Sein Vater der Gymnasialdirektor und Oberkonsistorialrath Friedrich Büsching ( 1724 – 1793 ) gilt als Begründer der politisch-statistischen Methode Geographie seine Mutter stammte aus Theologenfamilie . Büsching das zwölfte von 13 Kindern bereits mit 10 Jahren. Er studierte in Halle und Erlangen Rechtswissenschaft und wurde 1806 Regierungsreferendar in Berlin. Seine wahren Interessen jedoch auf anderem Gebiet. Angeregt durch seinem Friedrich Heinrich von Hagen begann er das von Sprachaltertümern. Zusammen mit Hagen publizierte er 1807 eine Sammlung deutscher Volkslieder 1808 "deutsche Gedichte des Mittelalters" 1809 ein der Liebe".
Auf der Suche nach Handschriften reiste 1809 in das "klosterreiche Schlesien ". In den schlesischen Klöstern entdeckte er wichtige alte Bücher war aber über den Zustand der Archive entsetzt und faßt den einer schlesische Zentralbibliothek und Kunstsammlung die das aus den Klöstern übernehmen und aufbereiten sollte. Ministerialsektion für den öffentlichen Unterricht des preußischen war von dem Vorschlag angetan seine Verwirklichung aber erst durch das Edikt vom 30. 1810 über die Einziehung geistlicher Güter ( Säkularisation ) möglich. Am 8. 11. 1810 erhielt von Auftrag von Staatskanzler von Hardenberg den Auftrag in Breslau bei der Hauptkommission für die Einziehung geistlichen Güter in Schlesien unter Vorsitz des von Massow die Inventarisierung und Aufbewahrung von Archiven und Bibliotheken zu übernehmen. Als er 23. 11. 1810 in Breslau ankam sah sich einer komplizierten Situation gegenüber: bis zu Urkunden und Bilder Kunstsachen und andere Altertümer 91 Klöstern und Stiften mußten möglichst schnell werden da Güter und Gebäude verkauft werden
Büsching ließ die Materialien mit Herkunftsbezeichnung und in das Stift der Augustinerchorherren in transportieren wo sich bald große Mengen von und Kunstgegenständen auftürmten zum Mißvergnügen seiner Vorgesetzten. Materialien aus 35 Klöstern und Stiften angekommen verfügte die Hauptkommission am 6. 9. 1811 Transporte einzustellen und das Material vor Ort selektieren und zu katalogisieren. Büsching versuchte sich Verfügung die eine geordnete Sichtung des Materials unmöglich machte zu widersetzen was ihm eine wegen Quertreiberei eintrug wonach er seine Tätigkeit zunehmender Unlust fortführte. Zwei Jahre später wurden Materialien nun doch nach Breslau verbracht durch Unterbringung und durch hastige und wenig sachkundige waren jedoch große Verluste von Archivalien eingetreten.
Am 1. 6. 1812 wurde Büsching einem Gehalt von 600 Thalern zum Archivar Aufseher der Kunstgegenstände ernannt. Sein Vorgesetzter war Oberbibliothekar Johann Gottlob Schneider ein klassischer Philologe dem sich Büsching nicht verstand. Am 3.5.1812 Büsching die Aufsicht über die Gemäldesammlungen am 12. 1814 auch über die Sammlungen der und Alterthümer. Am 27. 10. 1815 wurde Archiv als eigenes Institut der Universität angegliedert.
1822 wurde das Provinzialarchiv selbständig. Mit gleichgeordneten Kollegen Stenzel gab es jedoch ebenfalls Reibereien die am 7. 4. 1825 mit mit Entlassung Büschings aus dem Archivdienst endeten.
