Goldszmit studierte von 1898 bis 1904 in Warschau. Nach seiner Promotion als Facharzt für Pädiatrie erhielt er eine Anstellung an einer Kinderklinik (1904-1911). Parallel zu seiner medizinischen Ausbildung er zu schreiben. Im Rahmen eines literarischen nutzte er erstmals das Pseudonym das er dann beibehielt: Janusz Korczak . Bereits seine ersten Romane machten ihn bekannt dass er zum Modearzt avancierte. Die Einnahmen kamen seinem ärztlichen und sozialen Engagement arme und verwahrloste Kinder zugute. Mehrfach fuhr als unbezahlter Betreuer mit zu den Sommerkolonien durch Spenden finanzierte Sommerferienlager für Kinder des Proletariats. Als er dann 1911 die Leitung nach seinen Plänen neuerrichteten jüdischen Waisenhauses angeboten gab er den Arztberuf auf und nahm Dom Sierot wurde sein Lebensinhalt. Getragen von jüdischen Gesellschaft 'Hilfe für die Waisen' nahm jüdische Kinder bis zum Alter von 14 auf. Korczak erhielt den pädagogischen Spielraum um Ideen umzusetzen und nach neuen Wegen zu - die er auch immer wieder in festhielt (weitaus häufiger in Kinderbüchern und Erzählungen in pädagogischen Schriften).
Nach dem Befehl zur Umsiedelung der jüdischen Bevölkerung Warschaus in das Warschauer Ghetto im Oktober 1940 musste auch Dom Sierot umziehen da Gebäude knapp außerhalb des vorgegebenen Stadtviertels lag. der unsäglichen Bedingungen im Ghetto fand Korczak den letzten Monaten noch die Energie zu Notizen. Sein Tagebuch aus dem Warschauer Ghetto 1942 ist eine Mischung aus Lebenserinnerung tagebuchartigen der Gegenwart im Ghetto sowie Zukunftsvisionen und Im August 1942 wurden dann im Rahmen Aktionen zur so genannten " Endlösung der Judenfrage " die etwa 200 Kinder des Waisenhauses von SS zum Abtransport in das Vernichtungslager Treblinka abgeholt. Korczak wollte die Kinder nicht Stich lassen und bestand darauf mitzufahren. Er am 0 5. August 1942 von den Nationalsozialisten ermordet.
Wie man ein Kind lieben soll (poln. Erstausgabe: 1919) Korczaks wichtigstes pädagogisches besteht aus vier Teilen. Der erste Teil Das Kind in der Familie hält sich an die zeitliche Entwicklung Kindes und begleitet das Kind und dessen von der Geburt bis zur Pubertät. Korczak beschreibt und formuliert jeweils seine Ansichten.
»Es geht mir darum daß man begreift: Buch und kein Arzt können das eigene Denken die eigene sorgfältige Betrachtung ersetzen.« ¹
Der zweite Teil Das Internat wendet sich an junge Erzieher : Korczak berichtet über seine Erfahrungen in Erziehungsarbeit. Auch hier betont er die Beachtung Individualität und Eigenpersönlichkeit sowohl des Erziehers:
»Habe Mut zu dir selbst und such eigenen Weg.« ¹
als auch des Kindes:
»Es ist einer der bösartigsten Fehler anzunehmen Pädagogik sei die Wissenschaft vom Kind - nicht zuerst die Wissenschaft vom Menschen.« ¹
Im dritten Teil Sommerkolonien berichtet Korczak über seine ersten (ernüchternden) Erfahrungen in den Sommerkolonien. Der vierte Teil Das Waisenhaus schließlich behandelt im Waisenhaus konkret umgesetzte Ideen wie Einrichtungen der Selbstverwaltung.
König Hänschen der Erste (poln. Erstausgabe: 1923) ist das bekannteste Korczaks. Als Hänschen ein 10-jähriger Junge nach Tod seines Vaters zum König wird nimmt den Titel 'König Hänschen-Reformator' an der Demokratie für das ganze Staatsvolk also auch für die Kinder einführt. Geschichte spielt dann den Gedanken eines Kinderparlamentes Aufgrund von feindlicher Beeinflussung scheitert das Parlament König Hänschen verliert den Krieg gegen den und wird von den Siegern in die geschickt. Die Hauptanklagepunkte gegen ihn sind:
»1. König Hänschen hat einen Aufruf an Kinder erlassen sie sollten sich erheben und Erwachsenen nicht mehr gehorchen.
