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Hunnen


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Der Begriff Hunnen ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe zentralasiatischer Völkerschaften mit nomadischer später halbnomadischer Lebensweise die ursprünglich im zwischen Issyk-Kul und Ulan-Bator beheimatet gewesen waren. Sie sollten für weitere asiatische und europäische Geschichte eine bedeutende Rolle spielen.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Die ursprüngliche Volksbezeichnung der hunnischen Stämme einst Turuken oder Türüken . Diese Volksbezeichnung bedeutet wohl "die Tapferen" "die Ehrenvollen". Dieser Name wurde recht bald Adel ( Khagan Khan Tajang Batur u. a.) beansprucht für beansprucht. Statt dessen wurde nach der hunnischen Reichsgründung ( 209 v. Chr. ) die Volksbezeichnung "Hunne" üblich und 174 v. Chr. durch den damaligen Hunnenkönig Yabgu Teoman Karakhan schriftlich als Volksname dem chinesischen Han-Kaiser

(Die alte Volksbezeichnung Turuk selbst wurde über den Namen Turkut zum Vorläufer des mittelalterlichen Volksnamens Turk . Aus diesem wurde dann das moderne Türk (Türke). Dabei darf man nicht außer lassen daß die heutigen Türken - wie Hunnen vor ihnen - ein Mischvolk darstellen. auf dieses Mischvolk wurde der Name des übertragen bzw. von diesem übernommen. Die heutigen benennen die heutigen Türkeitürken z. B. noch dem alten Namen: Török = Turuken.)

Das Wort "Hunne" (Eigenbezeichnung der Hsiung-nu Hun bzw. Hunlar ) ist ein alttürkisches mit der Bedeutung von "Mensch" oder Es ist verwandt mit dem tungusischen Chun das "Kraft" oder "Mut" bedeutete. Das Hunnen kurzfristig zum " Herrschervolk " im nördlichen China aufstiegen belegt die Tatsache daß Chün zur chinesischen Bezeichnung des Fürsten wurde.

Ursprünge der hunnischen Völker

Es spricht heute vieles für eine der Turuken Hsiung-nu und Hunnen aus der Mongolei und der angrenzenden Altai - und Sajangebirge.

Die Hunnen gingen demnach aus einer verschiedener Altai - und Sajanvölker hervor. Dort vermischten sich mehrere Jahrhunderte etliche iranisch- indogermanische Gruppen ( Saken Sarmaten ) einerseits und mongolisch - tungusische Volksteile aus der Taiga sowie aus dem chinesischen Randgebiet vertriebene andererseits. Die sogenannten Chieh oder Chi-Chi-Hunnen einer der 19 Stämme der Hsiung-nu- Konföderation wurden z.B. an ihren langen Nasen vollen Bärten erkannt (349 v. Chr.).

Im 8. Jahrhundert v. Chr. verzeichnet man am Altai bereits Pferdeschirrungen das Fehlen fester Siedlungen. Den Chinesen waren Barbaren unter den nacheinander benutzten Sammel-Bezeichnungen Jung Ti und Hu/Hiu-yun bekannt. Die Ti werden in zwei (714 und 541 v. Chr.) als zu kämpfend beschrieben. Die Hsiung-nu - laut gängiger ein "Zweig" ebendieser Hu/Hiu/Hiun-yun/Ti-Barbaren - waren aber Reiternomaden wenn auch nicht vollständig (in Transbaikalien Beispielsweise nicht).

Als legendenhafter Stammvater der Hunnen gilt Khan (türkisch: Çungvi Han ) der erstmals 1800 v. Chr. erwähnt wird. Im Jahre 1766 v. Chr. wird in Inschriften der chinesischen Xia -Dynastie erwähnt dass Kia das 17. Mitglied Dynastie entmachtet wurde. Dessen Sohn Sunni begründete mit 500 Stammesangehörigen den eigenständigen "Hui-Stamm". Dieses wurde wohl zum tragenden Stamm der späteren da vor allem die heutige türkische Geschichtsschreibung als solchen bezeichnet. Sunni begründete vielleicht auch bedeutenden "Aschina-" und den verwandten "Tukyu"-Klan" auf sich alle späteren Hunnenherrscher (aber auch die Führer der frühen " Gök-Türken ") zurückführten.

