Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Jan Dismas Zelenka (* 1679 in Loudovice in Böhmen; † 23. Dezember 1745 in Dresden ) war ein Barockkomponist tschechischer Herkunft.
Jan Dismas Zelenka wirkte am sächsischen in Dresden und komponierte höchst originelle und unkonventionelle und Vokalwerke. Viele davon erleben erst seit Ende des 20. Jahrhunderts eine Renaissance. In geistlichen Werken besonders den großen vom Katholizismus "Letzten Messen " (Missae Ultimae) verbindet er teils archaische mit den modernsten Ausdrucksmitteln seiner Zeit zu Schöpfungen.War zu Zeiten von Heinrich Schütz der Dresdner Hof noch evangelisch gewesen vollzog sich mit August dem Starken aus Gründen ein Übergang zum vorreformatorischen Glauben.
In seinen Instrumentalkompositionen trifft Zelenka wie berühmten Nachfolger Smetana und Dvorak den typischen Volkston. Dennoch scheint die getroffene Spezifikation tschechischer Vivaldi teils überzogen teils nicht angemessen. Im Zelenkas ergeben sich Parallelen zu österreichischen Komponisten Johann Joseph Fux (1660 - 1741) oder sudetendeutschen Musikern Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 - 1704)aus dem böhmischen Wartenberg Hammerschmidt (1612 - 1675) aus Brüx (heute Most dessen Religiosität in diesem Zusammenhang etwas erscheint oder Gottfried Finger aus Olmütz dem heutigen Olomouc .
Die kammermusikalischen Werke Zelenkas sind in Instrumentierung unspezifisch. Hier zeigt sich durchaus eine zum Spätwerk von Johann Sebastian Bach der in seiner Leipziger Zeit ebenfalls den Dresdner Hof tätig war. Daneben kann Dismas Zelenka auf eine reiche tschechische wenn oft anonyme Tradition zurückgreifen. Als tschechische Komponisten Zelenka wären etwa Michna Otradovice oder Pavel Vejvanovski zu nennen.
Dass die Zelenka-Rezeption vielfach ins Stocken liegt möglicherweise daran dass Zelenka ebenso wie die sich bietende Option "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation" wählte also nicht die nach dem Krieg näherliegende österreichische Variante. Wenn man bedenkt Bedeutung die Prager Universität für Deutschland hat Zelenka als deutscher Komponist. Dennoch hat es eingebürgert Böhmen der Donaumonarchie zuzuordnen auch wenn dies im Hinblick den Beginn des 18. Jahrhunderts verfrüht erscheint.
Hierbei überrascht jedoch die relative Nichtbeachtung durch den für die Pflege des österreichischen bestimmenden Concentus musicus unter Leitung des inzwischen Weltdirigenten aufgestiegenen Nikolaus Harnoncourt zumal ähnlich wie etwa bei dem Italiener und Wahl-Münchner Dall'Abaco (1675 - 1742) Streicherkorpus im Vordergrund steht bei Zelenka standardmäßig durch Doppelrohrblattinstrumente klangfarblich minimalistisch ergänzt.
Ein als Tonträger vor vielen Jahren und durch den Rundfunk verbreiteter Tonträger beinhaltete von Barockkomponisten aller Kulturnationen darunter auch ein Zelenkas. Obwohl ein solches Projekt eher missverständlich rückte es Zelenka doch ins Bewusstsein eines Publikums.
Zur Zeit (April/Mai 2004) läuft in das Projekt einer allegorischen Oper aus der Zelenkas.