1816 habilitierte sich Büsching in Breslau erhielt 1817 eine außerordentliche Professur für mittelalterliche Kunstgeschichte und historische Hilfswissenschaften (historiae artis medii aevi rerumque diplomaticarum). Besoldung von 200 Thalern wurde 1821 auf Thaler erhöht mit der Verpflichtung auch über zu lesen. Am 6. 8. 1822 wurde "in Anerkennung seiner verdienstlichen Bemühungen besonders auch dem Gebiete der Kunst und der deutschen (Seger 1929 173) zum Ordinarius ernannt. In Veranstaltungen behandelte er vor allem mittelalterliche Kunst Diplomatik aber auch volkskundliche Themen. Ab 1820 Büsching auch Veranstaltungen zur deutschen Altertumskunde an. gilt als der erste Lehrstuhlinhaber für prähistorische
Titel der Veranstaltung
Zahl der Veranstaltungen
Diplomatik
12
Geschichte der deutschen Kunst des Mittelalters
9
Geschichte der altdeutschen Baukunst
8
Geschichte des deutschen Ritterwesens
7
Deutsche Alterthümer mit Benutzung der Alterthümersammlung
8
Volksfeste Sitten und Gebräuche seit Einführung Christentums und Vergleichen
mit den Gebräuchen anderer Völker
4
(Nach Halub 1997)
Als der Professor für deutsche Sprache Literatur Friedrich Heinrich von der Hagen 1824 Berlin versetzt wurde übernahm Büsching die Professur die philosophische Fakultät Jacob Grimm Karl Lachmann oder Hoffmann von Fallersleben als Nachfolger hatte. Er hielt jedoch keine Veranstaltungen zu Themen ab trotzdem gilt Büsching vor allem der philologischen Forschungen in der Berliner Zeit früher Germanist . Nach Büschings Tod im Jahre 1829 das preußische Kultusministerium die Professur der deutschen und Literatur zunächst nicht wieder besetzen. Schließlich am 18. März 1830 August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) zum außerordentlichen Professor für deutsche und Literatur ernannt.
Von 1817-1825 arbeitete Büsching vor allem Aufbau der Alterthümersammlung der Breslauischen Hochschule. Im der Zeit verstand man unter Alterthümern Gegenstände aus der frühen Neuzeit dem Mittelalter und "heidnischen Vorzeit" stammten. Büschings Sammlungstatigkeit richtete sich auf vor- und frühgeschichtliche Artefakte.
Einige wenige heidnischen Alterthümer stammten aus aufgelösten Klöstern besonders aus Sagan dazu kamen noch Alterthümer aus der in Frankfurt/Oder. Für Ankaufszwecke standen Büsching 1818 Thaler zur Verfügung später deutlich weniger. Im mit anderen Antiquaren suchte Büsching an Abgüsse kommen und tauschte Alterthümer ein eine damals übliche Praxis. Sein besonderes Interesse galt dabei "Götzenbildern." Nach dem preußischen Landrecht (1. Theil 9. Tit. des preußischen Abschnitt 8) gehörten "Schätze" demjenigen der sie eigenem Grund fand gänzlich die Hälfte wenn von anderen gefunden wurden. Der Oberpräsident Merckel aber am 24. 4. 1818 Finder heidnischer in Schlesien an sie der Universitätssammlung zu oder zu verkaufen.
Die meisten schlesischen Artefakte wurden aber Büsching in planmäßigen Ausgrabungen gewonnen. In einer Eingabe vom 17. 1819 hatte er begründet dass eigene Ausgrabungen seien und dafür 500 Thaler verlangt. Das genehmigte die Ausgrabungen stellt aber nur 166 20 Silbergroschen zur Verfügung. 1820 erhielt er 10 Sgr. später nur noch 70 Thlr. wurden nun oft aus den Mitteln des Jahres oder aus eigener Tasche finanziert.
Wachstum der Sammlung:
JAHR
TONGEFÄßE
ANDERE STOFFE
AUßERSCHLESISCHE FUNDE
1818
187
127
5
1820
800
260
10
1822
1300
705
180
1823
2350
800
242
1829
1500
864
696
Für die Altertümersammlung legte Büsching einen diese Zeit vorbildlichen Katalog an. "In diesem Verzeichnisse werden alle eingesandten Alterthümer Materie Maaß Form Zeichnung Fundort und dem des Einsenders so genau von Herrn Dr. Büsching beschrieben daß selbst wenn die einmal verloren gehen sollten dieses immer ein Actenstück für die schlesischen Antiquitäten bleiben wird." schreibt darüber 1819 der schlesische Alterthumsforscher Kruse. Durch eine weitgespannte Korrespondenz stand Büsching zahlreichen schlesischen Alterthumsforschern in Verbindung und erhielt ständig Nachrichten über neue Funde. Diese Auskünfte teilweise von Friedrich Kruse in seiner "Budorgis" die als erster Versuch einer archäologische Landesaufnahme kann.
Büsching stand mit dem dänischen Antiquar Christian Jürgensen Thomsen in einem Briefwechsel über das von entwickelte Dreiperiodensystem zur zeitlichen Gliederung der schriftlosen Vorzeit; hatte jedoch ein eigenes Gliederungssystem entwickelt dass in den "Abriß" ausführlich darstellte. Es beruhte auf dem Material ("Masse") der Artefakte maß aber keine chronologische Bedeutung zu. Büsching korrespondierte mit Goethe.
