Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 27. Mai 2012 

Hypothermie


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Eine Unterkühlung oder Hypothermie ist ein Kälteschaden und tritt ein die körpereigene Wärmeproduktion über längere Zeit geringer ist als Wärmeabgabe.

Bei Unfällen am Wasser oder im haben die Helfer in der Wasserrettung beziehungsweise der Bergrettung immer auch von einer Unterkühlung des Patienten auszugehen.

Inhaltsverzeichnis

Wärmeregulation des Körpers

Der menschliche Körper hat die Fähigkeit Körpertemperatur auch bei Schwankungen der Umgebungstemperatur konstant rund 37°C zu halten. Dieser Normalwert unterliegt einigen Schwankungen. Hierzu zählen die verstärkte Wärmeabgabe Schwitzen bei körperlicher Anstrenung und die Wärmeproduktion Kältezittern beispielsweise bei Fieber .

Stadien der Unterkühlung

Abwehrstadium

Der Körper versucht bei einer Körpertemperatur 34 bis 37 °C die Körperkerntemperatur konstant halten und produziert Wärme durch Muskelzittern. Zusätzlich sich die Blutgefäße in den Extremitäten zusammen verringern die Durchblutung der äußeren Körperregionen. Es eine Schale in der das kalte Blut bleibt. Ein Wärmeaustausch zwischen Schale und findet dann kaum noch statt.

Erschöpfungsstadium

Ab einer Körpertemperatur von weniger als °C beginnt das Erschöpfungsstadium. Das Bewusstsein des Patienten trübt immer mehr ein.

Lähmungsstadium

Sinkt die Temperatur auf weniger als °C ab kommt es zur Lähmung des Dieser wird dann schläfrig ( somnolent ). Es kommt zur Bewusstlosigkeit später zu Atem- und Kreislaufstillstand infolge von Herzrhythmusstörungen .

Ursachen

Typische Situationen bei denen es zu Unterkühlung kommt finden sich:

  • am im und auf dem Wasser
    • Ertrinkungsunfälle mit starker Abkühlung wegen der höheren des Wassers im Vergleich zur Luft.
    • Sturz ins kalte Wasser beispielsweise Schiffbrüchige oder Segler.
    • längerer Aufenthalt im kalten Wasser beispielsweise bei Wassersportlern wie Schwimmer Surfer oder Kanuten . Gefährdet sind insbesondere auch im Sommer Kinder.
    • Einbruch ins Eis
  • bei Unfällen im Gebirge beispielsweise
  • oder generell bei Aufenthalt in kalter Umgebung
    • unzweckmäßige oder nasse Bekleidung
    • Einschlafen im Freien
    • bewusstloses Liegen im Freien
weitere Ursachen sind
  • Erkrankungen
  • bewegungsarmes Verhalten
  • körperliche Überanstrengung
  • Schock
  • Alkoholgenuss: Alkohol verstärkt beziehungsweise beschleunigt eine Unterkühlung sich hier die Blutgefäße in der Haut erweitern und der Körper so mehr an die Umgebung abgibt.

Erkennen

Abwehrstadium

  • kalte blasse Haut
  • Blauverfärbung beispielsweise der Lippen (Zyanose)
  • Muskel- beziehungsweise Kältezittern
  • psychische Erregung
  • Schmerzen an Händen und Füßen sowie in Gelenken
  • vertiefte und schnelle Atmung
  • beschleunigter Puls ( Tachykardie )

Erschöpfungsstadium

  • kalte blasse Haut
  • Blauverfärbung beispielsweise der Lippen (Zyanose)
  • Bewusstseinstrübung
  • zunehmende Muskelstarre Steifheit
  • flache und unregelmäßige Atmung
  • langsamer unregelmäßiger und schwächer werdender Puls

Lähmungsstadium

  • der Patient wird müde und will nur schlafen (unüberwindliche Schlafsucht)
  • Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • zunehmende Muskelstarre der Patient hört auf zu
  • unregelmäßige Atmung Atemfrequenz nimmt ab Atmung wird schwächer und ist kaum spürbar
  • langsamer unregelmäßiger und schwacher Puls
  • Atem- und Kreislaufstillstand

Gefahren

Wegen der Temperaturempfindlichkeit des Reizleitungssystems kommt ab einer kritischen Temperatur zu Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern Pulslose Ventrikuläre Tachykardie) und damit zum Erliegen Kreislauftätigkeit .

Ist der Temperaturunterschied zwischen Schale und zu groß kommt es bei der Wiedererwärmung bei Bewegung des Patienten zum Temperaturausgleich und Kerntemperatur kann weiter absinken ( Afterdrop ). Dies kann zum so genannten Bergungstod führen.

Sofortmaßnahmen

Rettung aus dem Gefahrenbereich

Die Rettung aus dem Gefahrenbereich hat zu erfolgen da sonst der Patient weiter

Grundsätzlich sollte der Patient dabei möglichst bewegt werden. Beispielsweise kann der Patient mit Korbtrage oder einem so genannten Spine Board (Wirbelsäulenbrett) waagerecht aus dem Wasser an eines Rettungsbootes gehoben werden.

Allgemein

  • Notruf veranlassen
  • Den Patienten schonend aus dem Gefahrenbereich bringen; wenn mögich einen Raum mit Zimmertemperatur mindestens an einen Ort
  • Den Patienten flach lagern und wenig bzw. wenn möglich vollständig immobilisieren
  • Wärmeerhalt d.h. Patienten mit Wolldecken zudecken einwickeln. Eine Rettungsdecke nie direkt auf die bringen diese ist dann wegen fehlender Isolationswirkung
  • Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen .
  • Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen Rettungsdienstes

Abwehrstadium

Befindet sich der Patient noch im

  • dann kann die nasse Kleidung des vorsichtig entfernt werden solange er zittert.
  • Bei erhaltenem Bewusstsein: warme gezuckerte Getränke (kein Alkohol Kaffee oder Schwarztee).
  • vorsichtige Wiedererwärmung z.B. mit einer Wärmflasche

Erschöpfungs oder Lähmungsstadium

Befindet sich der Patient im Erschöpfungs Lähmungsstadium

  • dann darf dieser nicht mehr entkleidet
  • dürfen keine Aufwärmmaßnahmen unternommen werden
  • falls bewusstlos: Stabile Seitenlage
  • falls keine Atmung mehr vorhanden: Herz-Lungen-Wiederbelebung

weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst

weitere Behandlung im Krankenhaus

  • Fortführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Erwärmung des Patienten auch invasiv durch Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine

Grundsatz

Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden beim Transport ins sowie in der Klinik fortgesetzt. Medikamente wie beispielsweise Adrenalin sowie die Defibrillation funktionieren nur ab einer bestimmten Körpertemperatur. die verminderte Temperatur verlangsamt sich auch das der Hirnzellen .

Daher gilt der Grundsatz: Niemand ist so lange er nicht warm und tot ( No one is dead until he is and dead ).

Weblinks

  

Siehe auch




Bücher zum Thema Hypothermie

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Hypothermie.html">Hypothermie </a>