich. 1559 findet in Paris die erste Nationalsynode reformierten Christen Frankreichs statt. Man verabschiedet eine und ein Glaubensbekenntnis . 15 Gemeinden schickten ihre Abgesandten zu nächsten die zwei Jahre später stattfindet sind einmal um die 2.000 Gemeinden vertreten. Zu der 1560er Jahre haben die reformierten Untergrundkirchen zwei Millionen Anhänger was in etwa zehn der französischen Gesamtbevölkerung entspricht.
Diese reformierten Gemeinden sind jedoch nicht lutherisch geprägt: Die Verfolgung hat enge Bande französischen Reformierten zu dem in Genf lebenden entstehen lassen. Zwischen 1535 und 1560 durchdringt der Calvinismus das französische Protestantentum und der Calvinismus es der den Dissidenten Zulauf verschafft. Jetzt auch der Name "Hugenotten" auf.
In Bad Karlshafen gibt es ein Hugenotten- Museum das Deutsche Hugenotten-Zentrum mit einer genealogischen sowie die Bibliothek und das Bildarchiv der Hugenotten-Gesellschaft.