Um 300 v. Chr. setzte sich nun bei diesem Mischvolk Volksbezeichnung "Hunne" durch während die alte Bezeichnung nur noch auf den hunnischen Erbadel angewendet

Die Hsiung-nu

Im 3. Jahrhundert. v. Chr. gründeten die Hsiung-nu unter Yabgu Teoman Karakhan (209 - 174 v. Chr.) ein Reich das mehrfach Han-China bedrohte. Dieses Reich der verschiedenlich als (türkisch: Büyük Hun ) bezeichneten Hunnen umfasste formal rund 18 km².

Das Reich der Hsiung-nu war ein Nomaden-Reich das alten Traditionen entsprechend zwei Herrschern unterstand: Yabgu Teoman Karakhan – er eventuell mit dem Legendenhaften Heerführer Oghus Khan identisch – unterwarf 201. v. Chr. Kirgisen im Talasgebiet (Manas-Epos) und dessen Bruder Khagan indessen die östliche Mongolei . Stammheimat der beiden Brüder war wohl Altai-Gebirge . Hauptstadt dieses Reiches wurde das westmongolische Mod in der Nähe des Ötüken'de Noyun-Ula. lag also am [[Mongolischer Altai (Gebirge)|Mongolischen Altai). der Reichsgründung wurde Yabgu Teoman bei den Mongolen und Chinesen als Mao-tun Khan bekannt mit dem er auch in westliche Geschichte einging. Für das Hsiung-nu-Reich Bagatirs Mao-tuns sind uns durch die chinesischen Schriftgelehrten Altertums zwei Banner überliefert worden die sich sehr ähnlich waren: Goldfarbene und Rote Tücher einem Drachen in der Mitte.

Über die unterworfenen Stämme herrschten die Bagatir und Mao-tun nur formal denn in Praxis bestanden die eingegliederten Stämme aber weiter die Hsiung-nu tauschten nur die jeweilige Führungselite Zudem hatte das einheitliche Reich keinen langen

Es werden Elemente eines frühen Staates verzeichnet die da in bestimmten Bereichen geltende einheitliche Gesetze und Strafen eine schnell einsetzbare militärische eine von Mao-tun geschaffene rudimentäre Zentralverwaltung mit Rangstufen und unter Laosheng (174 - 161 Chr.) auch eine Form staatlicher Steuern .

Die Hauptrivalen der Hisung-nu bei der waren die Yüe-tschi . 160 v. Chr. löste der endgültige Sieg über die Yüe-tschi in der heutigen Provinz Kansu eine Völkerwanderung bis nach Baktrien aus wo sich die Yüe-tschi und mitgerissenen Saken (Teil der Skythen ) nun niederließen.

Die Chinesen der Han-Zeit beschrieben die als "kampfeslustige kraftvolle Menschen mit unterentwickelter Kultur". sei das "Kriegshandwerk bei ihnen äußerst hoch berichteten uns die alten Quellen Chinas. Besonders Reiterei und die Kunst des Bogenschießens wurden den Chinesen hervorgehoben.

Die Hsiung-nu begannen unter Bagatir Khagan Handelswege Chinas zu kontrollieren und unter ihre zu bringen. Das Reich der Chinesen war von der übrigen Welt abgeschnitten. Die Brüder und Mao-tun zwangen den chinesischen Kaiser zu Tributzahlungen. Um der hunnischen Herrschaft zu entgehen unter dem chinesischen Han-Kaiser Shi-Huang-ti (dem legendären Kaiser" der ersten Han-Dynastie ) mit dem Bau der Großen Chinesischen begonnen.

