Reiff studierte 1828 - 33 im Tübinger Stift Theologie und Philosophie. Er begann als am Tübinger Stift seine philosophischen Vorlesungen und diese seit 1840 als Dozent an der Tübingen fort an welcher er 1844 zum 1855 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. 1863-64 er Rektor der Universität Tübingen; 1874 wurde der persönliche Adel verliehen.
R. ging zunächst von der damals Philosophie Hegels aus gelangte aber bald über eine von Hegels absoluten Idealismus zu seinem eigenen Standpunkt.
Am Hegel'schen System bemängelte er einerseits Logizismus mit dem sich keine genuin praktische verbinden ließ andererseits den absoluten Standpunkt der Grenzen des endlichen Ichs mißachtete. Daher näherte sich wieder dem transzendental-kritischen Standpunkt der Wissenschaftslehre Fichtes und gab wieder wie diese der Vernunft über die theoretische und den Willensbestimmungen die logischen Kategorien den Primat.
Zugleich stellte Reiff in Hegels System Dualismus fest den er als Ursache für Zerfall der Hegelschule in Links- und Rechtshegelianismus So erkannt Reiff es als seine Aufgabe diesem Dualismus auch beide Zerfallstendenzen in einer Synthese (der letzten zu welcher der deutsche gelangte) zu versöhnen.
Den Versuch dazu unternahm Reiff auf genannten ethisch-kritischen Standpunkt den er mit den Errungenschaften Hegels verband in seinem 'System der (1842). Die kurze Wirkungszeit bis zur Revolution 1848 mit der das Interesse der Öffentlichkeit Idealismus erlosch hat eine breitere Wirkung der Philosophie verhindert.
Seit die Früh- und Spätphase des Idealismus vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt (Dieter Henrich Manfred Frank) wird auch Reiffs wieder stärker rezipiert.