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Institution


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Institution (lat. institutio „Einrichtung”) bezeichnet

  1. umgangssprachlich: eine Einrichtung Organisation; oft mit Sinn "alteingeführt" (z. B. "der Bockbieranstich in ist bereits eine Institution";
  2. eine staatliche oder öffentliche Einrichtung die Wohle oder Nutzen des Einzelnen oder der dient (z. B. "die Institution des öffentlich-rechtlichen
  3. veraltet: die Einsetzung in ein kirchliches
  4. soziologisch: eine soziale Einrichtung (z. B. Ehe).

Der Begriff wurde in die deutsche Soziologie von Arnold Gehlen und Helmut Schelsky (mit Rückgriff auf Bronislaw Malinowski ) eingeführt und als allgemeine Erwartung der bestimmter traditionsgestützter Regelwerke definiert die verbindliche Geltung „Institutionen sind also (...) bestimmte in den der Akteure verankerte sozial definierte Regeln mit Geltung und daraus abgeleiteter „unbedingter“ Verbindlichkeit für Handeln.“ (Hartmut Esser 2000 S. 6). nach verschränken sich in Institutionen allgemeine Bedürfnisse mit sachlichen Notwendigkeiten. Institutionen sichern so das Überleben das Zusammenlebens und ermöglichen Handeln ohne ständige auf deren Sinn.

Institutionen leiten das Handeln von Menschen die Willkür des individuellen Handelns definieren den Handlungsrahmen und mit ihm verbundene Verpflichtungen. Zu Regelset bilden sich zugehörige Legitimierungsstrategien und Sanktionsmechanismen heraus. Damit üben Institutionen eine entlastende aus indem sie eine kollektiv organisierte Bedürfnisbefriedigung und den einzelnen von elementaren Vollzügen freisetzen. schützen sie die Gesellschaft vor individuell willkürlichen chaotisch gegeneinander laufenden Handlungen und überführen sie gesellschaftlich wohlgeordnete Abläufe.

Nach dem "Philosophischen Anthropologen" Gehlen ersetzen dem Menschen was dem Tier als "Instinkt" ist; Dieter Claessens hat dies kritisiert und differenziert (Konzept "Instinktstümpfe"). Sie sind nach Gehlen notwendigerweise undurchschaubar entfremdet bieten aber damit die Möglichkeit für "höhere" Freiheit des Handelns.

Instutionen regeln für das Individuum und Gesellschaft elementare Bereiche wie: Reproduktion (Familie Verwandtschaft) Bildung und Ausbildung Nahrungsbeschaffung Warenproduktion und Verteilung und die Aufrechterhaltung einer gesellschaftlichen Ordnung (Recht sowie der Kultur (siehe Bernhard Schäfers 1995 134-137). Sie sind "bewährte Problemlösungen" für den - welche man sich auch als Komplex Handlungs- und Beziehungsmustern vorstellen kann. Institutionen können Abbild in Organisationen finden sind aber davon deutlich zu Während Institutionen handlungsleitende Regeln zur Verfügung stellen Organisationen formell Ziele Mitgliedschaft und Organisationsabläufe.

Institutionen können in extremer Ausformung als totale Institution " (z. B. Gefängnisse Schiffsbesatzungen Klöster) kontrollieren alle Lebensäußerungen ihrer Teilhaber können also den des Individuums überaus stark einschränken und soziale verhindern wie dies bei Sekten Gefängnissen und geschlossenen Anstalten der Fall ist. Auf der Seite bergen Prozesse der Deinstitutionalisierung z. B. in gesellschaftlichen Wandlungsphasen Risiken Rückfalls in riskantes rücksichtsloses und nur auf der Eigenwünsche bedachtes Verhalten.

Die jüngere Soziologie vermied es gern Sachverhalte wie " Familie " oder " Bundestag " als "Institution" zu bezeichnen da sie Aspekte der Institution als auch der Organisation und organisationssoziologisch weniger Grundlagenprobleme aufzuwerfen scheinen. (Die der Ehe" ist derart genommen eine Organisation Mitglieder die jeweilige Ehefrau und der jeweilige sind.) Jedoch hat 2003 Michael Wildt den wieder aufgenommen um das Reichssicherheitshauptamt in der Zeit des Nationalsozialismus zu erklären.

Beispiele sind jegliche Regeln und Normen Verfassung Kartellrecht Strafrecht Verträge (allgemein) StVO Norm Unternehmensleitsätze Landessprache Benimmregeln Sitten & Bräuche . Auf die oft mit parallelen sozialen befasste soziologische Debatte zum Ritual ist zu verweisen.

Der soziologische Begriff der "Institution" wird volkswirtschaftlich in der " Neuen Institutionenökonomie " für die Erklärung der Bildung von und Unternehmensgrenzen verwendet - oft aus Unzufriedenheit dem dort (und in der Betriebswirtschaftslehre ) vielfach entfalteten "Organisations"-Begriff.

Literatur

  • Hartmut Esser: Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 5: Institutionen . Frankfurt/New York: Campus Verlag 2000
  • Arnold Gehlen Der Mensch Wiesbaden: UTB 1995
  • Arnold Gehlen Über die Geburt der Freiheit aus der Gesamtausgabe Bd. 4 Frankfurt/Main 1983
  • Berhard Schäfers (Hrsg.): Grundbegriffe der Soziologie. Leske + Budrich 4.Auflage 1995



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