Mit der Vollendung der Großen Chinesischen begannen sich die Hsiung-nu über die Dsungarische kommend weiter nach Westen auszubreiten. Sie kamen bis an die Küsten des Kaspischen Meeres besiedelten nun auch jene Gebiete aus denen die Landschaft " Turkestan " hervorgehen sollte. Dabei wurden bedeutende Volksteile altiranischen Urbevölkerung verdrängt bzw. in sich aufgenommen.

Im späteren Turkestan – damals freilich "Turan" genannt – sind uns einige Inschriften Hsiung-nu überliefert worden. Meist waren es Bezeichnungen Macht: Dabei wurden die Vorläufer der späteren türkischen Runen verwendet und die meisten Wörter lauteten Turan Hun (Turan-Hunnen) bzw. Yabgu Turan Hun (Prinz der Turan-Hunnen). Aus diesen "Turan-Hunnen" die späteren Hephthaliten hervorgehen.

Nach wiederholten Auseinandersetzungen besiegte Han-China die und drängte diese in ihr eigentliches Stammland 119 v. Chr. erlitten die Hsiung-nu unter Mao-tuns Enkel (126 - 114 v. Chr) eine schwere beim heutigen Urga in der Mongolei da der Schan-yü den Chinesen eine ungefährdete Durchquerung der Gobi nicht zugetraut hatte (General Huo Qubing).

In diesen Auseinandersetzungen wurde auch die über die Seidenstraße ein wichtiger ökonom. Faktor für die so daß sich die Chinesen dort festsetzten 102 / 101 v. Chr. und 73 - 94 letzteres unter General Pan Chao).

Um 60 v. Chr. zerfiel der Herrschaft der Hsiung-nu in Horden durch eine Folge von Bruderkämpfen die China gefördert wurden. Es gelang unter Hu-han-ye - 31 v. Chr.) nocheinmal eine vorübergehende Hu-han-yeh ging an den Hof des Han-Kaisers unterwarf sich und triumphierte so über seine (51 v. Chr.). Eine Horde unter Chih-chih Chi-Chi-Hunnen) blieb jedoch unabhängig und ließ sich der Nachbarschaft der Alanen am Tschu nieder wo Chih-chih 35 v. Chr. von den Chinesen überrascht und getötet

Die Hsiung-nu hatten sich aber mit Zeit bedeutend verändert. Auf ihren langen Zügen sie sich mit anderen – meist indogermanischen - Völkern vermischt und begannen nun Kultur zu übernehmen. Sie gewannen dadurch eine Volkskraft die auch ihrer eigenen unterentwickelten Kultur zugute kam: Die Hsiung-nu wurden zu Reitervölkern die zugleich Viehzüchter und Ackerbauern aber gefürchtete Krieger waren. Diese neuerworbene Vielseitigkeit würde in späteren Zeiten noch von großem Nutzen Sie begannen auch feste Städte zu errichten mit ausländischen Staaten regen Handel zu treiben. Unter anderem gründeten die die Orte Ordu Balyk und das weiter Kara Balagasum das alte Kuz Ordu. Aber Städte wie Kara Hotscho Kaschgar und Jarkand von ihnen gegründet. Und auch die Städte und Aulie Ata zeugen davon daß die ein Volk türkischer Sprache waren; aus dem Oasenörtchen Aulie Ata wurde in späterer Zeit bedeutende kasachische Millionenstadt Alma Ata!

Das Hsiung-nu-Reich erneuerte sich unter Hu-han-yehs Hudur-shi-dagao (18 - 45/6) der die späten gegen Wang Mang unterstützte. Aber im Jahr 48 rebellierten die südlichen Hsiung-nu unter ihrem Khukhenye/Pi gegen Hudurs Sohn P'u-nu - auch Panu Khan bekannt - (45/6 - 83) und sich dem Kaiser von China. In dem der beiden Brüder spalteten sich die Hsiung-nu einen nördlichen (auch westlichen) Teil und in südlichen (auch östlichen) Teil auf.