1820 gibt Büsching eine "Korrespondenz der Gesellschaft" heraus es erscheint aber nur der Band und das erste Heft des 2. Nachrichten über Altertümer nehmen hier einen breiten ein.
Volks-Sagen Märchen und Legenden (Leipzig Carl Heinrich 1812).
Das Bild des Gottes Tyr gefunden in (Breslau 1819).
Die Alterthümer der heidnischen Zeit Schlesiens. Band (Breslau 1820).
Abriß der deutschen Alterthumskunde (Weimar 1824).
Friedrich Heinrich von der Hagen/Johann Gustav Büsching Grundriß zur Geschichte der Deutschen Poesie von ältesten Zeit bis in das sechzehnte Jahrhundert 1812).
Albrecht von Scharffenberg Titurel. Abschrift des von 1477 [Straßburg: Johann Mentelin] von Johann Gottlieb Büsching. 398 Seiten gebunden in Halblederband Rückenaufdruck: Titel Abschreiber. S. 397: Beschreibung des von Büsching Breslau (?) 20. Juni 1806. Halle Yg 2° 31.
1811 fand Büsching in der Bibliothek Grafen Hochberg zu Fürstenstein und in der der St.Bernhardinkirche in Breslau Original und Abschrift dreibändigen "Memorialbuches" des schlesischen Adeligen Hans von (1552-1616) das er zwischen 1820 und 1830
1818 gründete Büsching den "Verein für Geschichte Kunst und Altertümer" der bald die Zahl von 600 Mitglieder hatte und gab "Blätter für die gesamte schlesische Altertumskunde heraus" aber 1822 eingingen. Die Gesellschaft deren Jahresbeitrag Thlr betrug finanziert unter anderem die Druck- Reprokosten von Kruses "Budorgis". Von dem Verein sich nach Büschings Tod keine Aktivitätsbelege mehr.
Büsching heiratete 1812 der Ehe entsprossen Kinder. Nachdem Büsching in einer Prämienverlosung 20.000 gewonnen hatte begann er gefährdete Denkmäler aufzukaufen restaurieren lassen. 1823 kaufte er die Kynsburg Feriensitz die nach der Renovierung auch Besuchern war. Ab 1825 macht sich bei Büsching Leberleiden bemerkbar und er schränkt seine Aktivitäten und mehr ein. Er stirbt 1829 an
B. Bönisch-Brednich Büschings Volkskundliche Forschungen in Schlesien. Wissenschaftsgeschichte (Marburg 1994).
C. Buchwald Büsching an Goethe. Altschlesien 3/1 87-90.
J. Lambert Büchler Anzeige des von dem Büsching in Breslau gestifteten schlesischen Vereins zur der Herausgabe einer Sammlung altdeutscher Denkmale der und Kunst. Archiv der Gesellschaft für ältere Geschichtskunde 1 1819/20 161.
H. Gummel Forschungsgeschichte in Deutschland (Berlin 1938).
Marek Halub Johann Gustav Gottlieb Büsching die Universität und die Viadrina. In: Krystyna Gabryjelska Ulrich Knefelkamp (Hrsg.) Brückenschläge. Kulturwissenschaften in Frankfurt/Oder Breslau. Vorträge der ersten gemeinsamen Ringvorlesung der Viadrina in Frankfurt (Oder) und der Universität Spektrum Kulturwissenschaften Band 3 (Berlin 2000).
Marek Halub Johann Gustav Gottlieb Büsching. Przegląd 3 1998 228-229.
Marek Halub Johann Gustav Gottlieb Büsching 1783 1829; ein Beitrag zur Begründung der schlesischen (Wrocław Uniwersyteta Wrocławskiega 1997). ISBN 83-229-1624-8 . (Acta Universitatis Wratislaviensis 1978).
M. Hecker Aus der Frühzeit der Germanistik. Briefe Johann Gustav Büschings und Friedrich Heinrich der Hagens an Goethe. Jahrbuch Goethe-Gesellschaft 15 100-179.
Friedrich Kruse Budorgis oder etwas über das Schlesien vor der Einführung der christlichen Religion zu den Zeiten der Römer nach gefundendenen und nach Angaben der Alten (Leipzig 1819).
H. Seger Johann Gustav Gottlieb Büsching zu hundertsten Todestage. Altschlesien 2 1929 70-180.
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