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J.J.Scheuchzer (1708)
Johann Jakob Scheuchzer (* 2. August 1672 bis 23. Juni 1733 ) war ein Schweizer Arzt und Naturforscher vor allem durch seine Deutung von Fossilien als Überbleibsel der Sintflut (Sintfluttheorie) bekannt wurde.
Geboren wurde Scheuchzer 1672 in Zürich als Sohn eines Stadtarztes in Zürich. Medizinstudium absolvierte er ab 1692 in Altdorf nahe Nürnberg und ab 1693 in Utrecht wo er 1694 promovierte. Im gleichen Jahr unternahm er durch August Quirinus Rivinus den Rektor der Leipziger Universität seine erste Forschungsreise in die
Da Scheuchzer nach seinem Studium warten bis einer der vier amtlichen Ärzte Zürichs um dessen Position einnehmen zu können arbeitete bei den wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien der mit. Durch den Tod des Züricher Waisenhausarztes Jakob Wagner dem Verfasser einer ersten Historia naturalis Helvetiae curiosa (Zürich 1689) bekam er 1695 schließlich doch eine Anstellung als Mediziner. übnernahm er auch die Stelle als Direktor Bürgerbibliothek und der Kunst- und Naturalienkammer in er sich für die Erforschung seines Heimatlandes Diese Forschungsreisen sollten ihn dann bis 1714 durch das Land führen.
Mit einem großen und detaillierten Fragenkatalog über 220 Fragen enthielt informierte er sich Vorfeld bei Bekannten in der gesamten Schweiz über die Natur und die Wetterverhältnisse ihren Heimatorten die Beteiligung war allerdings nicht hoch. Vor allem zur Hebung der Volksbildung zur Widerlegung von Volksmärchen schrieb Scheuchzer als seiner Forschungsergebnisse von 1705 bis 1707 die Seltsamen Naturgeschichten des Schweizer-Lands wochentliche Erzehlung in der er etwa die Meinung dass die Gewitter am Pilatussee von Dämonen sobald man dem See näher kommen würde gar einen Gegenstand in ihn werfe. Er schreibt dazu 1714 " Ich selbst habe im Beisein der Sennen diese Fabeln verlachen Stein Holz und anderes nur einmal in diese Pfütze geworfen ohne und Schaden ". Ebenfalls zur Volksbildung schrieb Scheuchzer 1701 das erste Physikbuch in deutscher Sprache mit dem Titel Physica oder Natur-Wissenschaft .
Andrias scheuchzeri
Von besonderer Bedeutung sind die wissenschaftlichen Scheuchzers der als erster Höhenmessungen mit barometrischen Instrumenten statt der wesentlich unzuverlässigeren trigonometrischen Berechnungen durchführte. Durch Untersuchungen an Bergkristallen er mit dem Luzerner Stadtphysikus Moritz Anton und seinem Schüler Heinrich Hottinger die moderne Kristallographie und durch seine klimatologischen Beobachtungen konnte er regelmäßige Wetterberichte abfassen.
Bekannt ist Johann Jakob Scheuchzer jedoch allem für seine paläontologischen Arbeiten. In seiner Lithographia Helvetica beschrieb er die Fossilien noch als "Naturspiele" oder Überreste der Durch die Übersetzung des Buches Essay toward a Natural History of the von John Woodward ins Lateinische wurde allerdings von den Denkweisen des René Descartes überzeugt der ein Nebeneinander von göttlicher und der Existenz von Naturgesetzen in Gottes darstellte. Scheuchzer befasste sich intensiver mit den insbesondere von denen der Tiere und stellte 1726 in den Philosophical Transactions of the Royal Society das Skelett eines in der Sintflut Menschen als " Homo diluvii testis " vor. Mit dieser Deutung des Fossils er allerdings falsch und es wurde etliche später durch den Franzosen Georges Cuvier (1769 bis 1832) als das Skelett ausgestorben Riesensalamanders erkannt und als Andrias scheuchzeri benannt.
Beispielabbildung aus dem Herbarium diluvianum
Durch das 1709 erschienene Herbarium diluvianum wurde Johann Jakob Scheuchzer zum Begründer Paläobotanik . In diesem Werk zeigt er auf Tafeln Pflanzenabdrücke die vor allem aus dem Perm und Tertiär stammende Pflanzen darstellen. Diese sind so naturgetreu gemacht dass aufgrund der bei den meisten Abbildungen eine Artbestimmung möglich Seine umfangreiche Sammlung von Versteinerungen und Mineralien heute im Paläontologischen Museum von Zürich zu
1713 entstand eine vierblättrige Karte der die Nova Helvetiae tabula geographica die einige Zeit als die beste die gültige Karte der Schweiz galt. Durch wissenschaftliche Arbeit erlangte Johann Jakob Scheuchzer internationale So beteiligte sich etwa der damalige Präsident Royal Society in London Isaac Newton am Druck Scheuchzers ersten Werkes Itinera alpina tria und 1710 bot ihm der der Zar Peter der Große auf Empfehlung von Gottfried Wilhelm Leibniz die gut bezahlte Stelle als Leibarzt die Scheuchzer allerdings ablehnte.
In der Schweiz selbst jedoch wurde gemieden vor allem wegen seiner neuartigen Ideen Interpretationn des göttlichen Wirkens. Besonders durch das Jobi physica sacra oder Hiobs Natur-Wissenschaft verglichen der heutigen (kurz Kupfer-Bibel) verspielte er sich die der Landsleute. In diesem vierbändigen Werk sollte werden die Existenz Gottes durch die Naurwissenschaft belegen. Biblische Geschihten wurden durch naturwissenschaftliche Erklärungen Eine Druckgenehmigung der Kupfer-Bibel wurde verweigert. 1731 bis 1735 erschien die Physica sacra allerdings doch und zwar in Augsburg . Mit vier Foliobänden und 2098 Seiten sowie 750 Kupfern sie zu einem Meisterwerk der Druckkunst der Zeit. Scheuchzer konnte zwar die Manuskripte für deutsche und die lateinische Ausgabe noch fertigstellen seinen Tod am 23. Juni 1733 erlebte er allerdings die Vollendung nicht Nach der lateinischen und der deutschen Fassung eine niederländische und eine französische Version des
Irmgard Müsch: Geheiligte Naturwissenschaft. Die Kupfer-Bibel des Johann Jakob Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2000. ISBN 3525479034
Paul Michel: "Das Buch der Natur bei Johann Jacob . In: W. Haubrichs W. Kleiber R. (Hrsg.). Vox Sermo Res. Festschrift Uwe Ruberg . Stuttgart Leipzig: Hirzel 2001. S. 169?193
B. Milt: "J. J. Scheuchzer und seine Reise ins Utopia" . In: Notizen zur schweizerischen Kulturgeschichte 91. 1946. S. 143?146