Die Han hetzten sofort die benachbarten ( Sien-pi Wu-huan Wu-sun Ting-ling ) auf die nördlichen (auch westlichen) Hsiung-nu siegten. Im Jahr 87 töteten die proto-mongolischen Xian-bi den Schan-yü Yu-liu. In den Jahren 89 und 91 trugen zwei chinesische Generäle große Siege den Chi-la-Bergen und dem Altai davon. Sie den geschlagenen Schan-yü an den Ili und setzten seinen Yu-chu-kien ein der aber schon 93 von den Sien-pi besiegt und getötet Damit begann die Vorherrschaft der Sien-pi in Steppe.

Trotzdem verzeichnet man im beginnenden 2. Jahrhundert noch einmal eine Einigung der Hsiung-nu. Tan-shi-huai (ca. 156 - 181) die Sien-pi zu ihrem Macht-Höhepunkt führte gaben die laut chinesischen Chroniken 158 Ostturkestan auf und ließen sich nördlich von Kang-chu nieder. Ab 166 rückte Tan-shi-huai (lt. Sien-pi-chuan) in der und im Gebiet der Wu-sun ein erreichte den Ili.

Diese Süd-Hsiung-nu bis dahin in "Halbgefangenschaft" der Großen Mauer (konkret in Shansi ) gehalten drangen unter Hu-chu-ch'üan (195 - als Verbündete der untergehenden Han-Dynastie immer weiter Süden vor. Unter Liu Ts'ung dem Attila (gest. 318) eroberten sie noch einmal die Jin-Chinas wurden aber schon 352 von den nachdrängenden Mujung- Sien-pi unter ihrem Khagan Tsun vernichtet.

Im Jahre 1957 fand man in Gool Mod dem Heer- und Hauptlager des Hsiung-nu- Schan-yü durch Zufall eine riesige Gräberstätte der Hsiung-nu. Darunter auch das Grab des zwanzigsten Schan-yü der 37 n. Chr. verstarb. Dieses Grab wurde 2001 und 2002 von einer französisch-mongolischen Forscher-Gemeinschaft Dabei wurde unter anderem festgestellt daß die eine fortgeschrittene Kultur hatten und nicht das Volk" waren als das sie üblicherweise dargestellt (Obschon das Grab kurz nach seiner Fertigstellung wurde fanden sich dort 250 Gegenstände; beispielsweise Goldschmiedearbeiten und chinesische Schlangenornamente die die Drachen- Tiersymbolik der Steppenvölker ablöste und die die der Hsiung-nu zu China aufzeigten da auch chinesischer Spiegel dem Grabe beigelegt war.)

Diskussion über die Identität von Hsiung-nu Hunnen

Es herrscht keine völlige Einigkeit über Identität der Hsiung-nu mit den eigentlichen Hunnen. Indizien sprechen jedoch stark dafür dass beide identisch waren:

  • beide Stämme sprachen türkisch ( siehe hierzu auch: Hunnische Sprache )
  • beide wurden mit den gleichen Schimpfwörtern
  • ihre Wanderung ist bis auf die von etwa 180 Jahren nachvollziehbar und
  • es existieren Briefe sogdischer Handelsleute aus 4. Jahrhundert welche die Wörter "Hsiung-nu" und "Hunnen" verwendeten (lt. Altheim)

Die "Hun" werden lt. Haussig in chinesischen Chronik auch als Unterstamm der Sien-pi so daß die europäischen Hunnen durchaus auch Kontext des Sien-pi-Reiches formiert worden sein könnten. von den Wolgabulgaren übermittelten Klannamen "Dulo" und "Ermi" weisen lt. Altheim auf eine mittelasiatische Herkunft hin speziell auf die Tul-oq Untergruppe der Onoq und auf den Balchaschsee .