2. König Hänschen wollte eine Weltrevolution hervorrufen selbst König der ganzen Welt zu werden.« ²
In der Fortsetzung König Hänschen auf der einsamen Insel (poln. Erstausgabe: 1923) denkt Hänschen viel das Leben nach und über die Fehler er begangen hat. Er flieht von der und kehrt nach einer langen Odyssee in Hauptstadt zurück wo er abdankt um als zu arbeiten und zu lernen.
Wenn ich wieder klein bin (poln. Erstausgabe: 1925) ist eine Erzählung Ich-Form. Der Erzähler ist zu Beginn ein ein Lehrer der sich in die sorglose Kindheit zurückwünscht - unter einer Bedingung:
»Wenn ich wieder ein Kind wäre würde gern alles im Gedächtnis behalten alles wissen können was ich jetzt weiß und kann. daß niemand merkt daß ich schon groß ³
Dieser Wunsch wird ihm durch einen erfüllt und es beginnt die Binnenhandlung. Der begleitet den Jungen durch sein Leben er von seinen schönen und schlimmen Erlebnissen und seinen Sorgen und Problemen die ihn immer vom Schulstoff ablenken. Man erlebt die Oberflächlichkeit Ungerechtigkeit der Erwachsenen im Umgang mit Kindern
Das Vorwort an den erwachsenen Leser lautet:
»Ihr sagt:
'Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.'
Ihr habt recht.
Ihr sagt:
'Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt
Hinuntersteigen uns herabneigen beugen kleiner machen.'
Ihr irrt euch.
Nicht das ermüdet uns. Sondern - wir zu ihren Gefühlen emporklimmen müssen. Emporklimmen ausstrecken auf die Zehenspitzen stellen hinlangen.
Um nicht zu verletzen.« ³
Das Recht des Kindes auf Achtung (poln. Erstausgabe: 1928) ist die Zusammenfassung Vortragsreihe Korczaks und lässt sich als Streitschrift in der er sich zum Anwalt des macht. Er schildert die Kindheit als eine der Rechtlosigkeit der Ungerechtigkeiten und der Abhängigkeiten dann vehement grundsätzliche Rechte für das Kind (ein Gedanke der bereits in Wie man ein Kind lieben soll auftaucht und hier weiterentwickelt wird). Er das Recht auf Achtung der Kindheit als Lebensabschnitt und konkretisiert dies in verschiedenen Einzelrechten
Achtung der Unwissenheit des Kindes
Achtung der Wissbegierde des Kindes
Achtung der Misserfolge und Tränen des Kindes
Achtung der Eigentums des Kindes
sowie das Recht des Kindes so sein wie es ist.
Die Regeln des Lebens (poln. Erstausgabe: 1930) hat den Untertitel Eine Anleitung zur Erziehung für junge Menschen für Erwachsene . Den Grundgedanken des Buches beschreibt Korczak Beginn selbst:
»(...)eines Tages ein Bub bemerkte:
Wir haben viel Kummer weil wir Regeln des Lebens nicht kennen. Manchmal erklären Erwachsenen einem etwas in aller Ruhe aber sind sie unwillig.
(...)
Ich nahm ein Blatt Papier und mir auf:
'Die Regeln des Lebens'.
(...)
Der Bub hat recht - das es.
Und ich entwarf einen Plan.
Über das Leben daheim will ich über die Eltern die Brüder und Schwestern Freuden und Leiden daheim.
Dann über die Straße.
Dann über die Schule.« ¹
Fröhliche Pädagogik (poln. Erstausgabe: 1939) sammelt die pädagogischen des 'Alten Doktors' die der Polnische Rundfunk der 30-er Jahre ausgestrahlt hatte. In jedem erzählt Korczak Begebenheiten aus dem kindlichen Leben einem bestimmten Thema und formuliert zum Schluss Art pädagogische Conclusio.
Quellenhinweis Zitate: ¹ Deutsch von Armin Droß Vandenhoeck Ruprecht Göttingen ² Deutsch von Katja Weintraub & Ruprecht Göttingen ³ Deutsch von Mieczyslaw Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen