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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 9. Februar 2010 

Joachim von Fiore


Joachim von Fiore wirkte im 12. Jahrhundert als einer der größten Mönchstheologen und Abt in Sizilien .

Inhaltsverzeichnis

Leben

Joachim von Fiore wird um 1130 als Sohn eines Notars in Celico Kalabrien ) geboren. Er starb vermutlich im Jahre 1202 (weniger wahrscheinlich 1205 ) in San Giovanni in Fiore im

Anfangs arbeitete er auf Bestreben seiner in der Kanzlei am Königshof von Wilhelm in Palermo . Diese verließ er aber bald um einem tiefen religiösen Leben zuzuwenden. So unternahm eine Pilgerfahrt ins Heilige Land und besuchte Jerusalem . Nach Streitereien mit seinem Vater über weiteren beruflichen Werdegang ging Joachim von Fiore nach Guarassanum dann nach Sambucina. In Rende er vom Erzbischof von Catanzaro zum Priester geweiht. Erst schloss er sich einer christlichen Gemeinschaft an; ließ sich im Kloster Corazzo nieder. Nachdem er Prior geworden war zog er sich in Kloster SS. Trinità in Acri nach Sambucina und erst auf Grund der Bitten kirchlicher kehrte er als Abt nach Corazzo zurück. Er leitete das Kloster von 1171 bis 1177 und führte dort die Zisterzienserregel ein. 1183 / 84 hielt er sich in Casamari auf begann u.a. das Psalterium decem chordarum dass er 1187 / 88 in Petralate ( Kalabrien ) beendete. Von Papst Klemens III. erhielt 1188 die Erlaubnis sich seinen hermeneutischem Schrifttum zu widmen.Zu diesem Zweck zog er in das Silagebirge zurück. Das Zisterziensergeneral kapitel rief ihn aber 1192 nach Corazzo zurück. Stattdessen gründete er ein neues Kloster S. Giovanni in Fiore dem er als Abt vorstand. An einem Pfingsttag zwischen 1190 und 1195 empfing er während der Meditation über Johannesapokalypse seine entscheidende Erleuchtung. In die Zeit 1190 fällt auch seine Gründung des Florenser-Ordens.

Auf dem 4. Laterankonzil von 1215 wurde Joachim von Fiores These verurteilt der er Petrus Lombardus anklagt er habe eine Quaternitas eingeführt; soll heißen zu Vater Sohn Heiliger Geist noch die Trinität als vierte kollektive Einheit. 1254 wurden einige seiner Lehren überprüft aber wurde von der Kirche nie als Häretiker angesehen auch wenn posthum gefälschte Bibelkommentare Ansehen schädigen sollten. Seine Lehren verbreiteten sich rasch. Neben dem Joachimismus gewann vor allem so genannte Pseudojoachimismus großen Einfluss.

Wirken

Bedeutend ist Joachim von Fiore vor wegen seines Geschichtsbildes und seiner exegetischen Methode bei der er der allegorischen Schriftauslegung der typologisch-historischen vorzieht. Den historischen des Alten und des Neuen Testaments deutet er einem heilsgeschichtlichen Sinn. Die Geschichte wird in Perioden gegliedert welche er mit der Trinität in Verbindng bringt: Die Zeit des ( Altes Testament ) des Sohnes (beginnt mit dem Neuen Testament und endet nach seiner Vorhersage 1260 ) und die des Heiligen Geistes . Dieses dritte glückliche Zeitalter wird von intelligentia spiritualis erleuchtet sein und alle Freuden des Jerusalem bieten. Das letzte das Dritte Zeitalter im Zentrum des joachimitischen Geschichtbildes. (Dieses Zeitalter auch Drittes Reich genannt. Die Nazis übernahmen später aber den Begriff um den neuen Charakter ihres zu unterstreichen aber keinesfalls den Inhalt im Joachims.) Dem Dritten Zeitalter geht die Ankunft Antichrist voraus welcher dann von einer kirchlichen besiegt wird. So identifizierten einige joachimitische Franziskaner den Heiligen Franziskus aufgrund seiner Stigmata als Alter-Christus . Seine Lehre wird auch mit dem der Drei-Zeiten-Lehre bezeichnet.

Seine Ideen fanden im späten 13. und 14. Jahrhundert großen Anklang und verbreiteten sich schnell. beeinflussten sie auch Dante Alighieri vermutlich über die spirituale Strömung der Franziskaner der dann auch Joachim von Fiore seine Göttliche Komödie aufnahm. So wie er auf die Franziskaner wirkte so kann man auch seinen bei den Täufern der Reformationszeit z. B. bei Thomas Müntzer und schließlich auch bei Gotthold_Ephraim_Lessings "Erziehung des Menschengeschlechts" sowie bei Georg W. F. Hegel Auguste Comte Karl Marx und in Ernst Blochs "Prinzip Hoffnung" erkennen.

Die Hauptwerke Joachims von Fiore sind Concordia novi et veteris Testamenti Expositio in Apocalypsim Psalterium decem chordarum Tractatus super quatuor Evangelia De articulis Fidei Adversus Iudeos und die unvollendete Vita S. Benedicti .

Weblinks

Literatur

  • H. Grundmann Zur Biographie Joachims von Fiore Rainers von Ponza Deutsches Archiv für Erforschung Mittelalters 16 1960 S. 437-546.
  • M. Reeves The Influence of Prophecy in Later MA. A Study in Joachimism 1969.



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