Die asiatischen Hunnen

Im Verlauf ihrer Wanderung integrierten die noch stärker mongolisch geprägten Hunnen zunehmend indogermanische Gruppen so dass sie in der Völkerwanderungszeit als ein reines Mischvolk anzusehen sind in seiner Sprache mehrheitlich als "türkisch" anzusehen Die ethnische Zusammensetzung lag im Auge des jeweiligen Man neigte immer dazu den Volksteil hervorzuheben am fremdartigsten aussah. In Europa waren es Mongoloiden in China die europiden Bartträger.

Um 44 v. Chr. brachen nun die ersten Scharen der Altai verbliebenen Hunnen auf um nun die des Kaspischen Meeres dauerhaft zu besiedeln. Diese werden heute allgemein als Schwarze Hunnen bezeichnet da auch die heutigen Türken als Kara Hun bezeichnen. Dieses Volk trägt mehrheitlich noch alten mongoliden Züge der Turuken und war demnach sehr dunkelhäutig. (Als könnte man diese Hunnengruppe auch als Europäische Hunnen bezeichnen da auch die heutigen Türken mitunter als Avrupa Hunları bezeichnet. Aber der Begriff "Schwarze Hunnen" in Europa verbreiteter.) Sie selbst nannten sich Onoguren und sie wurden zu den Vorfahren Westtürken . (Eine andere Eigenbezeichnung für diese Volksstämme Khara Bulkhar – Schwarze Bulgaren.)

Der eigentliche "Hunnensturm" kam im 4. Jahrhundert : Im Jahr 350 begannen Angriffe der Ost-Hunnen in dem der Roten Hunnen gegen das Reich der Sassaniden unter Schapur II. ( Baktrien ).

Die Chioniten eroberten bis 360 Baktrien dazu Teile des Iran und drängten die Kidariten (eher die Reste der Yüe-tschi unter Kidara) nach Afghanistan und Nordindien . Ihnen folgten die Weißen Hunnen ] die 425 den Syr-daja überschritten und bis 450 de facto die Herrschaft über die übernahmen. Zu einem chronologisch unklaren Zeitpunkt (451 484) endete auch die Zeit der Kidariten. Weißen Hunnen hatten wesentlichen Anteil am Niedergang indischen Großreichs der Gupta.

Die Weißen Hunnen genannten Völker werden den chinesischen Chroniken zu den Ta- Yüe-tschi gestellt. Laut dem Chronisten Prokop unterschieden sich zwar in Lebensweise Aussehen und Sitten von den europäischen Hunnen trotzdem sind sie gängiger Betrachtung als "Hunnen" anzusehen.

Die europäischen Hunnen (Schwarze Hunnen)

Ein Teil der Schwarzen Hunnen – Turkuten – löste im 4. Jahrhundert die große Völkerwanderung aus als sie 375 unter ihrem Führer Balamir Khagan in einbrachen! Balamirs Horden diese nannten sich schon zerschlugen im Kaukasus das Reich der Alanen (diese schlossen schließlich ein Bündnis mit und fielen nur wenig später auf die Taurus der heutigen Krim ein. Auf der Krim zerstören sie Reich der Ostgoten die im Anschluß daran aber ihre wurden.

Aber mit den Schwarzen Hunnen kam eine fruchtbare asiatische Krankheit nach Europa so der Tod diesen Hunnen voranschritt: Die Pocken!

Die Schwarzen Hunnen mußten wohl einen dämonischen Eindruck auf ihre Feinde gemacht haben: ihnen war es Sitte den männlichen Kleinkindern Gesichter zu zerschneiden um den späteren Bartwuchs verhindern. Auch schmierten sich die Krieger Schwarzerde die Kampfwunden damit sich dort dickhäutige Narben Dadurch wurden sie für die qualitativ minderwertigen der Europäer im wahrsten Sinne des Wortes "unverwundbar"!

Sie fielen nun immer wieder in Bereich des Oströmischen Reiches ein um dort nun das Reich Westgoten zu erobern. Die oströmische Bevölkerung gab Schwarzen Hunnen nun einen Namen mit dem alle asiatischen Reitervölker bezeichnet wurden: Tartaros = Tartaren. (Dieses Wort können wir "die Teuflischen" übersetzen da es vom griechischen ταρταρος = "Hölle" oder "Unterwelt" abstammt.)

