Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 5. Dezember 2019 

Inzest


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Inzest (auch Blutschande) ist eines der ältesten Tabus der Menschheit und bezeichnet den Geschlechtsverkehr zwischen Verwandten.

Inhaltsverzeichnis

Inzest und Gesellschaft

Die Nähe der Verwandtschaft die als gilt variiert zwischen verschiedenen Gesellschaftssystemen: Manchmal gilt Ehe zwischen Vetter und Base erster Ordnung akzeptabel manchmal nicht.

Daneben gilt auch der Geschlechtsverkehr zwischen aber nicht von der Abstammung verwandten Personen manchen Gesellschaften als Inzest. Beispielsweise wäre demnach Beziehung eines Mannes mit seiner Schwiegertochter Inzest.

In vielen Gesellschaften stößt Inzest psychologisch auf Ablehnung.

Nur in wenigen Gesellschaften ist der zwischen nahen Verwandten akzeptiert. Ein bekanntes Beispiel die Pharaonen des alten Ägyptens . Als Nachkommen eines Gottes konnte sich Herrscherhaus nicht mit „normalen” Menschen verbinden; Inzest eine logische Alternative.

Gesetzeslage

Inzest wird in vielen Staaten strafrechtlich

Zur Gesetzeslage in Deutschland vergleiche Strafgesetzbuch StGB Beischlaf zwischen Verwandten : http://lawww.de/Library/stgb/173.htm

Biologische Aspekte

Kommt es bei Inzest zur Fortpflanzung die Variabilität der Gene bei so gezeugten Nachkommen und der Heterosis-Effekt ab während die Homozygotie steigt. Dadurch wird das Risiko des von heterozygoten Erbkrankheiten bei den Kindern erhöht gleichzeitig werden positive Erbmerkmale propagiert.

In der Natur sind bisweilen Strategien Inzestvermeidung zu finden. Bei Pflanzen sind das Blüten die erst nur Pollen produzieren und zur Bestäubung geeignet sind oder umgekehrt. Bei Tieren Menschen ist es der Geruchssinn der genetisch Verwandte "unangenehm" riechen lässt und folglich Sex nahen Verwandten vermeidet (siehe Beitrag bei Quarks ).

Literatur

Belletristik

Neben den Inzesten die in den Schöpfungsmythen vieler Völker vorkommen kennt die Literaturgeschichte Vielzahl von gewöhnlich dramatischen Erzählungen die das Inzest behandeln.

Eine klassische Geschichte ist die Ödipussage in der ein ausgesetzter Sohn ohne zu wissen seine Mutter heiratet und mit vier Kinder zeugt.

Innerhalb der romantischen Literatur erscheint der teilweise als auslösendes Moment einer tragischen Geschichte. in E.T.A. Hoffmanns "Elixiere des Teufels" erfährt der Leser Ende durch die Genealogie der Protagonisten dass Fall von Inzest Auslöser war für den Wahnsinn der Hauptfigur und ihres Doppelgängers die ihrem Wirrspiel quasi telepathisch verbunden erscheinen. Die der inzestuös entstandenen Familie erscheint als Ziel magischen bzw. wahnsinnigen Zustände.

Auch in "Der Erwählte" von Thomas Mann findet sich diese Dualität von besonderer in Verbund mit einer gewissen Auserwähltheit. Hier der aus einer mittelalterlichen Erzählung entstammende Gregorius Ende nach langen Leidens- und Bußejahren zum

Eine moderne Version ist Max Frischs „Homo Faber”.

Biographien

Die Schicksale von Menschen die entweder einer Inzestbeziehung sind oder als Kinder vom sexuell missbraucht wurden und danach Kinder zur brachten werden heute nicht mehr totgeschwiegen.

  • Kathryn Harrison: Ich bin die Tochter keiner sieht 1997 ISBN 3426269791

Filme

Geschichtliches

Im europäischen Hochadel kam es immer wieder zu Eheschließungen zumindest hart an der Grenze des Inzest Grund dafür war der Glaube an eine Kraft" des Blutes die so meinte man Eheschließung und Fortpflanzung mit anderen Familienmitgliedern die des gleichen Blutes waren nur noch gestärkt konnte. Auch das Prinzip der Ebenbürtigkeit schränkte die Wahl der möglichen Ehepartner ein so dass schließlich fast jeder mit verwandt war. Das kanonische Recht der katholischen Kirche verbot zwar Eheschließungen zwischen in engem Verwandten anders als bei Bürgerlichen war die bei Angehörigen des Hochadels (oft gegen gewisse Zuwendungen) aber oft bereit eine Ausnahmegenehmigung (einen Dispenz) zu erteilen. Nachdem die Kenntnisse der heute größer sind nimmt man an dass hohe Zahl von Ehen im engen Verwandschaftskreis eine Mitursache des Aussterbens einiger großer europäischer (z. B. das Haus Valois ) ist.

Siehe auch: Genetik

Weblinks

Hilfsorganisationen:



Bücher zum Thema Inzest

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Inzest.html">Inzest </a>