Bezüglich der Kampftechnik zu Pferde waren Schwarzen Hunnen den Europäern weit überlegen: Wie zentralasiatischen Reiterhirten waren auch sie außerordentliche Reiter Bogenschützen. Die besten Bogenschützen trugen bunte Bänder ihren langen Zöpfen. Der Oberkopf jedoch wurde äußeres Zeichen ihrer Unterwerfung kahlgeschoren da nur als " Khagan " bezeichnete Hordenführer das Recht besaß langes zu tragen.

Zwar kannten auch die Europäer den Kampf zu Pferde doch sie bevorzugen den Mann gegen Mann. Damit war der Schwerpunkt Europäer auf das Fußvolk gesetzt. Doch die Hunnen brachten eine revolutionäre Erfindung nach Europa: den Sattel mit eingearbeiteten Steigbügeln . (Die Römer kannten zwar auch den aber keine Steigbügel. Und durch die Steigbügel die hunnische Reiterei in der Lage beidhändig Pferde aus zu kämpfen da sie dieses mit den Füßen lenken konnten.

Um die Jahrhundertwende ließen sich weitere unter der Führung des Karaton Khan (395-415) der Ebene der unteren Wolga und Donau nieder. Sie begannen nun auch in Fuß zu fassen. Das Volk der Schwarzen – sie bezeichneten sich nun einheitlich als Schwarze Bulgaren ) beherrschten nun die weiten Steppen- und zwischen dem Altai und Südosteuropa .

Bereits 425 wurden die hunno-bulgarischen Horden als Vasallen der Römer erwähnt nachdem sie mehrfach unter Mundschuk ins Weströmische Reich eingebrochen sind und Westeuropa

Die Römer einigten sich nun mit Khan auf einen Waffenstillstand und mußten diesem Tributzahlungen leisten. Dafür versprach der Bulgaren-Khan Rom Bedarfsfalle Truppen zu stellen; es war ein das später für die deutsche Geschichte noch Folgen haben würde!

Nach dem plötzlichen Tode Mundschuks übernahm dessen Bruder Oktar Khan (425-430) die Herrschaft die hunnischen Völkerschaften der Schwarzen Bulgaren. Doch führte das Reich so schlecht daß ihn Kuriltai bereits 430 ab- und ihn durch dessen jüngeren Ruga Khan ersetzt. Für das Herrschaftsgebiet dieser setzte sich nun die Bezeichnung Altyn Oba Horde durch.

Doch konnte Ruga Khan (430-434) das nicht allein führen da man ihm seine Bleda (400-445) und Attila (403-453) als Mitherrscher zur Seite stellte! die Kinder- und Jugendzeit der Söhne Oktars heute nicht viel bekannt. Nur das sie einer der vornehmsten Familien stammten und ihr kurz der Khan ihres Volkes war.

Doch nach dem plötzlichen Tode Rugas 434 ) bei dem wohl vor allem der Attila seine Hand im Spiel hatte wurde Reich der Hunno-Bulgaren zwischen Bleda und Attila Zwar wurde der Führer der Akh Bulkhar (Weiße Bulgaren) Bleda Khan als der der Brüder von den Stämmen formal als anerkannt aber die wahre Macht übte der Attila aus. Im östlichen Khanat herrschte nun Bleda Khagan und sein erstreckte sich von der unteren Wolga bis Altai-Gebirge. Im westlichen Khanat herrschte nun Attila der seinen Machtbereich später bis zur Ostsee und daß schließlich 4 Millionen qkm umfassen

Im Jahre 435 setzte Attila seinen Bruder ab und mit der Vereinigung beider Reichsteile selbst den des Khagan an. Die Altyn Oba Horde nur noch einen Herren – Attila.

Im Frühjahr 445 wollte Bleda nun seinerseits den Bruder lassen. Er war sich wichtiger Stimmen der Fürstenversammlung sicher da ließ Attila seinen Bruder vor der Ankunft der Stammes- und Klanfürsten Attentäter ermorden!

Unter dem Alleinherrscher Attila erreichte die der nun als Hunno-Bulgaren bezeichneten Schwarzen Hunnen im Mittelalter ihren Im Auftrage des römischen Feldherren Aetuis seines römischer Statthalter in der Provinz "Ober-Germanien" zerschlug 436 das Reich der Burgunder das sich seit 400 am mittleren Rhein befand. Dadurch wurde der Hunnen-König Attila wichtiger Bestandteil der deutschen Heldensage: Er ist König Etzel des Nibelungen-Liedes.

Mitte des 5. Jahrhunderts begannen die Schwarzen Hunnen langsam seßhaft werden: Das Hauptsiedlungsgebiet des Volkes lag zwischenzeitlich der Theißebene wo Attila seit 444 seinen Heersitz hatte; die Schwarezen Hunnen verloren den Kontakt zu den anderen hunnischen

In den Jahren zwischen 441 und 447 verwüstete Attila den gesamten Balkanraum und legte die Städte Belgrad und Sofia in Schutt und Asche! Er zwang damaligen oströmischen Kaiser Konstantin zu riesigen Tributzahlungen : Angeblich sollte der Herrscher Konstantinopels dem jährlich eine Tonne Gold gezahlt haben damit seinen Herrschaftsbereich verschonte!

Nun wandte sich der Feldherr Attila Rom und wurde nur durch die persönliche des Papstes Leo I. davon abgehalten die heilige zu plündern. Er zog nun quer durch Gallien und traf 451 auf seinen einstigen Verbündeten Aetius: Dieser zwischenzeitlich mit den Stammeskönigen der Franken [[Burgunder] und Westgoten verbündet und schlug Attila und dessen Vasallen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern vernichtend. (Die rund 80.000 Ostgoten – bis dato Verbündete der Hunno-Bulgaren zogen nun ebenfalls plündernd durch Italien.)

Attila belagerte im Anschluß zwar noch Stadt Orleans zog sich aber dann wieder in Ungarische Tiefebene zurück sammelte dort neue Kräfte bedrohte erneut mehrmals Rom. Aber im Grunde er zu diesem Zeitpunkt keine ernsthafte Gefahr Europa mehr dar!

Im Jahre 453 heiratete Attila die schöne burgundische Königstochter und verstarb bereits in der Hochzeitsnacht.

Nun begann der rasche Verfall des Hunnen-Reiches der Schwarzen Hunnen . Durch inner Kämpfe stark zerrissen verloren Scharen der Hunno-Bulgaren in Europa endgültig ihre Schlagkraft. Sie nun in anderen Völkern auf.

Ein Teil von ihnen wurde unter Oberherrschaft in der späteren Dobrudscha angesiedelt. Diese Volksteile sollten einen der für die späteren Gagausen bilden.

Andere ließen sich an der heutigen serbisch - bulgarischen Grenze nieder und aus ihnen wurden die der heutigen Mazedonier .

Eine dritte Gruppe verblieb im heutigen Ungarn und zog in der Folgezeit nach Siebenbürgen weiter: Aus ihnen wurde im 9. Jahrhundert der magyarische Volksstamm der Szekler .

An den Läufen der unteren Wolga siedelten ebenfalls noch Reste der Hunno-Bulgaren . Auch jene sollten in anderen türkischen Völkern aufgehen: Als wichtigste Nachfolgestämme seien hier die Wolgabulgaren Petschenegen und Kumanen genannt.

Vereinzelte Volkssplitter der Onoguren wurden noch in den Jahren zwischen und 540 von griechischen Geschichtsschreibern erwähnt als bis nach Korinth und Byzanz vorstießen. Es waren bereits die Vorfahren Scharen die als Khökh Bulkhar (Blaue Bulgaren) in die Geschichte eintraten die zwischen den Jahren 453 und 454 unter Führung İleks (= Oleg) dem Sohn Attilas standen.

Sprachverwandtschaften des Hunnischen

Es spricht aus sprachlicher Hinsicht heute für eine Herkunft der Turuken Hunnen und aus der heutigen Mongolei und der angrenzenden Altai - und Sajangebirge. Zum Beispiel dass vor die Russen die Völker der heutigen Türken Mongolen und Tungusen noch in der hiesigen Zeit als Völker" zusammenfassen.

Doch dürften vor allem die heutigen und Türken mehr mit den Hunnen verwandt als z. B. die Tungusen. Das ergibt aufgrund vieler übereinstimmender Begriffe des Grundwortschatzes.

Tabelle mit Sprachverwandtschaften zwischen...
Turuk-Hunnisch Göktürkisch Türkisch Mongolisch Deutsch
hun hun halk (aus dem Persisch-Arabischen) hün Mensch Volk
ulus ulus ulus uls (altmongolisch: ulus ) Lager Stamm Volk Nation
tengri tanry tengri tanry tanrı tenger (daneben auch alttürkisch: tengri ) Himmel Gott
kok oder qoq kök oder qök gök mavi (aus dem Persischen) höh (daneben auch alttürkisch: qök ) Blau Himmel
tengeriz dengiz tengis deniz tengis (mongolisches dalai nur noch in der Religion) Meer
khan oder qan khan han haan oder xaan (daneben auch alttürkisch: qan ) Herrscher König
khaghan oder qaqan khaghan kağan haan oder xaan (altmongolisch: hagan ; daneben auch alttürkisch: qagan ) Herrscher Kaiser
khanum oder qanum khanum oder qanum hanum khatan (daneben auch alttürkisch: qanum ) vornehme Dame Herrscherin; heute auch Bedeutung Ehefrau
ordu ordu/orda ordu ördö Horde Heer Armee
orta orta orta örtö Gemeinschaft
altun/altyn altyn altın altan (daneben auch alttürkisch: altyn ) Gold golden
su su su us (daneben auch alttürkisch: su ) Wasser
ak ak ak aq Weiß
khara khara qara kara har (daneben auch alttürkisch: qara ) Schwarz

Diese Auflistung beweist dass vor allem Alt-Türken als sprachliche "Erben" der alten Hunnen sind. Die heutigen türkischen Hoch-Sprachen Türkisch Aserbaidschanisch (= Oghusisch ) und Usbeko-Uigurisch weisen aufgrund ihrer frühzeitigen Islamisierung seit dem 8. Jahrhundert einen großen arabisch - persischen Einfluß auf. Doch bereits in den der Tataren Kasachen und Kirgisen (= Kyptschakisch ) nimmt dieser islamische Einfluss bereits merklich und in den Sprachen der Altai-Türken (= Kirgis-Kyptschakisch ) fehlt er völlig. Die letzteren zeigen einen fließenden Übergang ins Mongolische während die nordöstliche türkische Sprache das Nordtürkische u. a. die Sprache der Jakuten einen großen tungusischen Spracheinfluss aufweist. (Damit weitläufig die Turksprachen der hiesigen Zeit im weitesten Sinne als "hunnische" Sprachen betrachtet werden.)

Bei den europäischen Nachfahren der alten On(o)guren den Tschuwaschen ist für den Laien nicht mehr für einen türkischen Muttersprachler die hunnisch-türkische Herkunft Wolgabulgarischen kaum noch zu bemerken - zu gingen die alten Hunno-Bulgaren in den benachbarten slawischen und finnischen Sprachen auf während das hunno-bulgarische Donaubulgarische auf dem Balkan völlig verschwand.

Siehe auch: Geschichte der Mongolei

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Liste der hunnischen Könige

Literatur

  • Maenchen-Helfen Otto: Die Welt der Hunnen . Wiesbaden 1997.
  • Thomson E.A.: The Huns . 1995



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